Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Blackploitation-Double-Fietscha:

Blackenstein

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Trashiger Low-Budget-Blackploitation-Flick über einen Kriegsversehrten, der von dem renommierten Wissenschaftler Dr. Stein auf Betreiben seiner hübschen Verlobten Winifried ein paar neue Gliedmaßen verpasst bekommt. Da der eifersüchtige Butler des Doktors jedoch selbst ein Auge auf die hübsche Frau geworfen hat und gemeinerweise das DNA-Süppchen für den Patienten vertauscht, mutiert dieser dann zum Monster und mordet sich wahllos durch die Gegend. Was sich in der Inhaltsangabe ja noch irgendwie lustig und unterhaltsam anhört, entpuppt sich in der Realität aber als ziemlich lahmes Filmchen, in dem auch nur sehr wenig aus der Grundidee, den Locations, Darstellern und sonstigen Möglichkeiten herausgeholt wird. Das Monster schmoddert sich jedenfalls ziemlich lustlos durch die Gegend und die episodenhaften Handlung auch der Rest des lahmen Streifens ist kaum der Rede wert. Leider langweilig!

Blacula

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Herrlich grooviger, bunter und unterhaltsamer Blackploitation-Film, in dem ein afrikanischer Prinz vom Grafen Dracula persönlich verflucht wird und Jahrzehnte später von zwei schwulen Innenarchitekten irrtümlich wieder zum Leben erweckt wird. Dieser glaubt dann seine ehemalige Frau wieder zu erkennen und stalkt diese als Blacula bis in die hippsten Nachtclubs. Als Horrorfilm funzt "Blacula" wohl nur bedingt und spannend oder atmosphärisch ist William Crains Film ja nicht unbedingt ausgefallen. Dafür glänzt der Film aber mit viel toller Musik, Polyester-Klamotten, tollen Darstellern mit turmhohen Afros und jeder Menge Lebensgefühl der Siebziger. Schon die Title-Credits mit funky Disco-Bläsern sorgt für das erste Aha-Erlebnis und auch der Rest der untoten Blutsauger-Saga ist mit viel Liebe und Soul inszeniert. Die beschwingte Sause hat mir ja dann auch sehr gut gefallen und warum die Meinungen auf der OFDB eher negativ sind, kann ich nach meiner gestrigen Sichtung nicht so richtig nachvollziehen. Bei mir wippte aufgrund des tollen Soundtracks jedenfalls ständig der Fuss und auch der Rest der "shake-a-delic"-Dracula-Sause hat mir sehr gut gefallen.

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Poison for the Fairies

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Die junge Flavia aus reichem Hause lernt in ihrer neuen Schule die gleichaltrige Veronica kennen, die von sich selbst behauptet, eine Hexe zu sein. Mit ihren schaurigen Geschichten erlangt das Waisenmädchen auch rasch das Interesse von Flavia und drängt sich immer mehr in das Leben des ebenfalls sehr einsamen Mädchens. Als die beiden einen Pakt mit den Teufel schließen, damit Flavia ihren Klavierunterricht nicht mehr besuchen muss und die Lehrerin kurz darauf tatsächlich verstirbt, beginnt Flavia die Geschichten ihrer Freundin zu glauben udn schon bald hat Veronica ihre Freundin fest in der Hand und beginnt immer manipulativer zu agieren...

Ganz toller Streifen, des hierzulande eher gänzlich unbekannten, mexikanischen Regisseurs Carlos Enrique Taboada, der aber weniger dem Grusel-Genre zuzuordnen ist, sondern eine bitterböse Geschichte über Abhängigkeit und fehlgeleitete Freundschaft zweier junger Mädchen erzählt. Dabei fokussiert sich der außergewöhnlich erzählte Streifen auch komplett auf die beiden jungen Hauptdarstellerinnen, während man von den Erwachsenen größtenteils nur Hände oder Schultern zu Gesicht bekommt um so deren Desinteresse und Ignoranz an dem Leben der jungen Mädchen zu vermitteln. Weiters bietet "Veneno para las Hadas" auch wunderbare Bilder und schöne Location in den prallsten Technicolor-Farben, die dann auch im totalen Kontrast zum dunklen Seelenleben von Veronica stehen. Irgendwie erinnert Taboadas interessanter Streifen dann an eine Mischung aus "Der Geist im Bienenstock" und "Und erlöse uns nicht von den Bösen" und ist wie die beiden eben genannten Streifen auch für Leutchen empfehlenswert, die gerne mal über den Tellerrand blicken um ungewöhnliche Streifen zu entdecken.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Caltiki - Il mostro immortale

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Italiens nicht minder spektakuläre Antwort auf "Der Blob", die in zwei, drei Szenen angesichts des Entstehungsjahres auch überraschend ekelig ausgefallen ist. Zwar ist die handelsübliche Monster-Story mit kurzen Ausflügen in die Maya-Geschichte eher zu vernachlässigen und bietet die obligatoische Mischung aus Angst vor der Wissenschaft in Kombination mit antiquierter Geschlechterdarstellung, aber die gelungenen Effekte von Mario Bava, der auch die Regie von Freda übernahm, nachdem sich dieser mit den Produzenten überwarf, reißen hier auch vieles wieder raus. So ist die Maya-Eingangssequenz inkl. Vulkanausbruch sehr gelungen und auch sonst wird in den Film nicht lang gefackelt und vom Monster bis hin zum Spielzeugpanzer wird alles durch allerlei Miniaturen gejagt und abgefackelt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Die Monster-Jagd ist jedenfalls schwer unterhaltsam in Szene gesetzt bietet "Caltiki" auch schon viele "Trademarks", die Bava später in eigenen Werken noch perfektionieren konnten. Alles in allem solide und sympathische Unterhaltung aus dem Land des Stiefels, an dem zwar schon der Zahn der Zeit ordentlich geknappert hat, aber die dank bekannter Gesichter wie Giacomo Rossi-Stuart und Daniele Vargas auch heutzutage gut funktioniert.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Lords of Salem

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deutsche Fassung zwecks Review
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mama

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Effektiver und auch sehr packender Gruselstreifen über verwilderte Kinder und einem bösen Rachegeist, der auch größtenteils (bis auf den lahmen CGI-Autounfall zu Beginn) sehr schön in Szene gesetzt wurde. Der Zuschauer wird ja nicht lange mit irgendwelchen Tricks auf falsche Fährten gelockt und auch die Gore-Keule bleibt stets eingepackt, was dem atmosphärischen, aber für Genre-Kenner sicher auch etwas vorhersehbaren Streifen sehr entgegen kommt. Mit seinen gruseligen und anfänglich kurzen und dann immer detailreicheren Geistererscheinungen wird die Spannungsschraube bis zum Finale auch eher gemächlich angezogen und parallel zur Hauptgeschichte auch die Vergangenheit des Rachegeistes aufgerollt. "Mama" ist mit seinen sympathischen Darstellern und seiner spannenden Geschichte jedenfalls sehr gute Ware, die mir trotz bekannter Elemente aus der Mottenkiste sämtlicher Geisterfilme aus den letzten hundert Jahren jedenfalls sehr, sehr gut gefallen hat. Wer die spanischen Geisterfilme "Fragile", "Darkness" und "Das Waisenhaus" mochte, sollte jedenfalls unbedingt zugreifen. Empfehlung!

Phantom Kommando

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Du meine Güte: wenn wohl ein Streifen das Prädikat "Action-Grütze" verdient, dann wohl "Phantom Kommando", der ja eigentlich mühelos als vollkommen durchgeknallte Genre-Parodie durchgeht. Dem Zuschauer werden in dem unterhaltsamen Werk ja haarsträubende Dinge und überzeichnete Action-Sequenzen inklusive jeder Menge "Kawumm" am laufenden Band präsentiert, die meines Erachtens auch unmöglich ernstgemeint sein können. Verwunderlich war für mich eher, wie Comic-haft übertrieben und eigentlich eher harmlos die ganze Sause daherkommt, die ja wohl seinerzeit auch gleich gar keine FSK-Freigabe bekommen hat. Arnie ist natürlich eine (Holz-)Bank, hat auch sichtlich Spaß an der ganzen Murks, benimmt sich wie die Axt im Walde und auch der Rest macht großen Spass, auch wenn "Phantom Kommando" für humorlose Menschen und Leutchen, die den Glaubwürdigkeits-Zeigefinger auspacken, wohl eine ziemliche Tortur sein dürfte. Doof, aber lustig!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Evil Dead

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Jetzt bin auch ich in den Genuß des Remakes gekommen und ich muss ehrlich gestehen, dass ich die große Begeisterung darüber nicht nachvollziehen kann. Mal ganz abgesehen davon, dass der Streifen weder sonderlich spannend, atmosphärisch oder gruselig ist, funzt der auch Rest nur bedingt. Ist das Original noch immer ein Beweis, dass man mit wenigen Mitteln, Knetmasse und viel Kreativität einen Klassiker des Genres schaffen kann, so beweist das Remake ja eher, dass Big-Budget-Splatter ein nicht so richtig funktioniert und alles was der Originalstory hinzugefügt wird, entpuppt sich als unnötig, entbehrlich bis sogar ziemlich doof. Mag sein, dass "Evil Dead" im Kino mit protzigen Sound-Design auch besser funktioniert als im heimischen Wohnzimmer, aber selbst dann ist der Streifen noch immer nicht mehr als eine Gore-Keule, die mit hoffnungslos übertriebenen Effekten darüber hinweg täuschen möchte, dass die Geschichte doch ordentlich verhunzt wurde und der aktuelle Horror-Film wirklich etwas in der Sackgasse steckt. Wenn der Streifen technisch nicht auf so hohem Niveau ausgefallen wäre, würden die Meinungen darüber wohl auch ganz anders ausfallen. Und über den im Kontext des Filmes gänzlich unpassenden Cameo-Auftritt von Bruce lege in an dieser Stelle ebenfalls lieber den Mantel des Schweigens.

Hostel 3

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"Hostel 3" ist ja wirklich ein Parade-Beispiel, wie man eine eigentlich lustige Grundidee vollends in den Sand setzen kann. Dass Spiegels Streifen nicht sonderlich gut ist, weiß man ja schon vorher, aber selbst unter der Vorraussetzung überrascht der Streifen immer noch auf negative Weise, die einem eigentlich nur noch den Kopf schütteln lässt. Die ganze "Elite Hunting Club"-Sause nach Las Vegas zu verlegen, damit Besucher darauf wetten können, auf welche Weise die Opfer massakriert werden, macht weder Sinn, noch kann der Streifen mit seinen Charakteren, Effekte oder auf andere Weise überzeugen. In Österreich würde man "Hostel 3" wohl als totalen Topfen beschreiben, der auch eher an "CSI Las Vegas", Ryan Nichols unsäglichen "Live Feed" und Asylum, als an Eli Roths Beiträge erinnert, der auch die unbekannte Ferne, Sprach-Wirrwarr und heruntergekommene Locations nutzte um sein durchaus funktionales Szenario zu entwickeln. Bei Scott Spiegel verkommt das hingegen zu einer vollkommen abstrusen Angelegenheit, die erstens mehr in Richtung "Hangover" geht und zweitens mit mit haarsträubenden Entwicklungen und unsympathischen Charakteren dann noch der Rest gegeben wird.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Legend of Kaspar Hauser

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Durchaus interessante Variante der tragischen Geschichte des jungen Kaspar Hauser, der in diesem Falle ein androgynes Wesen ist, der als DJ die Menschen zusammenbringen möchte. Davide Manuli nimmt in seiner fragmentarisch erzählten Geschichte den bekannten Mythos des Findelkindes, verlegt ihn auf eine namenlose Insel, vermengt karg erscheinende Schwarz-Weiß-Bilder mit der Musik des französischen Elektronikers Vitalic, lässt Vincent Gallo in einer Doppelrolle erscheinen und lässt auch sonst nichts unversucht um sein Werk kunstvoll, mysteriös und sperrig erscheinen zu lassen. "The Legend of Kaspar Hauser" ist dann auch in allen Belangen sehr speziell ausgefallen und eine Geschichte im herrkömmlichen Sinn sollte man sich ebenfalls nicht erwarten. Als Film zur Rave-Kultur hätte mir das Werk wohl noch einen Ticken besser gefallen, aber das lag wohl nicht in der Intention des Regisseurs. Ein Streifen irgendwo im Spannungsfeld von Mitternachts-Kino, Musik- und Experimentalfilm in dem alle Darsteller irgendwie verloren scheinen und der sich in Form und Inhalt auch eher an ein sehr aufgeschlossenes Publikum richtet. Mir hats gefallen.

Darkman

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Katzenmenschen

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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

die letzten Tage im Schnelldurchlauf:

Golden Balls (Macho)

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Etwas seltsame Mischung aus Drama, Komödie und Satire des kürzlich leider verstorbenen Bigas Luna ("Im Augenblick der Angst"), die auf recht drastische Weise zeigt, wohin einem unreflektiertes Macho-Verhalten und Materialismus führen kann. Benito hat zwar große Pläne und agiert ohne Rücksicht auf andere Menschen um das zu bekommen, was er möchte - doch die Lektion, die er dabei lernen muss ist eher bitterer Natur und am Ende kann einem der vom Schicksal gebeutelte Rolex-, Dali- und Julio Iglesias-Fan Benito ja schon leid tun. Luna sagt ja selber in Interview auf der DVD, dass er seinen Titelhelden für eine verachtenswerte Figur hält, die erst am Ende etwas sympathischer wird und irgendwie bekommen in dem sehr sexuellen Streifen "Golden Balls" ja auch Männlein und Weiblein gleichermassen ihr Fett ab. Sympathieträger muss man ja eher wo anders suchen und das der turbulente Streifen dadurch nicht überall auf Gegenliebe stößt, ist ebenfalls verständlich. Ich hingegen fand den gut, eben weil ordentlich vor den Latz geknallt wird.

Cruising

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Berüchtigter Thriller im schwulen S/M-Milieu, den ich ja gar nicht so progressiv in Erinnerung hatte, als sich "Cruising" mir bei meiner gestrigen Sichtung präsentiert hat. Der Streifen ist auch mehr als nur ein handelsüblicher Thriller und zeigt das Abtauchen eines Polizisten in eine bislang ungeahnte Subkultur, die den Herrn dann auch nachhaltig verändert und wohl auch nicht mehr loslässt. Friedkin portraitiert dabei eine schwule und hedonistische Subkultur kurz vor Ausbruch der Aids-Epidemie, die so nicht mehr existiert und ist so sicher auch als Zeitdokument sehr interessant. Der Thriller-Anteil hingegen ist eher zu vernachlässigen und da auch die Existenz des Killers von Anfang an klar ist, kommt so etwas wie Spannung nicht wirklich auf. Der Streifen ist aber sehr packend gemacht, besticht durch einen großartigen Hauptdarsteller, sowie restlichem Cast und das Ende hat mir ebenfalls gut gefallen. Sicher einer der ungewöhnlicheren Mainstream-Thriller, aber wo hab ich nur mein Leder-Käppi! :jogi:


Morgan

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Kleiner und feiner, schwuler Indie-Film, der eine interessante Geschichte präsentiert, in dem ein professioneller Sportler nach einem Unfall sein Leben als Querschnittgelähmter wieder neu ordnen muss und mit Hilfe einer neuen Liebe einerseits die Lebensfreude wieder erlangt, aber so auch wieder in eine neue Abhängigkeit gerät. "Morgan" erzählt seine Geschichte aus der Sicht des Betroffenen und verzichtet größtenteils auf falsche Sentimentalitäten, während in der zweite Hälfte eher dramatischere Töne angeschlagen werden. Dabei werden auch Dinge wie Sex mit Behinderung, Barrierefreiheit und finanzielle Sorgen angesprochen, die den ehemaligen Sportler zu seinem Schicksal zusätzlich belasten. Dennoch ist "Morgan" ein sehr schöner, unspektakulärer und dennoch sehr berührender Film, der positiv bleibt und versucht die Situation der Betroffenen näher zu bringen, die im Alltag noch immer alles andere als einfach ist.

Dark City

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Es gibt sie ja immer noch, die großen Überraschungen: von "Dark City" hört man ja gemeinhin eher wenig - zumindest hab ich das bislang immer so empfunden und auch die lediglich zwei Bewertungen über mit sprechen ja auch eine eindeutige Sprache. Alex "The Crow" Proyas Streifen taucht aber auch in einer bestimmten Regelmäßigkeit in Listen auf, bei denen es um unterbewertete Streifen geht und im Falle von "Dark City" ist das aber auch ausnahmsweise total berechtigt und der Streifen begeistert auch auf der vollen Linie, auch wenn man sich ständig an "Matrix" erinnert fühlt, der jedoch erst später entstanden ist. "Dark City" verbindet eine Schreckensvision einer fremdbestimmten Zukunft und erzählt diese im "Film Noir"-Thriller-Stil, während der Zuschauer mit bruchstückhaften und anfänglich ziemlich wirren Handlungsfetzen förmlich erschlagen wird, die erst später einen Sinn ergeben. Eingepackt ist das Ganze dann auch noch mit tollen Darstellern und in spannenden Bildern, die "Dark City" mit einer Mischung auch 50er-Jahre, "Steam-Punk" und deutschen Expressionismus auch optisch zu einem Genuß machen. Wer den Streifen noch nicht kennt, sollte sich das Teil unbedingt beschaffen.

Morgan

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Zweitsichtung - wunderbarer Film!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fliegende Liebende

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Bei der Zweitsichtung hat die überdrehte Komödie dann sogar noch mehr Lacher zu bieten und "Fliegende Liebende" ist auch die Rückkehr zu seinen Wurzeln, wo sich Pedro mit grellen und überzeichneten Themen und jeder Menge Kitsch wieder mit spießigen Filmkritikern anlegt. Nur das dieses Mal spanischens Vorzeige-Darsteller und Exportschlager dabei sind, die auch sichtlich Spaß daran haben, in einer Geschichte über Sex, Drogen und Alkohol dabei zu sein, die allen Exzessen huldigt und dabei auch noch ungemein unterhaltsam ist. Sicherlich nicht Almodóvars bester Streifen, aber nach seinen ganzen dramatischen Werke, in denen die technische Perfektion vorangetrieben wurde, eine lustige Sommerkomödien-Fingerübung, die irgendwie sein gesamtes Schaffen zusammenfasst und auch ein Geschenk für seine Fans der ersten Stunde.

Straßen in Flammen

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Normalerweise mag ich ja Musikfilme sehr gerne, aber im Falle von "Straßen in Flammen" bin ich dann doch weitgehend ratlos. Walter Hills Streifen hat irgendwie mit seinen Darstellern, Settings und Songs auch alle Zutaten für einen entsprechenden Hit, aber es kommt irgendwie keine Dynamik auf, was wohl auch irgendwie daran liegt, dass die Figuren so überzeichnet und der Rest irgendwie lieblos daherkommt. So hat man das Gefühl, die Figuren fahren trotz ständigem Schauplatzwechsel in 100 Metern der gleichen Kulisse herum und dennoch kommt die wie eine griechische Tragödie aufgebaute Geschichte mit viel Musik nie so richtig in Fahrt. Irgendwie hab ich die Musik auch eher als Störfaktor wahrgenommen und die unbekannten Songs bringen die Story imho auch nicht wirklich weiter. Diane Lane ist als zappelnde Rock-Prinzessin nicht gerade die ideale Wahl und bei Willem Dafoe in seiner Latex-Latzhose gruselt es mich eher. Ein Film, dem ich sicher nochmal eine Chance geben werde, aber der mich gestern leider so gar nicht überzeugen konnte. Und Willem Dafoe in einer Latex-Latzhose... brr..... :angst:
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