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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 19. Jan 2014, 10:52
von jogiwan
In Hell (Gloria Mundi)

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Regisseur Hamdias plant in Frankreich den ultimativen Film über kriegerische Folter zu drehen, setzt seine Hauptdarstellerin Gaila psychisch und physisch unter Druck und gerät so auch rasch ins Visier staatlicher Institutionen. Als der radikale Filmemacher mit terroristischem Hintergrund eines Tages spurlos verschwindet hinterlässt er der ebenfalls verfolgt fühlenden Gaila Kassetten mit Instruktionen und diese beginnt weiter für sein unkonventionelles Projekt zu kämpfen. Dieses stößt jedoch aufgrund seiner herben Thematik und politisch fragwürden Botschaft überall auf Ablehnung und auch Gaila entwickelt zunehmend eine höchst ungesunde Obsession für das Werk des Mannes und dessen Inhalt, dass sie schließlich zu einer Verzweiflungstat treibt...

Nach dem kolumbianischen "Bloody Flesh" von Carlos Mayolo ist "In Hell" a.k.a. "Gloria Mundi" der nächste unkonventionelle Streifen, der versucht die Gräuel seiner Zeit auf künstlerische Weise zu verarbeiten. Im Falle von Nikos Papatakis geht es um den Algerienkrieg bzw. Folter und die Rolle von französischen Militärgeheimdiensten, die hier auf sehr drastische Weise in einem sehr radikalen und wütenden Film präsentiert werden. Papatakis schont weder Darsteller noch Zuschauer und vor allem Olga Karalatos ("Woodoo") musste für ihre Rolle augenscheinlich so einiges über sich ergehen lassen, was man eigentlich nicht so bringen sollte. "Gloria Mundi" ist dann auch kein Genre-Wohlfühlfilm für Zwischendurch, sondern ein wütendes und bisweilen auch schwer erträgliches Stück Film mit zeitgeschichtlichen Hintergrund, dass auch noch recht anstrengend erzählt ist. Trotzdem aufgrund seiner verstörenden Form und sehr radikalen Ansatz nicht uninteressant, auch wenn man als Zuseher schon etwas aushalten sollte.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mi 22. Jan 2014, 18:27
von jogiwan
The World's End

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Die schlechte Nachricht zuerst: "The World's End" ist leider imho der humortechnisch lahmste Streifen der Cornetto-Trilogie, in der sich die geschätzten Herrn Wright und Pegg doch etwas zu lange brauchen um das Fundament für ihre Gags in der zweiten Halbzeit zu legen und sich am Ende dann auch etwas verzetteln. Die gute Nachricht: "The World's End" ist immer noch ein sehr turbulenter Film über Freundschaft in Extremsituationen, Alien-Invasion und Apokalypse, der seine Geschichte und interessanten Charaktere den zahlreichen Action-Sequenzen und Effekten unterordnet. Schön auch der Soundtrack, der hier tatsächlich mit Suede, Pulp, Primal Scream, 808 State, Soup Dragons und den Sisters of Mercy, etc. dem Soundtrack meiner Jugend entspricht und teils auch ein sehr wichtiges Element der Handlung einnimmt. Neben popkulturellen Zitaten ohne Ende (bitte, bitte im englischen Original gucken!!!) ist es den Machern auch noch gelungen, nahezu das gesamte Ensemble aus Haupt- und Nebendarstellern, sowie Komparsen aus den Vorgängerfilmen samt Vorgängerserie "Spaced" zu engagieren, was den Fan ebenfalls freuen wird. Alles in allem ein zu effektlastiger Sci-Fi-Buddy-Streifen mit teils tiefsinnigen Beobachtungen und bitteren Wahrheiten, der nicht ganz so witzig wie erwartet, aber immer noch schwer unterhaltsam ist.

Latter Days

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*schnarch* aber dafür wenigstens mit Jacqueline Bisset!

Dagon

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H.P. Lovecraft und Stuart Gordon sind ja eigentlich immer eine gute Kombi und auch in "Dagon" macht der sympathische Regisseur eigentlich alles richtig. Die Story über einen Amerikaner, der in Spanien in einem mysteriösen Dorf einer fischigen Gottheit und der eigenen Vergangenheit auf die Spur kommt ist ja anfänglich recht flott inszeniert und bietet in der ungekürzten Fassung auch einen sehr herben Moment mit Francisco Rabal. Gänzlich gelungen ist "Dagon" aber leider nicht und Ezra Godden, der doch arg an den jungen Jeffrey Combs erinnert, wirkt in manchen Szenen aber doch arg überfordert, das Geheimnis des Dorfes zu offensichtlich und auch die Momente mit CGI sind nicht immer gelungen. Andererseits überrascht "Dagon" mit seiner gelungenen Atmosphäre und einem unerwarteten Ende, dass mir sehr gut gefallen hat. Guter Horrorstoff, den man vielleicht noch ein Spur besser hinbekommen hätte, aber auch so größtenteils überzeugt und Herr Gordon hat ja ohnehin bei mir ein Stein im Brett.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Do 23. Jan 2014, 13:59
von jogiwan
Tourist Trap

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Ich kann mich da den bisherigen Meinungen nur anschließen und bin ebenfalls durchaus von der kleinen Genre-Perle angetan: "Tourist Trap" ist wirklich ein netter kleiner Reisser im Spannungsfeld von übernatürlichen Prä-Slasher, Psychodrama und Puppenhorror, der zwar das Tempo nicht erfunden hat, aber fraglos doch ein paar gruselige Terror-Momente zu bieten hat. Zwar macht es David Schmöller (oder wars die deutsche Synchro) dem Zuschauer mit der Auflösung seiner ganzen Sause nicht sonderlich schwer, aber auch das ist angesichts der durchaus sympathischen Darsteller und gruseligen Puppen, die ausgiebig gezeigt werden, durchaus verzeihlich. Eigentlich ist der ganze Film recht originell und jedes Mal, wenn man glaubt, jetzt geht "Tourist Trap" die Puste aus, kommt irgendeine Wendung ins Spiel, die den Zuschauer bei Laune hält. Das Ende lässt einen ebenfalls erschaudern und eigentlich ist "Tourist Trap" dann auch genau mein Dingens!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Fr 24. Jan 2014, 22:00
von jogiwan
Der Kuß

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Die beiden in Afrika aufgewachsenen Schwestern Hillary und Felice werden in jungen Jahren getrennt und Felice von ihrer Tante mit einem Kuss bzw. einem mysteriösen Familienfluch belegt, der von Generation an Generation in der weiblichen Linie weitergegeben wird. Jahrzehnte später lebt Hillary mit ihrer Familie in den Staaten während Felice als erfolgreiches Model dem europäischen Jetset fröhnt. Am Tag der Konfirmation von Hillarys Tochter Amy bekommt diese einen Anruf von ihrer Schwester und fürchtet zu recht um das Wohl ihrer Tochter. Als sie wenig später bei einem mysteriösen Unfall stirbt und ist das jedoch erst der Auftakt einer ganzen Reihe von seltsamen Unfällen im Umfeld von Amy, die schon bald ahnt, dass ihre hübsche Tante Felice, die auch zunehmend das Vertrauen des Witwers erlangt, einen sehr unschönen Plan verfolgt...

Netter Mystery-Horrorstreifen über eine hübsche Dame mit dunklem Geheimnis und einem ominösen Fluch, der hierzulande für eine FSK16-Auswertung leider gekürzt wurde. Im Original bietet "The Kiss" ja durchaus ein paar böse Momente und überrascht mit sympathischen Darstellern, netten Creature-Design, sowie einer eigentlich recht flotter Inszenierung samt packendem Finale. Die Geschichte über den Familienfluch ist zwar nicht sonderlich innovativ und eher konventionell gestrickt, aber ansonsten wird hier eigentlich alles richtig gemacht. "Der Kuß" ist auch dafür verantwortlich, dass ich schon seit jungen Jahren Rolltreppen mit Respekt begegne und reiht sich auch mühelos in die kleine aber feine Gruppe der gelungenen und höher-budgetierten Horrorwerke seiner Entstehungszeit ein. Eine schöne Wiederentdeckung.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 25. Jan 2014, 09:59
von jogiwan
Aftershock

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Die Neuauflage altbewährter Katastrophenfilm-Rezepte im Torture-Porn-Zeitalter namens "Aftershock" ist eigentlich doch ein mittleres Ärgernis der Größe 5-6 nach Richterskala. Aber nicht weil der Film grundsätzlich schlecht ist, sondern weil der technisch durchaus sehr gelungen ist und für eine Low-Budget-Produktion überraschend sehr gut aussieht und dann inhaltlich leider zur Gänze absäuft. Die Geschichte eines Erdbebens um drei unsympathische Handy-Dauertelefonierer und Partymäuschen im Clubgeschehen von Chile zu stricken ist ja nicht gerade das Gelbe vom Ei und hat man die lahme erste halbe Stunde erst einmal überstanden gibt es ein Erdbeben, Panik, zerquetschte Körper und ausgebrochene Häftlinge, die sich natürlich ausgerechnet hinter der Truppe an verzweifelten Amerikanern und deren Party-Häschen hermacht.Irgendwie wirkt alles vollkommen an den Haaren herbeigezogen und für eine richtige Massenpanik in der Großstadt war wohl bei läppischen 2 Millionen US-Dollar Produktionskosten (!) auch kein Geld mehr da. Trotzdem alles keine Entschuldigung, dem Zuschauer eine derartige Ansammlung an altbekannten Klischees, hohlen Charakteren und inhaltlich unausgegorenen Ideen zu präsentieren, die auch nur dazu dienen, im Verlauf der 90 Minuten ein paar brutale Szenen zu zeigen, die einem jedoch gänzlich unberührt lassen.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mo 27. Jan 2014, 09:06
von jogiwan
Der Killer und der Kommissar

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Als der mehrfache Mörder Gassot in einer psychiatrischen Anstalt auf seinen geistigen Zustand untersucht werden soll, flüchtet der gewaltbereit Mann mit einem Trick und taucht mit der deutschen Prostituierten Gerda bei seinem Bruder unter. Der kurz vor der Pensionierung stehende Kommissar, der Gassot bereits einmal hinter Gitter brachte wird auf den Fall angesetzt und will den Killer mit alten Ermittlungsmethoden zur Strecke bringen, während sein Vorgesetzter mehr auf moderne Technik, als dessen Bauchgefühl und Kontakte zur Unterwelt vertrauen will. Trotzdem scheint Gassot der Polizei immer einen Schritt voraus und sein Weg von Paris nach Marsaille und wieder zurück ist mit weiteren Leichen gepflastert...

Eigentlich toll besetzte französisch-italienisch-deutsche Co-Produktion mit Jean Gabin als pragmatischer Kommissar, Fabio Testi als gewaltbereiter Killer und Uschi Glas als herzensgute Prostituierte und einem sehr jungen Gerard Depardieu. Leider kann die vorhersehbare und Höhepunkts-lose Story des Streifens da nicht mithalten und die Handlung von "Der Killer und der Kommissar" beschränkt sich in der (um Handlung gekürzten) deutschen Fassung auch nur darum dass die Polizei dem Killer auf der Spur ist und dieser meist in letzter Sekunde fliehen kann und wie althergebrachte Ermittlungsmethoden mit moderner Forensik und Profilertum kollidieren. Alles routiniert aber auch irgendwie lieblos in Szene gesetzt und solide gespielt, kann man sich das Teil als Fan derartiger Werke aber trotzdem gut ansehen auch wenn inhaltliche Überraschungen ausbleiben und die kürzlich erschienene DVD mit obigen Cover keine Offenbarung ist und den Streifen auch nicht in würdiger Qualität präsentiert.

Die Fliege

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jogiwan hat geschrieben:Ich mag halt kein Bodymelt! :x
Und daran hat sich bis heute auch nichts geändert. "Die Fliege" ist schon ein herbes Stück Sci-Fi-Horror-Schmodderkino, dass sich auch lange Zeit lässt, seine interessanten Charaktere einzuführen um den Zuschauer dann in der zweiten Hälfte auf eine ordentliche Achterbahnfahrt aus Schmodder, Ekel und Terror zu schicken. Statt den Zuschauer mit technischen Details zu langweilen fährt Cronenberg in der auf seine wichtigsten Elemente reduzierten Geschichte über die Transformation eines Wissenschaftlers zur Fliege ja die komplette FX-Palette auf und bietet grausige Dinge, die auch 27 Jahre nach Entstehung nichts von ihrem gorigen Kraft verloren haben. Dennoch ist "Die Fliege" aus bekannten Gründen kein Streifen, den ich mir zu oft ansehen könnte, auch wenn man hier zweifelsfrei von einem Klassiker des Genres sprechen kann.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 28. Jan 2014, 07:36
von jogiwan
Die Fliege II - Geburt einer neuen Generation

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Der zweite Teil von "Die Fliege" kann zwar nicht wirklich mit dem düsteren, ekligen und ersten Cronenberg-Teil mithalten und versucht es zum Glück auch gleich gar nicht. Zwar knüpft die Handlung an den ersten Teil an, doch statt die Abgründe des Menschen und der Wissenschaft näher zu beleuchten, wählt Effekt-Künstler Chris Walas den B-Movie-Weg und erinnert an zahlreiche andere und leicht angetrashte Forschungseinrichtungs-Horrorschocker seiner Entstehungszeit. Überflüssig zu erwähnen, dass diese dann auch genau mein Dingens sein und statt Ekel und Terror gibt es kurzweilige Mutationen und Verfolgungsjagden durch Hochsicherheitstrakte und sogar ein überraschend traurige Szene mit einem mutieren Hündchen. Nach dem etwas lahmen Start kommt "Die Fliege 2 - Geburt einer neuen Generation" jedenfalls überraschend gut in die Gänge und überzeugt nur gelungenes Creature-Design und Ekel-Effekte, die auch für Body-Melt-Verweigerer gut erträglich sind. Eric Stoltz macht seine Sache jedenfalls ganz gut und auch Daphne Zuniga sieht man auch immer wieder gerne. Alles in allem ein nettes kleines Filmchen mit Aufgenmerk auf Fliegenmonster-Action, dass entgegen anderslautender Stimmen für den Freund von B-Movies durchaus gelungen ist.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Fr 31. Jan 2014, 08:54
von jogiwan
The Wicker Tree

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Das Jahrzehnte später erfolgende Fortsetzungen zu Kultstreifen nicht immer optimal sind - davon weiß z.B. auch ein Dario Argento Bescheid und auch Robin Hardy scheitert mit seinem Quasi-Remake an den überragenden Qualitäten seines "Wicker Man", obwohl er sich redlich bemüht, dem Geist des Originals ein zeitgemäßes Update zu verpassen. Die Geschichte der bibelfesten und sangesfreudigen Amerikanerin, die samt Cowboy-Freund aus bekannten Gründen in ein schottisches Dorf gelockt wird ist ja von Haus aus irgendwie nur mäßig originell und krankt auch etwas daran, dass der aufgeschlossene Zuschauer ja schon weiß, wie der Hase läuft. Statt Folk-Songs gibts Gospel und Culture-Clash und wie schon bei "Wicker Man" werden Genre-Klippen mit komödiantischen Elementen und Musik dezent umschifft. Dennoch sieht wahre Begeisterung wohl anders aus und irgendwie könnte man den wütenden "Kill List" mit vergleichbarer Thematik sogar als das etwas bessere Remake sehen. "Wicker Tree" ist inklusive Christopher Lee-Kurzauftritt und einiger schöner Ideen schon okay, aber irgendwie auch nicht mehr.

The Unnamable

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Mit "The Unnamable" hat sich abgesehen vom Creature-Design leider wirklich niemand mit Ruhm bekleckert und die Vorlage von H.P. Lovecraft ist von Herrn Quellette wohl auch auf die langweiligste Art und Weise verfilmt worden. Der Inhalt des Films beschränkt sich ja auch im Grunde darauf, dass ein paar hoffnungsfrohe, junge Menschen aus unterschiedlichen Gründen in ein verfluchtes Haus gehen und dann von einem Monster durch die schier endlosen Gänge gestalkt und der Reihe nach ermordet werden. Alles furchtbar unknackig und unspannend in Szene gesetzt und auch die wenigen, aber dafür durchaus herben Gore-Momente reißen da nicht mehr viel heraus. Ich kann mich abgesehen von "The Happening" auch an keinen Streifen erinnern, in dem die Leutchen so derart oft in Ohnmacht fallen. Auch das Finale lädt dann nach gefühlten zwei Stunden eher zum Schmunzeln ein und unterm Strich ist "The Unnamable" dann wohl auch ein Streifen, der fast sein ganzes Potential irgendwie ungenutzt lässt und nicht zu den Glanzleistungen des Genres zählt.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 2. Feb 2014, 16:57
von jogiwan
Hotel

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Ein Remake von "Suspiria" konnte ich in Jessica Hausners "Hotel" zwar nicht erkennen, aber für mich sucht der Film - obwohl er sich teils seinen Mechanismen bedient - auch nicht unbedingt die Nähe zu irgendwelchen Genre- oder Exploitation-Werken. Ohne auch nur einen einzigen Blutstropfen zu zeigen oder Schreckmomente zu inszenieren, erzählt Hausner anhand eines nicht näher erläuterten Schicksals einer verschwundenen Rezeptionistin und deren Nachfolgerin eine Geschichte über emotionale Kälte, Gleichgültigkeit, Unsicherheit, sowie reale und irreale Bedrohungsszenarios in einem abgelegenen Hotel. Dabei ist der Streifen mit seinem kühlen Bildern und gewöhnungsbedürftigen Soundtrack aufgrund seiner nüchternen Bildsprache und seinen Darstellern durchaus funktional und lässt den Zuschauer immer wieder erschaudern. Das Ende wird den eingefleischten Genre-Fan zwar ebenfalls nicht zufriedenstellen und dennoch ist "Hotel" ein durchaus interessanter Film, den man sich als vielseitig aufgeschlossener Filmfan auch nicht entgehen lassen sollte.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mi 5. Feb 2014, 07:43
von jogiwan
Verfluchtes Amsterdam

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Temporeicher Thriller von Dick Maas ("Eine Familie zum Knutschen") über einen abgeklärten Ermittler auf der Jagd nach einem sadistischen Killer im Taucheranzug, der die Grachten von Amsterdam unsicher macht. Die blutig ins Szene gesetzten Morde und auch die finale Auflösung wirken dabei durchaus Giallo-esk und der Streifen bietet neben humoristischen Momenten auch noch jede Menge Action inklusive einer längeren Verfolgungsjagd mit Motorbooten, die gänzlich ohne CGI in Szene gesetzt wurden. Alles hübsch und kurzweilig in Szene gesetzt, punktet "Verfluchtes Amsterdam" auch mit sympathischen Darstellern, bösen Einfällen und jeder Menge Amsterdamer Schauplätze, die hier recht hübsch in Szene gesetzt werden. Bei meiner ersten Sichtung war ich zwar nicht ganz so begeistert, aber mittlerweile gefällt mir die bunte Mischung auch Thriller, Horror und Action doch sehr gut. Ik hou van de film!

Das Haus der Verfluchten

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Nach eher verhaltenen Stimmen zu "Das Haus der Verfluchten" hab ich mir von diesem Spät-Giallo nicht zu viel erwartet und wurde prompt eines besseren belehrt. " Inhaltlich überrascht Alberto De Martino jedenfalls mit der Tatsache, dass der Streifen nach der ersten halben Stunde sein Szenario irgendwie komplett über den Haufen wirft und auch im weiteren Verlauf die Überraschungen nicht ausbleiben. Das Mordkomplott wird jedenfalls rasch enttarnt und die Murder-Mystery geht dann in Richtung psychologisches Katz- und Mausspiel mit ungleichen Ausgangsbedingungen. Außerdem erinnert der Streifen von den Locations, Bildern und Musik sehr an "New York Ripper" und ein paar der Morde sind ebenfalls etwas herb ausgefallen. Abgesehen von dem Funktelefon und ein paar hässlichen 80er-Klamotten hätte "Das Haus der Verfluchten" auch 10 Jahre früher entstanden sein können. Der Streifen ist für mich jedenfalls eine schöne Überraschung und die englische und kurzfristig zurückgezogene Scheibe von Shameless bietet ein schönes Bild und tatsächlich eine deutsche Tonspur - mittlerweile dürfte es auch sicher sein, dass der Streifen aber auch hierzulande ausgewertet wird.