The Killing Hour
Obwohl in New York drei auf grausame Weise ermordete Menschen in Handschellen gefunden werden, tappt die Polizei bei ihren Ermittlungen völlig im Dunkeln, da sich bei den drei unterschiedlichen Opfern absolut kein Zusammenhang auszumachen scheint. Die fieberhafte Suche nach dem Killer bleibt erfolglos und die Polizei wird durch die investigative Frühstücks-TV-Sendung des aufstrebenden Reporters Mac zusätzlich unter Druck gesetzt. Als sich überraschend die junge Kunststudentin Virna meldet, die mit ihren übersinnlichen Wahrnehmungen die Morde gesehen hat und davon Zeichnungen mit überraschender Detailtreue anfertigt, wird diese von Mac umgarnt um in seiner Sendung aufzutreten. Obwohl Larry schwere Bedenken hat, willigt Virna ein und gerät nach einer weiteren Version im Fernsehstudio auch prompt ebenfalls ins Visier des Killers...
Hübsche Mischung aus Slasher und Drama mit einer großen Prise übernatürlichen Charme über brutale Morde eines Handschellen-Mörders, die die Straßen von New York erschüttern. Der Streifen lässt sich dabei viel Zeit für seine drei Hauptcharaktere und präsentiert die durchaus spannende Geschichte aus mehreren Sichtweisen, die sich am Ende naturgemäß zusammenfügen. "The Killing Hour" ist dabei aber Genre-untypisch eher zurückhaltend inszeniert, die Morde werden nicht breit ausgewalzt und manchmal erinnert Mastroiannis Streifen vielleicht auch etwas an eine TV-Produktion. "The Killing Hour" ist auch sicherlich kein Reißer, sondern ein durchaus interessanter Streifen mit vielen Slasher-Anleihen, der neben "erwachsenen" Figuren, die sich auch entsprechend verhalten, dank überraschenden Wendungen, spannender Geschichte und funktionaler Erzählweise gut zu gefallen weiß. Alles in allem eine lohnende Angelegenheit, die von "Blue Underground" auch in solider Qualität und dem „Director‘s Cut“ präsentiert wird, deren Scheibe zum Glück auch auf die reißerische Cover-Gestaltung der deutschen VHS (Stichwort: "Handschellen-Schlächter") verzichtet.
Fantasmi - Italian Ghost Stories
"17 novembre" Regie: Tommaso Agnese
Der Sohn eines kürzlich verstorbenen Schriftstellers kehrt mit zwei Freunden in das Haus des verhassten Vaters zurück und entdeckt beim Ausräumen des Hauses ein kleines Tagebuch, in dem ein Verbrechen geschildert wird. Doch ist dieses lediglich der Fantasie des Autors entsprungen oder tatsächlich passiert und die Antwort auf diese Frage lässt den Sohnemann schon in der darauffolgenden Nacht erschaudern.
"Offline" Regie: Andrea Gagliardi
Ein junger Mann wird eines Tages per Chat von seinem Freund kontaktiert, was soweit nicht ungewöhnlich erscheint. Doch schon wenige Minuten darauf erfährt er von seiner Freundin, dass besagter Freund einen Tag zuvor Selbstmord begangen hat und obwohl dieses auch von dessen Schwester bestätigt wird, erhält er wenig später eine weitere Nachricht...
"La medium" Regie: Roberto Palma
Nach dem Tod ihres Mannes gibt sich eine Frau als Medium aus, um nichtsahnende Leute abzuzocken um sich so ihren Lebensinhalt zu verdienen. Als die Tochter der Frau nichts mehr mit den Machenschaften ihrer Mutter zu tun haben möchte, kommt es zum Streit der Beiden und als die Tochter wenig später in die Wohnung zurückkehrt, erlebt sie eine besondere Überraschung.
"Fiaba di un mostro" Regie: Stefano Prolli
Ein stummes Kind mit traurigem Blick, das in einem kleinen Dorf lebt, wird von den anderen Kindern des Ortes gemobbt und als Monster bezeichnet. Nur ein anderes Mädchen hält zu dem Jungen und freundet sich mit dem Außenseiter an - mit fatalen Folgen...
"Urla in collina" Regie: Omar Protani und Marco Farina
Drei junge Frauen sind auf den Weg zu einem abgelegenen Motel, als die Fahrerin des Wagens in einem Moment der Unachtsamkeit etwas Unbekanntes streift. Dennoch wird die Fahrt fortgesetzt und als die drei Frauen ihr Ziel erreichen, erhärtet sich der Verdacht, dass es wohl kein Tier war, mit dem sie mitten in der Nacht kollidiert sind...
Italienischer Episoden-Horror mit fünf sehr unterschiedlichen Geschichten über Geister, die auch aufgrund der relativ kurzen Dauer der jeweiligen Teile auch insgesamt mit 82 Minuten sehr kurzweilig daherkommt. Die Geschichten sind dabei so eine Art "Best-of-100-Jahre-Gruselfilm" mit Anleihen bei Bava, J-Horror, dem spanischen „[rec]“ und US-Slashern und irgendwie würde man das als Zuschauer auch gerne sehr gut finden, wenn nicht allen Geschichten irgendwie der zündende Funke, Eigenständigkeit und Originalität fehlen würde. Technisch und inszenatorisch gibt es für eine Low-Budget-Produktion ja überhaupt nichts zu meckern und statt Gore wird lobenswerterweise auch mehr auf Atmosphäre gesetzt und dennoch ist das Ergebnis bestenfalls durchschnittlich ausgefallen. Kein Ausfall, aber auch kein absolutes Highlight machen "Fantasmi" zur systemerhaltenden Unterhaltung für Freunde von Horror-Anthologien, die auch nichts gegen etwas kostengünstige Produktionsbedingungen haben. Die italienische DVD von "Ripleys Home Video" kann sich übrigens auch sehen lassen und verfügt neben den italienischen Originalton dankenswerterweise über englische Untertitel.