Ein Abend ohne Grenzen:
The Room
Banker Johny lebt seit sieben Jahren in einer Beziehung mit seiner Verlobten Lisa und plant die hübsche Frau zu ehelichen. Doch Lisa ist von dem spendablen Johny gelangweilt und stürzt sich entgegen dem Rat ihrer materialistischen Mutter in eine Affäre mit dessen besten Freund Mark, der wie der minderjährige Danny und scheinbar auch der Rest des gemeinsamen Freundeskreises im selben Appartmentkomplex wohnt. Obwohl bald das gesamte Umfeld von Lisa über die Seitensprünge Bescheid wissen, bringt es die junge Frau nicht übers Herz, ihren angehenden Ehemann von ihren erloschenen Gefühlen zu berichten. Als sich die junge Frau im Rausch der neuen Leidenschaft immer unvorsichtiger verhält, wird Johny jedoch skeptisch und bei einer Überraschungs-Geburtstagsparty für den Banker kommt letzten Endes die ganze Wahrheit ans Licht...
Sensationell grottiger Streifen von Tommy Wiseau, der hier ein Drama abgeliefert hat, das man schon mit eigenen Augen gesehen haben sollte, um an die Existenz eines derartigen Werkes überhaupt glauben zu können. Ein nuschelnder Langhaar-Frankenstein liebt Britney Spears, die ihrerseits jedoch ein Auge auf Ray Lovelock geworden hat und dazwischen tauchen Figuren auf und ab, seltsame Dialoge werden gesprochen und immer wieder mal wird Football gespielt. Bei "The Room" von einem "bizarren Handlungsverlauf" zu sprechen ist ja noch stark untertrieben und irgendwie weiß man ja gar nicht, wo man anfangen soll, wenn man darüber berichten soll, was hier wohl alles schiefgelaufen ist. Irgendwie erinnert Wiseaus Streifen an eine schlechte Soap aus den Achtzigern die von Ferialpraktikanten auf 99 Minuten zusammengeschnitten wurde und dennoch kann ich gut verstehen, dass "The Room" über die Jahre zu einem Kultfilm geworden ist, selbst wenn Wiseau die zu jeder Zeit hoffnungslos ernstgemeinte und vollends missglückte Beziehungskiste mittlerweile als schwarze Komödie vermarktet. Wer daher die Möglichkeit hat, den Streifen morgen in Nürnberg auf großer Leinwand zu sehen, sollte wohl diese einmalige Gelegenheit ergreifen denn so etwas wie "The Room" bekommt man wohl so schnell nicht mehr zu Gesicht und auch mein Leben wird nach der Sichtung des Teils wohl nie mehr so unbekümmert sein, wie zuvor...
The Opening of Misty Beethoven
"The Opening of Misty Beethoven" ist dann tatsächlich ein Fleischfilm mit Handlung, der nicht nur erotisch, sondern vor allem augenzwinkernd und ungemein unterhaltsam daherkommt. Anstatt eine Ferkelei nach der anderen episodenhaft aneinanderzureihen, gibt es in Radley Metzgers Streifen eine originelle Handlung die an "My Fair Lady" angelehnt ist, unterschiedliche und schöne Handlungsorte auf zwei Kontinenten, einen flotter Soundtrack und Darsteller, die nicht nur schauspielern können, sondern auch sonst mit vollen Körpereinsatz dabei sind. "The Opening of Misty Beethoven" wirkt zu jeder Sekunde erfrischend unverkrampft und bietet für den Zuschauer einen Einblick, was in der kurzen Zeit des sogenannten "Porn Chics" so alles möglich gewesen ist, als derartige und von künstlerisch begabten Menschen produzierten Filme in Mainstream-Kinos gezeigt und auch von der breiten Masse gesichtet wurden. Die Blu-Ray-Disc von Distripix bietet den Streifen in wunderbarer Qualität, wahlweise auch in einer Softcore-Fassung, mehrsprachigen und auch deutschen (!) Untertiteln und jeder Menge Bonusmaterial.