Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE

Alles, was nichts oder nur am Rande mit Film zu tun hat

Moderator: jogiwan

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buxtebrawler
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Re: Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE

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Mawil – Strandsafari

Noch bevor der gefeierte deutsche Comiczeichner Mawil in Reprodukt seinen Stammverlag fand, veröffentlichte der Hünfelder Verlag Schwarz Turm im Jahre 2002 mit „Strandsafari“ eines seiner frühen Werke. Mir liegt die dritte, bei Reprodukt erschienene Auflage aus dem Jahre 2014 vor, ein 80 Seiten umfassender, unpaginierter, unkolorierter mittelgroßer Softcover-Band.

Im Mittelpunkt der zusammenhängenden Geschichte steht Mawils Supa-Hasi, ein kleines weißes sprechendes Häschen mit großem Kopf und so etwas wie ein Alter Ego Mawils. Dieses strandet – wie und warum auch immer – auf einer „einsamen Insel“, die vermutlich eher ein deutscher Strand ist. Er versucht zu überleben, kommt aber gar nicht klar. Glücklicherweise trifft er bald auf eine Dreierclique junger Urlaubender, darunter ein sich bevorzugt oben ohne aufhaltendes Mädchen, mit dem es sich anfreundet. Mawils ihm eigener Funny-Stil trifft hier auf halbrealistische bis realistische Zeichnungen von Mensch und Natur. Der Humor vermischt Situationskomik, die sich aus den unbeholfenen und kaum erwiderten Annäherungsversuchen Hasis an das Mädchen speist, mit einigem Slapstick; die Geschichte ist mehr Parabel auf flüchtige Urlaubsbekanntschaften in juvenilen Jahren denn Robinsonade.

Bis zu sieben Panels bringt Mawil auf den meist klar strukturierten Seiten unter und arbeitet schön mit Helligkeit und Dunkelheit. Aufgrund der nur wenigen (handgeletterten) Dialoge ist „Strandsafari“ recht schnell durchgeblättert, setzt sich aufgrund seines Stils und weil Mawil es versteht, bei aller Abstraktion die Gefühlsebene seiner Leserinnen und Leser anzusprechen, aber durchaus im Gedächtnis fest. Überhaupt hat mich Mawil schon lange am Haken, weiterer Stoff muss baldigst her.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
Diese Filme sind züchisch krank!
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buxtebrawler
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Beitrag von buxtebrawler »

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Wolfgang Sperzel – Fehlzündung

Mit „Fehlzündung“ machte Comiczeichner, Cartoonist und Illustrator Wolfgang Sperzel seine Metamorphose vom Autohasser zum Zeichner für „Auto Bild“ perfekt. Halt, stimmt so nicht – immerhin zeichnete er für diese schon seit 1993. Eine Auswahl der für jene Postille gefertigten Werke bietet dieses rund 60-seitige Softcover-Album, das im Jahre 2000 im Kieler Achterbahn-Verlag erschien. Das vollfarbige, unpaginierte Album beinhaltet oft einpanelige, aber auch mehrpanelige Cartoons zum Thema Auto, Autofahrerinnen und -fahrer und Straßenverkehr unterschiedlichster Größe in Sperzels großartigem Funny-Stil. Seine berüchtigten Kettenreaktionen finden sich leider keine mehr, dafür Wortwitze noch und nöcher. Immerhin sind Autofahrer und Polizei weiterhin Adressaten des Spotts, mit fliehenden Fahnen scheint er also nicht übergelaufen zu sein. Mancher Witz ist herrlich flach und dennoch oder gerade deshalb beschleicht mich das Gefühl, dass seine Cartoons das Beste an „Auto Bild“ sein dürften.

Nach diesem Album erschienen noch acht Hardcover-Bücher Sperzels bei Achterbahn, die „Autotypen“, die offenbar die Fahrerinnen und Fahrer jeweils einer bestimmten Marke karikieren.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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