Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Psychomania

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demnächst mehr!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Julias unheimliche Wiederkehr

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Nach dem Tod ihres Kindes und einem längeren Krankenhausaufenthalt wird die wohlhabende Julia aus der Klinik entlassen und kauft sich in London ein eigenen Haus um nicht mehr mit ihren Mann Magnus zusammenleben zu müssen, mit dem sie sich entfremdet hat. Während Magnus versucht mit immer drastischeren Mitteln seine Frau zurückgewinnen und auch dessen Schwester bei der labilen Frau interveniert, beobachtet Julia in ihrem neuen Heim seltsame Ereignisse und entdeckt, dass in dem Haus ebenfalls zwei Familien lebten, die auf dramatische Weise ihre Kinder verloren haben und es scheint, als wären die Geister dieser Kinder zurückgekommen um an ihren ehemaligen Peinigern Rache zu üben.

Eigentlich recht solide, wenn auch sehr ruhig erzählte Mischung aus Paranoia- und Haunted-House-Grusler mit Mia Farrow in ihrer Paraderolle als labile Frau, die den Tod ihrer Tochter nicht überwinden kann und in ihrem neuen Haus geisterhafte Erscheinungen vermutet und so einem ungelösten Mordfall auf die Spur kommt. Die Geschichte - die mich an irgendeinen anderen Streifen erinnert, der mir partout nicht einfallen will - lässt dabei mehrere Interpretationen zu und bietet ein paar durchaus sehr spannende Momente, die dem Zuschauer auch wirklich den Schauer auf den Rücken zaubern. Trotzdem würde ich den ansonsten eher unspektakulären "Full Circle" mit seinem gelungenen Soundtrack von Colin Towns und der gewohnt guten Leistung von Frau Farrow wohl sowieso eher in die Drama-Ecke stecken. Leider haben die beiden deutschen DVDs nicht nur furchtbarste Covergestaltung, die man sich vorstellen kann (inklusive "Hounting" - siehe unten), sondern auch die deutsche Synchro und die Bild- und Tonqualität sind insgesamt nur mäßig ausgefallen. Eine schönere Veröffentlichung wäre hier wünschenswert und würde den Streifen wohl dann auch in einem wesentlich besseren Licht erstrahlen lassen. Ich fand den jedenfalls entgegen anderslautender Stimmen durchaus interessant!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Eine Witwe mordet leise

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Ganz kann ich die Freude von der untotschi an diesem Filmchen ja nicht teilen. Sicherlich ist die Story irgendwie originell und die beiden Hauptdarstellerinnen grandios, aber Regisseur Katzin hat sich ja redlich Mühe gegeben, die Story so uninteressant und bieder wie nur möglich in Szene zu setzen. Wie der Hase läuft ist ja jedenfalls bald einmal zu erahnen und anstatt ein bitterböses Katz- und Mausspiel zweier älterer Frauen zu inszenieren, verkommt "Eine Witwe mordet leise" imho etwas zu einem drögen Spektakel ohne richtige Höhepunkte, bei dem man sich auch noch bei den Nebenhandlungscharakteren verzettelt. Da hat man zwei gorßartige Darstellerinnen und eine tolle Ausgangsidee und dann sowas - irgendwie schade...
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Ghosts of Mars

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Was für ein lustiger Schmonz. Es scheint, als hätte John Carpenter das Szenario "Ghosts of Mars" als Entschuldigung für seine stereotypen und männlichen Macho-Fantasien in "Die Klapperschlange" entworfen und präsentiert hier eine Welt, in der Frauen das Sagen haben, stets selber anpacken und männliche Protagonisten als Beiwerk mit ihren pseudocoolen Sprüchen eher nerven. Jedenfalls macht es durchaus Spaß zu sehen, dass Carpenter auch anders kann und auf ironische und überzeichnete Weise die Zuschauererwartung seiner männlichen Fans untergräbt (bei der dieser Film auch auf wenig Gegenliebe stieß). Im Grunde präsentiert er ja auch nicht viel anderes, als eine Variation seines bekanntesten Films mit epsisodenhaften Elementen und etwas seltsamen Charakteren, die in einem (für Männer gleich doppelt) düsteren Zukunfts-Setting immer an der Grenze der Lächerlichkeit dahinschrammen. Leider funzt auch das ganze Drumherum mit Geistern nur bedingt und die trashige Geschichte nimmt sich für meine Geschmack wie auch schon Carpenters größter Erfolg auch stets immer eine Spur zu ernst. Trotzdem ist "Ghosts of Mars" besser als sein Ruf, brutal, flockig und etwas doof inszeniert und macht mit eingeschränkter Erwartungshaltung dann auch durchaus Spaß.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fred Olen Ray-Double Feature:

Scalps

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Das "Charmanter Unfug für Bekloppte" von unserem Blapschi trifft es ja eigentlich ganz gut. Mit Ruhm hat sich bei "Scalps" ja wohl niemand bekleckert und bis der okkult-angehauchte Slasher aus der Schmiede von Fred Olen Ray in Fahrt kommt, vergeht auch ein Großteil des ohnehin sehr kurzen Filmes. Das geringe Budget scheint auch vollends in die Effekte geflossen zu sein, die sich dann aber auch durchaus sehen lassen können und für die teilweise wohl auch William Lustigs "Maniac" Pate stand. Das Drumherum ist dann eher etwas uninspiriert ausgefallen und zeigt die gar nicht mal so unsympathischen Protagonisten, die in einer verfluchten Indianerwüste verbotenerweise Ausgrabungen durchführen und nebenher brav ihre Dialoge aufsagen. Trotzdem macht "Scalps" durchaus Spaß, auch wenn der Low-Budget-Streifen wohl eher nur das fortgeschrittene Slasher-Publikum und sonstige Bekloppte ansprechen wird.

The Phantom Empire

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Sicherlich ist "The Phantom Empire" ein grundsympathischer Mix aus "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" und allerlei Monster von prähistorisch bis Sci-Fi, aber irgendwie hat Fred Olen Ray seinen Streifen für meinen Geschmack etwas zu sehr auf Komödie getrimmt. Die Figuren sind teils sympathisch, teils etwas nervig ausgefallen und bis die ganze doch eher kostengünstig inszenierte Expeditions-Geschichte in Fahrt kommt ist auch schon die halbe Laufzeit vorbei. Die zweite Hälfte ist aber sehr spaßig ausgefallen, die werte Sybil im Lederkostüm ist in dem Streifen ja besonders drall und neben lustigen Stop-Motion-Effekten auch das Highlight des Films. Aber im Grunde ist es mit "The Phantom Empire" so wie mit den restlichen Streifen des Viel-Filmers: alles irgendwie billig und irgendwo abgekupfert, aber immer mit dem Herz am rechten Fleck, bekannten Gesichtern und gelungenen FX. So lässt sich dann auch dieser Streifen recht gut gucken, auch wenn ich in diesem Falle den überschwenglichen Enthusiasmus von Doc² nicht ganz so teilen würde.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Let me die a Woman

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Etwas reißerische aber dennoch meist respektvolle Dokumentation über Transsexualität, einem Thema, dass selbst heutzutage noch bei den meisten Menschen für Verwirrung sorgt. "Let me die a Woman" ist aber natürlich auch eine Mondo-Doku im Stil der 70er und spart nicht mit drastischen Bildern und dennoch versucht Wishman die Position der betroffenen Männer und Frauen zu vermitteln. Untermalt werden diese aufklärerischen Momente mit kurzen Episoden, in denen eher dramatische Fälle aus der Praxis nacherzählt werden und in denen auch viel nackte Haut und manchmal ein primäres Geschlechtsorgan zu viel zu sehen ist. Weiters gibt es Bilder einer entsprechenden Operation und auch das Ergebnis zu bestaunen, obwohl diese im Kontext nicht unbedingt schockierend wahrgenommen werden. Dennoch sicherlich kein Streifen für die Masse, aber ein interessantes Zeitdokument, dass sich mit einem Thema befasst, dass immer noch von zu vielen Menschen falsch oder gar nicht wahrgenommen wird.

Bare behind Bars

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"A Prisão" ist der wohl mit Abstand schmuddeligste Filme, der mir in letzter Zeit vor die Linse gekommen ist. Nicht, dass ich mir bei einem Titel wie "Bare behind Bars" irgendein Niveau oder dergleichen erwartet hätte, aber der vollkommen schmierige Film spottet wirklich jeglicher Beschreibung und entführt den fassungslosen Zuschauer in die wundersame Welt eines völlig entarteten Frauengefängnisses in Brasilien. Hinten hohen Gefängnismauern wird quasi in der Endlos-Schleife gefummelt und die Insassinnen auf sadistische Weise erniedrigt und das Ganze immer hübsch an der Grenze zum Hardcore, wobei diese im Finale auch überschritten wird. Ich kann mir aber dennoch beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Film in irgendeiner Weise vom Publikum erotisch wahrgenommen wird. Auch das gezeigte Frauenbild geht natürlich mal so gar nicht und dennoch ist Oliveirs WIP-Streifen nicht ohne Reiz, wenn man mal wieder Lust auf einen völlig jenseitigen Film hat. Ich hab mich angesichts der Ferkeleien, der theatralischen Lesben-Szenen und dem ganzen überdrehten Nonsens, dessen episodenhaftes Drehbuch wohl mehr in der Hose als im Hirn entstanden ist, ja irgendwie doch herrlich amüsiert. Cineastischer Bodensatz zwischen Kopfschütteln, Fremdschämen, Ekel und Schmunzeln, der dann wohl auch nur abgeschmackten und psychisch gefestigten Personen empfohlen werden kann.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Until Death

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Durchschnittlicher, aber nicht uninteressanter Streifen von Lamberto Bava mit einer Mischung aus "Wenn der Postmann zweimal klingelt" und "Return of the Living Dead", der aber eher dramatisch als gory daherkommt. Die leidenschaftliche Geschichte zweier mörderischen Komplizen und einem Toten, der aus dem Jenseits zurückkehrt ist in einem tristen Ambiente "einfacher" Leute angesiedelt und auch das Erzähltempo eher ruhig. Bei David Brandon hab ich halt das Problem, dass ich ihn und seine cholerischen Rollen irgendie nicht mag und auch ständig auf seine überdimensionalen Ohren starren muss. Mein Güte - diese Ohren, diese riesigen Ohren!!! Die restlichen Darsteller sind auch solide ausgefallen und auch die Musik, die mich an Fabio Frizzi erinnerte, ohne dessen Qualitäten zu erreichen, klingt nach besseren Tagen. Insgesamt kein Highlight, aber ein Streifen mit netten Effekten und lustigen Anschlussfehler für Zwischendurch.

Das wilde Auge:

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Wohl der unbequemste Film über das Exploitation-Genre schlechthin und irgendwie bereue ich es gerade ein klein wenig, dass ich mich ebenfalls größtenteils zu den Mondo-Verweigerern zähle und so keinen direkten Vergleich zu den Werken von Jacopetti/Prosperi habe. Paolo Cavaras wüste Abrechnung mit skrupellosen und manipulativen Filmemachern zählt ja schon zu den Filmen, die an den Zuschauer eine sehr direkte Botschaft haben. Ein jedes Publikum bekommt die Filme, die es verdient und letzten Endes ist auch der sensationslüsterne Zuschauer dafür verantwortlich, das Filmemacher getreu dem Motto "schneller, höher, weiter" immer weiter Grenzen überschreiten. Dabei geht Cavara in "Das wilde Auge" ebenfalls durchaus manipulativ zu Werke, wenn seine Figur des Paolos gleich zu Beginn als absolutes A-Lo eingeführt wird und man sich als zorniger Zuschauer natürlich sofort von derartigen Machenschaften distanzieren möchte und sich am Ende bei der grandiosen Bar-Szene dann aber dabei ertappt, dass man von der Materie schon so gefangen genommen wurde, dass man natürlich etwas entsprechend aufregendes sehen möchte. Insofern wird hier nicht nur mit derartigen Filmemachern abgerechnet, sondern auch der Zuschauer der sich in sicherer Distanz wähnt mit sehr unschönen Wahrheiten konfrontiert wird. Operation gelungen - Patient verstört!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Der Erbarmungslose

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Geradliniger Streifen der mit seiner kantigen und kauzigen Hauptfigur natürlich voll und ganz auf den Darsteller Jean Gabin zugeschnitten ist. "Der Erbarmungslose" ist dann auch nach bester Selbstjustiz-Tradition ohne viel emotionalen, pazifistischen oder moralischen Ballast geschnitzt und es wird im Verlauf des Streifens auch nicht lange gefragt und noch weniger lang gefackelt. Derartige Streifen sollte man ja generell nicht hinterfragen und dennoch erscheint mir der hier präsentierte, gewaltvolle und patriachalische Lösungsansatz für etwaige Konfrontationen im Vergleich zu anderen Streifen aus der Selbstjustiz-Kiste etwas arg unbefriedigend. Außerdem hab ich mit solchen Figuren wie die des Auguste Maroilleur so meine persönlichen Probleme und mit knapp 76 ist mir "Der Erbarmungslose" auch etwas zu kurz ausgefallen, was zu Lasten der restlichen Figuren und der gesamten Geschichte geht. Kann man etwaige Bedenken aber ausblenden, bekommt man als Zuschauer einen herrlich fiesen Streifen mit viel Schmackes präsentiert, der wohl für viele Zuschauer den idealen abendlichen Ausgleich an stressigen Arbeitstagen bietet.

Hilfe, meine Mutter ist ein Werwolf

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Mäßig gelungene Mischung aus Werwolf-Horror und Teenie-Drama, dass leider immer etwas zu albern daherkommt, als dass man sich als Horrorfan dauerhaft an dem Werk erfreuen kann. Aus der eigentlich recht witzigen Ausgangsidee wird jedenfalls nicht sonderlich viel rausgeholt und abgesehen von John Saxon überzeugen auch die Darsteller nicht sonderlich und lassen auch keine Gelegenheit aus zu signalisieren, dass die haarige Sache nicht ernstgemeint ist. Zwar hat "Hilfe, meine Mutter ist ein Werwolf" schon ein paar gelungene Momente, aber der Rest ist bei aller Liebe zu Werwolf-Filmen ziemlich mau ausgefallen und auch die Effekte erinnern eher an die Halloween-Abteilung eines Diskonters. Ein größtenteils verschenktes Filmchen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Halloween-Classics:

Halloween

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Es ist immer wieder aufs Neue spannend zu sehen, mit welchen einfachen Mitteln John Carpenter in seinem Überraschungserfolg "Halloween" ein bedrohliches und für den Zuschauer nachvollziehbares Szenario schafft, welches auch Jahrzehnte danach und bei der x-ten Sichtung noch immer hervorragend funktioniert. Im Gegensatz zum Großteil des restlichen Slasher-Grütze, die in den darauffolgenden Jahren enstanden, führt Carpenter den Zuschauer fast schon virtuos durch eine eigentlich recht simple Geschichte, die geschickt mit allerlei Urängsten spielt und dennoch von allem unnötigem Ballast befreit ist. "Halloween" hat es auch gar nicht notwendig, in irgendeiner Weise blutrünstig zu sein und dennoch liegt es an Carpenters Talent, den eher ruhig erzählten Streifen im Nachhinein des Zuschauers wesentlich brutaler wirken zu lassen, als er tatsächlich ist. Einer meiner absoluten Lieblinge und ein Streifen, an dem es nix zu meckern gibt.

The Beyond

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Mein Lieblings-Fulci-, mein Lieblings-Zombie- und mein Lieblings-Horror-Film - Punkt! "The Beyond" nimmt mich mit seiner Mischung aus entrückten Szenen, sympathischen Hauptdarstellern, hartem Splatter und Zombies auch immer wieder aufs Neue gefangen und bietet aneinander gereihte Szenen, die jede für sich schon großartig ist. Und weil das alles noch nicht reicht, gipfelt Fulci das alles noch in einem apokalyptischen Finale, dass für mich (neben Kurosawas "Kairo") mit seiner Verzweiflung und Ausweglosigkeit zu den beeindruckendsten Momenten der Filmgeschichte zählt. Natürlich ist nicht jeder der vielen Effekte gelungen und mit Gesetzen der Logik darf man dem Streifen ebenfalls nicht kommen, aber dennoch schafft Fulci dank der Musik von Fabio Frizzi ein bedrohliches, mystisches und gruseliges Szenario, dass sich weit von den restlichen Zombie-Filmen abhebt. Ganz, ganz, ganz großartig!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

2 x TV-Horror auf italienischer DVD-Double Feature:

Body Bags - Corpi estrani

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Dreieinhalb mal (inkl. Rahmenhandlung) Episodenhorror der etwas augenzwinkernden Art, der über große Strecken und fürs TV produziert auch sehr gelungen ist. Der Auftakt an der Geschichte ist dabei eine Art reduziertes "Halloween"-Konzentrat und für mich auch der beste Teil des Filmes, der den Zuschauer wie schon beim berühmten Vorgänger eine eigentlich recht simple Geschichte präsentiert, die trotzdem wunderbar funktioniert. Teil 2 mit der missglückten Haartransplantation und Stacey Keach in der Hauptrolle ist dann eher humorvoll, aber nicht minder gruselig inszeniert, während Tobe Hooper im dritten Teil eine doch etwas zu vorhersehbare Geschichte mit Ex- und womöglich Bald-Wieder-Skywalker Mark Hamill präsentiert, die insgesamt eher mittelprächtig ausfällt. Als blutigere Rahmenhandlung gibt Herr Carpenter persönlich den Totengräber der etwas anderen Art, der allerlei Faxen mit Leichenteilen macht und für den Zuschauer die größte Überraschung bereit hält. Eine lustige Fingerübung für alle Beteiligten und demnächst soll ja wohl auch endlich eine deutsche Unrated-Fassung kommen. Bis dahin ist man mit der italienischen DVD mit englischer Originalfassung recht gut bedient, die es bereits um ein paar Euro gibt.

Voices from Beyond

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Fulcis vorletzter und fürs italienische TV produzierte Streifen ist ja ja fast eine kleine Überraschung und bietet solide Grusel- und Krimi-Unterhaltung, die zwar ohne große Namen auskommen muss, aber dafür inhaltlich recht ordentlich daherkommt. Der überraschende Tod eine Industriellen lässt eine habgierige Familie und weitere Personen zurück, die alle einen mehr- oder minder großen Grund gehabt hätten, den reichen Giorgio unter die Erde zu bringen. Der will es jedoch genau wissen und nimmt aus dem Jenseits Kontakt mit seiner liebreizenden Tochter auf, die sich auch bald auf die Suche nach dem wahren Verursacher macht. Alles hübsch in Szene gesetzt und auch die wenigen Schmodderszenen sind recht ordentlich inszeniert. Alles in allem zwar sicher kein Highlight, aber wie auch "Door into Silence" ein würdiger Abschluss einer ansonsten durchwachsenen Vielfilmer-Filmografie, die im letzten Drittel auch fraglos ein paar ordentliche Durchhänger zu bieten hat.
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