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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 18. Mär 2014, 16:27
von jogiwan
Flashback - Mörderischer Sommer

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Unterhaltsamer und turbulenter Slasher-Spaß aus deutschen Landen, der zwar ganz klar in der Tradition von "Scream" und Konsorten entstanden ist, aber dabei wider Erwarten relativ blutig, eigenständig und auch schwarzhumorig daherkommt. "Flashback" überrascht ja nicht nur mit einem originellen Drehbuch und jeder Menge Seriendarsteller, die ihre Sache dennoch recht gut machen, sondern bietet auch noch Elke Sommer, schönen Locations und jede Menge Planfahrten, die zumindest ich mir in einem derartigen Werk nicht erwartet hätte. Michael Karen hat mit einem augenscheinlich sehr moderaten Budget jedenfalls einen überraschend kurzweiligen Slasher geschaffen, der zwar das Rad nicht neu erfindet, aber alles bietet was man sich in einem derartigen Film erwartet. Zwar poltert es ab und an im Drehbuch um auch die zahlreichen Plot-Twists unterzubringen, aber für mich war die gestrige Erstsichtung jedenfalls eine spaßige und blutige Überraschung der sehr positiven Art.

Dark Side of Love

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Mit erotischen Filmen ist es ja immer so eine Sache und allzu leicht ist man bei mancher Thematik in der falschen Ecke, wie im Fall von Samperis Erotik-Drama und "Coming-of-Age"-Streifen "Dark Side of Love" a.k.a. "Hunger nach Zärtlichkeit" der hier auf etwas seltsame Weise das doch etwas sensible Thema Inzest behandelt. Ausgehend von einer sehr konstruierten Geschichte über eine erfolgreiche Mode-Designerin, die sich nach dem Tod der Haushälterin um ihren sechzehnjährigen Bruder kümmert, ihn mit erotischen Lebensbeichten aus seiner selbstgewählten Lethargie reißen möchte und schließlich mehr als nur mütterliche Gefühle entwickelt ist ja nicht so wirklich der Bringer und lässt den Zuschauer auch ziemlich ratlos zurück. Samperi nutzt das klapprige Story-Vehikel auch eher dazu, seine Darsteller beim An- und Ausziehen zu zeigen und irgendwann hat man das Gefühl, man sieht lediglich einen ausgedehnten Werbespot für transparente Klamotten, bei dem inzestuöse Ende deswegen drangetackert wurde um bei dem belanglosen Rest wenigstens noch ein bisschen Aufmerksamkeit zu generieren. Nö, Herr Samperi - das war nix!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mi 19. Mär 2014, 07:43
von jogiwan
Der Horror-Alligator

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Spaßiger Tierhorror-Streifen, der dank lustiger Entwicklungen und sympathisch-abgeklärten Figuren auch immer die Lacher und Sympathien auf seiner Seite hat. Die eigentliche Attraktion neben Robert "Vigilante" Forster" ist aber der mürrische und mutierte Alligator, der sich nicht nur als äußerst hungrig erweist, sondern sich auch noch als Hochzeits-Crasher betätigt und auch sonst in den Straßen und Abwasserkanälen einer großen Stadt ordentlich auf Godzilla macht. Zwar muss man schon über sehr, sehr viele Logiklöcher hinwegsehen können, aber ansonsten ist das Teil recht flott und kurzweilig inszeniert und das erste Auftauchen des Monsters ist ja schon ein richtig fieser, kleiner Schockmoment. Der riesige Alligator und seine unbändige Zerstörungswut sind jedenfalls ganz hübsch getrickst und auch der Rest kann den Fan von Tierhorror mühelos überzeugen.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Do 20. Mär 2014, 07:20
von jogiwan
Blutgletscher

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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Fr 21. Mär 2014, 09:44
von jogiwan
Fando und Lis
Die Krawatte
Fando und Lis (mit Audiokommentar)

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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 22. Mär 2014, 08:38
von jogiwan
Manchmal kommen sie wieder

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Der heilige Berg

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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 23. Mär 2014, 09:05
von jogiwan
El Topo

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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mo 24. Mär 2014, 08:55
von jogiwan
Horror Anthology Movie Volume 1

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Episoden-Horror der ziemlich langweiligen Sorte, welches wohl im Fahrwasser des Erfolgs von "V/H/S" entstanden ist, aber bei den Episoden so sukzessive abbaut, dass man spätestens ab der dritten Geschichte aussteigen möchte. Während "The Cordyceps Principle" seine gänzlich höhepunktslose Geschichte um einen gelungenen Make-Up-Effekt aufbaut, kann "Five Mile Straight Ahead" wenigstens noch mit ein bissl Gruselfeeling punkten. "Thing in the Shed" ist auch noch mit Abstrichen okay, ehe "Section 49" mit seinen Anleihen bei "Eraserhead" für lange Gesichter sorgt. Die Episode ist zwar ekelig, aber auch eine ziemliche Belastungsprobe für die Nerven eines jeden Zuschauers. "Blood of a Saint" ist Sex-Puppenhorror der eher billigen Sorte und die Found-Footage-Episode über H.P. Lovecraft ebenfalls mehr mau. Unterm Strich bleiben sechs Episoden aus dem Amateur-Bereich, die weder sonderlich spannend, gruselig oder sonstwas ausgefallen sind und die man auch zweifelsfrei nicht kennen muss. Zurück bleibt wieder einmal die Erkenntnis, dass man DVD-Hüllen-Texten, Internet-Kritiken und IMDB-Bewertungen nicht vorbehaltlos trauen sollte.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 25. Mär 2014, 08:09
von jogiwan
The Vanishing - Spurlos verschwunden

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Böser und dennoch ruhig erzählter Suspense-Thriller über einen Mann, dessen Freundin eines Tages spurlos auf dem Weg in den Urlaub an einer französischen Tankstelle verschwindet. Drei Jahre vergehen und dennoch ist die Ungewissheit über den Verbleib der großen Liebe so quälend, dass alles Vernunft über Bord geworfen wird, als sich eines Tages der vermeintliche Täter meldet und weitere Informationen in Aussicht stellt. Obwohl man als Zuschauer schon ahnt, was ungefähr passiert sein müsste, schafft es Sluizer aber immer wieder mühelos, Spannungsmomente aufzubauen und seinem Streifen mit unerwarteten Wendungen neue Facetten zu verleihen. Das Ende ist ja unvergessen und irgendwie tut es mir leid, dass ich seinerzeit das unsägliche US-Remake und nicht das niederländische Original im Kino gesehen hab. Toller Thriller der das Gefühl der Hilflosigkeit des Hauptdarstellers auf den Zuschauer zu übertragen und auch eindrucksvoll zeigt, dass für nachhaltiges Grauen die Darstellung von Gewalt auch gar nicht notwendig ist.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Fr 28. Mär 2014, 07:59
von jogiwan
Vampire

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Technisch gut gemachter und flotter Horrorstreifen, der leider nur etwas daran krankt,dass ich moderne Vampirfilme generell etwas langweilig finde und auch noch über eine Western-Atmo verfügt, die man imho ja ebenfalls knicken kann. Ansonsten ist "Vampire" aber gut gemachtes Horror-Kino, das sich nicht lang mich Nebensächlichkeiten aufhält und in der ungekürzten Fassung auch ganz tief in die blutige Trickkiste greift. Die Story mit dem übermächtigen Ober-Vampir mit seinen Anleihen in der katholischen und europäischen Kirchengeschichte geht ebenfalls in Ordnung und mit John Woods, Sheryl "Laura Palmer" Lee und Maximilian Schell hat man auch mehr als passable Darsteller am Start, während der Dicke von den Baldwin-Brüdern doch stets eine Spur zu hölzern daherkommt. Am Ende rumpelt es jedenfalls ganz ordentlich im Sarg und insgesamt gesehen ist "Vampire" dann dennoch ein kurzweiliges Ereignis im höheren Härtegrad, das Vampir-, Western- und John Carpenter-Fans auch uneingeschränkt zusagen sollte.

No one heard the Scream

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Die attraktive Elisa reist einmal im Monat auf Kosten eines reichen Geschäftsmanns für Wochenende nach London um mit ihm ein schönes Wochenende zu verbringen. Als eines Tages ihr Flieger etwas Verspätung hat, beschließt sie spontan ihren geplanten Trip abzusagen und kehrt in ihre Wohnung zurück, wo sie nach einem Streit in der Nebenwohnung Zeuge wird, wie ihr Nachbar Miguel gerade eine Frauenleiche in den Fahrstuhlschacht entsorgt. Elisa ist entsetzt und wird, als sie sich in ihrer Wohnung verbarrikadiert und die Polizei alarmieren möchte, von Miguel mit Waffengewalt dazu genötigt, ihm bei der Entsorgung der Leiche in dem ansonsten unbewohnten Wohnkomplex zu helfen. Obwohl Elisa von der Tat schockiert ist, hilft sie Miguel und steht ihm auch loyal zur Seite, als die Beiden von der Polizei aufgehalten werden. Elisa scheint sich in den smarten Schriftsteller verliebt zu haben, doch das Schicksal hat für Beide noch eine überraschende Wendung parat...

Netter und schön gemachte Mischung aus Psychothriller, Giallo und Liebesdrama von Eloy de la Iglesia mit zwei charismatischen Hauptdarstellern und einer ungewöhnlichen Story, die dramaturgisch ordentlich das Gebälk krachen lässt. Die Geschichte über den brutalen Mord und der Handlangerin wider Willen, die sich auch noch in den vermeintlichen Mörder verliebt ist zwar wie so jeder zweite spanische Genre-Beitrag aus dieser Entstehungszeit reichlich konstruiert, aber nette Wendungen und die Überraschung am Ende, die aufmerksame Zuschauer schon ab der Mitte erahnen können, wertet den solide inszenierten Film dann auch zusätzlich auf. Zwar ist "Nadie oyó gritar" im Vergleich zu "Einbahnstraße in den Tod" und "Cannibal Man" über weite Strecken eher ruhig und vergleichsweise unspektakulär gehalten, aber die originelle Geschichte macht Laune und Carmen Sevilla ist ebenfalls eine wahre Augenweide. Ein nettes B-Movie mit flockiger Musik und Charme, dass sich auch gut gucken lässt.

Yo soy la Juani

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Die junge Juani lebt noch bei ihren Eltern am Stadtrand, jobbt beim Media Markt an der Kasse und ist schwer in ihren Freund Jonah verliebt. Dieser interessiert sich jedoch mehr für Autotuning, ist ständig pleite und auch noch chronisch eifersüchtig. Als sie eines Tages ihren Freund beim Seitensprung erwischt, beschließt sie ihr bisheriges Leben zurückzulassen und mit ihrer Freundin Vane nach Madrid zu gehen um dort ihren Traum als Schauspielerin erfolgreich zu werden, in die Tat umzusetzen. Zuerst läuft auch alles gut und die beiden Mädchen leben ein aufregendes Leben zwischen Clubs und Shopping. Wenig später muss Juani jedoch erkennen, dass sie sich alles etwas leichter vorgestellt hat und Geldnot, Heimweh und die immer noch vorhandene Liebe zu Jonah setzt ihr ebenfalls zu...

Wenn alternde Regisseure Filme über die Probleme junger Menschen drehen, ist es ja oft der Fall, dass hier lediglich die Sichtweise der älteren Generation auf junge Menschen gezeigt wird und wie im Falle von Larry Clark die Story als Aufhänger für höchst zweifelhafte Dinge genutzt wird. Bei Bigas Luna ist das aber anders und sein "Yo soy la Juani" ist dann auch ein recht gelungener Streifen, der die Nuller-Jahre und die dazugehörige Generation Spaniens in der Wirtschaftskrise recht glaubwürdig und authentisch präsentiert und dabei auch etwas an schnell-geschnittene Youtube-Clips und Hochglanz-Werbespots erinnert. Alles durchaus gelungen und mit dem Finger am Puls der damaligen Zeit hat der Streifen mit "Halte an deinem Traum fest" und "Männer sind Schweine" auch zwei Botschaften, die ja sowieso immer Gültigkeit besitzen und da sich Juani auch nicht unterkriegen lässt, ist der Streifen im Gegensatz zu Lunas sonstigen Werken fast schon optimistisch gehalten.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 29. Mär 2014, 08:51
von jogiwan
Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien

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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen... Gestern endlich auf Blu-Ray gesichtet und der Streifen ist natürlich noch immer top und gefällt mir persönlich auch wesentlich besser als "Last House on the Left", der hier wie "Die Jungfrauenquelle" offensichtlich Pate stand. Ich hatte den ja auch gar nicht mehr als so wild in Erinnerung und Aldo Lado schafft es auch hervorragend, seinen Film von "unbeschwert" im Laufe einer Nacht ins komplette Gegenteil zu verkehren. Das Statement zur Gewalt in unserer Gesellschaft ist jedenfalls bitterböse ausgefallen und "Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien" punktet dann ja nicht nur mit dem deutschen Verleih-Titel, sondern auch einem wunderbaren Cast inklusive einem wie immer wunderbaren Enrico Maria Salerna und Macha Méril als sadistisches Luder. Verstörende Genre-Ware ohne Rücksicht auf Verluste.

The lickerish Quartet

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Absolut wunderbarer Streifen über eine mysteriöse wie attraktive Besucherin, die als vermeintliche Darstellerin eines Super-8-Erotik-Streifens erkannt in einem abgelegenen Schloss nacheinander die Mitglieder einer reichen Familie verführt und bei allen Beteiligten für Verwirrung, Lustgewinn und neue Erkenntnissen sorgt. Dabei erzählt Metzger seine Geschichte auf ganz unkonventionelle Weise und vermischt Traum, Realität und Film-Ebenen auf ganz unkonventionelle Weise und schafft ein mysteriöses, wie ansprechendes Werk, das auch den Rahmen eines herkömmlichen Erotikstreifens sprengt. "The Lickerish Quartet" bietet aber neben seiner ungewöhnlichen Geschichte auch absolut tolle Darsteller, historische und postmoderne Settings und mit der Burg Balsarono in den Abruzzen auch einen wunderbaren Schauplatz. Die Musik von Stelvio Cipriani ist ebenfalls eine Wucht und sowieso und überhaupt ist der Streifen dann auch eine Pflichtvorstellung für Freunde gepflegter Kinokunst.