The Rainbow Thief
Die Zweitsichtung von "The Rainbow Thief" hat mich dann irgendwie noch weniger begeistert, als das ersten Mal, bei dem man sich wenigstens noch an den schönen (aber auch nicht überwältigenden) Bildern erfreuen kann. Die etwas lehrhafte und aufgesetzt wirkende Geschichte über materielle und immaterielle Werte und Menschen, die sich diesem in einer habgierigen Welt entziehen, spricht mich ohnehin nicht so wirklich an und dieses exzentrische Jahrmarkt- und Kanalisations-Szenario mit seinen skurrilen Figuren passt imho auch nicht sonderlich dazu. Irgendwie wirkt in dem episodenhaften Werk alles etwas unausgegoren, bemüht und ziellos und was auch immer Jodorowsky dem Zuschauer mit seinem wohl etwas zu kommerziell angelegten "The Rainbow Thief" näher bringen wollte - mir hat es sich nicht erschlossen. Ganz im Gegenteil - hier kommt zusammen, was nicht zusammengehört und irgendwie fand ich den gestern im Gegensatz zu Jodorowskys sonstigen Werken sogar erschreckend lahm und langweilig.
The Facility
In der abgelegenen Limesbrook-Klinik wird eine medizinische Versuchsreihe durchgeführt, bei dem sieben Freiwillige für zwei Wochen und 2.000 Pfund ein neuartiges Serum namens "Pro-9" verabreicht bekommen. Nach einem medizinischen Check und der ominösen Injektion machen sich die sieben Leutchen, die einander noch nie gesehen haben, auf zwei langweilige Wochen gefasst. Doch schon in der ersten Nacht läuft alles aus dem Ruder, als einer der Probanden in einem gewalttätigen Wahn verfällt und Arzt, Sicherheitspersonal und auch die seine schockierten Kollegen attackiert. Allein und auf sich gestellt und in dem Wissen, das dieselben grauenvollen Symptome auch jederzeit bei sich selbst ausbrechen können, versuchen die Eingeschlossenen verzweifelt in der menschenleeren Klinik auf sich aufmerksam zu machen...
Mäßig interessante Mischung aus Medizin-Horror und "The Crazies", bei dem der Trailer wieder einmal wesentlich mehr verspricht, als der Film letztendlich halten kann. Die Geschichte über menschliche Versuchskaninchen in einer ominösen Forschungseinrichtung bzw. Klinik ist jedenfalls ganz und gar unspannend erzählt und vor allem das erste Drittel ist rein vergeudete Zeit, wenn lediglich einer nach dem anderen zum medizinischen Check geführt wird. Auch danach kommt "The Facility" nicht so wirklich in die Puschen und das klaustrophobisches Bedrohungsszenario, welches von Regisseur Ian Clark wohl geplant war, will sich nicht so wirklich einstellen. Gore-technisch köchelt der englische und rasant geschnittene Streifen ebenfalls eher auf Sparflamme und falls das Filmchen als Kritik über skrupellose Pharma-Konzerne gedacht ist, dann kann man dieses Unterfangen wohl auch getrost als gescheitert betrachten. Alles in allem kein Film, den man gesehen haben muss und der mich trotz interessanter Ansätze und ein, zwei bekannter Gesichter nicht wirklich begeistern konnte.
Daniel, der Zauberer
Laut OFDB-Usern der schlechteste Film aller Zeiten hält der Streifen dann auch was er im Vorfeld verspricht und präsentiert sich in erster Linie als Konzert- und Musikfilm, der mit einer etwas seltsamen Geschichte über den universellen Kampf zwischen Gut und Böse, sowie Daniel-Fans und -Hatern vermengt wurde. Regisseur Ulli Lommel gibt in dem Amateur-haften Streifen den Schutzengel, der Daniel im Kampf gegen die kollektive Ablehnung zur Seite steht und auch der Rest der Küblböck-Familie ist in der Not mit Rat und Tat zur Stelle. "Daniel, der Zauberer" ist dann auch so etwas wie ein filmisches Denkmal für ein popkulturelles Kurzzeit-Phänomen, bei dem die Grenzen zwischen Huldigung und Zerstörung allerdings fließend sind und irgendwie hat man ständig den Eindruck, dass sich hier alle Beteiligten nicht so ganz im Klaren waren, welche verheerende Außenwirkung das semi-dokumentarisches Projekt mit einem etwas zu naiv erscheinenden Hauptdarsteller und der furchtbarsten, quälendsten und jemals auf Film gebannten Gesangnummer gleich zu Beginn schlussendlich haben würde. Unabhängig, was man vom Hauptdarsteller hält, ist "Daniel, der Zauberer" dann aber auch absolut skurrile und bisweilen fassungslos-machende Film-Unterhaltung mit gehörig Fremdschäm-Potential an allen Fronten, an das sich auch nur Die-Hard-Trashfans wagen sollten, bei denen Hopfen und Malz ohnehin schon verloren ist.