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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mi 20. Nov 2013, 10:30
von jogiwan
Sonntag, Montag, Dienstag:
+ Zusatzmaterial
Mit Superlativen soll man ja immer vorsichtig sein, aber "The Boys in the Band" schießt mal so kurzerhand geradewegs in meine persönliche Top10 der Lieblingsfilme. Abgesehen von seiner filmhistorischen Relevanz innerhalb des Queer-Cinemas ist Friedkins Streifen, dass auf einem erfolgreichen Theaterstück von Matt Crowley basiert, auch eine Paradebeispiel für ein rundum gelungenes Drama, dass dem Betrachter auf eine ungeahnte Tour-de-Force mitnimmt. Was als sommerliche Geburtstagsparty und lockeren Sprüchen beginnt, kippt quasi in Echtzeit ins absoulte Gegenteil, bei dem bei den neun Partygästen nach erzwungenen Seelen-Striptease auch kein Stein auf dem anderen bleibt. Auch die Optik des Filmes orientiert sich an der Stimmung des Films und wird zunehmend düsterer, obwohl sich das Final quasi nur in einem Raum abspielt. Die Darsteller des dialog-lastigen und rasanten Streifens sind schlichtweg grandios und vor allem Kenneth Nelson als Michael und dessen schauspielerische Leistung lässt einem wirklich den Mund offen stehen. Einzig und allein die ehemalige deutsche Titelgebung und die zusätzliche Verschwuchtelung einzelner Figuren in der Synchro mag vielleicht zu bemägeln sein, aber ansonsten ist "The Boys in the Band" ein perfekter Film, der eine fast schon Thriller-artige Geschichte erzählt, die wohl auch in jedem anderen Umfeld funktionieren würde, aber so schon etwas ganz besonderes ist.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Do 21. Nov 2013, 17:12
von jogiwan
Swimming Pool
Die erfolgreiche, englische Krimiautorin Sarah Morton erhält eines Tages mitten in einer Schaffenskrise von ihrem Verleger das Angebot, ein paar Tage in dessen Landhaus in Frankreich zu verbringen. Sarah willig ein und genießt die Stille in den abgelegenen Haus und beginnt an der Arbeit zu einem neuen Roman, bis eines Nachts dessen zwanzigjährige Tochter Julie auf der Bildfläche erscheint um ebenfalls in dem geräumigen Haus zu wohnen. Diese ist mit ihrer jugendlichen Rebellion, ihrem freizügigen Verhalten und wahllosen Männerbekanntschaften auch so ziemlich das Gegenteil der bis obenhin zugeknüpften und kontaktscheuen Autorin und dennoch beginnt Sarah sich nach anfänglicher Abneigung für die lebensfrohe Blondine und Tochter ihres Verlegers zu interessieren, als plötzlich auch noch eine männliche Leiche im Garten liegt...
Ruhig erzählter und größtenteils unspektakulärer Streifen im Schnittfeld von Arthouse, Thriller und Erotik, der aber auch ein recht interessantes Psychogramm zweier grundverschiedener Personen darstellt. Francois Ozons Streifen ist zwar insgesamt eher zurückhaltend und überlässt den Zuschauer die Entscheidung, was er von den Ereignissen halten möchte - "Swimming Pool" ist dabei aber überraschend kurzweilig ausgefallen und besticht neben knisternder Erotik, für die sich Ludivine Sagnier verantwortlich zeichnet, auch durch die subtile Darstellung von Charlotte Rampling als Autorin in der Schaffens- und Lebenskrise. Alles in allem ein Film, der für den an den richtigen Abenden ein wahrer Genuß, an falschen Abenden wohl auch als etwas langweilig aufgenommen werden könnte. Gestern hat es jedenfalls gepasst!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Fr 22. Nov 2013, 10:06
von jogiwan
A Night to Dismember
Ein alter Fluch lastet auf einer Familie, der besagt, dass diese am immer am 15. Oktober ein grausames Verbrechen verüben werden und tatsächlich scheint dieser auch auf der jungen Vicky zu lasten, die genau an diesem Tage mit der Axt etwas unvorsichtig agiert, was ein Pärchen auch mit dem Leben bezahlt. Fünf Jahre später soll Vicky jedoch wieder aus der Nervenheilanstalt entlassen werden, was deren Schwester Mary und Bruder Adam jedoch so gar nicht behagt, da diese davon überzeugt sind, dass ihre Schwester noch immer eine mordlustige Psychopathin ist. Gemeinsam wird ein teuflischer Plan ausgeheckt und tatsächlich stapeln sich wenig später schon wieder Leichen bzw. deren Teile...
Furchtbar grottiger Slasher, der in allen und auch wirklich allen (!) Belangen absolut desaströs ausgefallen ist. Die Handlung ist wirr, die Schauspieler unterirdisch und die Bilder sind so holprig aneinander montiert, dass es gar nicht auffällt, dass auch die Musik mittendrin aufhört oder anfängt. Was man hier generell als Anschlussfehler am laufenden Band bezeichnen könnte, würden wohlwollendere Personen aber wohl als Diskont-Surrealismus mit fiebriger Atmosphäre bezeichnen. "A Night to dismember" ist trotz einiger blutiger Momente wirklich ziemlich mies und macht auch leider gar nicht so viel Spass wie man sich bei dem trashigen Werk vielleicht erwarten würde. Viel mehr ist Doris Wishmans Streifen wohl das Kuriosum im Slasher-Universum, dass selbst geeichten Trashologen alles abverlangt und zeigt, wie quälend lang sich selbst 69 Minuten erweisen können. Angesichts der Preise, die für die amerikansiche DVD verlangt wird, sollte sich jeder Interessierte dennoch die Anschaffung zwei-, drei- bis viermal überlegen. Oder wie es ein IMDB-User kurz und treffend zusammenfasst: "hard to get - hard to watch"!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Sa 23. Nov 2013, 09:37
von jogiwan
Melancholia
Nachdem ja gestern kurzfristig auf DuRöhre der Trailer zu "Nympomaniac" zu sehen war (mittlerweile wohl schon wieder wegen anstößigen Inhalts gelöscht), hat mich das dazu gebracht, mir endlich "Melancholia" anzusehen, dessen Erstsichtung ich vor vielen Monaten nach 30 Minuten abgebrochen hab. So richtig warm werde ich mit der ersten Hälfte des Films auch nicht so wirklich, auch wenn die zweite Hälfte wesentlich besser und das Finale grandios ausgefallen ist. Der drohende Weltuntergang ist wohl nie schöner in Szene gesetzt worden und Kirsten Dunst ist auch ganz klar auch das Alter Ego des Regisseurs, was den Film natürlich als Fan zusätzlich interessant macht. Allerdings bleibt zumindest in meinem Fall die Figur der Justine dennoch irgendwie fremd und erstmalig hat mich ein Großteil eines von Trier-Films einfach kalt gelassen, was mir beim Lars sonst noch nie passiert wäre. Für mich ist "Melancholia" dann auch irgendwie der (zu) brave und kommerzielle Gegenentwurf zum wütenden "Antichrist", der mir mit seiner wüsten und herausfordernden Geschichte und drastischen Bildern doch besser gefallen hat.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: So 24. Nov 2013, 09:52
von jogiwan
Moonrise Kingdom
Wunderbar gemachte Tragik-Komödie über zwei jugendliche Ausreißer, bei der Wes Anderson ("Der fabelhafte Mr. Fox") wieder einmal schwelgerisch seine Liebe zum Detail ausleben kann. Die herbstliche Optik von "Moonrise Kingdom" ist auch von der ersten Sekunde an schwer beeindruckend und auch die Geschichte von einem ausgegrenzten Waisenjungen und Pfadfinder bzw. der jungen -hehe- Lana del Rey ist hübsch skurril ausgefallen. Darstellerisch gibts ebenfalls nichts zu bemängeln und dennoch stehen nicht die große Namen wie Bruce Willis, Frances MacDormand oder Bill Murray im Vordergrund. Ein schöner Film für Wes Anderson Fans über die erste Liebe und das Heranwachsen in einer Welt voller Unverständnis mit der netten Erkenntnis, dass man sich dennoch nicht anpassen muss. Und das hat ja auch der Regisseur noch nie gemacht.
Vigilante
Nach all den Lobeshymnen im Vorfeld hätte ich mir eigentlich schon etwas mehr erwartet: "Vigilante" ist sicherlich gut gemacht und hat eine düstere Atmosphäre, die sicherlich anderen Filmen voraus ist, allerdings wird William Lustigs dystopische Vision als gesellschaftskritisches Abbild der Realität verkauft, was dem ganzen Selbstjustizfilmchen irgendwie auch den Spaß nimmt. Die Geschichte über die Bürgerwehr und dem braven Bürger Eddie, der aufgrund eines tragischen Überfalls den Glauben an die Gerechtigkeit verliert war mir persönlich auch viel zu episodenhaft und spätestens bei dem Kuhhandel vor Gericht verliert der Streifen ja vollkommen seine Glaubwürdigkeit. Die Wandlung des braven Familienvaters zur abgeklärten Rachemaschine ist jedenfalls nicht wirklich nachvollziehbar und auch der Rest bleibt für mein Empfinden viel zu vage. Auch die viel zu lange Gefängnis-Sequenz bringt die Handlung des Streifens imho nicht wirklich voran und kommt er erst einmal in Fahrt, ist er auch schon wieder dabei. Weder Fisch noch Fleisch und selbst der gute Cast und ein paar starke Momente können den Film imho nicht vor der Durchschnittlichkeit retten.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mo 25. Nov 2013, 08:32
von jogiwan
Zeitgeist
Die Menschheit ist ja generell anfällig für Verschwörungstheorien aller Art und seit in den frühen Neunzigern durch Serien wie "Akte X" Deutungen - und seien sie noch so abtrus - als gesellschaftfähig erklärt wurden, gibt es ja kaum noch Dinge, in denen nicht groß angelegte Verschwörungen vermutet werden. "Zeitgeist - Der Film" ist dann Wasser auf den Mühlen dieser Menschen und bringt unter dem Deckmantel einer wissenschaftlichen Dokumentation, jede Menge ohnehin bekannter Fakten und unverifizierten Nonsens unter die Leute. So wird im ersten Teil der Doku erklärt, dass die Geschichte der Bibel frei erfunden ist, während im zweiten Teil 9/11 als "Inside-Job" der CIA entlarvt wird und im dritten Teil lang und breit erklärt wird, dass im Grunde bereits schon längst Großbanken das Sagen haben und die Menscheit dank Stumpfsinn in den Medien ruhig gehalten wird. Kein Wunder, dass die auf dem amerikanischen Markt zugeschnittene Pseudo-Doku "Zeitgeist - The Movie" vor allem im Internet und DuRöhre die Runde macht, denn zwischen Katzen-, Ekel- und ASMR-Videos ist so eine reißerisch aufbereitete Doku mit einer unverständlichen Wertung von 8,1 auf der IMDB auch sicher besser aufgehoben. Lustig auch der im Vergleich zum Inhalt relativierende Text am DVD-Cover um sich nicht vollends lächerlich zu machen und die lähmend langen und ärgerlichen zwei Stunden sind mit Nasenbohren sicherlich besser rumzukriegen.
Hiroshima mon amour
Sehr interessant ausgefallene Mischung aus Experimentalkino, Liebesfilm und Antikriegsdrama, dass sich um eine französische Schauspielerin und einem japanischen Architekten dreht, die sich in Hiroshima in eine kurze, aber umso intensivere und leidenschaftliche Beziehung stürzen. Eine Beziehung, die auf beiden Seiten alte Wunden wieder aufreißt und die Schauspielerin an verdrängtes Leid erinnernt, dass wohl nicht zufällig an dem Ort, an dem die Atombombe fiel, aufgearbeitet werden kann. Die interessante Liebesgeschichte wird dabei hörspielartig erzählt und Resnais arbeitet mit Film im Film, schönen Bildern und unzähligen Einstellungen, in denen die poetischen Texte der beiden Protagonisten aus der Feder von Marguerite Duras gelegt werden. Zwar ist "Hiroshima mon amour" schon zugänglicher als sein "Letztes Jahr in Marienbad", aber nicht minder interssant und besticht auch noch durch zwei grandiose Hauptdarsteller. Ganz toller Film!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Di 26. Nov 2013, 09:13
von jogiwan
The Wanderers
Melancholisch verklärter Blick auf das Bandenwesen im New York der Sechzigerjahre und ein Abgesang auf die ebensolche Halbstarken-Ära, dass mich persönlich ja mal so gar nicht angesprochen hat. Dieses ganze "Zusammengehörigkeitsgefühl" in diesen Banden ist ja sowieso das Ende jeglicher Individualität und Philip Kaufman zeigt in seinem Film ja auch sehr eindeutig, dass da nicht viel dahinter ist. Die nervigen und größtenteils unsympathischen Charaktere, die für ihre Rollen auch noch von viel zu alten Darstellern gespielt werden, verbringen ihre Zeit mit saufen, schlägern und ein bisschen Tittengreifen, wobei es im besten Falle dem Opfer natürlich gleichermassen gefällt. "The Wanderers" ist lähmend-lahmer Männer-Kitsch nach sehr einfacher Strickart, eine Art Testosteron-Musical mit bekannten Hits der Sechziger mit ein bisschen Haue, für das sich "richtige Kerle" auch nicht schämen müssen und zum Glück muss man so etwas ja heutzutage nicht mehr gut finden.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Do 28. Nov 2013, 18:39
von jogiwan
The Nature of Nicholas
seltsames Coming-of-Age-Drama irgendwo zwischen surreal und nervig. Nicht mein Fall!
Jamon Jamon
Jose Luis, der Sohn der Unterhosen-Fabrikantin Conchita schwängert das einfache Mädchen Silvia und will diese in weiterer Folge ehelichen. Da diese jedoch die Tochter der ehemaligen Prostituierten Carmen ist, die nun an einer Landstraße ein zweifelhaftes Etablissement führt und Conchita den Ruf ihrer Familie gefährdet sieht, engagiert sie den draufgängerischen Macho und Fleischlieferant Raul, der Silvia verführen soll, damit die Hochzeit erst gar nicht zustande kommt. Der Plan scheint auch aufzugehen, doch als sich auch noch Conchita in Raul verliebt und Jose Luis sich nicht so einfach ausbooten lässt und den Konkurrenzkampf nicht scheut, steuert alles einem tragischen Höhepunkt entgegen.
Wie auch der nachfolgende "Golden Balls" präsentiert Bigas Luna in seinem größten Erfolg "Jamon Jamon" wie auch sein Landsmann Pedro Almódovar eine wilde und sehr grelle Mischung aus nackter Haut, Humor und Drama, dass mit einem Mikrokosmos von einer Handvoll Leuten aus der hinersten Provinz sein Heimatland Spanien charakterlich auch recht gut repräsentiert. Reich trifft auf arm, Unschuld auf Triebhaftigkeit und die herzensgute H uren-Mutter, auf die huröse Mutter- Alles hübsch freizügig, übertrieben und dennoch sinnlich in Szene gesetzt ist "Jamon Jamon" mit seinen schw.nzgesteuerten, männlichen Figuren und seinen schlampinösen Frauenfiguren aber auch ein satirischer Abgesang auf geschlechtsspezifische Verhaltensweise, bei dem man den Inhalt aber dementsprechend sehen sollte. Sonst könnte "Mann" die ganze Sache wohl auch leicht in den falschen Hals bekommen. Herb, spassig und unterhaltsam!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Fr 29. Nov 2013, 08:31
von jogiwan
Monster
Durch eine Zeitungsannounce kommt die ambitionierte Journalistin Nora auf die Spur des ominösen Hermann Ling, der nicht nur sein Gesicht vor anderen Menschen verborgen hält, sondern sich auch mit zweifelhafte Operationen international einen Namen gemacht hat. Ling verliebt sich in die hübsche Reporterin und zeigt ihr sogar sein entstelltes Gesicht, doch als er erkennen muss, dass diese ihn offensichtlich nur für eine Sensationsstory ausnutzen möchte, fasst er einen grauenvollen Plan. Gemeinsam mit seinem treuen Diener Mischa erweckt er einen Toten zum Leben, der telepathisch gesteuert seine Mordwaffe wird, mit der sich der verbitterte Mann ein für alle Mal an der Menschheit rächen kann...
Laut IMDB soll Chano Uruetas "Monster" ja Mexikos erster Sci-Fi-Horrorfilm sein und wenn das stimmen sollte, so ist der Streifen ach wirklich sehr solide ausgefallen. Die Geschichte ist ja eine hübsche Variation der Frankenstein-Geschichte und ist immer hübsch "over-the-top" mit allerlei netten Einfällen. Ein entstellter Mad-Scientist, der aus einem Monster und einem Toten eine Mordwaffe bastelt, die telepathisch kontrolliert wird, sieht man ja auch nciht alle Tage. Die billigen Kulissen und wenigen Drehorte, die wiederholt zum Einsatz kommen zeugen zwar schon von einem geringen Budget und herbe Effekte sollte man sich ebenfalls nicht erwarten, aber alles in allem ist "Monster" schon ein netter, kleiner Monsterfilm, der sehr altbacken und dennoch sympathisch daherkommt und auch sehr unterhaltsam ist.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: So 1. Dez 2013, 10:04
von jogiwan
Trick or Treats
Die angehende Schauspielerin Linda ist ständig knapp bei Kasse und bessert sich ihr Einkommen mit gelegentlichen Babysitter-Jobs auf. Als sie eines Tages an Halloween von Joan angeheuert wird, um auf ihren zwölfjährigen Sohn Christopher aufzupassen, ahnt die hübsche Blondine nicht, dass dieser eine totale Plage ist und Linda stundenlang mit allerlei Tricks und Schabernack terrorisiert. Völlig aus dem Ruder läuft die Nacht jedoch, als Joans früherer Ehemann gewaltsam aus einer Irrenanstalt ausbüchst, sich an seiner Frau rächen möchte und mit einem Messer bewaffnet schon bald Jagd auf die vollkommen verzweifelte Babysitterin macht.
Wenn die Begriffe "Horrorkomödie" und "Parodie" nicht zutreffend sind und alle Stricke reißen, gibt es ja immer noch das Wort "Farce", mit welchem Gary Gravers "Trick or Treats" (nicht zu verwechseln mit anderen Filmen gleichen Titels) auch recht gut umschrieben ist. Im Fahrwasser von "Halloween" und "Don't answer the Phone" entstandener US-Slasher der nervigen Sorte, der bis auf sein haarsträubendes Finale auch eher wenig mit Horror zu tun hat. Ein Großteil des Filmes besteht auch nur daraus, dass der nervige Bengel die blonde Linda und dem Zuschauer auf die Nerven geht und auch der psychopathische Mörder ist wie die Darstellung der Irrenanstalt eher zum Fremdschämen. "Trick or Treats" ist weder spannend, blutig oder unterhaltsam, sondern einfach nur langweilig und öde und wie sich Steve Railsback und David Carradine in ihren kleinen und unerheblichen Rollen in dieses Werk verirren konnten, ist mit ebenfalls schleierhaft. Die DVD aus dem Hause Code Red bringt die Scheibe dafür in hübscher Qualität und ein bissl Bonus, was den Film aber leider nicht besser macht.