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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 15. Dez 2013, 15:22
von horror1966
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Apocalypse Now
(Apocalypse Now)
mit Marlon Brando, Martin Sheen, Robert Duvall, Frederic Forrest, Sam Bottoms, Laurence Fishburne, Albert Hall, Harrison Ford, Dennis Hopper, G.D. Spradlin, Jerry Ziesmer, Scott Glenn, Bo Byers, James Keane
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: John Milius / Francis Ford Coppola
Kamera: Vittorio Storaro
Musik: Carmine Coppola / Francis Ford Coppola
FSK 16
USA / 1979

Mitten im Wahnsinn des Vietnamkrieges erhält Captain Willard den Auftrag für eine waghalsige Mission: Er soll sich mit einer Hand voll Soldaten zum Lager des sadistischen Colonel Kurtz im kambodschanischen Dschungel durchschlagen. Der brutale Kurtz lässt sich nicht mehr von der Militärführung kontrollieren und richtet von seinem Hauptquatier aus ein unglaubliches Blutbad nach dem anderen an. Willard hat den ausdrücklichen Befehl, den Sadisten zu liquidieren. Auf ihrem Weg begegnet die Truppe dem sonderbaren Colonel Kilgore, der seine Hubschrauberpiloten ihre Attacken zu den Klängen der "Walküre" fliegen lässt. Je tiefer das amerikanische Boot in den Dschungel eindringt, desto blanker liegen die Nerven der Besatzung. Ihre Mission führt die fünf Soldaten geradewegs in die Abgründe der menschlichen Seele...


Francis Ford Coppola hat einem ja wirklich so manchen außergewöhnlich guten Film serviert und gerade sein "Apocalypse Now" wird von den meisten Leuten als absolutes Meisterwerk angesehen, das dem Zuschauer auf eine eher ungewöhnliche Weise die Schrecken des Vietnam-Krieges aufzeigt. Nun muss man diese Sichtweise definitiv akzeptieren, darf jedoch durchaus anderer Meinung sein, was bei der vorliegenden Geschichte meiner Meinung nach auf keinen Fall ein Wunder ist, denn die hier ins Bild gesetzten Ereignisse treffen doch längst nicht alle Geschmäcker. Zugegebenermaßen sollte man dem Werk eine gewisse Bildgewalt attestieren und das Szenario beinhaltet auch jede Menge philosophische Ansätze, die den Film in meinen Augen aber auch nicht gerade besser machen. Man sollte jedoch von der ersten Minute darauf eingestellt sein, das sich hier auf gar keinen Fall ein Kriegsfilm im üblichen Sinne offenbart, vielmehr erscheint es größtenteils so, als wenn Coppola das Gehirn des Zuschauers mit seinem bizarren Szenario irgendwie weich kochen will und streckenweise weiß man so gar nicht, was man mit den präsentierten Bildern denn nun anfangen soll. Der Wahnsinn des Krieges soll hier herausgestellt werden und ehrlich gesagt gelingt das sogar sehr gut. Nun sollte man aber auch zwischen der alten Kinoversion und der hier besprochenen Redux-Variante des Werkes unterscheiden, die immerhin fast 50 Minuten mehr Laufzeit beinhaltet. Beinhaltete die alte Version schon diverse Längen, so kann man sich ganz bestimmt gut vorstellen, das die 194 Minuten Variante größtenteils eine echte Quälerei ist. Ganz ehrlich gesagt kann ich persönlich mich weder mit dem kurzen noch mit dem längeren Szenario anfreunden, doch was sich einem in der hier besprochenen Fassung präsentiert, ist an Langeweile nur schwerlich zu überbieten.

Es mag ja durchaus in Ordnung sein, das viele Leute in diesem Film eine Genialität erkennen die sich anderen Leuten eventuell verschließt, doch auch die ganzen moralischen Anprangerungen und philosophischen Gedankenansätze können kaum darüber hinwegtäuschen, das man mit einer quälend lang erscheinenden Suche nach einem Mann konfrontiert wird, die lediglich einige skurril erscheinende Passagen als Höhepunkte beinhaltet, die man ehrlich gesagt noch nicht einmal für voll nehmen kann. Da werden mitten im Kugelhagel auf einmal Surfbretter ausgepackt und der Krieg wird zum Nebenschauplatz, was zwar sicherlich den Wahnsinn in den Vordergrund stellt, aber irgendwie so dermaßen unglaubwürdig erscheint, das man nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen kann. Dabei handelt es sich an dieser Stelle lediglich um ein exemplarisches Beispiel für jede Menge Nonsens, die dieses ach so hoch gelobte Meisterwerk beinhaltet. Wären da nicht die zugegebenermaßen teilweise wirklich beeindruckenden Bilder, dann könnte man sogar von einem echten Totalausfall sprechen, denn man sollte sich schon selbst in einer Art Drogenrausch befinden, um diesem unsäglichen Langeweiler etwas abgewinnen zu können. Manch einer mag mich nun als Kunstbanausen ansehen der nicht viel von echter Filmkunst versteht, doch ehrlich gesagt frage ich mich unentwegt, was den so eindrucksvoll und einzigartig an diesem Film sein soll, der meiner persönlichen Meinung nach stellenweise absolut unrealistisch erscheint und durch irgendwelche hochtrabenden Andeutungen als Kunstwerk verkleidet wird.

Geschlagene zweieinhalb Stunden begleitet man einige Männer auf einem Boot die den Auftrag haben einen ihrer Landsleute zu töten, wobei dann das Aufeinandertreffen der Hauptfiguren, das hier so sehnsüchtig erwartet wird nicht mehr als ein laues Lüftchen darstellt. Hatte man zuvor noch die Hoffnung gehegt, das "Apocalypse Now" zumindest mit einem furiosen Showdown aufwartet, so wird man gerade an diesem Punkt der Ereignisse am meisten enttäuscht. Zugegeben, reißerische Action hätte den Eindruck des bisherigen Ablaufes noch schlechter dastehen lassen und vollkommen unpassend gewirkt, doch insbesondere der Auftritt von Marlon Brando entpuppt sich als größte Schwachstelle eines Werkes, das weder Fisch noch Fleisch darstellt. Das ich mich mit meiner Sichtweise weit aus dem Fenster lehne ist klar, jedoch konnte mich das größtenteils bizarre Geschehen zu keiner Zeit fesseln und schon gar nicht begeistern, vielmehr präsentiert Coppola eine Geschichte, die zwar durchaus gute Ansätze beinhaltet, die aber durch die an etlichen Stellen künstlich wirkende Umsetzung fast schon lächerlich daher kommt. Die von vielen Leuten nur zu oft beschriebene Faszination dieses Filmes hat sich mir in keiner Phase erschlossen und so werde ich mich wohl niemals wirklich mit diesem komischen Werk anfreunden können, das aus unerfindlichen Gründen als Meisterwerk bezeichnet wird, was aber viel zu hoch gegriffen ist.

Nun sind die Geschmäcker aber Gott sei dank verschieden, doch "Apocalypse Now"hinterlässt neben einem weich gekochten Gehirn ansonsten lediglich Langeweile. Wer auf längere Bootsfahrten und durchgeknallte Charaktere steht wird sicherlich seine Freude haben, aber sonst beinhaltet die Geschichte eher herzlich wenig, was auch nur annähernd erwähnenswert wäre. Wenn man sich den Film denn überhaupt anschauen will sollte man allerdings definitiv zur kürzeren Variante greifen, in der die langatmigen Passagen sich noch in einem etwas überschaubaren Rahmen bewegen, die Langeweile aber dennoch oft genug zum Vorschein kommt. Sorry Mr. Coppola, aber diesen Drogen-Trip hätte man sich auch sparen können, denn bis auf die musikalisch ansprechende Eröffnungs-Sequenz (This is the End) konnte ich kaum nennenswerte Höhepunkte erkennen.


Fazit:


Der Wahnsinn steht in dieser Geschichte ganz eindeutig im Mittelpunkt, wobei sich einem aber oft genug die Frage stellt, worin dieser denn eigentlich besteht. Ist es der Schrecken des Krieges oder die unglaublich zermürbende-und langatmige Erzählweise einer Story, die zwar mit etlichen bekannten Darstellern gespickt ist aber keinesfalls die Genialität erkennen lässt, die manch einer in ihr sehen will.


4/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 16. Dez 2013, 14:32
von horror1966
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Schwarze Messe der Dämonen
(L'Anticristo)
mit Carla Gravina, Mel Ferrer, Arthur Kennedy, George Coulouris, Alida Valli, Mario Scaccia, Umberto Orsini, Anita Strindberg, Remo Girone, Ernesto Colli, Bruno Tocci, Beatrice De Bono, Vittorio Fanfoni, Luigi Antonio Guerra
Regie: Alberto De Martino
Drehbuch: Gianfranco Clerici / Alberto De Martino / Vincenzo Mannino
Kamera: Joe D'Amato
Musik: Ennio Morricone / Bruno Nicolai
ungeprüft
Italien / 1974

Nach einem von ihrem Vater verursachten Autounfall in ihrem 12. Lebensjahr, bei dem ihre Mutter starb, sitzt Ippolita im Rollstuhl, gelähmt und unglücklich - fernab von jeder Chance auf ein normales, aktives Leben. Die hochintelligente und sehr empfindsame Frau entwickelt jedoch nach einem Wachtraum seltsame Charakterzüge einer vom Teufel Besessenen und fängt an, ihre Umwelt zu terrorisieren. Sie versetzt diverses Mobiliar in den Schwebezustand, brüllt mit düsterer Männerstimme Obszönitäten und geifert ihre Familie zusammen. Offenbar gab es in der Familie schon einmal vor 400 Jahren den Fall einer Ippolita, die sich einer Dämonensekte verschrieb und sich mit dem Teufel paarte. Ein Priester macht sich schließlich an einen Exorzismus, doch der Horror fängt nun gerade erst an...


Nachdem nur ein Jahr zuvor William Friedkin's "Der Exorzist" erschien der übrigens immer noch einer der besten Horrorfilme aller Zeiten ist, präsentierte Alberto De Martino 1974 mit "Schwarze Messe der Dämonen" eine italienische Produktion, die sich ebenfalls der Thematik der Besessenheit widmete. Nun wird dieser Film von nicht wenigen Leuten als Rip Off des amerikanischen Vertreters bezeichnet und rein thematisch gesehen trifft das auch durchaus zu, doch die Geschichte lediglich als billige Imitation abzutun, würde ihr absolut nicht gerecht werden. Liegt hier doch eine eigenständige Story-Line vor, die zwar ganz bestimmt mehrere Ähnlichkeiten zu Friedkin's Werk aufweist, aber dennoch keinesfalls als Plagiat erscheint. Wie dem aber auch sein, im Prinzip stellt sich ausschließlich die Frage nach der Qualität des vorliegenden Filmes und diese kann sich allemal sehen lassen. Martino nimmt sich genügend Zeit, den Zuschauer ausführlich in das Geschehen einzuführen und legt sein Hauptaugenmerk dabei auf eine tiefer gehende Beleuchtung der Hauptfigur Ippolita, die von einer glänzend aufgelegten und sehr spielfreudigen Carla Gravina, die in meinen Augen eine absolut glänzende Performance an den Tag legt. Kommt dies schon in den ersten gut 60 Minuten zum Ausdruck, so verstärkt sich dieser Eindruck noch zusehends, als im letzten Drittel der Geschichte die Besessenheit der jungen Frau so richtig zum Ausbruch kommt.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Erzählweise der Abläufe eher recht bedächtig, man bekommt etliche Rückblenden in einen Teil von Ippolita's Familiengeschichte geboten und wird zusätzlich auch noch mit Bildern konfrontiert die sich um den tragischen Autounfall drehen, der für ihren Gesundheitszustand verantwortlich ist. Manch einem mag es in dieser Phase eventuell etwas am Tempo fehlen, doch benötigen die darauf folgenden Ereignisse sehr wohl diesen ruhigen, aber jederzeit äußerst intensiven Aufbau, damit das letzte Filmdrittel auch seine volle Kraft und Wucht entfalten kann. Und so erfährt das Ganze nach ziemlich genau einer Stunde dann nicht nur eine sehr ordentliche Temposteigerung, denn mit einem Schlag verdichtet sich auch die schon zuvor exzellente Atmosphäre zusehends und das unheilvolle Treiben hält den Zuschauer bis zur wirklich letzten Minute stetig bei Atem. Ganz besonders der Umschwung im Erzählstil und das damit verbundene höhere Tempo treffen einen dabei mit nicht geahnter Wucht, die durch die Veränderung im Wesen der Ippolita noch zusätzliche Schärfe erfährt. Auf einmal ist nämlich nichts mehr von der intelligenten, aber aufgrund ihrer Behinderung in sich gekehrten jungen Frau zu sehen. Der nun in ihr vorhandene Dämon übernimmt die Regie und nun kommen insbesondere die Anlehnungen an Friedkin's Werk sehr stark zum Ausdruck. Verbale Entgleisungen und übernatürliche Fähigkeiten prägen die Szenerie, die aber dennoch vollkommen anders erscheint als in "Der Exorzist". Die dabei verwendeten Effekte halten natürlich auf keinen Fall den heutigen Maßstäben stand sind aber dennoch sehr schön anzusehen und verleihen den Abläufen schon eine durchaus starke Faszination, die sich auch auf den Betrachter überträgt.

Für die Kameraarbeit zeichnete hier übrigens der allseits bekannte Joe D'Amato verantwortlich, der ja ansonsten vielmehr durch seine zumeist umstrittenen Filme von sich reden machte. Und der gute Joe erledigt seine Arbeit sehr gut, bekommt man doch teils eindrucksvolle Bilder und mehrere gelungene Kamerafahrten präsentiert, die die vorhandene Klasse dieses Werkes durchaus unterstreichen. Was mir persönlich jedoch am meisten zugesagt hat, ist die von Beginn an vorhandene Grundstimmung, das im letzten Drittel ausbrechende Unheil schon die ganze Zeit über ankündigt. Von der ersten Einstellung an wird man dabei mit einer kirchlichen Thematik konfrontiert und die dabei gezeigten Bilder versetzen einen sofort in die genau richtige Stimmung, um diese wunderbare italienische Produktion auch wirklich genießen zu können. Zwar kommt das Werk nicht ganz an das Meisterwerk "Der Exorzist" heran, das wohl im Bezug auf die vorhandene Thematik auf ewig unerreicht bleiben wird, doch meiner persönlichen Meinung nach siedelt sich "Schwarze Messe der Dämonen" gleich dahinter an und ist weitaus besser gelungen, als manche Kritik es eventuell vermuten lässt.

Vor allem im Vergleich mit heutigen Besessenheits-Filmen schneidet Martino's Film ganz hervorragend ab und bietet Spannung von der ersten bis zur letzten Minute. Dabei sollte man der Geschichte auch keinesfalls diverse Ähnlichkeiten zum Exorzisten zum Vorwurf machen, denn dieser Aspekt ändert überhaupt nichts daran, das hier ein in allen Belangen stimmiger und sehr gelungener Genre-Beitrag vorliegt, der vollends zu überzeugen weiß. Zudem beinhaltet das Szenario genügend Elemente um als eigenständiges Gesamtwerk daher zu kommen und die gut agierende Darsteller-Riege tut ihr Übriges, damit man zu einem erstklassigen Gesamteindruck gelangen sollte. Herausragend ist sicherlich Carla Gravina, denn ihre Darstellung der Besessenen ist schon ein absoluter Höhepunkt in einem Film, den sich kein Horror-Fan entgehen lassen sollte.


Fazit:


Eine tolle-und absolut faszinierende Geschichte, sehenswerte Effekte und in erster Linie eine grandiose Atmosphäre sind die hervorstechenden Merkmale dieses Werkes, das einen hohen Qualitäts-Standard an den Tag legt. Gerade im Vergleich mit etlichen in der heutigen Zeit eher lauwarm gestalteten Vertretern kann "Schwarze Messe der Dämonen" im Bereich der Besessenheits-Thematik massiv punkten und siedelt sich für mich persönlich gleich hinter dem Meisterwerk "Der Exorzist" an.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 18. Dez 2013, 15:27
von horror1966
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Bounty Killer
(Bounty Killer)
mit Matthew Marsden, Christian Pitre, Kristanna Loken, Barak Hardley, Abraham Benrubi, Gary Busey, Beverly D'Angelo, Kevin McNally, Alexa Vega, Jolene Andersen, Robbie Davis, Soon Hee Newbold
Regie: Henry Saine
Drehbuch: Jason Dodson / Colin Ebeling / Henry Saine
Kamera: David Conley
Musik: Greg Edmonson
keine Jugendfreigabe
USA / 2013

In der postapokalyptischen Zukunft ruhen die letzten Hoffnungen der kümmerlichen, nach Gerechtigkeit dürstenden Restmenschheit auf den Schultern einiger unerschrockener Kopfgeldjäger. Mary Death und der Drifter sind die besten ihrer Zunft und eigentlich ein eingespieltes Team. Nun aber ist der Drifter selbst auf die Fahndungsplakate geraten, ein Komplott, wie er behauptet, doch eine schwierige Situation für Mary Death. Als Mary sich mit dem Drifter solidarisiert, schickt ihnen die "Regierung" die geballte Killerelite hinterher.


Auch mit einem relativ geringem Budget kann man durchaus einen ordentlichen Film auf die Beine stellen und manchmal springt dabei sogar noch ein wenig mehr heraus. "Bounty Killer" von Henry Saine ist eines dieser Werke und nachdem schon 2011 der gleichnamige Kurzfilm erschien, war es wohl ganz eindeutig eine fantastische Entscheidung, das Ganze im Spielfilm-Format zu präsentieren. Obwohl sich die Inhaltsangabe der Geschichte recht gut liest geht man doch erst einmal ohne größere Erwartungen an einen Film heran, der auf der Vorderseite des deutschen DVD-Covers als "Hybrid zwischen Mad Max und Death Proof" bezeichnet wird. Auch wenn man solchen hochtrabenden Vergleichen eher skeptisch gegenüber steht muss man zugeben, das in diesem Fall definitiv nicht übertrieben wird, denn von der ersten Minute an offenbart sich dem Zuschauer ein herrlich durchgeknalltes Film-Vergnügen, das insbesondere Ähnlichkeiten zu "Mad Max 2" erkennen lässt. So hat Regisseur Henry Saine eine wirklich gelungene Endzeit-Atmosphäre eingefangen und auch genau die richtigen Figuren an den Start gebracht, die diesen Aspekt hervorragend zum tragen bringen. Es entwickelt sich eine Story-Line vollgepackt mit sehenswerter Action, jeder Menge Tempo und etlichen blutigen Passagen, die eine 18er Freigabe des Werkes durchaus rechtfertigen.

Zudem sind es die beiden Haupt-Charaktere Drifter (Matthew Marsden) und "Mary Death" (Christian Pitre), die dem temporeichen Geschehen ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken, wobei vor allem Pitre in ihrem sexy Outfit gleichzeitig für einen optischen Leckerbissen sorgt. Die Geschichte an sich ist zwar nicht sonderlich innovativ, beinhaltet sie doch in der Hauptsache die Thematik von Macht, Gier und der eigenen Bereicherung, wobei die Interessen einer bestimmten Gruppe immer über denen der restlichen Menschen steht. Es ist vielmehr die Umsetzung des Ganzen, die hier für extrem kurzweilige Unterhaltung sorgt und dabei auch diverse optische Glanzpunkte setzen kann. Der zu Beginn angeführte Vergleich mit den erwähnten Filmen trifft dabei durchaus den Nagel auf den Kopf, denn "Bounty Killer" ist in atmosphärischer Hinsicht und bei der Darstellung diverser Figuren (Gypsis) durchaus einem "Mad Max" ähnlich und erinnert im Bezug auf die coolen Dialoge und die vorhandene Action an Tarantino's "Death Proof", nur das es hier durchgehend weitaus mehr zur Sache geht. Man kann also ohne Weiteres von einem echt coolen Werk reden, das rein inhaltlich zwar keinen sonderlichen Nährwert hat, dafür jedoch umso unterhaltsamer in Szene gesetzt wurde.

Einige comicartige Einspielungen verleihen der Szenerie noch zusätzlich mehr Charme und ganz besonders die Herren der Schöpfung werden sich wohl hauptsächlich auf "Mary Death" konzentrieren, denn beim Anblick der äußerst heißen Kamp-Amazone fällt es gar nicht einmal so leicht, den Rest der Geschichte aufmerksam zu verfolgen. Es ist schon ein wunderbar durchgeknallter Film der einem hier präsentiert wird und einige eher negative Kritiken kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen. Man sollte doch von Beginn an wissen auf welche Art von Film man sich hier einlässt und in dieser Kategorie zählt "Bounty Killer" zum mit Abstand Bestem, was in der letzten Zeit erschienen ist. Da ist überhaupt nichts von verschenktem Potential oder gar von etwaigen Längen zu verspüren, die manch einer bemerkt haben will, denn Saine hat bei seinem zweiten Spielfilm nahezu alles richtig gemacht und so einen witzigen-und actionreichen Kracher an den Start gebracht, wie man es kaum für möglich gehalten hätte. Um die ganze Chose perfekt abzurunden, wurde das Szenario auch mit dem genau richtigen Score unterlegt, so das letztendlich im Prinzip keinerlei Wünsche offen bleiben.

Im Endeffekt kann man es halt nicht jedem recht machen, doch wer seine Freude an einem äußerst kurzweiligen Genre-Mix hat, der befindet sich hier an genau der richtigen Adresse. "Bounty Killer" bietet dabei definitiv keine Geschichte mit Tiefgang, sondern konzentriert sich vielmehr darauf dem Betrachter ein teilweise herrliches Action-Spektakel zu servieren, das zudem auch noch mit absolut sehenswerten Effekten ausgestattet ist. Schräger Humor und phasenweise wunderbar überzogene Passagen voller Blut und Härte sorgen für durchgehende Kurzweil, so das der geneigte Fan sowie auch der Liebhaber der etwas härteren Gangart jederzeit auf seine Kosten kommt und die vorliegende DVD ganz bestimmt nicht zum letzten Mal in den heimischen DVD-Player gelegt hat. Ich liebe ganz einfach diese überzogenen Szenarien in denen sämtliche Zutaten im Überfluss vorhanden sind und sich etliche Momente als extrem skurril darstellen. Wenn dann auch noch coole Dialoge und wirklich heiße Frauen am Start sind, vergehen knapp 90 Minuten wie im Flug und man ist am Ende sogar ein wenig betrübt darüber, das ein wahnsinniger Film-Spaß so schnell zu Ende gegangen ist.


Fazit:


Der Name Henry Saine war mir bisher eher unbekannt, doch wenn seine weiteren Regiearbeiten sich ebenso unterhaltsam gestalten sollten, dann wird man hoffentlich in nächster Zeit noch möglichst viel von diesem Mann hören, der mit vorliegendem Szenario jedenfalls definitiv dazu beigetragen hat, dem Zuschauer den Tag zu verschönern. Von meiner Seite aus kann ich also nur eine ganz dicke Empfehlung für dieses herrlich durchgeknallte Werk aussprechen.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 20. Dez 2013, 15:04
von horror1966
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The Seasoning House
(The Seasoning House)
mit Rosie Day, Sean Pertwee, Kevin Howarth, Anna Walton, Jemma Powell, Alec Utgoff, David Lemberg, Dominique Provost-Chalkley, Ryan Oliva, Laurence Saunders, Daniel Vivian, Abigail Hamilton, Tommie Grabiec
Regie: Paul Hyett
Drehbuch: Paul Hyett / Conal Palmer / Adrian Rigelsford
Kamera: Adam Etherington
Musik: Paul E. Francis
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2012

Auf dem vom Krieg zerrissenen Balkan steht das Seasoning House. Ein düsterer und seelenloser Ort, wo junge Mädchen prostituiert und verkauft werden. Zuhälter Viktor hält sich die junge taubstumme Angel als persönliche Sklavin. Unbemerkt von ihrem Peiniger, bewegt sie sich zwischen Hohlräumen in Wänden und Decken durch das Haus und schmiedet Pläne für ihre Flucht. Als ihre engste Freundin brutal getötet wird, erträgt sie ihr Schicksal nicht länger und schlägt mit aller Härte zurück.


Im Seasoning House werden die Monster manifestiert, wo sie zweifellos leben: in den Menschen" mellowdramatix.de


Schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne wird dem Zuschauer erschreckend klar, wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt, denn mit "The Seasoning House" hat Paul Hyett einen mehr als beeindruckenden Regie-Erstling präsentiert, der einem größtenteils das Blut in den Adern gefrieren lässt. In der Hauptsache behandelt der Film dabei die Thematik der Zwangsprostitution, wobei mir auf Anhieb keine andere filmische Umsetzung einfällt, die dieses Thema so absolut schonungs-und kompromisslos ins Bild gesetzt hat. Gleichzeitig wird man jedoch auch mit dem Bürgerkrieg auf dem Balkan konfrontiert, so das man sich ohne Weiteres denken kann, das sich im Endeffekt eine unglaublich schockierende Mixtur ergibt, die einem spürbar unter die Haut fährt. Nun kann man einigen Kritiken im Netz entnehmen, das nicht wenige Leute das dargestellte Geschehen als vollkommen unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen empfindet, wobei ich diese Einschätzung beim besten Willen nicht teilen kann. Vielmehr ist es Hyett meiner persönlichen Meinung nach absolut perfekt gelungen, ein in eine raue-und bösartige Grundstimmung verpacktes Szenario zu kreieren, in dem es phasenweise absolut gnadenlos und ohne jegliche Kompromisse zur Sache geht, was sich letztendlich auch auf den enthaltenen Härtegrad auswirkt.

Entfalten die Ereignisse schon einen unglaublichen psychischen Druck auf den Betrachter, so wird dieser durch etliche äußerst derbe-und blutige Einstellungen noch unterstützt, im Grunde genommen ist die gesamte Geschichte eine einzige Vergewaltigung der eigenen Seele, da es einfach unmöglich erscheint, sich der Grausamkeit der Abläufe zu entziehen. Das "Seasoning House" ist nämlich alles andere als ein schöner Ort, was sich schon durch die reine Optik des zerfallenen Gebäudes zu erkennen gibt. Man vermeint stellenweise viel eher, hier direkt in der Hölle angekommen zu sein, die von skrupellosen Mädchenhändlern regiert wird, die weder Mitleid noch Barmherzigkeit, sondern ausschließlich die eigene Bereicherung kennen. Von erstklassig agierenden Schauspielern dargestellt hinterlässt dieser Abschaum der Menschheit einen sehr glaubwürdigen Eindruck und man möchte diesen finsteren Typen keinesfalls allein begegnen. So kann man sich dann auch einen äußerst guten Eindruck davon machen, wie diese Männer erst auf die unschuldigen und jungen Mädchen wirken müssen, die ihnen hilflos ausgeliefert sind. In der Folge spielen sich dann Ereignisse ab auf die man eigentlich nicht näher eingehen möchte, denn die Intensität und Härte der Abläufe kann man wirklich erst richtig nachempfinden, wenn man diesen Film selbst gesehen hat. Manch einer mag dabei diverse Passagen als überzogen empfinden, doch für mich war es vielmehr ein tiefer Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele, wobei man sich im Prinzip kaum vorstellen kann, das die Mädchenhändler wie auch die Freier überhaupt so etwas besitzen.

Verschärft wird das Ganze dann noch einmal ganz erheblich, als eine Gruppe Soldaten unter der Führung von Goran in das siffige-und verdreckte Bordell kommen und die Qualität der Härte noch einmal eine zusätzliche Steigerung erfährt. Die stumme Angel kennt den Anführer der brutalen-und rücksichtslosen Miliz nämlich noch, war er doch schließlich für die Ermordung ihrer Mutter und unzähliger anderer Menschen verantwortlich, was einem zuvor schon in knallharten Bildern präsentiert wurde. Die von Beginn an schon ziemlich hoch angesiedelte Gewaltspirale erfährt nun eine weitere Steigerung und nun kommt man auch schließlich zu den Passagen des Filmes, die man eventuell wirklich als ein wenig unglaubwürdig bezeichnen könnte. Geht es dabei doch um die Flucht der jungen Angel vor den Männern die sie um jeden Preis in die Finger bekommen wollen, da sie im Bordell einen der ihren getötet hat. Für den Spannungsverlauf des Szenarios ist es bestimmt förderlich, das der Teenager seinen Jägern immer wieder entkommen kann, andererseits stellt man sich schon ganz unweigerlich die Frage, ob anscheinend perfekt ausgebildete Soldaten nicht dazu in der Lage sein müssten, ein kleines Mädchen einzufangen. Wie dem aber auch sei, die Abläufe beinhalten eine Menge an Tempo und sind jederzeit interessant ins Bild gesetzt worden, allerdings muss man auf keinen Fall ein Hellseher sein um zu erahnen, das alles auf einen finalen Showdown zwischen der jungen Angel und dem Psychopathen Goran hinausläuft. Diese Vorhersehbarkeit ist aber in meinen Augen keinesfalls negativ zu bewerten, da man bis zur letzten Minute selbst wie unter Strom steht und ganz automatisch mit dem jungen Mädchen mitfiebert. Den Peinigern hingegen wünscht man förmlich die Pest an den Hals und freut sich richtiggehend, das hier einige der Peiniger auf brutale Art und Weise ihr Leben aushauchen.


"The Seasoning House" ist wahrlich ein Film, der abseits jeglichen Mainstreams angesiedelt ist und auch ganz bestimmt nicht jeden Geschmack treffen wird. Zudem könnte ich mir sehr gut vorstellen, das insbesondere Frauen größte Schwierigkeiten haben dürften, sich diese Geschichte anzuschauen, doch selbst hartgesottene Männer dürften durchaus Probleme bei der Verarbeitung des Gesehenen bekommen. Der Spagat, hier den Balkankrieg und das Thema Zwangsprostitution unter einen Hut zu bringen, ist Paul Hyett absolut grandios gelungen und was einige andere als eher unglaubwürdig ansehen, kommt in meinen Augen unglaublich realistisch rüber. Dazu tragen auch die teils knallharten SFX bei, denn in den meisten Fällen hält die Kamera voll drauf, was dem Ganzen eine noch härtere Note verleiht, als sie von Haus aus schon gegeben ist. Die dreckige-und düstere Atmosphäre, der schmierige Schauplatz und die teils grandios agierenden Schauspieler sind die weiteren hervorstechenden Zutaten, um letztendlich eine Geschichte zu offenbaren, die keinesfalls spurlos am Betrachter vorüber geht. "The Seasoning House" hinterlässt definitiv einen nachhaltigen Eindruck und führt einem einmal mehr als eindrucksvoll vor Augen, das der Mensch selbst das größte Monster ist, das auf diesem Planeten lebt. In dieser Story tun sich nicht nur Abgründe auf denn der gesamte Film stellt einen einzigen Abgrund dar. Und ohne es eigentlich wirklich zu wollen wird man immer tiefer in ihn hinein gezogen und phasenweise selbst zu einem machtlosen Spielball des Geschehens, das einen in den Zustand der totalen Hilflosigkeit manövriert, so das man wie paralysiert und absolut ungläubig die Qualen verfolgt, die Menschen von anderen Menschen angetan werden.


Fazit:


Nach der Sichtung dieses beeindruckenden Filmes ist man ehrlich gesagt eine ganze Zeit lang nicht dazu in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen, da man zu nachhaltig unter dem verstörenden Eindruck dessen steht, das sich da eben auf dem Bildschirm abgespielt hat. Das eher offene Ende der Geschichte hinterlässt einen zusätzlich bitteren Beigeschmack und man beschäftigt sich noch immens lange mit einem Szenario, das man kaum härter-und kompromissloser hätte in Szene setzen können. Hyett hat mit seiner ersten Regiearbeit ein Werk geschaffen, über das man garantiert noch lange reden wird und das man nie wieder vergessen wird, wenn man es denn einmal gesehen hat.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 24. Dez 2013, 10:30
von horror1966
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Der Rattengott
(Izbavitelj)
mit Ivica Vidovic, Mirjana Majurec, Relja Basic, Fabijan Sovagovic, Ilija Ivezic, Branko Spoljar, Petar Dobric, Edo Perocevic, Ana Hercigonja, Zvonimir Ferencic, Boris Festini, Zdenka Trach, Mirko Boman
Regie: Krsto Papic
Drehbuch: Ivo Bresan / Krsto Papic / Zoran Tadic
Kamera: Ivica Rajkovic
Musik: Branislav Zivkovic
ungeprüft
Jugoslawien /1976

Nach dem Ersten Weltkrieg befindet sich die Welt in einer schweren Wirtschaftskrise. Ivan Gajski, der talentierte aber dennoch erfolglose Autor, verkauft auf dem Marktplatz seine letzten Bücher und lernt dort Sonja kennen, die hübsche Tochter des Professor Boskovic. Als Ivan seine Bleibe verliert sucht er als Nachtquartier die verlassene Zentralbank auf, in der sich nachts opulente Orgien der feinen Gesellschaft abspielen - so scheint es jedenfalls auf den ersten Blick. Was Ivan noch nicht weiß, die Gestalten erwecken nur den Anschein Menschen zu sein. Es sind Ratten, die die Welt untergraben und in den Abgrund stürzen wollen. Zusammen mit dem Professor versuchen sie die Invasion der Ratten aufzuhalten.


Das ehemalige Jugoslawien zählt nun nicht gerade zu den Ländern die für Horrorfilme bekannt sind. Umso schöner ist die Tatsache, das nun mit "Der Rattengott" endlich ein Werk auf DVD erschienen ist, das bisher lediglich in ganz wenigen Ländern auf VHS erhältlich war. Basierend auf der Novelle "Der Rattenfänger" von Alexander Grin erzählt Regisseur Krsto Papic eine wahrlich phantastische Geschichte über menschliche Ratten die nichts anderes im Sinn haben, als die Weltherrschaft zu übernehmen. Dabei lässt die Story durchaus Ähnlichkeiten zu Don Siegel's Klassiker "Die Dämonischen" erkennen, denn auch hier wird man mit äußerlich identischen Duplikaten von Menschen konfrontiert. Nun zeichnet sich das Werk zwar nicht unbedingt durch sonderlich viel Innovation aus und das Geschehen ist sogar in großen Teilen extrem vorhersehbar, doch mindert dieser Aspekt keinesfalls die Klasse eines Filmes, der in erster Linie von seiner erstklassigen Atmosphäre getragen wird. Diese ist nämlich durchgehend ziemlich düster gehalten und offenbart dem Zuschauer gleichzeitig ein Höchstmaß an Tristesse-und Trostlosigkeit, die allein schon durch die vorherrschende Wirtschaftskrise zum Ausdruck gebracht wird.

Gleichzeitig ist auch die Optik des Ganzen so gehalten, das einen ein starkes Gefühl der Beklemmung überfällt und wie ein bleierner Mantel auf die eigenen Schultern legt. Die Schauplätze erscheinen karg und kalt und diverse Lichtblicke in Form von Sonnenschein oder Ähnlichem sucht man vergebens. Dadurch erhält die Geschichte ihre ganz spezielle Grundstimmung die den Betrachter von der ersten Minute an in Beschlag nimmt und dabei eine fast schon deprimierende Wirkung hinterlässt. Diese Stimmung ist sicherlich als eine der ganz großen Stärken des Filmes anzusehen, der aber auch mit einer Darsteller-Riege aufwarten kann, die keinerlei Grund zur negativen Kritik bietet. Sämtliche Schauspieler liefern eine tolle Performance ab, wobei man Hauptdarsteller Ivica Vidovic dennoch besonders hervorheben sollte, der in der Rolle des Ivan Gajski eine beeindruckende-und absolut überzeugende Leistung abliefert. Diese beiden sehr positiven Aspekte der Geschichte trösten dann auch durchaus darüber hinweg, das sich durch die Vorhersehbarkeit der Ereignisse keine allzu große Spannung aufbaut, denn erfahrenen Genre-Fans wird es nicht sonderlich schwer fallen, die jeweiligen Abläufe vorher zu sehen. Mir persönlich hat das jedoch überhaupt nichts ausgemacht, denn "Der Rattengott" lebt nun einmal in erster Linie von seiner äußerst atmosphärischen Inszenierung und den guten Darstellern und hat in dieser Beziehung auch eine ganze Menge zu bieten.

Freunden des Tierhorrors hingegen wird nicht allzu viel geboten, denn bis auf einige eher kurze Momente hält sich die Geschichte bei diesem Aspekt eher vornehm zurück. Nur selten bekommt man die Kreuzungen aus Ratte und Mensch im Bild präsentiert und auch in Sachen Härte hält man sich sehr bedeckt. Aus heutiger Sicht erscheint deswegen auch vor allem die hohe Alterseinstufung wie ein mittelschwerer Witz, denn eine 16er Freigabe wäre an dieser Stelle mehr als ausreichend gewesen. Für den geneigten Gorehound erscheint dieses Werk also vollkommen ungeeignet, wobei Liebhaber der atmosphärischen Gruselkost umso mehr auf ihre Kosten kommen dürften. Für mich persönlich handelt es sich bei "Der Rattengott" um eine echte Perle des Genres und man kann es nur begrüßen, das dieser fantastische Film nun auch endlich auf DVD erschienen ist und zudem auch in einer wirklich guten Qualität vorliegt.

Krsto Papic hat hier einen Film geschaffen der ganz bestimmt nicht jeden Geschmack treffen wird. Gerade die jüngere Generation dürfte nur bedingt etwas mit dieser Geschichte anfangen können, in der Brutalität und unzählige SFX definitiv nicht vorhanden sind. Dafür präsentiert sich jedoch ein herrlich atmosphärischer Gruselfilm mit märchenhaften Zügen, der mit einer Lauflänge von gut 75 Minuten auch dafür Sorge trägt, das sich durchgehend unterhaltsame Filmkost offenbart, an der man seine helle Freude haben kann.


Fazit:


Es ist doch immer wieder erstaunlich auf welche echten Perlen man trifft, die einem bisher völlig unbekannt waren. "Der Rattengott" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie und dürfte insbesondere für Liebhaber der etwas ruhigeren Horrorkost einen Blick wert sein. Ein bisher eher unbekanntes Juwel des Genres das jede Menge Qualität beinhaltet, auch wenn die Geschichte durchaus vorhersehbar daher kommt.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 24. Dez 2013, 16:30
von horror1966
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96 Hours - Taken 2
(Taken 2)
mit Liam Neeson, Maggie Grace, Famke Janssen, Leland Orser, Jon Gries, D.B. Sweeney, Luke Grimes, Rade Serbedzija, Kevork Malikyan, Alain Figlarz, Frank Alvarez, Murat Tuncelli, Ali Yildirim, Ergun Kuyucu
Regie: Olivier Megaton
Drehbuch: Luc Besson / Robert Mark Kamen
Kamera: Romain Lacourbas
Musik: Nathaniel Méchaly
FSK 16
Frankreich / 2012

18 Monate nach der blutigen Befreiung seiner Tochter Kim aus den Händen albanischer Gangster nutzt Ex-CIA-Agent Mills einen Personenschutzauftrag in Istanbul für einen Kurzurlaub mit seiner Familie. Doch das Glück währt nicht lange. Männer, deren Söhnen Mills bei seiner Rettungsaktion das Leben nahm, wollen Mills mit Frau und Tochter nach Albanien entführen, um dort grausam Rache nehmen. Vorübergehend gerät Mills in Gefangenschaft, doch nun hilft ihm Kim, die Verfolger in ihre Schranken zu weisen.


Nach dem Erfolg von "96 Hours" war es nur eine Frage der Zeit bis dem Zuschauer eine Fortsetzung präsentiert werden würde. 2012 war es dann soweit und es handelt sich dabei um eine durchaus gelungene Fortsetzung, die nahtlos an die Vorkommnisse des ersten Teiles anknüpft. Zwar wechselte man den Regisseur, jedoch blieb das Drehbuch der Geschichte den altbewährten Händen von Luc Besson und Robert Mark Kamen überlassen, die allerdings keinesfalls so gute Arbeit geleistet haben wie im Vorgänger. Vom Prinzip her bekommt der Zuschauer eh nichts Neues geboten, nur das dieses Mal die gesamte Familie von Mills auf der Abschussliste der Albaner steht, ansonsten jedoch eröffnet sich ein fast schon identisches Szenario, so das in dieser Beziehung keinerlei Überraschungen zu erwarten sind. Es ist aber gar nicht einmal dieser Aspekt der negativ ausfällt, vielmehr sind es etliche ziemlich unglaubwürdige Passagen, die einem zumindest teilweise etwas sauer aufstoßen. Sicherlich, auch "96 Hours" war nicht unbedingt ein Feuerwerk logischer Abläufe, wobei man im ersten Teil aber höchstens diverse vollkommen überzogene Action-Einstellungen bemängeln konnte. Da dies aber in den Filmen der heutigen Zeit eher selbstverständlich erscheint und zudem auch in der Regel den reinen Unterhaltungswert enorm in die Höhe schießen lässt, nimmt man diverse Übertreibungen nur zu gern in Kauf und sieht in ihnen nicht selten sogar die Höhepunkte des modernen Action-Films.

In dieser Fortsetzung haben die Drehbuch-Autoren jedoch anscheinend ein wenig zu stark auf das Wohlwollen des Zuschauers gesetzt, präsentiert man diesem doch etliche Handlungsabläufe, die man beim besten Willen nicht für wirklich ernst nehmen kann. OK, Mills war bei der CIA und das der Haupt-Charakter als schier unverwundbarer Superheld hingestellt wird kann man sich getrost gefallen lassen, zudem Liam Neeson diese Rolle ja auch mit Bravour meistert und dabei auch noch extrem sympathisch erscheint. Hier aber zieht man nun auch die Tochter auf die gleiche Schiene, wobei ich mich insbesondere auf die Stellen der Story beziehe, in denen Mills aus der Gefangenschaft heraus seine Tochter anruft und ihr genaue Anweisungen für seine Befreiung übermittelt. Das Ganze ist zugegebenermaßen äußerst temporeich und auch spannend in Szene gesetzt, doch die daraufhin folgende Befreiungsaktion erscheint dermaßen an den Haaren herbeigezogen, das man an dieser Stelle noch nicht einmal den Unterhaltungswert des Filmes anführen kann, um die unglaubwürdige Inszenierung auch nur ansatzweise rechtfertigen zu können. Kurzweil, Tempo und Action sind ja im Grunde genommen eine wirklich tolle Sache und "Taken 2" beinhaltet all diese Zutaten im Überfluss, wenn die Geschichte dafür aber fast vollkommen in den Bereich der Fantasie abdriftet, dann ist das schon ein wenig bedenklich. An dieser Stelle wäre etwas weniger wohl eine ganze Menge mehr gewesen, denn viel zu dick aufgetragen ist die Unglaubwürdigkeit der Ereignisse in vorliegendem Fall doch ein ganz erhebliches Manko.

Dennoch sopllte man das Werk auch nicht schlechter machen als es in Wirklichkeit ist und der geneigte Action-Freak wird nach einer etwas drögen und gut 30 Minuten langen Einführung mit Action satt bedient, wobei die Geschehnisse sich mit zunehmender Laufzeit immer temporeicher gestalten. Selbstredend stellt sich während der gesamten Zeit nicht ein einziges Mal die Frage nach dem Ausgang des Szenarios, denn wer die Ein-Mann Todesschwadron Liam Neeson schon in Teil 1 begutachten durfte weiß ganz genau, das die bösen Buben letztendlich keinerlei Chance haben mit dem Leben davon zu kommen. Auch in dieser Beziehung verfolgt man also das identische Erfolgsrezept des Vorgängers und ganz ehrlich gesagt hatte man wohl auch kaum etwas Anderes erwartet. So präsentiert sich "Taken 2" also als sehr unterhaltsamer Actionkracher, in dem eine Ein-Mann Armee einmal mehr etlichen Albanern den Garaus macht und dabei im Prinzip nur ganz selten in echte Bedrängnis gerät. Die wenigen für den Haupt-Charakter selbst gefährlichen Situationen wurden so auch wohl nur aus einem einzigen Grund eingebaut, nämlich um zumindest den Hauch von ein wenig Glaubwürdigkeit zu versprühen, was jedoch letztendlich nur mäßig gelungen ist. Was bei "96 Hours" noch glänzend funktionierte, erscheint dieses Mal doch ein wenig abgedroschen und man kann deswegen auch nur noch einen Teil der Begeisterung für dieses Werk aufbringen, das qualitativ doch diverse Defizite erkennen lässt.

Alles in allem handelt es sich immer noch um einen absolut sehenswerten Actionfilm, den man aber keinesfalls nach der Glaubwürdigkeit seiner Abläufe bewerten sollte. Legt man hier nämlich den Maßstab der Logik an, dann rasselt der Film ziemlich gnadenlos durch. So sollte man sein Hauptaugenmerk dann auch besser auf das vorhandene Tempo und die sehr guten Action-Einlagen legen, auch wenn diese einmal mehr das Bild eines schier unüberwindlichen Helden präsentieren, der höchstwahrscheinlich auch durch eine Bombe nicht aufzuhalten wäre. Wer sich daran nicht sonderlich stört kann bei diesem Film nicht wirklich etwas falsch machen, wer jedoch lieber auf Logik und Glaubwürdigkeit setzt kann eine herbe Enttäuschung erleben. Innovation und überraschende Momente darf man keinesfalls erwarten, sondern vielmehr ein Szenario, das dem des Vorgängers an etlichen Stellen schon extrem verblüffend ähnelt, so das sich zwischendurch auch ohne Weiteres diverse Ermüdungserscheinungen einstellen könnten.


Fazit:


Ganz ehrlich gesagt hat mich diese Fortsetzung ein klein wenig enttäuscht, obwohl der Film im Prinzip genau die Dinge beinhaltet die man von ihm erwartet hat. Dennoch verstand es "96 Hours" um Längen besser zu unterhalten, was aber auch sicherlich in dem Aspekt begründet war, das man die jeweiligen Abläufe nicht so offensichtlich vorhersehen konnte wie in vorliegendem Fall.


6/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 25. Dez 2013, 12:44
von horror1966
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Shame the Devil
(Shame the Devil)
mit Simon Phillips, Juliette Bennett, Will de Meo, Bradford West, Doug Bradley, Kellie Shirley, Peter Woodward, Peter Barrett, Lucy Clements, Jack Murray, Martin Fisher, Leo Goodman, Thomas Worthington, Warwick Evans
Regie: Paul Tanter
Drehbuch: Paul Tanter
Kamera: Haider Zafar
Musik: keine Informationen
FSK 16
Großbritannien / 2013

In London und New York geschehen zeitgleich brutale Morde. Die Taten laufen stets nach dem gleichen Muster ab. Die Opfer werden gefesselt und an einen Lügendetektor angeschlossen. Wer die Wahrheit sagt überlebt, wer lügt wird auf teuflische Weise hingerichtet.Ist es ein Serienkiller, eine Sekte oder ein Pakt mit dem Teufel? Der Londoner Detektiv James Trent untersucht den Fall. Die Spur führt nach New York, wo sich sein früherer Kollege und seine Ex Freundin mit einer ähnlichen Mordserie befassen. Gemeinsam finden Sie heraus, dass zwischen ihnen und den Mordopfern eine Verbindung besteht. Die Zeit läuft ab und sie könnten die nächsten sein. Eine blutige Jagd beginnt ...


Ein actiongeladener Thriller mit einem hohen Blutzoll


Mit diesem Aufdruck auf der Rückseite des DVD-Covers werden natürlich wieder einmal Hoffnungen des Betrachters geschürt, die sich letztendlich nicht wirklich erfüllen. Dabei beginnt die Geschichte von Paul Tanter im Prinzip recht blutig und lässt dabei sogar Ähnlichkeiten zu einem Film wie "Saw" erkennen, um danach jedoch die kriminalistische Komponente des Werkes in den Vordergrund zu rücken. Blut, Härte und Action bekommt man eigentlich weniger geboten, aber dennoch entpuppt sich "Shame the Devil" als wirklich sehenswerter Thriller mit einer scheinbar religiösen Hintergrund-Thematik, der durchgehend äußerst interessante-und sehenswerte Genrekost anbietet. Natürlich wird es aber wieder unzählige Leute geben, die aufgrund der irreführenden Beschreibung ein temporeiches Spektakel erwarten und deswegen im Endeffekt eher enttäuscht sind, wenn man den Film jedoch einmal ganz unvoreingenommen und objektiv betrachtet, dann sollte man am Ende doch zu einem überdurchschnittlichen Gesamteindruck gelangen. Seine Spannung bezieht das Szenario selbstverständlich aus der Suche nach einem offenbar religiösen Psychophaten, der seine Opfer auf grausame Art und Weise um ihr Leben bringt. Doch was im ersten Moment wie eine geradlinige Story-Line erscheint, wartet doch im Laufe der Zeit und insbesondere am Ende mit diversen Wendungen auf, die dem Ganzen eine fast schon diabolische Note verleihen.

Im Mittelpunkt steht Detective Trent, der sich in London um den irren Serienkiller kümmern soll und dabei äußerst schnell selbst in den Fokus der Ermittlungen gerät, da ganz offensichtlich eine Beziehung zwischen ihm und den jeweiligen Opfern besteht. Von den Ermittlungen freigestellt wendet er sich an seine Ex-Freundin in New York, mit deren Hilfe er ein Profil des Killers erstellen will. Doch kaum im "Big Apple" angekommen beginnt auch dort das Töten und das Szenario schlägt eine Richtung ein, die das bis dahin stattfindende Geschehen in ein vollkommen anderes Licht rückt. Zugegebenermaßen ist "Shame the Devil" stellenweise extrem dialoglastig ausgefallen, doch sollte man fairerweise anmerken das dieser Aspekt keinesfalls die vorhandene Qualität des Filmes mindert, weshalb ich auch so einige negative Kritiken zu diesem Werk nicht so ganz nachvollziehen kann. Paul Tanter ist es nämlich definitiv gelungen, den Zuschauer mit einer lange Zeit undurchsichtigen Story zu konfrontieren, die in einigen Passagen auch kleinere Anleihen an David Fincher's Meisterwerk "Sieben" erkennen lässt. Allein thematisch gesehen ist hier ein konstant gezogener Spannungsbogen zu erwarten und die scheinbar religiösen Beweggründe des Mörders verleihen der ganzen Chose einen noch größeren Reiz.

Ob man sich mit dem irreführenden Cover der DVD, das dem Betrachter irgendwie übernatürliche-und mysteriöse Elemente suggeriert unbedingt einen Gefallen getan hat wage ich zu bezweifeln. Auch die verbale Andeutung von viel Blut und Action wird wird manch einen mit vollkommen falschen Erwartungen an die Geschichte heran gehen lassen, doch mich persönlich hat das ehrlich gesagt nicht sonderlich gestört. Das Ergebnis kann sich nämlich auch ohne diverse Brutalitäten und mit einer ruhigen Erzählweise durchaus sehen lassen und lässt zudem auch erst kurz vor dem Ende die ganzen Zusammenhänge erkennen, die zu der perfiden Mordserie geführt haben. Zudem ist hier eigentlich nichts so wie es im ersten Moment erscheinen mag, was mit dem eindrucksvollen-und wendungsreichen Finale eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden kann. Dennoch sollte man nicht verhehlen, das manch einer eventuell schon etwas früher auf die Lösung kommen könnte, denn genügend Indizien werden einem im Laufe der Zeit definitiv geliefert. Diese sind allerdings nicht so eindeutig, das man von der totalen Vorhersehbarkeit sprechen könnte, denn dafür wurde das Szenario zu sehr mit in die Irre führenden Spurenausgestattet. Auch die darstellerischen Leistungen der Akteure können sich sehen lassen, auch wenn man kein oscarreifes Schauspiel erwarten sollte. Etwas störend erscheinen lediglich die immer wieder eingestreuten und teils surreal erscheinenden Bildfragmente, die Paul Tanter in Form von kurzen Flashbacks eingebaut hat. Zwar beschäftigen diese sich generell mit dem Thema der Lügen, tragen jedoch letztendlich nicht wirklich etwas Erwähnenswertes zu der Geschichte bei, so das man sich diese Zutat durchaus hätte sparen können.

Teilweise kann ich die Enttäuschung einiger Leute sogar nachvollziehen, die aufgrund falscher Erwartungen an dieses Werk heran gegangen sind, doch objektiv gesehen bietet "Shame the Devil" auch ohne viel Blut und Action absolut sehenswerte Kost an, die einen durchgehend spannend-und sehr kurzweilig unterhält. Natürlich liegt dies wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters, doch mir persönlich hat diese britische Produktion äußerst gut gefallen. Ähnlichkeiten zu Filmen wie "Saw" und "Sieben" verleihen dem Szenario dabei noch eine zusätzliche Würze, so das man im Endeffekt von einem überzeugendem Gesamtpaket sprechen kann, das man sich auf jeden Fall einmal anschauen sollte.


Fazit:


"Shame the Devil" ist ganz bestimmt kein Meisterwerk, doch beinhaltet der Film weitaus mehr Klasse und Potential, als manche Kritik es eventuell erkennen lässt. Ich persönlich kann jedenfalls nur eine dicke Empfehlung aussprechen und bin mir ziemlich sicher, das ich mit meiner Meinung nicht unbedingt allein da stehe.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 25. Dez 2013, 12:46
von horror1966
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Tödliches Spiel - Would You Rather?
(Would You Rather?)
mit Brittany Snow, Jeffrey Combs, Jonny Coyne, Lawrence Gilliard Jr., Enver Gjokaj, Sasha Grey, John Heard, Charlie Hofheimer, Logan Miller, June Squibb, Eddie Steeples, Robin Taylor, Robb Wells
Regie: David Guy Levy
Drehbuch: Steffen Schlachtenhaufen
Kamera: Steven Capitano Calitri
Musik: Daniel Hunt / Barði Jóhannsson
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

"Would You Rather" ... ein im englischsprachigen Raum beliebtes Partyspiel, bei dem man zwischen zwei Optionen zu wählen hat. Die junge Iris (Brittany Snow, "Syrup") wird gebeten, an einer Variante des Spiels teilzunehmen. Falls sie gewinnt, winkt ihr die Übernahme der Kosten für die Behandlung ihres an Leukämie erkrankten Bruders Raleigh (Logan Miller, "Arthur und die Minimoys 2"). Das Angebot dazu bekommt sie von dem vermeintlichen Philanthropen Shepard Lambrick (Jeffrey Combs, "Der Re-Animator"). Doch der aristrokratische Gutmensch entpuppt sich als perverser Sadist. Denn seine Spielart von "Would You Rather" ist für die meisten der Teilnehmer tödlich. Das Schöne für ihn dabei: Er selber muss sich die Finger gar nicht schmutzig machen; das erledigen die Teilnehmer schon alleine...


Und wieder einmal bekommt der Zuschauer einen Film präsentiert, der einen mit den Grenzen der eigenen Moral und sehr zwiespältigen Eindrücken konfrontiert. Dabei beginnt die Geschichte von David Guy Levy vielmehr wie ein ruhig erzähltes Drama, bevor sich das Szenario immer mehr zu einem herrlich intensiven Terror-Filmchen entwickelt, in dem unverhohlener Sadismus und die Freude am Leid anderer Menschen im Mittelpunkt stehen. Verantwortlich dafür zeichnet der allseits beliebte "Re-Animator Jeffrey Combs, der hier 8 Menschen unter der Vorspielung falscher Tatsachen zu einer Art Wettbewerb einlädt, in dem der Sieger reich belohnt werden soll. Laut eigener Interpretation möchte er lediglich die Beteiligten an ihre eigenen Grenzen heran führen, doch relativ schnell wird dem Betrachter klar, das vielmehr die eigenen sadistischen Gelüste des Mannes befriedigt werden sollen, der sich am Leid der Beteiligten regelrecht ergötzt. Es entwickelt sich ein ziemlich perfides Spiel, in dem zugegebenermaßen sämtlichen Leuten immer eine Wahl gelassen wird, doch die Alternativen der Entscheidungsmöglichkeiten sind nicht gerade das, was einem die Wahl leichter gestaltet.

Und so entpuppt sich immer mehr ein brutales Folter-Szenario, das gar nicht einmal durch den visuellen Härtegrad unter die Haut geht, es entsteht viel eher ein immenser psychischer Druck, den man auch als Zuschauer förmlich spüren kann. Zwangsläufig stellt man sich während des Filmes immer wieder selbst die Frage, wie man in der gegebenen Situation handeln würde und das ist gar nicht einmal so leicht zu beantworten. So stellt David Guy Levy auch teilweise wirklich hervorragend die Veränderung der jeweiligen Charaktere in den Vordergrund, denn die zu Beginn noch vorhandenen moralischen Bedenken verflüchtigen sich immer mehr. Mit der Zeit müssen nämlich selbst die kühnsten Optimisten feststellen das man hier andere eliminieren muss, um sich zumindest die Option zu erhalten, eventuell lebend dieser Hölle zu entkommen. Nun ist "Tödliches Spiel" kein Film, der einen Spannungsbogen im üblichen Sinne erkennen lässt, denn die Ereignisse sind vorhersehbar und selbst der Sieger des sogenannten Spiels ist äußerst leicht auszumachen. Die Geschichte bezieht ihre eigentliche Stärke vielmehr aus der Situation an sich in der sich die Protagonisten befinden, denn die schier aussichtslose Lage lässt doch ein stark beklemmendes Gefühl entstehen, das den Betrachter wie eine zweite Haut ummantelt.

Erschwerend kommt auch noch der Aspekt hinzu, das einige der Figuren wirklich sehr sympathisch dargestellt werden, so das man nicht umhin kommt, das Geschehen auch emotional zu verfolgen. Große Überraschungsmomente sollte man allerdings nicht unbedingt erwarten, dafür wird man aber mit einem spielfreudigen Jeffrey Combs konfrontiert, der die Rolle des Sadisten nahezu perfekt ausfüllt. Auch der enthaltene Härtegrad kann sich durchaus sehen lassen, zwar handelt es sich keinesfalls um ein echtes SFX-Spektakel, doch selbst die zumeist nur stattfindende Andeutung von Brutalität reicht vollkommen aus, um einen mit einer gepflegten Gänsehaut zu überziehen. Wenn man dann am Ende der Meinung ist das die Ereignisse zumindest für eine Person gut ausgehen hat der Regisseur noch einmal einen kleinen, aber sehr fiesen Schlusspunkt gesetzt, der einen mit einem äußerst bitteren-und tragischen Nachgeschmack aus einer Geschichte entlässt, die insbesondere von der psychischen Komponente her ziemlich harten Stoff darstellt.

Letztendlich ist "Tödliches Spiel - Would You Rather?" sicherlich kein Film der das Rad des Genres neu erfindet, doch handelt es sich um einen teils makaberen Horror-Thriller, der etliche Elemente des Terrorfilmes enthält. Moralische Grundsätze werden durchgehend in Frage gestellt und der Kampf um das nackte Überleben steht ganz eindeutig im Vordergrund. So ergibt sich wieder einmal ein intensiver Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele den eigenen Überlebenswillen mehr als eindrucksvoll zum Ausdruck bringt. Andererseits offenbart sich gleichzeitig die sadistische Freude diverser Menschen am Leid anderer und dieser Aspekt wird von Jeffrey Combs nahezu perfekt in Szene gesetzt. So bekommt man also im Endeffekt eine nicht unbedingt innovative, dafür aber ungemein intensive Geschichte präsentiert, die einen auch im Nachhinein noch längere Zeit beschäftigt, bevor man wieder zur üblichen Tagesordnung übergehen kann.


Fazit:


Mit seiner zweiten Regiearbeit liefert David Guy Levy nichts ab, was man nicht schon einmal so oder in ähnlicher Form gesehen hätte. Dennoch kann man sich der grausamen Faszination der Abläufe nur schwerlich entziehen und verfolgt nahezu gebannt die Entscheidungen der handelnden Protagonisten. dabei schwebt immer unterschwellig die Frage mit wie man sich selbst in der gegebenen Situation verhalten würde, wobei die Antwort darauf im Prinzip nicht sonderlich schwer ist. Denn wer würde schon sein eigenes Leben aufs Spiel setzen um eine fremde Person vor dem Tod zu bewahren?


7,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mi 25. Dez 2013, 14:23
von horror1966
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Hexensabbat
(The Sentinel)
mit Chris Sarandon, Cristina Raines, Martin Balsam, John Carradine, José Ferrer, Ava Gardner, Arthur Kennedy, Burgess Meredith, Sylvia Miles, Deborah Raffin, Eli Wallach, Christopher Walken, Jerry Orbach, Beverly D'Angelo
Regie: Michael Winner
Drehbuch: Jeffrey Konvitz / Michael Winner
Kamera: Richard C. Kratina
Musik: Gil Melle
ungeprüft
USA / 1977

Das hübsche Fotomodell Alison zieht in ein altes viktorianischen Haus, in dem außer ihr nur ein blinder Priester lebt. Einige ihrer Mitbewohner entpuppen sich als merkwürdige Zeitgenossen und nach einigen beunruhigenden Vorkommnissen (sie kann nachts schlecht schlafen und wird wieder von Erinnerungen an ihren Selbstmordversuch geplagt) beschwert sich Alison bei ihrer Maklerin über die Nachbarschaft. Die Maklerin ist irritiert und behauptet, Alison sowie der alte, blinde Priester seien die einzigen Mieter in dem Haus. Wer zum Teufel sind dann diese ganzen anderen unheimlichen Leute, die offenbar Tür an Tür mit Alison leben? Gemeinsam mit ihrem Freund Michael versucht Alison hinter das Geheimnis des unheimlichen Hauses zu kommen.Wo sie die Hölle erwartet ...


Regisseur Michael Winner (Death Wish 3) hat mit "Hexensabbat" einen wahren Skandalfilm der 70er Jahre geschaffen, der gerade zur damaligen Zeit auch nicht unbedingt mit positiven Kritiken überschüttet wurde. Eher das Gegenteil war der Fall, wurde das Werk doch von etlichen Kritikern und Zuschauern als freches Plagiat von Filmen wie beispielsweise "Rosemary's Baby" oder auch "Der Exorzist" angesehen. Teilweise ist dieser Eindruck sogar nachzuvollziehen, denn diverse Ähnlichkeiten zu den genannten Werken sind unübersehbar und es wird mehr als offensichtlich, das man hier auf den Erfolgszug der Besessenheits-Thematik aufspringen wollte. Nun mag das Szenario aufgrund dieser Anlehnungen sicherlich nicht als Ausbund von Innovation gelten, doch wird hier definitiv eine sehr interessante- und auch spannende Geschichte erzählt, die den Zuschauer bis zur letzten Minute bei Atem hält. Einzig und allein der deutsche Titel "Hexensabbat" erscheint hier etwas irritierend, ist doch von einem solchen weit und breit nichts zu sehen, weshalb auch der Originaltitel "The Sentinel" (Der Wächter) weitaus treffender erscheint, wenn man am Ende des Filmes die ganzen Zusammenhänge des mysteriösen Treibens präsentiert bekommt. Bis dahin jedoch wird man mit einer eher ruhigen Story konfrontiert die in erster Linie von ihrer geheimnisvollen Grundstimmung und den erstklassigen Darstellern getragen wird. An dieser Stelle sind wir dann auch sofort bei einem der absoluten Höhepunkte, denn allein schon durch die versammelte Darsteller-Riege handelt es sich definitiv um ein Werk, das man sich unbedingt anschauen sollte.

Die Ansammlung bekannter Gesichter aus Altstars und damaligen Jungstars kann sich nun wirklich sehen lassen, auch wenn so mancher Star lediglich durch einen Kurzauftritt in Erscheinung tritt. Jeff Goldblum, Chris Sarandon, Christopher Walken oder auch Eli Wallach sind hier lediglich einige Beispiele für eine absolut hochkarätige Besetzung, wie man sie eher selten in einem Film präsentiert bekommt. Doch nicht nur in diesem Punkt weiß Michael Winner seine Geschichte mit einem Highlight zu versehen, denn ein weiteres verbirgt sich ganz bestimmt im furiosen Finale des Szenarios, das aber auch gleichzeitig zur damaligen Zeit einen riesigen Skandal auslöste. Als Hauptfigur Alison nämlich ihre endgültige Bestimmung erfährt wird sie von etlichen Dämonen und missgebildeten Menschen umringt, doch es präsentiert sich an dieser Stelle keine hervorragende Arbeit der Maskenbildner. Winner hat echte deformierte und missgebildete Menschen eingesetzt und dieser Aspekt dürfte nun wirklich nicht jeden Geschmack treffen. Wie dem aber auch sei und ganz egal wie man zu diesem Punkt stehen mag, der Schluss-Akkord der Story ist mehr als nur sehenswert und beinhaltet dabei auch einige recht blutige Effekte, die man zuvor im Prinzip vergebens gesucht hat. Umso intensiver und überraschender erscheint dann auch das Finale, da man ehrlich gesagt nicht mit einer solchen Steigerung rechnen konnte. Genau hier gibt sich aber meiner Meinung nach eines der prägendsten Merkmale von "The Sentinel" zu erkennen, denn von der ersten Minute an offenbart sich doch ein Geschehen, das man im Prinzip äußerst schwer vorsehen kann. Die ansonsten üblichen Strukturen scheinen in diversen recht unkonventionellen Passagen vollkommen außer Kraft gesetzt und Winner wartet immer wieder mit überraschenden Momenten auf, die im ersten Moment so gar keinen echten Sinn ergeben wollen. Erst als kurz vor dem Ende sämtliche Zusammenhängen offen gelegt sind, ergeben auch manche zuvor unstrukturiert erscheinende Momente in einem anderen Licht.

Die religiöse Hintergrund-Thematik ist auch in vorliegendem Fall ein zusätzlicher Anreiz, denn wer auf okkult angehauchte Szenarien mit einer grandiosen Atmosphäre steht, der wird hier ganz sicher fündig werden. Da stört es dann auch ehrlich gesagt nicht weiter, das eben die von vielen kritisierten Anlehnungen an diverse Klassiker vorhanden sind, denn letztendlich zählt doch einzig und allein das Endergebnis. Und dieses ist in meinen Augen absolut überzeugend, so das ich "Hexensabbat" auch durchaus zu den Klassikern des Genres zähle. Das Werk enthält sämtliche Zutaten für einen teils schaurig-schönen Horrorfilm der alten Schule, der selbstverständlich auch mit diversen Klischees behaftet ist, die an dieser Stelle jedoch auch keinesfalls fehlen dürfen. Der hervorstechende Cast, ein kontinuierlicher Spannungsaufbau und ein Showdown vom Feinsten garantieren allerbeste Unterhaltung, die nun auch endlich nach etlichen Jahren in einer deutschsprachigen-und offiziellen Veröffentlichung vorliegt. Diese besticht in erster Linie durch eine tolle Bildqualität und ist in einem schicken Mediabook erschienen, das man nur wärmstens empfehlen kann.


Fazit:


Auch wenn "Hexensabbat" einige Aspekte beinhaltet die sicherlich zur Diskussion anregen, so sollte man diesem herrlichen Klassiker definitiv eine Chance geben. Mich begeistert dieses Werk jedenfalls immer wieder aufs Neue und allein die Ansammlung von Stars ist immer wieder eine Sichtung wert. Winner hat meiner Meinung nach einen zeitlosen Film kreiert der zwar nicht unbedingt auf viele eigene Ideen setzt, aber letztendlich eine faszinierende Mischung aus altbekannten Zutaten bietet, die jederzeit begeistern kann.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 26. Dez 2013, 11:30
von horror1966
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Talk to the Dead
(Tôku tu za deddo)
mit Ayaka Komatsu, Kazuki Katô, Tomoko Mariya, Chihiro Ôtsuka, Tenma Sakai, Yuki Sakurai, Kyûsaku Shimada, Takamasa Suga
Regie: Norio Tsuruta
Drehbuch: Takashige Ichise / Midori Satô / Norio Tsuruta
Kamera: keine Information
Musik: keine Information
FSK 16
Hongkong / Japan / 2013

Yuri verlor ihren geliebten Vater schon in jungen Jahren und lebte fortan mit ihrer Mutter und ihrem Bruder. Aufgrund der hohen Schulden ist die kleine Familie gezwungen umzuziehen, und Yuri fängt an als Callgirl zu arbeiten. Als ihr Bruder eines Tages erkrankt und sie ihn unfreiwillig alleine zu Hause lassen muss, findet sie ihn nach der Arbeit tot in der Badewanne vor. Geplagt von Trauer und einem nie enden wollenden Schmerz, erhofft sie sich, dass die Gerüchte über eine mobile App stimmen und sie so Kontakt zu ihrem toten Bruder aufnehmen kann. Doch der Kontakt mit den Toten ist mit vielen Gefahren verbunden. Den Warnungen zum Trotz lädt sie sich diese App herunter, um ihrem Bruder sagen zu können, wie sehr sie es bereut, ihn im Stich gelassen zu haben. In der Zwischenzeit sterben um sie herum andere Nutzer dieser App…


Es gab einmal Zeiten, in denen einen asiatische Gruselfilme wirklich vom Hocker gerissen haben, doch nach Ansicht des vorliegenden "Talk to the Dead" scheinen diese nun wohl endgültig vorbei. Löste Hideo Nakata 1998 mit seinem Werk "Ring - Das Original" noch eine wahre Welle der Begeisterung aus, so ist diese mittlerweile gänzlich verflogen und man kann nur noch wenig Begeisterung für die japanischen Geistergeschichten aufbringen, die sich zudem auch noch alle sehr ähnlich sind. Regisseur Norio Tsuruta bedient sich außerdem in der hier erzählten Geschichte einer Thematik, die doch wirklich arg an den Haaren herbei gezogen erscheint, obwohl man es andererseits noch nicht mit einer App zu tun hatte, über die man mit den Toten kommunizieren konnte. So könnte man also an dem abwegigen Inhalt noch seine Freude haben, was jedoch an der vollkommen mangelhaften Umsetzung des Ganzen scheitert. So ist beispielsweise in den ersten 60 Minuten so gut wie nichts von der ansonsten üblichen Gruselstimmung zu verspüren, vielmehr gestaltet sich das Szenario wie ein persönliches Drama der Hauptfigur Yuri. Um jedoch zumindest in dieser Beziehung überzeugen zu können fehlt es an der nötigen Tiefe, denn die traumatischen Erfahrungen des Mädchens werden doch eher oberflächlich dargestellt.

Stattdessen präsentiert der Regisseur mehrere ziemlich belanglose Passagen, in denen die Ereignisse recht langatmig vor sich hin dümpeln, so das im Prinzip zu keiner Zeit diese dichte-und mysteriöse Atmosphäre aufkommen kann, die man doch an japanischen Gruselfilmen so sehr schätzt. Auch ab dem Zeitpunkt an dem die ominöse App endlich ins Spiel gebracht wird erfährt das Geschehen keine wirkliche Steigerung, denn die gesamten Abläufe des Werkes erscheinen lieblos dahin geklatscht und beinhalten keinerlei innovative Ansätze. Vielmehr drängt sich dem Betrachter immer wieder die Frage auf, ob die Macher überhaupt keine Lust auf diesen Film hatten, denn eher selten hat man ein Szenario präsentiert bekommen, in dem so wenig Inspiration zu erkennen ist wie in vorliegendem Fall. Man kann sich also denken, das "Talk to the Dead" keinerlei Höhepunkte beinhaltet, wobei dies meiner Meinung nach noch nicht einmal das größte Manko darstellt. Viel schlimmer erscheint nämlich der Aspekt, das die Chose in keiner Phase auch nur annähernd Spannung aufbauen kann, so das spätestens nach der Hälfte der Laufzeit die ersten Ermüdungserscheinungen beim Betrachter auftreten.

Im Normalfall versuche ich immer, einem Film etwas Positives abzugewinnen, doch in diesem Fall fällt das wirklich verdammt schwer. Denn selbst bei einer Laufzeit von gerade einmal knapp 80 Minuten herrscht hier eigentlich die gesamte Zeit über die absolute Langeweile vor. Selten hat man einen Horrorfilm aus Asien gesehen, der überhaupt keine Faszination entfachen kann und die Geduld des Betrachters so dermaßen malträtiert. Im Grunde genommen ist es schon fast eine Frechheit eine Geschichte zu servieren, die nicht nur ohne jegliche Innovation daher kommt, sondern auch noch regelrecht in ihrer Ereignislosigkeit untergeht. Hinzu kommt auch noch erschwerend das streckenweise schlimme Schauspiel der Akteure, die mit ihren mangelhaften Darstellungen aber genau die fehlende Qualität des gesamten Filmes wiedergeben und sich so nahtlos dem niedrigen Niveau anpassen.

Letztendlich zählt "Talk to the Dead" ganz eindeutig zu der Art von Filmen die wirklich keiner braucht. Die 80 Minuten die man investiert hat sind eindeutig vergeudete Lebenszeit, die man weitaus besser hätte verbringen können. Leider kann man so etwas erst im nachhinein beurteilen und so soll diese Kritik auch durchaus als Warnung verstanden werden. Man kann wirklich kaum ein gutes Haar an diesem langweiligen Szenario lassen, das nun absolut gar nichts enthält, was man irgendwie positiv erwähnen könnte. Lediglich der einsetzende Abspann lässt beim Zuschauer ein wenig Freude aufkommen, ist dieser doch das eindeutige Zeichen dafür, das die Qualen nun endlich ein Ende haben.


Fazit:


Für Menschen mit Schlafstörungen ist "Talk to the Dead" sicherlich zu empfehlen, allen anderen sei jedoch dringend empfohlen einen großen Bogen um dieses obskure Machwerk zu machen. Eine schwache Story, keinerlei Höhepunkte und überhaupt keine spannenden Momente sind nicht unbedingt eine Empfehlung wert, so das man sich eine Sichtung des Filmes definitiv verkneifen sollte.


2/10