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Mit Superlativen soll man ja immer vorsichtig sein, aber "The Boys in the Band" schießt mal so kurzerhand geradewegs in meine persönliche Top10 der Lieblingsfilme. Abgesehen von seiner filmhistorischen Relevanz innerhalb des Queer-Cinemas ist Friedkins Streifen, dass auf einem erfolgreichen Theaterstück von Matt Crowley basiert, auch eine Paradebeispiel für ein rundum gelungenes Drama, dass dem Betrachter auf eine ungeahnte Tour-de-Force mitnimmt. Was als sommerliche Geburtstagsparty und lockeren Sprüchen beginnt, kippt quasi in Echtzeit ins absoulte Gegenteil, bei dem bei den neun Partygästen nach erzwungenen Seelen-Striptease auch kein Stein auf dem anderen bleibt. Auch die Optik des Filmes orientiert sich an der Stimmung des Films und wird zunehmend düsterer, obwohl sich das Final quasi nur in einem Raum abspielt. Die Darsteller des dialog-lastigen und rasanten Streifens sind schlichtweg grandios und vor allem Kenneth Nelson als Michael und dessen schauspielerische Leistung lässt einem wirklich den Mund offen stehen. Einzig und allein die ehemalige deutsche Titelgebung und die zusätzliche Verschwuchtelung einzelner Figuren in der Synchro mag vielleicht zu bemägeln sein, aber ansonsten ist "The Boys in the Band" ein perfekter Film, der eine fast schon Thriller-artige Geschichte erzählt, die wohl auch in jedem anderen Umfeld funktionieren würde, aber so schon etwas ganz besonderes ist.











