Das große Stuart Gordon-Weihnachts-Triple:
From Beyond
Schleimig-schrecklicher Horrorstreifen von Stuart Gordon, der hier nach dem Erfolg von "Re-Animator" wieder auf das Doppel Jeffrey Combs und Barbara Crampton setzt und eine Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft dazu verwendet, ein hübsches Effekt-Feuerwerk auf den Zuschauer loszulassen, bei dem sich die Macher im Hintergrund auch so richtig austoben können. "From Beyond" ist dann zwar seinerzeit leider etwas gefloppt und im Bewusstsein der Horrorfraktion nicht so bekannt wie der Vorgänger, aber nicht minder gelungen und präsentiert eine sehr blutige Geschichte über seltsame Apparaturen, Wesen und Mutationen, die auch überraschend sexuell daherkommt. Der Streifen ist dabei nicht nur überraschend flott inszeniert, bietet bis zum Überdrüber-Finale auch keine Durchhänger und obwohl die Mutationen, schlatzigen Kreaturen und Effekte der Star der Show sind, hat Gordon auch auf das Drumherum nicht vergessen und liefert ein ungewöhnlich stimmiges und farbenfrohes Gesamtpaket, das sicher zum Besten gezählt werden kann, was die Achtziger-Splatterkiste hergibt.
Dolls
Sympathischer Puppenhorror von Stuart Gordon aus der Produktionsschmiede von Charles Band, der wohl ganz klar Pate für die spätere "Puppet-Master"-Serie stand. "Dolls" ist auch sehr gelungen und auch wenn der Film das kleine Mädchen June und den naiven Ralph in den Vordergrund stellt, sollte man sich keinesfalls familientaugiche Unterhaltung erwarten. Die Püppchen drehen in den sehr gelungenen Stop-Motion-Szenen ja auch ordentlich auf und der rote Lebenssaft kommt in dem 1987 nach "From Beyond" entstandenen ebenfalls nicht zu kurz. Im Vergleich zu "Puppet Master" und dessen Nachfolger ist "Dolls" aber ganz klar der bessere Streifen, der neben tollen Darstellern und schöneren Settings auch jede Menge böser Momente bietet, sodass der knapp 80-minütige "Dolls" bis zum Ende recht kurzweilig ausgefallen ist. Die neue DVD aus dem Hause "Koch kaputt" ist ebenfalls sehr gelungen und bietet neben hübschen Bild auch noch zwei Audiokommentare mit Regisseur, Darsteller und Autor, sowie ein kleines Booklet. Eine sehr schöne Film-Entdeckung zum Ende des Jahres.
Castle Freak
Zum Abschluss noch den Castle-Freak hinterher: netter Horrorstreifen über ein Monster im Keller, der zwar nicht das Rad neu erfindet, aber irgendwie in allen Belangen sympathisch, atmosphärisch und effektiv ausgefallen ist. Charles Band-Produktionen kennt man generell als kostengünstig und zweckmäßig und auch der "Castle Freak" holt aus seiner Geschichte, die man auch in drei Sätzen nacherzählen könnte, das beste heraus. Eine sympathische aber dysfunktionale Familie, eine überraschende Erbschaft in einem fremden Land und ein übellauniges Monster im Keller - mehr braucht es gar nicht für 90 Minuten gepflegten Horror, in dem auch überraschend geschmoddert wird. Die Szene mit dem Daumen sorgt ja immer noch für entsetzte Blicke auch das Monster ist gut gestaltet, auch wenn man dieses - wie von Doc² bereits zurecht kritisiert - sicher nicht auf das Cover packen sollte um so den finalen Überraschungseffekt zu zerstören. Ich mag den aber trotzdem!