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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Fr 21. Feb 2014, 07:59
von jogiwan
Arac Attack

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Netter und irgendwie kurzweiliger Spinnenhorror für die ganze Familie über eine amerikanische Kleinstadt, die sich mit riesigen Spinnen auseinandersetzten muss, die durch widerrechtlich gelagerten Giftmüll mutieren und großen Appetit auf die Bevölkerung entwickeln. Dabei kommt die Sause zwar etwas langsam in Fahrt, aber wenn die Spinnen erst einmal loslegen, gibt es kein Halten mehr und der Film verkommt zu einer irrwitzigen Monster-Flick, die auf das System der Steigerung setzt und dem Zuschauer auch kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Obwohl "Arac Attack" dabei durchaus turbulent und teils auch spaßig daherkommt, werde zumindest ich das Gefühl nicht los, dass bei dieser sympathischen Hommage auf Monsterfilme der 50er-Jahre doch viel mehr möglich gewesen wäre. Statt wie in der Eingangsszene auf Grusel und die natürlich Angst vor Spinnen zu setzen verkommt "Arac Attack" auch eher zu einem Action- und Effekt-Feuerwerk, wobei auf jeden guten, auch mindestens ein schlechter Effekt kommt und dem Zuschauer im Verlauf auch arg Klischee-lastige Figuren nicht erspart bleiben.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 22. Feb 2014, 10:50
von jogiwan
The Awakening

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Sehr schön gemacht und auch toll gespielte Mischung aus Geisterfilm, Drama und Haunted-House, die jedoch etwas daran krankt, dass man eine ähnliche Geschichte zuletzt einfach schon in zu vielen Filmen gesehen hat. "The Others", "The Lady in Black" und auch noch ein Dutzend anderer Euro-Horror-Filme aus Spanien und Co, sowie der von mir kürzlich gesichtete "A Tale of two Sisters" schlagen ungefähr in dieselbe Kerbe, sodass man bald einmal erahnen kann, wie der Hase so läuft und warum in dem verlassenen Haus gar sonderliche Dinge geschehen. Außerdem wirkt die Geschichte der emanzipierten Schriftstellerin und Detektivin, die in einem Bubeninternat auf Geisterjagd geht, mit vielen Handlungssträngen etwas verfahren und Regisseur Nick Murphy hat auch sichtlich große Lust, den Zuschauer auf die falsche Fährte zu locken. Die mittlerweile obligatorischen Jump-Scares sorgen dann ebenfalls dafür, dass wohlige Gruselstimmung auch nicht so richtig aufkommen mag und eigentlich ist das angesichts der schönen Settings und gelungenen Atmo dann auch mehr als schade. Insgesamt ein Grusler für zwischendurch mit schönen Bildern und tollen Darstellern und einer Geschichte, die wohl dann am besten funktioniert, wenn man noch nicht so viel aus der Ecke gesehen hat.

American Horror Story - Staffel 1

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Gestern gab es das große Staffel-Finale und die 12 Episoden sind dann ja schon sehr gut gemacht, auch wenn man richtigen Horror wohl eher vergeblich sucht. Vielmehr ist "American Horror Story" ein auf Drama gebürstetes "Best-of-Grusel", dass bekannte Elemente aus dem Bereich des fantastischen Films auch recht unorthodoxe Weise miteinander verbindet und mehrere Handlungsstränge aus verschiedenen Zeitebenen mit einem geräumigen und verfluchtes Haus als zentralen Ausgangspunkt miteinander vermengt. Hört sich erst einmal etwas seltsam an, funzt aber recht gut und mit der gebeutelten Familie bzw. Mutter und Tochter-Gespann hat man auch zwei Sympathie-Träger, mit denen man gut mit fiebern kann. Jessica Lange in ihrer undurchsichtigen Rolle ist ebenfalls eine Wucht und das immer wieder bekannte Gesichter wie Mina Suvari und Zachary Quinto vorbeischauen macht ebenfalls großen Spaß, auch wenn es zwischendurch schon mal arg turbulent zugehen kann. Insgesamt schon eine sehr gelungene Serie, bei der es auch wenig verwunderlich ist, dass sie relativ gut ankommt. Die erste Staffel ist auch fast eine abgeschlossene Geschichte mit kleineren Cliffhangern in Richtung zweite Staffel, die aber mit neuen Personen und anderem Handlungsort wieder ein neues Kapitel aufschlägt.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mo 24. Feb 2014, 08:29
von jogiwan
Kleine Marisa Mell Retrospektive anlässlich ihres 75. Geburtstags:

Violent Blood Bath

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Der als Befürworter der Todesstrafe bekannte und französische Staatsanwalt Oscar weilt mit seiner Frau Patricia Urlaub in einem feudalen Hotel am Strand. Mit der Ankuft des Journalisten Javier, sieht sich Oscar jedoch nicht nur mit einem Gegner der Todesstrafe konfrontiert, der seine Frau aus früheren Tagen kennt, sondern es geschehen schon bald seltsame Morde, die genau dem Muster der Taten von verurteilten Mördern entsprechen, bei denen Oscar die Todesstrafe durchsetzen konnte...

Psychodrama mit giallo-esken Zügen in der Tradition systemkritischer Polit- und Polizei-Thriller über einen Staatsanwalt mit reaktionären Prinzipien, die schon wenig später in Frage gestellt wurden, als sich dieser mit einem Nachahmungstäter konfrontiert sieht. Der amerikanische Titel schürt dabei wohl Erwartungen, die der eher unspektakulär erzählte Thriller aus spanischer Produktion auch sicher nicht erfüllen kann und Jorge Grau macht sich auch gar nicht die Mühe großartig Verdächtige einzuführen oder Spannung zu erzeugen. Zentraler Punkt des Streifens ist dann auch die wunderbare Marisa Mell und ihre Konflikt-beladene Beziehung zu dem pedantischen Fernando Rey, der zunehmend an seiner Zurechnungsfähigkeit zweifelt und sich bald von allen Seiten in die Ecke gedrängt fühlt. Der Streifen ist dabei recht solide erzählt und wer solche Streifen mag und sich kein Highlight erwartet, kann auch gerne ein Äuglein riskieren. Die Hülle der amerikanischen VHS (dessen Bild oben bewusst nicht gewählt wurde) schafft es aber tatsächlich nicht nur mit dem Artwork, sondern auch einem Satz das gesamte Ende zu spoilern...

Historia de una traición

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Die hübsche Carla lernt eines Tages durch eine Begleitagentur den industriellen Luis kennen, der die attraktive Frau reich beschenkt und ein Leben in Saus und Braus ermöglicht. Als Carla auf einer ihrer Reisen zufällig in einem Hotel auf ihre Jugendfreundin Lola trifft, die als Stubenmädchen ihr Geld verdient, beschließt Carla ihre Freundin zu unterstützen und teilt fortan Bett und Luxus mit ihr. Als sich Luis jedoch in Lola verliebt und die Beiden heiraten, will die doppelt gehörnte Carla ihrem Leben ein Ende setzen und wird im letzten Moment von dem Maler Arturo gerettet, der jedoch ebenfalls einen zwielichtigen Plan verfolgt und ein tragisches Unglück sorgt ebenfalls dafür, dass wenig später endgültig alles aus dem Ruder läuft...

Überraschend gelungener Erotik-Thriller ohne Netz und doppelten Boden, der mit seiner verschachtelten Erzählstruktur den Zuschauer auch immer hübsch auf die falsche Fährte lockt und welche Rolle nun gut und/oder böse ist, lässt sich in dem spanischen Streifen aus dem Jahr 1971 ja nicht so wirklich feststellen. Die Geschichte hat mir jedenfalls recht gut gefallen und ist von José Antonio Nieves Conde auch sehr cool und groovy in Szene gesetzt. Der Soundtrack ist stimmig, die Inneneinrichtungen, Klamotten und sonstige Ausstattung im besten Siebziger-Look und Marisa Mell und Sylvia Koscina sorgen auch dafür, dass es stets ordentlich knistert. Auch die männlichen Darsteller inklusive Stephen Boyd, Fernando Rey und Massimo Serrato überzeugen und Howard Ross und Simon Andreu schauen kurz vorbei. Alles in allem ein wunderbar-kurzweiliger Film über die Abgründe menschlicher Begierde um den sich endlich auch ein Label bemühen sollte. Verdient hätte es "Historia de una traición" ja auf jeden Fall. Dann am besten gleich im Doppelpack mit dem nicht minder empfehlenswerten "Marta".

Casanova 70

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"Casanova 70" ist zweifelsfrei sehr gut gemacht, hat wunderbare Darsteller inklusive meiner Marisa und auch die Zeit vergeht dank turbulenter Handlung wie im Flug, nur frag ich mich am Ende, was uns Mario Monicelli mit seinem satirisch überspitzten Film eigentlich sagen will. Die märchenhafte Geschichte des umtriebigen Offiziers, der in zahlreichen Abenteuern und Eroberungen seine Männlichkeit beweisen muss, ist zwar nett erdacht, aber hinter den eher oberflächlichen Gags wird andererseits auch ein Frauenbild vermittelt, dass man wohl heutzutage nicht mehr gut finden muss und auf Dauer ist die Tatsache, dass alle hübschen Frauen wahlweise als dümmlich, naiv oder berechnend und (über)fordernd dargestellt werden, ist auf Dauer schon keine große Leistung des Autors. Irgendwie spielt Herr Matroianni ja auch immer die gleiche Rolle des charmanten und eloquenten Womanziers. Wenn man das jedoch ausblenden kann ist "Casanova 70" auch eher ein mäßig gelungenes Beispiel italienischer Komödienkunst im Spannungsfeld von Arthouse und Mainstream, aber wie gesagt muss man das heutzutage trotzdem nicht mehr gut finden.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mi 26. Feb 2014, 07:56
von jogiwan
Verdammt nochmal! ...wo bleibt die Zärtlichkeit?

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demnächst mehr! :)

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Do 27. Feb 2014, 17:09
von jogiwan
Antiviral

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In der nahen Zukunft ist der fragwürdige Kult um Prominente soweit fortgeschritten, dass Kliniken den Fans anbieten, sich mit denselben Krankheiten zu infizieren um sich so den ansonsten unerreichbaren Prominenten etwas näher zu fühlen Syd arbeitet in der Lucas-Klinik, die mit dem Superstar Hannah Geist bzw. ihren Krankheiten einen Exklusivvertrag abgeschlossen hat und als diese überraschend erkrankt, springt Syd für einen Kollegen ein und nimmt dem erkrankten Superstar ein bisschen Blut ab. Doch Syd hat auch eine dubiose Nebenjob und sorgt für Viren-Nachschub für den Schwarzmarkt bzw. dubiose Hintermänner, indem er sie sich selbst injiziert und anschließend wieder isoliert und als Hannah Geist überraschend an dem aggressiven Virus verstirbt, steckt auch Syd in ziemlichen Schwierigkeiten…

Wenn man als Filius in die Fußstapfen seines Vaters tritt, sollte man sich nicht ausgerechnet das Genre aussuchen, mit dem auch der Daddy berühmt geworden ist, da ansonsten zwangsläufig immer der Vergleich im Raum steht. Brandon Cronenberg hat diesen weisen Rat jedoch ausgeschlagen und mit dem schrägen Medizin-Drama "Antiviral" eine düstere Body-Horror-Zukunftsvision geschaffen, die doch stark an Filme wie "Die Brut", "Shivers" und "Videodrome" erinnert. Während es Cronenberg Senior jedoch immer geschafft hat, dass man seine Visionen akzeptiert, verzettelt sich der Sohnemann in seinem erschaffenen Kosmos und statt irgendwelche Erklärungen zur sehr abstrakten Ausgangslage zu bieten, schwenkt "Antiviral" nach der Halbzeit in Richtung Thriller, was dem Streifen irgendwie nicht so gut bekommt und die ganze Sause noch zweifelhafter erscheinen lässt. Die Geschichte über begehrte Virenstämme von Superstars hat mit guten Ansätzen jedenfalls nicht ganz überzeugt und obwohl der sterile Look zweifelsfrei gelungen ist und auch die Darsteller überzeugen, bleiben am Ende dann für meinen Geschmack für einen dennoch interessanten und auch zweifelsfrei ungewöhnlichen Streifen dann doch zu viele Fragezeichen zurück.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Fr 28. Feb 2014, 07:36
von jogiwan
Totaler Sperrbezirk

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demnächst mehr!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 1. Mär 2014, 11:29
von jogiwan
Gravity

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"Gravity" ist vor allem Eines: ein Triumpf der Technik und so etwas wie in den ersten 12 Minuten hat man wohl im Kino und auch sonstwo noch nirgends gesehen. Der Streifen wird dann auch zweifelsfrei bei den Oscars in diesen Kategorien so ziemlich alles abräumen, dass es abzuräumen gibt und dennoch hat man nie das Gefühl, das sich Cuaróns Streifen wie bei sonstigen Blockbuster-Kinostreifen zu sehr auf seine Bilder und rasantes Tempo verlässt. Nebenher wird ja auch recht schnörkellos, fast in Echtzeit und auch sehr packend der fast schon Thriller-hafte Überlebenskampf einer Astronautin erzählt, der auch geschickt mit menschlichen Urängsten spielt und auch dann hervorragend funktioniert, wenn man sich mit Raumfahrt und Weltraumtechnik nicht befassen mag. Zwar hat die Geschichte bis zum Ende hin ein paar leichte Ermüdungserscheinungen, aber dennoch tut es mir jetzt fast leid, dass "Gravity" nicht mein erster 3D-Film im Kino geworden ist. Toller Film, der wohl auch CGI-Skeptiker überzeugt!

Only God Forgives

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Was hat man nicht alles über "Only God forgives" schon im Vorfeld gehört: "Betörende Blutorgie", "hypnotischer Bilderfluss", "polarisierende Orgie der Gewalt", etc. und das mag zwar alles stimmen, aber abgesehen von dem schönen Neon-Look, exotischen Schauplätzen und dem gewollt künstlichen Look ist Refns entschleunigte Action-Geschichte in der Unterwelt von Bangkok im Gegensatz zu "Drive" doch ganz schön mittelmäßig und schon gar nicht originell geworden. Ryan Gosling schickt sich wohl an, der nächste Chuck Norris zu werden und auch die simple Rachegeschichte nach dem Motto "Auge um Auge" wird zwar schön dargeboten, krankt aber etwas an seinen vollkommen über- oder unterzeichneten Charakteren, denen im Verlauf der brutalen Handlung jeglicher Background verwehrt wird. Das neuerlich zelebrierte Prinzip Arthouse-Action-Splatter in Zeitlupe, in denen die heftigen Gewaltausbrüche dann umso unvermittelter erscheinen hat im Vorgänger jedenfalls bedeutend besser funktioniert und nach der x-ten Einstellung in der die Figuren des Films wie Puppen im Neon-durchfluteten Karaoke-Räumen drapiert werden, wird es für den Zuschauer etwas mühsam. Die fast schon bemühte Gegensätzlichkeit von allem, das hier in Refns einfach gestrickten Figuren-Kosmos an exotischen Schauplätzen mit dem Holzhammer zusammengebracht wird und die Oberflächlichkeit, mit der diese ohne einer Identifikationsfigur für das Publikum dann ausgiebig zelebriert wird, mag zwar für den Moment eine Faszination ausüben, ist aber wenig nachhaltig und daher auch so rasch wieder vergessen, wie sie gesehen wurde. Mittelprächtig!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 2. Mär 2014, 09:24
von jogiwan
Zombie Death House

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demnächst mehr!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 2. Mär 2014, 09:54
von jogiwan
The Killer is among the Thirteen

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Zum zweijährigen Todestag ihres Mannes lädt die wohlhabende Lisa Mandel Freunde und Bekannte ihres Mannes über das Wochenende auf ihren abgelegenen Landsitz. Nach dem ersten Kennenlernen und kurzen Smalltalk eröffnet die Gastgeberin ihren verblüfften Gästen beim Abendessen jedoch unvermittelt, dass ihr Mann nicht wie weithin angenommen bei einem Unfall gestorben ist, sondern heimtückisch ermordet wurde und einer der Gäste dafür verantwortlich sei. Diese sind zwar kurzfristig sehr aufgebracht und weisen auch jegliche Schuld von sich und doch hatte jeder der geladenen Gäste kurz vor dessen Tod noch Kontakt oder hat auf sonstige Weise von dessen Tod profitiert. Als sich die Indizienkette immer weiter zusammenzieht geschehen auch weitere Morde und das Haus für seine Gäste zur tödlichen Falle…

Hübsch gemachte Mischung aus Giallo und Agathe Christie-Krimi der nicht von ungefähr an die Storys von "Ein Unbekannter rechnet ab" oder auch "Das Geheimnis des blauen Schlosses" erinnert und den Zuschauer zum eifrigen Mit-Raten einlädt. Der eher ruhig erzählte und Dialog-lastige Streifen bringt die für diese Filme übliche Figurenkonstellation aus guten und schlechten Hause und lässt sich auch sehr lange Zeit, die Charaktere und ihr Verhältnis untereinander näher zu beleuchten. Dann geht es jedoch Schlag auf Schlag und einer nach dem anderen scheidet durch brutale Verbrechen aus der Reihe der Verdächtigen aus. "El Asesino está entre los trece" ist dabei sehr solide in Szene gesetzt und wer diese Art von Streifen mag, wird auch bei Javier Aguirre auf seine Kosten kommen. Besonderes Highlight ist natürlich der Cast und neben einer blutjungen Carmen Maura ("Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs") und Eusebio Poncela ("Das Gesetz der Begierde") aus dem früheren Almodóvar-Stammensemble gibt es auch noch Jack Taylor und Dyanik Zurakowska ("Vampire's Night Orgy"), sowie Paul Naschy in einer kleinen Rolle als umtriebiger Chauffeur. Alles in allem ein schöner, wenn auch züchtig gehaltener Film in der Tradition bekannterer Werke, der jedoch nicht nur Fans des spanischen Kinos ansprechen sollte.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 4. Mär 2014, 14:09
von jogiwan
Vinyan

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Französischer Horrorfilm von Fabrice Du Welz ("Calvaire") über ein Paar, das ihr Kind bei der Tsunami-Katastrophe verloren hat und eine verzweifelte Mutter, die auf einem Video über Entwicklungshilfe in einem abgelegenen Dorf in Burma das verschwundene Kind wiederzuerkennen glaubt und sich daraufhin auf eine Reise ins Verderben begibt. "Vinyan" ist dabei nicht der auf dem Cover angekündigte Horrorfilm oder Thriller, sondern viel mehr ein etwas anstrengend präsentiertes Drama über ein Paar in der Krise und sehr exotischer Kulisse, dass teils anstrengend und teils auch etwas langweilig daherkommt. Statt dem Zuschauer das Gefühlsleben des Paares verständlich zu machen, legt Du Welz den Fokus in seinem Film auch eher auf eine bedrohliche und feindselige Umgebung, an der sich verletzte und irregeleitete Seelen zerreiben und visualisiert dieses mit Elementen des Horrorfilms und bedrohlicher Soundkulisse. Irgendwie hat mich der Streifen aber dennoch so überhaupt nicht begeistert und schon die anstrengende Titelsequenz mit quälendem Sounddesign ist ein symptomatischer Auftakt für einen lahmen Film, der es dem Zuschauer mangels Identifikationsfigur alles andere als leicht macht und dessen Ende auch von Anfang an absehbar ist und nicht nur für seine gequälten Figuren eine Erlösung darstellt.

I Do

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Teils witziger, teils trauriger, aber stets sympathischer Film mit Botschaft über Scheinehen, Seelenverwandte, tragische Schicksalsschläge und schwierige Entscheidungen.