Seite 110 von 146

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 6. Dez 2013, 13:20
von horror1966
Bild




The Purge - Die Säuberung
(The Purge)
mit Ethan Hawke, Lena Headey, Max Burkholder, Adelaide Kane, Edwin Hodge, Rhys Wakefield, Tony Oller, Arija Bareikis, Tom Yi, Chris Mulkey, Tisha French, Dana Bunch, Peter Gvozdas, John Weselcouch, Alicia Vela-Bailey
Regie: James DeMonaco
Drehbuch: James DeMonaco
Kamera: Jacques Jouffret
Musik: Nathan Whitehead
FSK 16
Frankreich / USA / 2013

Einmal im Jahr ist jedes Verbrechen erlaubt und es gibt nur ein Ziel: überlebe diese Nacht! Die Kriminalität in Amerika lässt sich nicht mehr eindämmen und die Gefängnisse sind überfüllt. Um die Lage in den Griff zu bekommen, etabliert der Staat den sogenannten Purge-Day, das heißt, er gewährt jedes Jahr eine zwölfstündige Generalamnestie: In dieser Zeitspanne bleiben alle illegalen Aktivitäten straffrei, Mord eingeschlossen. Die Polizei kommt niemandem zu Hilfe. Alle Krankenhäuser werden geschlossen. Eine Nacht lang bestimmen die Bürger ihre eigenen Regeln, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Der alljährliche Purge-Day steht kurz bevor und das heißt Hochbetrieb für James Sandine, einem Spezialist für Sicherheitssysteme. Denn um der ausbrechenden Anarchie zu entfliehen, verbarrikadiert sich jeder, der es sich leisten kann, mit Hilfe modernster, Technik in seinen eigenen vier Wänden. Es gilt 12 Stunden unbeschadet zu überstehen, so auch für James, seine Frau Mary und ihre beiden Kinder. Alles scheint sicher zu sein, bis plötzlich ein um Hilfe rufender Fremder vor ihrem Haus auftaucht. Als dieser Unterschlupf in deren Haus findet, gerät die bedrohliche Situation außer Kontrolle. Eine Kettenreaktion schrecklicher Ereignisse, die das Leben von Familie Sandine für immer verändern wird…


Und wieder einmal wird man mit einer Hollywood Produktion konfrontiert, die den Zuschauer mit einem recht zwiespältigen Gefühl zurücklässt. Die dem Film zu Grunde liegende Idee ist dabei sicherlich mehr als interessant, vielmehr ist es die streckenweise schlechte Umsetzung der Abläufe, die beim Zuschauer einen eher negativen Eindruck hinterlässt. Dabei hätte man aus dem vorliegendem Szenario weitaus mehr herausholen können, liegen doch prinzipiell sämtliche Zutaten vor, um das Werk von James DeMonaco zu einer düsteren Zukunftsvision eines Home Invasion Thrillers zu machen, der letztendlich aber leider an der mangelnden Logik scheitert, die an etlichen Stellen des Filmes äußerst stark zum Ausdruck kommt. Das ist besonders schade, beginnt die Geschichte doch wirklich gut und baut dabei auch eine ganze Menge Spannung auf. Gleichzeitig offenbart sich auch eine sehr makabere Note, die allein schon in der Thematik an sich zu erkennen ist. Die Selbstverständlichkeit, mit der die jährliche Säuberung dabei von den Menschen akzeptiert wird lässt sogar extrem moralische Bedenken erkennen und man ist als Betrachter durchaus dazu bereit, sich mit dem leicht futuristischen Ambiente der Story auseinander zu setzen.

Nach einer gewissen Zeit verlieren die Ereignisse jedoch sehr viel von der zu Beginn vorhandenen Kraft, was insbesondere in der Vorhersehbarkeit des Geschehens begründet ist. Es fällt nämlich nicht wirklich schwer die folgenden Passagen zu erahnen, doch am schlimmsten erscheinen dabei die nun in einer erschreckenden Vielzahl auftretende Logiklöcher, so das sich die gesamte Szenerie zu einem doch eher hanebüchenen Werk entwickelt, das man nur noch teilweise mit dem nötigen Ernst betrachten kann. Ist am Beginn noch eine Menge Zynismus vorhanden, so sorgen die Verhaltensweisen der Akteure doch zunehmend dafür, das man sich aufkommende Lachanfälle nur schwerlich verkneifen kann. Dennoch beinhaltet das Geschehen eigentlich durchgehend eine bitter-böse Note, nur hätte James DeMonaco diese vielmehr in den Vordergrund stellen müssen, anstatt mit hanebüchenen Handlungen daher zu kommen, die wirklich jenseits jeglicher Logik angesiedelt sind. "The Purge - Die Säuberung" hätte ohne Weiteres eine wirklich düstere-und beklemmende Zukunftsvision werden können, verbaut sich jedoch selbst diesen Status, indem man den Zuschauer mit aberwitzigen Passagen konfrontiert, die streckenweise jeden Rahmen sprengen.

Kein Wunder also, das die zu Beginn aufkommende Spannung immer mehr in sich zusammenfällt und aus einer zynischen Gesellschaftskritik immer mehr ein eher lächerliches Szenario wird, das seinen Höhepunkt im letzten Drittel des Filmes erreicht. Sicherlich als makabere Spitze gedacht präsentiert sich nun nämlich ein Abschnitt, der extrem aufgesetzt und vollkommen überzogen erscheint. Zudem gestalten sich die hier folgenden Ereignisse sehr in die Länge gezogen und was wohl als gelungene Pointe gedacht war, verkommt vielmehr zu einem absolut an den Haaren herbeigezogenen Schlusspunkt, der den zwiespältigen Gesamteindruck des Werkes noch einmal zusätzlich untermalt. Und trotz all dieser äußerst offensichtlichen Mankos kann "The Purge" dennoch zumindest kurzweilig unterhalten, denn allein von der Grund-Thematik geht doch eine gewisse Faszination aus, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Nur die phasenweise katastrophale Umsetzung des Ganzen mindert den Sehgenuss natürlich ganz erheblich, so das sich im Endeffekt keinesfalls der nachhaltige Eindruck ergibt, den der Regisseur sicherlich hinterlassen wollte. Was als Vision der näheren Zukunft gedacht war, nimmt teilweise die Züge einer grotesken Komödie an und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das dies auch so beabsichtigt war, denn eigentlich sollte der Film doch aufgrund der Thematik viel eher schocken.

In einem gewissen Sinne tut er das dann doch noch, auch wenn der größte Schock sicherlich durch die mangelnde Umsetzung der Abläufe entsteht. Und so mutiert der Film dann auch zu einer weiteren Hochglanz-Produktion, aus der man vielmehr hätte herausholen können. DeMonaco hat hier wirklich eine riesige Chance vergeben aus vorhandenem Potential das Optimale mehr zu machen als eine Geschichte, in der es vor hanebüchenen Abläufen nur so wimmelt. Zudem überzeugen auch die Akteure nicht sonderlich überzeugend, so das man mit eher mittelmäßigem Schauspiel konfrontiert wird, das den eher durchschnittlichen Gesamteindruck nur noch mehr untermalt. Im Grunde genommen bin ich dann auch ein wenig enttäuscht, denn ich hatte mich doch sehr auf einen extrem düsteren-und bedrohlichen Film eingestellt, der sich dann aber durch zu viele Fehler selbst seine ganze Kraft nimmt und im Endeffekt nicht den erwünschten Eindruck hinterlässt.


Fazit:


Hier liegt einmal mehr ein tolles Beispiel dafür vor, wie man einen Film mit einer interessanten Idee ziemlich versauen kann. Vorhandenes Potential und etliche gute Ansätze verlaufen größtenteils im Sand, so das man letztendlich nur eine bedingte Empfehlung für diesen Film aussprechen kann. Für zwischendurch zwar durchaus für eine Sichtung geeignet, entfacht "The Purge" jedoch keinesfalls den beklemmenden Eindruck, den man sich höchstwahrscheinlich erhofft hatte.


5,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Sa 7. Dez 2013, 18:23
von horror1966
Bild




Nostradamus
(Nostradamus)
mit Tchéky Karyo, F. Murray Abraham, Rutger Hauer, Amanda Plummer, Julia Ormond, Assumpta Serna, Anthony Higgins, Diana Quick, Michael Gough, Maia Morgenstern, Magdalena Ritter, Bruce Myers
Regie: Roger Christian
Drehbuch: Piers Ashworth / Roger Christian / Knut Boeser
Kamera: Denis Crossan
Musik: Barrington Pheloung
FSK 12
Deutschland / Frankreich / Großbritannien / Rumänien / 1994

Europa im 16. Jahrhundert. Schon als Kind von Alpträumen und Visionen geplagt, beginnt Nostradamus 19jährig das Studium der Medizin, legt sich sogleich mit seinen Lehrern an und bezweifelt deren Kompetenz. Rasch steigt er wegen seiner Heilerfoge zum namhaften Pestarzt auf - sehr zum Missfallen der Kirche, die hinter Nostradamus Methoden Ketzerei vermutet. Unter der Anleitung des Gelehrten Scalinger betreibt er heimlich wissenschaftliche, "gotteslästerliche" Studien und begibt sich dadurch in höchste Lebensgefahr. Denn die Inquisitoren lauern überall.


Es ist schon recht erstaunlich das es zur Figur des Nostradamus eigentlich relativ wenige filmische Werke gibt, die sich mit dem Leben und den Prophezeiungen des Propheten befassen. Dieser 1994 erschienene Film von Roger Christian präsentiert dem Zuschauer einen guten Einblick in das Leben eines Mannes der in einer Zeit lebte, in der die Pest in Europa unzählige Menschenleben forderte und die heilige Inquisition die Macht der Kirche in den Vordergrund rückte. Nun handelt es sich bei vorliegendem Werk sicherlich nicht um eine Geschichte mit spektakulären Effekten und auch großartige Action sollte man keinesfalls erwarten, doch rein informatorisch bekommt man wirklich interessante Dinge geboten, die eine Sichtung allemal lohnenswert erscheinen lassen.

Mit Tchéky Karyo hat man meiner Meinung nach die ideale Besetzung für die Hauptrolle gefunden, denn das dargebotene Schauspiel des Mannes erscheint absolut überzeugend und sehr authentisch. Ganz generell sind aber sämtliche Rollen äußerst gut besetzt, was auf jeden Fall den glaubwürdigen Anstrich des Filmes unterstreicht. Umso erstaunter musste ich feststellen, das dieses filmische Werk doch eher schlechte Kritiken nach sich zieht, was ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen kann. Sicher, der Stoff mag ein wenig trocken erscheinen und legt sein Hauptaugenmerk auch erst in der zweiten Filmhälfte auf die Visionen des Propheten, wohingegen sich der erste Teil der Geschichte mehr mit der Bekämpfung der Pest beschäftigt, doch insgesamt gesehen ergibt sich doch ein mehr als stimmiger Gesamteindruck einer Geschichte, die insbesondere von den Informationen her eine Menge Interessantes bietet.

Zudem ist das Ganze auch mit einer äußerst dichten Grundstimmung versehen, das Mittelalter wird dem Zuschauer hart-und teilweise trostlos präsentiert, so das man sich sehr gut vorstellen kann, wie es damals zugegangen sein muss. Zugleich wird auch der Aspekt sehr gut beleuchtet, wie sehr Nostradamus selbst unter den grausamen Visionen leidet die ihn immer wieder heimsuchen, denn die furchtbaren Bilder zukünftiger Katastrophen machen dem Mann sichtlich zu schaffen. Nun mag man zu diesen Dingen stehen wie man will, doch Roger Christian ist es durchaus gut gelungen, die Qualen eines Mannes ins Bild zu setzen der mit einer Gabe ausgestattet wurde, die man gleichzeitig auch als Fluch ansehen kann. Es ist der erstklassigen Mimik von Tchéky Karyo zu verdanken, das der Betrachter auch die Intensität verspürt, die durch die Visionen bei Nostradamus ausgelöst wird.

Insgesamt gesehen handelt es sich hier sicherlich um keinen Film, der großartige Action oder spektakuläre Effekte beinhaltet, vielmehr präsentiert sich ein eher nüchternes Szenario, das aber jederzeit interessant und spannend erscheint. Erstmalig in der Langfassung ist der Film nun in der Cinema Treasure Reihe von Ascot Elite erschienen und dürfte in meinen Augen eine absolute Empfehlung an all jene darstellen, die einmal einen Einblick in das Leben des Nostradamus wagen wollen.


Fazit:


"Nostradamus" ist kein Werk für Action-Junkies und auch die Liebhaber von Effekt-Gewittern werden nicht auf ihre Kosten kommen. Dafür bietet die Geschichte einen interessanten Einblick in das Leben eines Mannes, der unglaubliche Dinge vorausgesagt hat, von denen auch etliche eingetroffen sind. Ein glänzender Hauptdarsteller und eine insgesamt sehr gut agierende Darsteller-Riege vermitteln einen glaubhaften Eindruck einer Zeit, die ein düsteres Kapitel der Menschheit darstellt.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 8. Dez 2013, 19:33
von horror1966
Bild






Das Haus an der Friedhofmauer
(Quella villa accanto al cimitero)
mit Catriona MacColl, Paolo Malco, Ania Pieroni, Giovanni Frezza, Silvia Collatina, Dagmar Lassander, Giovanni De Nava, Daniela Doria, Gianpaolo Saccarola, Carlo De Mejo, John Olson, Elmer Johnsson
Regie: Lucio Fulci
Drehbuch: Elisa Briganti, Lucio Fulci
Kamera: Sergio Salvati
Musik: Walter Rizzati
ungeprüft
Italien / 1981

Norman, ein junger Historiker, ist mit seiner Frau Lucy und seinem kleinen Sohn Bob von New York nach Neu-England umgezogen, um dort gewisse Forschungen weiter zu führen. Sein Vorgänger (Peterson) hatte Selbstmord begangen. Norman mietet ein Haus, welches ihm die Agentin Laura Gittelson vermittelt. Seit dem Tode Petersons, der vorher dort wohnte, steht das Haus in einem schlechten Ruf. Nicht zuletzt auch, weil vor über hundert Jahren ein gewisser Dr. Freundenstein darin lebte und wirklich unheimliche Dinge geschehen: Bob wiederholt täglich, daß er ein kleines Mädchen, genannt May, kenne und sich mit ihr treffe - aber niemand hat dieses Mädchen je gesehen. Lucy findet in einem Raum des Grauens einen Sarg und unerklärliche Geräusche kommen aus dem Keller.


Der Name Lucio Fulci erinnert einen nicht nur an empfehlenswerte Filme, hat der gute Mann zu Lebzeiten doch auch genügend schlechte Werke unter seiner Regie entstehen lassen. Vor allem im Bereich des Horrorfilmes findet man bei genauerem Hinsehen so manche Graupe, doch vorliegender "Das Haus an der Friedhofmauer" ist sicherlich nicht in diese Kategorie einzuordnen. Fulci hat hier eine äußerst gelungene Mixtur aus Grusel-und Splatter kreiert, wobei ausnahmsweise einmal nicht seine ansonsten berüchtigten derben SFX im Vordergrund stehen. Zwar gibt es auch in vorliegender Geschichte mehrere Szenen zu begutachten die über einen durchaus ansehnlichen Härtegrad verfügen, doch sind diese recht gut über das gesamte Szenario verteilt und kommen zudem auch nicht in der Häufigkeit vor, wie man sie aus anderen Werken des Regisseurs gewohnt ist. Stattdessen konzentriert sich das Szenario hier vielmehr auf etliche mysteriöse Momente, die dem Ganzen insgesamt gesehen auch eine sehr unheilvolle-und geheimnisvolle Note verleihen.

So lässt die Geschichte phasenweise Ähnlichkeiten des Haunted House Horrors erkennen und entpuppt sich gleichzeitig als Zombiefilm mit übernatürlichem Anstrich, was die dadurch entstehende Kombination umso interessanter erscheinen lässt. Wenn es überhaupt etwas an diesem Film zu bemängeln gibt dann ist es sicherlich der Aspekt, das die ganze Chose stellenweise nicht wirklich durchdacht daher kommt und so eine Menge Logiklöcher an den Tag legt. Für manch einen mag hier ein Grund für durchaus angebrachte Kritik vorliegen, doch wenn man einmal ganz ehrlich ist, überwiegen die positiven Elemente doch ganz deutlich, so das man die oft mangelnde Logik ohne Weiteres wohlwollend übersehen kann. Die absolute Stärke hingegen ergibt sich wohl eindeutig durch die vorhandene Grundstimmung, denn das gesamte Szenario wird von einer Atmosphäre getragen, die an Dichte-und Bedrohlichkeit nur schwerlich zu überbieten ist. So achtet man meiner Meinung nach auf weniger auf die jederzeit sehenswerten Effekte, sondern lässt sich vielmehr in den Sog der morbiden Geschehnisse hineinziehen, die eine unglaublich faszinierende Wirkung auf den Betrachter ausüben.

Geht man noch einmal etwas intensiver auf den Punkt der mangelnden Logik in den Abläufen ein so muss man sicherlich feststellen, das "Das Haus an der Friedhofmauer" längst nicht der einzige Horrorfilm des Regisseurs ist, in dem dieses Phänomen auftritt. Auch in Werken wie "Über dem Jenseits" oder "Ein Zombie hing am Glockenseil" sind durchaus Passagen vertreten, die eine gewisse Drehbuchschwäche an den Tag legen und dabei fast schon eklatante Defizite offenbaren. Andererseits zählt Fulci wohl eindeutig zu den Filmemachern, die diese Mankos durch andere Stimittel des Horrorfilms nahezu fantastisch kaschieren konnten. So fallen einem die fehlenden Zusammenhänge zumeist erst im nachhinein auf, da alle der genannten Werke durch herausragende andere Zutaten davon ablenken können. Dabei ist es vollkommen egal, ob man sich als Zuschauer an den derben SFX ergötzen kann, oder sich von der zumeist fast schon hypnotischen Atmosphäre gefangen nehmen lässt, auf jeden Fall bemerkt man die fehlende Logik während der Sichtung der Filme eher selten. Nicht anders verhält es sich in vorliegendem Fall und obwohl hier aus rein filmischer Sicht bestimmt kein fehlerfreies Meisterwerk vorliegt kann man gar nicht anders, als einen dennoch überragenden Gesamteindruck zu gewinnen. Natürlich kommt es dabei auch immer auf die eigenen Erwartungen an, doch wenn man sich nicht gerade als Logik-Fanatiker outet, dann sollte man an dieser italienischen Produktion seine helle Freude haben.

Letztendlich zählt "Quella villa accanto al cimitero" wie der Film im Original heißt für mich persönlich zu den atmosphärischsten Horrorfilmen überhaupt und bietet dabei eine für Lucio Fulci fast schon ungewöhnliche Mixtur. Ein wenig Haunted House Horror, diverse Splatter-Passagen, ein Stück Zombie und etliche übernatürliche Elemente ergeben dabei ein Gesamtwerk, das im Laufe der Zeit rein gar nichts von seiner hypnotischen Faszination eingebüßte hat. Auch über 30 Jahren nach seinem Erscheinen zieht einen die Geschichte immer wieder in ihren ominösen Bann und sorgt für ein durchgehend extrem spannendes Filmerlebnis. Manch einer wird das natürlich anders sehen und dem Werk aufgrund der teils fehlenden Logik einige Punkte abziehen, was aber für mich selbst absolut ungerechtfertigt erscheint. Horrorfilme sollte man nämlich nicht unbedingt nach ihrer Schlüssigkeit bewerten, denn ansonsten würde so mancher hochgelobte Klassiker in einem ganz anderen Licht gesehen werden.


Fazit:


In atmosphärischer Hinsicht handelt es sich hier um eine echte Granate, die einem in so mancher Einstellung eine gehörige Gänsehaut verpasst. Und auch wenn Fulci seiner Geschichte hier nicht die Vielzahl an derben Szenen beigefügt hat wie man es ansonsten gewohnt ist, so dürften auch die enthaltenen Passagen selbst für den geneigten Gorehound durchaus sehenswert erscheinen. Letztendlich handelt es sich aber auf jeden Fall um einen mehr als gelungenen italienischen Horror-Flick den man sich immer wieder gern ansieht.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 8. Dez 2013, 23:09
von horror1966
Bild




The Lords of Salem
(The Lords of Salem)
mit Sheri Moon Zombie, Bruce Davison, Jeff Daniel Phillips, Judy Geeson, Meg Foster, Patricia Quinn, Ken Foree, Dee Wallace, Maria Conchita Alonso, Richard Fancy, Andrew Prine, Michael Berryman
Regie: Rob Zombie
Drehbuch: Rob Zombie
Kamera: Brandon Trost
Musik: Griffin Boice / John 5
FSK 16
Großbritannien / Kanada / USA / 2012

Radiomoderatorin Heidi aus Boston hat harte Drogenzeiten hinter sich und befindet sich gerade auf dem Weg der Rekonvaleszenz, als ihr in der Rockshow eine Schallplatte im Holzcover auf den Schreibtisch schneit. Die stammt von einer unbekannten Band namens Lords of Salem, hört sich seltsam und hat ungeahnte Folgen sowohl für Heidi als auch für so manche andere Frau, die der Radioübertragung lauscht. Fortan wird Heidi von dämonischen Visionen verfolgt, die alle viel zu tun haben mit den berühmten Hexen von Salem.


Rob Zombie hat sich eigentlich immer dadurch ausgezeichnet, das er den unter seiner Regie entstandenen Filmen seine ganz eigene Note verliehen hat, so das sie sich definitiv von anderen Werken abheben. Vor allem kam dies sehr positiv bei seinem Erstling "Haus der 1000 Leichen" sowie dessen Nachfolger "The Devil's Rejects" zum Ausdruck, präsentierten sich doch zwei abgefahrene Filme mit durchgeknallten Charakteren und Geschichten, die in Fan-Kreisen mittlerweile längst Kultstatus erreicht haben. Nach der Sichtung von "The Lords of Salem" muss sich der Zuschauer nun aber so langsam die Frage stellen, ob Zombie mittlerweile seinen Biss verloren hat, oder seinen neueren Werken ganz einfach nur mehr entlocken will, als sie letztendlich beinhalten? Schon mit seinem "Halloween II" wagte er den Spagat zwischen einem Horrorfilm und einer visuellen Achterbahnfahrt, die den Betrachter phasenweise in einen regelrechten Drogenrausch versetzte und dabei so dermaßen wirre Bilder präsentierte, das die Legende Michael Myers regelrecht demontiert wurde. Rechnete man zur damaligen Zeit noch mit einem einmaligen Ausrutscher, so bekommt man mit vorliegender Geschichte den praktischen Gegenbeweis geliefert, denn "The Lords of Salem" versucht ebenso durch visuelle Stärke zu punkten, die sich letztendlich aber eher als streckenweise verwirrender Bilderrausch offenbart, an dem man nur streckenweise seine Freude haben kann.

Das mag eventuell auch daran liegen, das der gute Rob hier im Prinzip eine vollkommen ausgedünnte Rahmenhandlung präsentiert, die rein inhaltlich sicherlich auf einem halben Bierdeckel zusammengefasst werden kann. Um die eklatanten Schwächen des Drehbuches zu kaschieren wurden dann halt kurzerhand einige visuelle Farbtupfer gesetzt, die zumindest in einigen Phasen recht nett anzusehen sind. Um das Ganze noch ein wenig aufzupäppeln bekommt der Zuschauer dann auch noch die gewohnte Zombie-Mixtur eines musikalischen Overkills serviert und fertig ist "The Lords of Salem". Doch ganz so einfach kann man sich die Sache dann doch nicht machen, beinhaltet die Geschichte doch dennoch einige starke Ansätze, die aber letztendlich allesamt im Sande verlaufen. Daran ändert auch eine bemüht agierende Sheri Moon Zombie nichts, die natürlich selbstredend in der Hauptrolle zu sehen ist. Die Ermüdungserscheinungen ihres holden Gatten scheinen jedoch auch auf sie abgefärbt zu haben, denn die immer noch nett anzusehende Blondine hat schon weitaus bessere Leistungen abgeliefert als es hier der Fall ist. Andererseits passt ihre müde wirkende Performance aber nahezu perfekt in das Gesamtbild dieses Filmes, denn das größte Defizit ist sicherlich darin zu erkennen, das im Prinzip über die ganze Laufzeit nicht wirklich etwas passiert.

Denkt man dabei zu Beginn noch an eine ruhig-und bedächtig daher kommende Einführungsphase, so muss man mit der Zeit immer mehr feststellen, das sich diese über die gesamten gut 90 Minuten Spielzeit hinzieht, so das der Film zu keiner Zeit wirklich auf Touren kommt. Nun muss man bei einer Geschichte mit der vorliegenden Thematik sicherlich keinen Action-Kracher im Horror-Gewand erwarten und ehrlich gesagt ist man auch keinesfalls von blutigen oder reißerisch umgesetzten Szenen ausgegangen, doch "The Lords of Salem" erstirbt streckenweise in der totalen Ereignislosigkeit und kann zudem als Highlight-befreite Zone bezeichnet werden. Wenn man denn so will ist einer der Höhepunkte darin zu erkennen, wie der gute Bruce Davison mit einer Bratpfanne erschlagen wird, was auch gleichzeitig die einzige Härte in einem Szenario darstellt, das ansonsten viel eher den Anschein eines weichgespülten Versuches darstellt, die Hexen-Thematik ins Bild zu setzen. Im Großen und Ganzen hat die Geschichte eine schon fast einschläfernde Wirkung, was komischerweise von nicht gerade wenigen Leuten als hypnotische Faszination deklariert wird. Wären da nicht die manchmal auftretenden visuellen Farbtupfer in der Erzählung zu erkennen, würde man höchstwahrscheinlich spätestens nach der hälfte des Werkes sanft dahin schlummern, um am nächsten Tag ausgeruht und entspannt wieder aufzuwachen und sich daran zu erfreuen, das man sich diese langweilige Chose nicht bis zum Ende angesehen hat. Meine Worte mögen ziemlich hart klingen und die Filme von Rob Zombie eigneten sich schon immer bestens dafür die Meinungen zu spalten, doch bei diesem mauen Filmchen fragt man sich nach der Sichtung ganz ehrlich, was man da eben eigentlich gut 90 Minuten gesehen hat.

Entweder war es ein eher misslungener Versuch eines Horrorfilmes mit Hexen-Thematik, oder aber der gute Rob hat vor dem Dreh der Geschichte ganz eindeutig die falschen Drogen eingeworfen, wobei die Wahrheit wohl wie immer in der Mitte liegt. Positiv wäre dann aber doch noch zu erwähnen, das man zumindest einige altbekannte Gesichter zu sehen bekommt, denn mit Dee Wallace, Ken Foree oder auch Bruce Davison ist ein recht guter Cast vertreten, der den eher unterdurchschnittlichen Eindruck des Gesamtwerkes aber auch nicht sonderlich aufwerten kann. Bisher habe ich eigentlich immer sehr viel von Herrn Zombie gehalten, der nun aber mit "Halloween II" und nun auch "The Lords of Salem" zwei aufeinander folgende Filme präsentiert hat, die er sich auch gut und gern hätte verkneifen können. Es bleibt durchaus zu wünschen, das der Regisseur wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt und sich auf seine eigentlichen Stärken besinnt, die momentan jedoch irgendwie abhanden gekommen sind. So ist diese ominöse Filmchen leider nur sehr bedingt zu empfehlen, wobei es sicherlich genügend Leute geben wird, die diesem langweiligen Szenario nicht zu erkennende Stärken abgewinnen können.


Fazit:


Was hatte ich mich auf das neueste Werk von Rob gefreut, um dann letztendlich die nächste bittere Enttäuschung zu erleben. Eine extrem dünne Geschichte, eine streckenweise grausam langweilige Umsetzung und eine müde agierende Sheri Moon Zombie sind nicht gerade die Atribute um diesem Werk eine Empfehlung auszusprechen. Zumindest bekommt man aber an einigen Stellen recht kraftvolle Bilder serviert, wobei sich der visuelle Gesamteindruck des Szenarios aber in die Richtung eines schlechten Drogen-Trips entwickelt.


4/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 10. Dez 2013, 18:42
von horror1966
Bild




The Walking Dead (Staffel 3)
(The Walking Dead)
mit Andrew Lincoln, Sarah Wayne Callies, Laurie Holden, Jeffrey DeMunn, Steven Yeun, Chandler Riggs, IronE Singleton, Norman Reedus, Lauren Cohan, Scott Wilson, Jane McNeill, Madison Lintz, uvm.
Regie: Guy Ferland / Bill Gierhart u.a.
Drehbuch: Charlie Adlard / Tony Moore u.a.
Kamera: David Boyd / Rohn Schmidt
Musik: Bear McCreary
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Im Amerika nach der Zombieapokalypse kämpft eine bunt zusammen gewürfelte und auch schon mehrfach aufgesplitterte Gruppe Versprengter unter der nicht immer weisen Ägide des Ex-Sheriffs Rick weiterhin unverdrossen täglich aufs neue ums nackte Überleben. Während ein Teil der Gruppe ein Gefängnis entdeckt, säubert und zur vorläufigen Festung ausbaut, stoßen andere auf eine befestigte Stadt mit allerhand Komfort, in der jedoch ein unberechenbarer Gewalttäter genannt der Gouverneur das große Wort führt.


"The Walking Dead" entwickelt sich immer mehr zu einer der beliebtesten und besten TV-Serien, wobei sich dies sicherlich längst nicht mehr nur auf das Horror-Genre bezieht. In der hier vorgestellten dritten Staffel muss die kleiner gewordene Gruppe um Rick eine ganze Menge Schicksalsschläge und derbe Verluste hinnehmen, so das sich der Zuschauer auch von einigen Haupt-Charakteren verabschieden muss um aber gleichzeitig auch viele neue Gesichter präsentiert zu bekommen. Manch einem mag das ein Dorn im Auge sein und sicherlich ist es für eingefleischte Fans wirklich nicht leicht, wenn man sich von einigen der lieb gewonnenen Figuren verabschieden muss, doch für die Weiterentwicklung des Formates ist dies nun einmal unabdingbar. Ansonsten würde nämlich Stagnation eintreten und ehrlich gesagt wäre es auch keinesfalls nachvollziehbar, wenn die ständige Flucht vor den Untoten ohne Verluste abgehen würde und insbesondere in dieser Beziehung sollte der geneigte Fan sich auf Einiges einstellen, was ihm im ersten Moment vielleicht nicht so ganz in den Kram passt. Die starke Fluktuation der einzelnen Charaktere ist absolut notwendig, um auch immer wieder frisches Blut in die Serie einfließen zu lassen und die Macher haben sich gerade in dieser Staffel eine ganze Menge einfallen lassen, um einen mit extrem abwechslungsreicher Kost zu versorgen. Haben einen dabei die beiden vorangegangenen Staffeln schon sehr stark in ihren Bann gezogen, so wird dieser Aspekt meiner persönlichen Meinung nach noch einmal gesteigert. Von der ersten bis zur letzten Episode bekommt man einmal mehr diese absolut grandiose Endzeitstimmung vermittelt und ist sofort wieder mittendrin im Geschehen, das sich dieses Mal so dermaßen hat-und brutal präsentiert wie nie zuvor.

Konnte man zuvor eventuell noch über zu viele Dialoge und zu wenig Zombie-Action mäkeln, so dürften hier auch die Freunde der richtig derben Gangart durchgehend auf ihre Kosten kommen. Die Mischung erscheint noch weitaus gelungener und man kann an etlichen Stellen verspüren, das die Serie noch einmal einen ziemlich großen Schritt auf der Entwicklungsstufe gemacht hat. Damit meine ich keinesfalls den enthaltenen Härtegrad, denn den empfand ich auch vorher schon als vollkommen ausreichend, vielmehr ist es die persönliche Entfaltung einiger Stamm-Figuren, die bisher doch eher ein Schattendasein gefristet haben um nun umso mehr in den Fokus zu geraten. Das tut dem Format insgesamt gesehen äußerst gut und das Szenario ist nicht mehr so sehr auf Anführer Rick zugeschnitten, der in den vorangegangenen Staffeln doch manchmal schon fast eine bedrückende Omnipräsenz inne hatte. Das Geschehen ist nun viel mehr auf etliche Schultern verteilt, wobei sich die Gruppe in vorliegendem Fall viel mehr mit Menschen als mit den Zombies auseinandersetzen muss. Nachdem es sich Rick & Co. nämlich in einem Gefängnis gemütlich gemacht haben müssen sie schmerzhaft feststellen, das in ihrer Nähe eine kleine Stadt mit Überlebenden besteht, die jedoch unter der Regentschaft eines offensichtlichen Psychophaten steht, der sich selbst"The Governor" nennt. Auf den ersten Blick erscheint in diesem Städtchen alles friedlich und relativ sorglos, doch hinter der Fassade lauert das Grauen. Aus diesem Erzählstrang beziehen die 16 Episoden auch ihre größte Stärke und was sich dabei im Bereich der Action offenbart, ist wirklich mehr als nur sehenswert. Gleichzeitig offenbart sich einem auch einmal mehr die dunkle Seite des Menschen und es wird einem extrem eindringlich vor Augen geführt, wie leicht doch verängstigte Menschen zu manipulieren sind.

Dieser neue Einfluss tut dem Format unglaublich gut und die etlichen neu eingebrachten Aspekte sorgen für jede Menge Zündstoff, so das man keine einzige Episode zu sehen bekommt, die auch nur ansatzweise den Anflug von Langeweile beinhalten würde. Dafür passiert auch ganz einfach zu viel und es ist kaum einmal möglich, das der Zuschauer zwischendurch einmal etwas zur Ruhe kommt. Staffel drei ist nämlich mit unzähligen Höhepunkten ausgestattet, zudem sind die üblichen alltäglichen Probleme natürlich auch wieder mit von der Partie und mit den ganzen echten Schicksalsschlägen will ich gar nicht erst anfangen. Jede einzelne Folge bietet äußerst spannende-und abwechslungsreiche Kost, wobei auch die blutigen Passagen keinesfalls zu kurz kommen. Hat man sich in dieser Beziehung zuvor noch ein klein wenig bedeckt gehalten, so schöpfen die Macher dieses Mal aus dem Vollen und bieten dem Betrachter dabei ein absolut hartes-und kompromissloses Szenario, das einem phasenweise die Sprache verschlägt. Die Kamera hält jedes Mal voll drauf wenn hier Köpfe gespalten werden und unzählige Gliedmaßen abgetrennt werden, so das sich streckenweise ein regelrechtes Massaker offenbart, das selbst jeden Gorehound zufrieden stellen dürfte. Trotz jeder Menge Action bleibt aber dennoch auch genügend Freiraum für die emotionalen Momente und mit diesen hat die dritte Staffel wirklich nicht gespart. Was manch einem jedoch zuvor das ein-oder andere Mal etwas zu sehr in die Länge gezogen erschien, ist in vorliegendem Fall weitaus kompakter und knackiger verpackt, so das eigentlich nie die große Gefühls-Duselei aufkommen kann. Das liegt aber auch ganz bestimmt darin begründet, das ganz einfach keine großartige Zeitspanne zur Trauer oder anderen großen Emotionen ist, denn immer wenn eine Sache abgeschlossen erscheint, steht auch schon das nächste Problem auf der Matte. Und so zeichnen sich die 16 Episoden durch eine unglaubliche Vielfalt und jede Menge Abwechslung aus, was einem jetzt schon großen Appetit auf die folgende Staffel macht.

Obwohl ich ganz generell ein glühender Fan dieses Formates bin möchte ich doch behaupten, das hier der bisherige Höhepunkt von "The Walking Dead" vorliegt. Zwar empfand ich auch die Staffeln 1 & 2 als absolut großartig, doch was die Macher hier alles haben einfließen lassen, wertet das Format noch einmal zusätzlich auf. Atemlose Spannung, jede Menge Action und Blut, neue Charaktere und der Verlust altbekannter Gesichter ergibt eine Kombination, die man nicht besser hätte in Szene setzen können. Dabei sind sämtliche Episoden auch noch mit einem enormen Tempo ausgestattet, so das es hier rein gar nichts zu beanstanden gibt. Zudem kann man mehr als nur gespannt sein wie sich das Ganze weiter entwickelt, denn für genügend weiteres Potential sorgt allein die Einführung des "Governor", der beim Zuschauer regelrechte Wut-Attacken auslösen kann. Das letzte Wort ist hier definitiv noch nicht gesprochen und wenn sich die Serie weiterhin noch steigern kann oder zumindest das Niveau halten kann, dann werden hoffentlich noch viele Episoden folgen, denn "The Walking Dead" ist einfach nur der absolute Hammer. Mit Höhepunkten nur so gespickt bietet Staffel drei ein Höchstmaß an Intensität, beinhaltet viele neue Impulse und lässt auch die gewohnten Zutaten wie Drama-und Tragödie nicht außer acht, so das es sich um einen explosiven Mix handelt, den man sich immer wieder gern zu Gemüte führt.


Fazit:


Es ist schon toll mit anzusehen, wie sich eine Serie immer weiterentwickelt und das von Haus aus schon sehr hohe Niveau immer noch steigern kann. "The Walking Dead" ist ein absolutes Paradebeispiel dafür und bietet seinen Fans mit jeder neuen Staffel eine erneute Steigerung in Sachen Qualität, was in der heutigen Zeit nicht unbedingt selbstverständlich erscheint. Die absolut großartig agierenden Darsteller sind dabei ein ganz wesentlicher Aspekt und wenn die Last dann auch noch wie hier geschehen gleichmäßiger verteilt wird, dann kann man das nur als äußerst positiven Aspekt ansehen.


10/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 12. Dez 2013, 18:12
von horror1966
Bild




Basic Instinct
(Basic Instinct)
mit Michael Douglas, Sharon Stone, George Dzundza, Jeanne Tripplehorn, Denis Arndt, Leilani Sarelle, Bruce A. Young, Chelcie Ross, Dorothy Malone, Wayne Knight, Daniel von Bargen, Stephen Tobolowsky
Regie: Paul Verhoeven
Drehbuch: Joe Eszterhas
Kamera: Jan de Bont
Musik: Jerry Goldsmith
FSK 16
Frankreich / USA / 1992

Ein Mann stirbt einen grauenvollen Tod - ans Bett gefesselt, von einem Eispickel mehrfach durchbohrt. Bei den Ermittlungen gerät der abgebrühte Cop Nick Curran (Michael Douglas) in den Bann von Catherine Tramell (Sharon Stone), der Hauptverdächtigen und Geliebten des Ermordeten. Sie ist eine erfolgreiche Schriftstellerin, ihre fiktiven Kriminalstories werden auf makabere Weise Wirklichkeit: Im Bett werden Männer im verwundbarsten Moment getötet. So auch in ihrem neuesten Krimi, in dem ein Cop das Opfer wird. Von ihrer unbändigen Erotik leidenschaftlich angezogen, verfällt Nick der eiskalten Blondine. Er ist fest davon überzeugt, alles im Griff zu haben. Doch sein Leben gerät außer Kontrolle. Der Versuch, seinen Pflichten in diesem Mordfall nachzukommen, scheitert an Catherines aggressiver und besitzergreifender Sexualität. Obwohl der Profi ahnt, das auch er ihr Opfer wird, setzt er alles auf's Spiel....


Paul Verhoeven sorgte seinerzeit mit seinem Erotik-Thriller "Basic Instinct" für einen handfesten Skandal, denn die Geschichte beinhaltet mehrere höchst erotische Einstellungen die gerade zur damaligen Zeit für jede Menge Diskussionsstoff sorgten, da aufgrund ihrer Freizügigkeit doch so manches Tabu gebrochen wurde. Kein Wunder also, das auch das Gerücht umging, das die beiden Hauptdarsteller Michael Douglas und Sharon Stone wirklich Sex miteinander gehabt haben sollen und bei der Sichtung des Filmes erscheint auch dem Zuschauer dieser Gedanke gar nicht einmal so weit her geholt. Bei all den Legenden die sich um dieses Werk ranken vergisst man dabei immer sehr schnell, das es sich hier um einen wirklich exzellenten Thriller handelt, dessen Story zwar auch mehrere Klischees enthält, aber dennoch jederzeit absolute Hochspannung erkennen lässt, da so einige Wirrungen-und Wendungen in das Geschehen eingebaut wurden. Dabei schafft man es immer wieder, die Indizien fast schon zu offensichtlich in eine bestimmte Richtung zu lenken, um jedoch gerade in der zweiten Filmhälfte mehrere Aspekte einfließen zu lassen, die den Betrachter ordentlich ins Schwanken geraten zu lassen. Selbst das Finale gestaltet sich recht offen, so das eine endgültige Lösung des vorliegenden Falles im Prinzip nicht geboten wird und gerade daraus bezieht die Geschichte ihren ganz besonderen Reiz.

Absolut prägend für den riesigen Erfolg des Filmes sind aber sicherlich nicht nur die gute Story und die anrüchigen Sex-Passagen, vielmehr sticht das berauschende Schauspiel der beiden Haupt-Akteure heraus, denn der schauspielerische Schlagabtausch den sich die beiden Superstars hier liefern, ist der absolute Höhepunkt eines Szenarios, das nicht gerade mit Highlights geizt. Es entwickelt sich nämlich ein wirklich perfides Katz-und Mausspiel zwischen den beiden, das zudem mit knisternder Erotik angefüllt ist die man förmlich greifen kann. Brillante Dialoge und eine hervorstechende Mimik-und Gestik der beiden verleiht dem Geschehen eine ungemein hohe Qualität und verleiht den Ereignissen zudem eine enorm realistische Note. Außerdem hat Verhoeven hier auch einige wichtige Nebenfiguren eingefügt, die dem Ganzen noch eine zusätzlich würzige Beinote angedeihen lässt. So ergeben sich im Verlauf immer mehr kleine Details, die mehrere Personen in den Täterkreis rücken und das gesponnene Netz aus Lügen und Geheimnissen nimmt immer dichtere Formen an.

Der Zuschauer wird im letzten Drittel an einen Punkt geführt, an dem man endgültig nicht mehr sagen kann, wer denn nun letztendlich der Täter ist und das verleiht der Geschichte einen gewissen Hauch von Genialität. Selbst nach mehreren Sichtungen ist man eher unschlüssig, in welche Richtung die eigenen Vermutungen tendieren, denn die unzähligen Andeutungen und auch feststehende Fakten deuten zwar immer wieder in ein-und dieselbe Richtung, wohingegen andererseits Momente präsentiert werden, in denen sich das Ganze in einem vollkommen anderen Licht zeigt. Allein schon aus diesem Grund ist "Basic Instinct" wohl ein echter Klassiker des Genres, auch wenn es genügend Leute gibt, die dieses Werk zu den am meisten überschätzten zählen. Dieser Meinung kann ich mich jedoch nicht anschließen, denn die einzelnen Zutaten sind absolut perfekt miteinander vermischt worden und ergeben so gut zwei Stunden extrem spannende-und erotische Unterhaltung, die durch die Performances der Darsteller noch zusätzlich aufgewertet werden.

Man sollte sich Verhoeven's Film also nicht nur aufgrund der ästhetisch erscheinenden Erotik-Passagen anschauen, die aber zugegebenermaßen ein absoluter Hingucker sind. denn "Basic Instinct" beinhaltet weitaus mehr Klasse, als das man ihn nur auf eben diese Szenen reduzieren würde. Das sich ein ermittelnder Detective in eine Mordverdächtige verliebt ist zwar nicht sonderlich originell und zudem auch noch ein dickes Klischee, aber was die Macher aus diesem Aufhänger gemacht haben ist einfach nur als absolut grandios zu bezeichnen. Perfektes Schauspiel echter Könner, eine tolle-und faszinierende Geschichte und etliche Wendungen machen dieses Werk zu einem der mit Abstand besten seiner Art und verleihen der ganzen Chose auch gleichzeitig etwas zeitloses. Denn auch nach nunmehr über zwei Jahrzehnten fesselt einen das Szenario immer wieder aufs Neue und offenbart dabei seine ganz eigene Faszination, gegen die man sich als Zuschauer unmöglich erwehren kann.


Fazit:


Unter den unzähligen Erotik-Thrillern dürfte "Basic Instinct" wohl das absolute Non plus Ultra darstellen, was man von der Jahre später folgenden Fortsetzung leider nicht behaupten kann. Stone und Douglas laufen hier zur absoluten Höchstform auf und drücken dem Ganzen nicht nur durch die hocherotischen Szenen ihren ganz persönlichen Stempel auf.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 13. Dez 2013, 12:12
von horror1966
Bild




The Haunting of Helena
(Fairytale)
mit Harriet MacMasters-Green, Sabrina Jolie Perez, Jarreth J. Merz, Matt Patresi, Paolo Paoloni, Giuliano Montaldo, Susanna Cornacchia, Marco Fattibene, Lucrezia Tosi, Massimiliano Carnevale, Angela Presepi
Regie: Christian Bisceglia / Ascanio Malgarini
Drehbuch: Christian Bisceglia
Kamera: Antonello Emidi
Musik: Michele Josia
FSK 16
Italien / 2012

Als Helena ihren ersten Zahn verliert, wird sie mehr und mehr von Albträumen heimgesucht. Doch bei den Albträumen bleibt es nicht. Während ihre allein erziehende Mutter Sophie noch versucht eine Antwort auf die Träume zu finden, entwickelt Helena ein unstillbares Verlangen nach den Zähnen ihrer Klassenkameraden. Von da an ist Sophie klar, dass etwas mit ihrem neuen zuhause nicht in Ordnung sein kann. Sie muss sich nicht nur um ihr Kind, sondern auch um ihren eigenen Verstand fürchten.


Das die Thematik der sogenannten Zahnfee für einen Horrorfilm herhalten muss ist nun wirklich keine Neuigkeit und Filme wie beispielsweise "Der Fluch von Darkness Falls" haben durchaus gezeigt, das man mit einer solchen Geschichte sehr angenehme Gruselkost präsentieren kann. Die vorliegende italienische Produktion bedient sich nun auch dieses Themas, lässt dabei jedoch einige durchaus neue Impulse einfließen und offenbart letztendlich einen äußerst stimmigen Film, der von einer wunderbar mysteriösen Grundstimmung getragen wird. Allerdings sollte man dabei anmerken, das sich die atmosphärischsten Momente insbesondere in der ersten Filmhälfte zu erkennen geben, in denen sich das Geschehen in dem ominösen Wohnhaus abspielen, in dem sich vor etlichen Jahren ein echtes Drama abgespielt hat. Der danach folgende Schauplatzwechsel in eine psychatrische Klinik kann zwar immer noch als gelungen bezeichnet werden, doch entfaltet sich hier nicht mehr ganz die bedrohliche Atmosphäre, die das Szenario zuvor so dermaßen ausgezeichnet hat. Dennoch erscheint das Ganze in seiner Gesamtheit durchaus stimmig, woran selbst die an manchen Stellen auftretende Verwirrungen innerhalb der Story nicht viel dran ändern, wobei es stellenweise aber kurz einmal vorkommen kann, das man den roten Faden kurzzeitig aus den Augen verliert.

Ziemlich schnellt vermeint man zu erahnen, wie sich die Gesamtzusammenhänge der Story präsentieren und so gestalten sich die Ereignisse phasenweise vorhersehbar, doch insbesondere im letzten Drittel des Filmes haben die Regisseure noch einen netten Twist eingebaut, der die Geschehnisse in einem anderen Licht erscheinen lässt und beim Zuschauer doch für einen ordentlichen Aha-Effekt sorgen kann. Nun präsentiert sich hier sicherlich kein Werk ohne Fehler, doch Christian Bisceglia und Ascanio Malgarini haben sorgsam darauf geachtet, dem Betrachter durch ihre eher bedächtige Erzählweise der Abläufe des Öfteren eine ordentliche Gänsehaut zu verpassen. Und auch wenn sich die Geschichte durch den schon erwähnten Wechsel des Schauplatzes ein wenig von ihrer Kraft nimmt, baut sich immer noch so viel Intensität auf, um zu keiner Zeit das Interesse an dieser herrlich schaurigen Story zu verlieren.

Man kann es drehen und wenden wie man will, doch "The Haunting of Helena" ist meiner Meinung nach eine kleine, aber doch sehr feine Inszenierung, die Freunden intensiver Gruselkost durchaus Freude bereiten sollte. Dazu trägt auch das sehr gute Schauspiel der Akteure bei, von denen vor allem Hauptdarstellerin Harriet MacMasters-Green hervor sticht, die in der Rolle der Mutter eine blendende Performance an den Tag legt. Man nimmt ihr jederzeit die Sorge um ihre kleine Tochter ab und insbesondere ihre Mimik sorgt dafür, das an etlichen Stellen auch wirkliche Emotionen in den Mittelpunkt rücken, die beim Betrachter einen sehr glaubwürdigen Eindruck hinterlassen. Zum Ende hin nimmt das Geschehen noch eine ziemlich tragische Note an, die einen mit einem äußerst bitteren Beigeschmack aus der Geschichte entlässt, doch ehrlich gesagt hätte ein kitschiges Happy End auch überhaupt nicht in das gewonnene Gesamtbild gepasst, da sich die gesamte Laufzeit über der Eindruck vermittelt, das dieses Szenario einfach nicht gut ausgehen kann.

Und so kann man letztendlich feststellen, das mit "The Haunting of Helena" ein absolut gelungener Genre-Beitrag vorliegt der zwar einige kleinere Fehler beinhaltet, aber insgesamt gesehen einen überdurchschnittlich guten Eindruck entstehen lässt. Mir persönlich hat die Geschichte jedenfalls äußerst gut gefallen, denn der eher ruhige-und bedächtige Aufbau und die tolle Grundstimmung konnten mich durchgehend für sich einnehmen. Manch einer wird das wieder einmal vollkommen anders sehen und selbstverständlich kann man in jedem Film einige Fehler finden, doch dieser italienische Genre-Beitrag lässt eine ganz eigene Faszination der Ereignisse entstehen, die mich definitiv in ihren Bann gezogen hat, so das ich meinerseits auf jeden Fall eine dicke Empfehlung an jeden aussprechen kann, der seine Freude an intensiven Gruselgeschichten hat.


Fazit:


Trotz kleinerer Schwankungen präsentiert sich letztendlich ein sehr gelungener Film, der das Rad zwar ganz bestimmt nicht neu erfindet, aber dennoch mit einem ordentlichen Twist am Ende aufwartet, den man nicht zwangsweise vorhersehen konnte. Spannung und Atmosphäre sind garantiert, so das "The Haunting of Helena" sämtliche Zutaten beinhaltet, die ein überzeugender Gruselfilm haben muss, um durchgehend gut unterhalten zu können.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 13. Dez 2013, 17:25
von horror1966
Bild




Das Haus der langen Schatten
(The House of the Long Shadows)
mit Vincent Price, Christopher Lee, Peter Cushing, Desi Arnaz Jr., John Carradine, Sheila Keith, Julie Peasgood, Richard Todd, Louise English, Richard Hunter, Norman Rossington
Regie: Pete Walker
Drehbuch: Michael Armstrong / Earl Derr Biggers / George M. Cohan
Kamera: Norman G. Langley
Musik: Richard Harvey
FSK 16
Großbritannien / 1983

Der amerikanische Schriftsteller Kenneth Magee lässt sich auf eine Wette mit seinem Verleger ein und soll 24 Stunden auf einem abgelegenen walisischen Landgut verbringen, um einen Roman zu schreiben. Im Laufe des Abends treffen verschiedene Menschen ein, die sich alle als Angehörige der Grisbanes erweisen, denen das Haus gehört. Sie sind wegen des Familiengeheimnisses im Obergeschoss gekommen, doch das hat sich schon selbstständig gemacht und mit der Ermordung der Anwesenden begonnen.


Es gibt diverse Filme die allein schon aufgrund ihrer Besetzungsliste als Klassiker angesehen werden können und wenn dann auch noch einmalig in der Filmgeschichte Schauspiel-Legenden wie Vincent Price, Christopher Lee, John Carradine und Peter Cushing gemeinsam in einer Geschichte auftreten, gehört ein solches Werk im Prinzip zum Pflichtprogramm eines jeden Film-Liebhabers. Regisseur Pete Walker (Zeuge des Wahnsinns) hat es in seiner letzten Regiearbeit tatsächlich geschafft, diese Ikonen des Horrorfilms gemeinsam vor die Kamera zu holen und allein schon wegen dieses Aspektes sollte man dem guten Mann den höchsten Respekt zollen. Nun wäre es aber noch nicht genug, nur wegen des Mitwirkens dieser bekannten Gesichter von einem äußerst gelungenem Film zu sprechen, doch "Das Haus der langen Schatten" beinhaltet wirklich alles, was ein herausragender Oldschool-Gruselfilm haben sollte, um dem Zuschauer ein wunderbar atmosphärisches Film-Vergnügen zu bereiten. Wie man diversen Kritiken im Netz entnehmen kann scheint das nicht jeder so zu sehen, denn zugegebenermaßen beinhaltet das Szenario an einigen Stellen den Hauch von unfreiwilliger Komik, was dem Szenario aber insgesamt gesehen viel eher besonders gut zu Gesicht steht als das es ihm schaden würde und auch der von manch einem beklagte mangelnde Spannungsaufbau ist eigentlich überhaupt nicht zu erkennen.

Eher das Gegenteil ist der Fall, denn die Erzählung nimmt sich genügend Zeit um teilweise sogar absolute Hochspannung aufzubauen, zudem sind die Geschehnisse durchgehend von einer extrem dichten Grundstimmung untermalt, so das genau das richtige Gefühl für einen Film dieser Art aufkommen kann. Zugegeben, in der ersten Filmhälfte passiert nicht sonderlich viel, aber Pete Walker hat es hervorragend verstanden den Betrachter in eine gewisse Erwartungshaltung zu versetzen, die sich dann auch im zweiten Teil des Filmes absolut erfüllen soll. Zudem ist es für die von den Ereignissen ausgehenden Faszination absolut notwendig, erst einmal die Atmosphäre des genialen Schauplatzes auf einen wirken zu lassen, denn das abseits gelegene und düstere Herrenhaus übt schon eine sehr beklemmende Wirkung auf einen aus und man möchte auf keinen Fall eine Nacht in diesem alten Gemäuer verbringen, so wie es Schriftsteller Kenneth Magee aufgrund einer Wette macht. Nachdem schon in den ersten Minuten etwas scheinbar unheilvolles in der Luft liegt verstärkt sich dieser Eindruck immer mehr, nachdem nun die weiter oben genannten Schauspiel-Legenden nach und nach die Szenerie betreten.

Für Nostalgiker ist es ein absoluter Hochgenuss diese Ikonen vereint zu sehen, die einem doch so viele unvergessliche Filme beschert haben und die obwohl sichtlich in die Jahre gekommen noch rein gar nichts von ihrer Omnipräsenz verloren haben. Wenn die großen Stars der ehemaligen Hammer Studios vor die Kamera treten liegt immer eine ehrfurchtsvolle Beinote in der Luft und man saugt als Zuschauer nur allzu gern das fantastische Schauspiel dieser Ikonen wie ein Schwamm in sich auf. An dieser Stelle sollte man jedoch fairerweise anmerken, das auch beim restlichen Cast keinerlei Grund zur Beanstandung besteht, denn sämtliche Akteure tragen ihr Scherflein dazu bei, das hier ein wirklich außergewöhnlich guter Film serviert wird, den man durchaus als zeitlosen Klassiker bezeichnen kann. Es entwickelt sich immer mehr eine Art Puzzle-Spiel, in dem einem im Laufe der Zeit immer mehr Bruchstücke offenbart werden, die das zu beginn merkwürdige Szenario erklären sollen. Die wahren Hintergründe des Geschehens bleiben für eine lange Zeit eher im Dunkeln und aus diesem Aspekt bezieht "Das Haus der langen Schatten" seine eigentliche große Stärke. Doch selbst als sich der Schleier einer geheimnisvollen Familien-Tragödie zu lüften scheint, ist in dieser Story nichts so wie es scheint. Dieser Punkt kommt dann jedoch erst ganz am Schluss zum tragen, denn zuvor wird der Zuschauer mit etlichen Wendungen und Wirrungen konfrontiert, so das hier bis wirklich zur letzten Minute nichts von der Intensität der Ereignisse verloren geht. Im Grunde genommen wird man mit zwei vollkommen unterschiedlichen Filmhälften konfrontiert, denn dient der erste Teil doch hauptsächlich dazu, immer weitere Fragmente des Geheimnisses zu offenbaren und somit die aufgebaute Spannung fast ins Unermessliche zu steigern, so kommt es danach zur totalen Entladung, die durch die Ermordung diverser Charaktere in Erscheinung tritt.

Warum in diesem Fall viele Leute "Das Haus der langen Schatten" fast schon als Komödie ansehen entzieht sich meiner Kenntnis und ist ehrlich gesagt auch nicht so ganz nachvollziehen. Denn bis auf die erwähnten und nicht zahlreich vorkommenden Momente in denen etwas unfreiwillige Komik zu erkennen ist, ist dieses meiner Meinung nach grandiose Werk vielmehr als durchaus ernster Genre-Beitrag anzusehen, bei dem man sich fast durchgehend wunderbar an einem exzellenten Grusel-Feeling erfreuen kann. Für mich persönlich ist dieser letzte Film von Pete Walker nicht nur aufgrund der großen Namen als absoluter Klassiker anzusehen, denn die Geschichte beinhaltet so viel Klasse und Raffinesse, das ein absolut überragendes Gesamtbild entsteht. Ob sich aber gerade die jüngere Generation mit einem solchen Film anfreunden kann wage ich zu bezweifeln, fehlt es der Story doch ganz eindeutig am nötigen Härtegrad, um die heutigen Bedürfnisse zu stillen. Dafür gibt es aber auch genügend andere Werke, denn hier handelt es sich ganz eindeutig um einen nahezu perfekten Oldschool-Grusler und über diese Tatsache sollte man sich schon im Vorfeld informieren. Dennoch ist in vorliegendem Fall definitiv eine generelle und äußerst dicke Empfehlung auszusprechen, bekommt man doch herausragende Darsteller in einem ungemein atmosphärischen Szenario geboten, das jede Menge Spannung, Intensität und sehr gelungene Überraschungsmomente enthält.


Fazit:


Man sieht den Urgesteinen des Horrorfilmes zwar an das sie in die Jahre gekommen sind, doch bezieht sich dieser Eindruck ausschließlich auf die Optik und keinesfalls auf die darstellerischen Leistungen, die hier immer noch hervorragend sind. Sicherlich ist das auch ein Grund für den exzellenten Gesamteindruck den man von diesem Werk gewinnt, doch auch die nötigen Zutaten wurden brillant miteinander kombiniert, so das im Endeffekt keinerlei Grund zur negativen Kritik besteht.


10/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Sa 14. Dez 2013, 12:03
von horror1966
Bild




Hours - Wettlauf gegen die Zeit
(Hours)
mit Paul Walker, Genesis Rodriguez, Nancy Nave, Shane Jacobsen, Natalia Safran, TJ Hassan, Lena Clark, Kesha Bullard, Yohance Myles, Judd Lormand, Tony Bentley, Ian Hoch, Kerry Cahill
Regie: Eric Heisserer
Drehbuch: Eric Heisserer
Kamera: Jaron Presant
Musik: Benjamin Wallfisch
FSK 16
USA / 2013

New Orleans, 2005: Bei der vorzeitigen Geburt ihrer Tochter stirbt Abigail im Krankenhaus. Zurück bleibt ihr geschockter Mann Nolan, der hilflos mit ansehen muss, wie sein Baby für die nächsten 48 Stunden an einen Respirator angeschlossen werden muss. Während Nolan um das Leben seiner Tochter bangt, verwüstet Hurrikan Katrina die ganze Stadt, das überflutete Krankenhaus muss evakuiert werden. Nur Nolan und sein Baby bleiben zurück. Die Lage spitzt sich zu, als der Strom ausfällt: Die Maschine muss alle paar Minuten per Hand aufgeladen werden, sonst droht die Kleine zu ersticken! Neben der Müdigkeit und der wachsenden Verzweiflung muss sich der junge Vater gegen Plünderer zur Wehr setzen und Entscheidungen treffen, die sein Leben und das seiner Tochter grundlegend verändern werden …


Manchen Regisseuren gelingt es während ihrer gesamten Karriere nicht, einen wirklich beeindruckenden Film entstehen zu lassen, wohingegen andere gleich mit ihrer ersten Arbeit eine Geschichte erzählen, die dem Zuschauer lange Zeit im Gedächtnis bleiben wird. Dies ist auch beim Erstling von Eric Heisserer der Fall, denn "Hours - Wettlauf gegen die Zeit" ist ein extrem einfühlsames Drama, in dem der leider viel zu früh verstorbene Paul Walker in einer seiner besten Rollen zu sehen ist. Man sollte gleich zu Beginn erwähnen, das die Geschichte nichts für Freunde rasanter Action ist, denn hier wird vielmehr der Liebhaber von ruhigen Dramen angesprochen, die gerade aufgrund ihrer eher bedächtigen Erzählweise eine unglaublich hohe Intensität erzeugen und dem Betrachter merklich unter die Haut gehen. Im Grunde genommen entwickelt sich mit der Zeit ein fast schon kammerspielartiges Szenario, denn fast über die gesamte Laufzeit ist man allein mit dem verstörten Vater der gerade seine Frau bei der Geburt ihres ersten Kindes verloren hat. Als wenn das nicht schon tragisch genug wäre, spielt sich das Geschehen auch noch zu der Zeit ab, als Hurrikan Katrina New Orleans verwüstet und der gute Mann ganz allein mit seinem Baby in einem evakuierten Krankenhaus ist. Die Situation an sich deutet schon an, das man hier mit einer äußerst beklemmenden Grundstimmung konfrontiert wird, doch welche tatsächliche Wirkung diese letztendlich auf einen selbst ausüben wird, merkt man im Prinzip erst nach dem Ende des Filmes. Man fühlt sich selbst vollkommen erledigt und merkt zu diesem Zeitpunkt erst, wie sehr man doch in die Ereignisse involviert war, die sich hier in gut 90 Minuten offenbaren.

Beginnt die Geschichte noch relativ normal, so verdichtet sich die vorherrschende Atmosphäre doch zusehends in einer Art und Weise, wie man es eher selten zu sehen bekommt. Heisserer ist es absolut perfekt gelungen eine authentische Situation zu schaffen, in der lediglich eine einzige Person den gesamten Film durch sein herausragendes Schauspiel trägt, denn Paul Walker legt hier eine Performance an den Tag, die ganz eindeutig aufzeigt, wie vielseitig er doch einsetzbar war. Die Rolle scheint ihm regelrecht auf den Leib geschneidert und man nimmt ihm den trauernden Ehemann-und gleichzeitig sorgenden Vater jederzeit ab, der in der gegebenen Lage über sich hinauswachsen muss, um das Leben seines zu früh geborenen Babys zu retten. Dabei präsentiert sich einem ein extrem beklemmendes Szenario denn die Lage scheint so gut wie aussichtslos, da Hilfe anscheinend nicht in Sicht ist. Das Ganze wird noch dadurch intensiver, da man unmöglich die Zeit einschätzen kann, denn obwohl das Szenario lediglich 90 Minuten dauert hat man das Gefühl, hier eine quälende Ewigkeit mit dem Protagonisten zu verbringen. Das bedeutet nun aber keinesfalls, das ein langweiliges Szenario vorliegt sondern viel eher, das man sich immer mehr mit der Lage und der Hauptperson identifiziert und jegliches Zeitgefühl verliert. Es ist regelrecht zermürbend mit anzusehen, das sämtliche Rettungsversuche des Vaters scheinbar zum scheitern verurteilt sind und es überkommt einen ein Gefühl der Ohnmacht und der absoluten Hilflosigkeit, die einen selbst richtig fertig macht.

Lediglich einige eingestreute Flashbacks sorgen für ein wenig Entspannung, werden doch des Öfteren Rückblicke eingefügt, in denen Walker mit seiner Ehefrau in glücklichen Tagen zu sehen ist. Diese Momente geben einem wieder Hoffnung, das sich doch noch alles zum Guten wendet und man zieht ebenso wie der Vater seine Kraft und Hoffnung aus diesen kleinen Momenten. Dennoch verspürt man durchgehend den immensen Druck, der sowohl physisch wie auch psychisch auf dem Mann liegen muss, der nicht auch noch sein Kind verlieren will. Es ist wirklich fast so, als wenn man die Ereignisse selbst durchleben muss und insbesondere im letzten Drittel offenbaren sich dann noch einmal kritische Passagen, als einige Plünderer in das Krankenhaus kommen. Auch an diesen Stellen kommt es zu keinerlei überzogenem Aktionismus, es ergeben sich viel eher glaubwürdige Situationen, die relativ nüchtern gelöst werden, so das die Ereignisse jederzeit ihren authentischen Eindruck behalten. Nun mag manch einem das enthaltene Ende ein wenig kitschig und ausgesetzt vorkommen, doch ehrlich gesagt hinterlässt es den Zuschauer nach den ganzen Strapazen mit einem sehr befriedigenden Eindruck aus einem Film, den man erst einmal richtig verdauen muss und der spürbare Folgen hinterlässt. Denn wenn man sich auf das dargestellte Geschehen einlässt, dann müsste man eigentlich nach der Sichtung fix und fertig sein, aber dennoch mit einem Gefühl zurückgelassen werden, das man soeben etwas ganz Besonderes gesehen hat, das man nicht so schnell vergessen wird.

Und so hat ein Paul Walker in seinem letzten Film noch einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das er doch ein weitaus vielseitigerer Darsteller war, als es ihm viele Leute zugetraut haben. Seiner grandiosen Performance ist es größtenteils zu verdanken, das man hier mit einer Geschichte voller Tragik-und Drama konfrontiert wird, die definitiv nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben wird. Gleichzeitig muss man auch Eric Heisserer zu einem Regieerstling gratulieren, der sich wirklich gewaschen hat. Denn einmal mehr bekommt man hier den eindeutigen Beweis geliefert das es zumeist die eher unscheinbaren-und kleineren Produktionen sind, die letztendlich den größten Eindruck hinterlassen. "Hours - Wettlauf gegen die Zeit" ist somit ein in allen Belangen absolut empfehlenswertes Werk das man sich in aller Ruhe anschauen sollte, um auch die ganze Kraft und Intensität einer Geschichte zu verspüren, die einem gerade zum Ende hin sogar die Tränen in die Augen treiben kann.


Fazit:


Ich bin wirklich absolut begeistert von diesem ruhig erzählten Drama, das durch die gegebene Situation eine unglaubliche Kraft entfaltet, der man sich unmöglich entgegenstellen kann. Bewegend, teils schockierend und unglaublich einfühlsam schildert Eric Heisserer eine Situation, um die man die Hauptfigur keinesfalls beneidet. Mit Paul Walker ist die Hauptrolle perfekt besetzt und ehrlich gesagt hätte ich dem guten Mann niemals zugetraut, eine dermaßen brillante Performance an den Tag zu legen.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 15. Dez 2013, 13:51
von horror1966
Bild




Das Concorde Inferno
(Concorde Affaire '79)
mit James Franciscus, Mimsy Farmer, Venantino Venantini, Fiamma Maglione, Edmund Purdom, Francisco Charles, Francesco Carnelutti, Ottaviano Dell'Acqua, Aldo Barberito, Roberto Santi, Maria D'Incoronato
Regie: Ruggero Deodato
Drehbuch: Alberto Fioretti / Ernesto Gastaldi / Renzo Genta
Kamera: Federico Zanni
Musik: Stelvio Cipriani
FSK 16
Italien / 1979

Eine Concorde-Maschine startet mit einer Testcrew an Bord von London aus mit dem Ziel Caracas. Zwanzigtausend Meter über der Karibik brechen plötzlich sämtliche Radio- und Funkverbindungen ab. Die Concorde verliert an Höhe und stürzt ins Meer. Da es sich um einen Sabotageakt handelt, der vorsieht, dass niemand die Katastrophe überlebt, wird die einzige Überlebende, eine Stewardess, aus den Wogen gefischt und auf einer Yacht gefangen gehalten. Um das Vertrauen in das Überschallflugzeug wieder herzustellen, findet der Jungfernflug der Concorde auf demselben Kurs, diesmal jedoch mit Passagieren an Bord, trotzdem statt. Gelingt es der Crew, die Concorde vor dem sicheren Absturz zu bewahren?


In den 70er Jahren hatten Katastrophen-Szenarien in der Filmwelt absolute Hochkonjunktur und Werke wie beispielsweise "Flammendes Inferno" oder auch "Meteor" standen ziemlich hoch im Kurs. Mit "Das Concorde Inferno" lieferte auch Ruggero Deodato", der ansonsten eher für seine umstrittenen Filme bekannt ist einen Beitrag ab, der jedoch nicht an die Klasse der genannten Filme heran reichen kann. Um wirklich gänzlich überzeugen zu können fehlt es der Geschichte ganz einfach an wirklichen Höhepunkten und zudem erscheint auch das vorhandene Drehbuch ein wenig löchrig, so das sich dem Zuschauer doch phasenweise ein recht unausgegorenes Szenario präsentiert, das sich letztendlich lediglich im Durchschnittsbereich ansiedelt.

So erscheint das Geschehen doch an einigen Stellen ziemlich an den Haaren herbei gezogen und die dargestellte Verschwörungs-Theorie wird leider viel zu oberflächlich in den Mittelpunkt gerückt. Zwar erkennt man durchaus die Zusammenhänge der Sabotage-Aktionen, doch hätte man gerade dieses inhaltliche Element weitaus stärker beleuchten sollen, um so auch für einen konstant hoch angesiedelten Spannungsbogen Sorge zu tragen. Deodato verliert sich hingegen größtenteils in Nebensächlichkeiten, so das die Ereignisse stellenweise leicht vor sich hin dümpeln, zudem nimmt das Szenario auch erst im letzten Drittel ein wenig an Fahrt auf und legt viel zu spät ein ordentliches Tempo vor, das man viel früher hätte einbinden müssen. Kein Wunder also, das sich das Ganze teilweise ein wenig träge präsentiert und eher selten dafür sorgen kann, das man sich richtig gut unterhalten fühlt.

Nun sollte man diese italienische Produktion aber auch nicht schlechter machen als sie ist, denn anschauen kann man sich das Werk durchaus. Nur sollte man schon im Vorfeld keine zu großen Ansprüche stellen, da sich die Ereignisse doch eher unspektakulär präsentieren und so auch eher selten das Gefühl des echten Nervenkitzels aufkommt. Die ganze Inszenierung erscheint äußerst bieder und lässt so den Eindruck einer TV-Produktion entstehen, die keinen sonderlich starken und nachhaltigen Eindruck hinterlassen kann. Dementsprechend gestaltet sich auch das Schauspiel der Akteure auch maximal durchschnittlich, streckenweise lässt sich dabei sogar ein gewisses Overacting erkennen.

Letztendlich ist "Das Concorde Inferno" insbesondere aus heutiger Sicht ein etwas angestaubter und mittelmäßiger Katastrophenfilm, dessen Inszenierung doch diverse Lücken erkennen lässt. Dennoch eignet sich der Film durchaus für eine Sichtung an einem verregneten Nachmittag, jedoch sollte man keine Wunderdinge erwarten. Denn dafür ist das Drehbuch zu schwach und die Geschehnisse wirken manchmal doch arg konstruiert.


Fazit:


Nachhaltig im Gedächtnis bleibt dieser Film nun wirklich nicht haften und Deodato hätte seiner Geschichte schon ein wenig mehr Drive verleihen müssen, um durchgehend für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen. In vorliegender Form reicht es gerade einmal für eine einmalige Sichtung, denn allzu oft wird die DVD sicherlich nicht in den heimischen Player wandern.


5/10