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Ganz nette Action aber ohne größere Inspiration, das Drehbuch (falls es eines gab) ist mega dünn ausgefallen und es bleibt kaum etwas hängen. Alles sehr blass und kein Must See, leider .
NEW YORK ANTWORTET NICHT MEHR (THE ULTIMATE WARRIOR, USA 1975, Regie: Robert Clouse)
Die Welt ist durch Epidemien und eine Vielzahl nicht näher bestimmter Katastrophen überwiegend vom Menschen gereinigt. Die letzten Überlebenden schlossen sich in den Trümmern New Yorks zusammen, bildeten Clans und versuchten sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Aber Neid herrscht ja immer. Da hat der Eine eben etwas, das der Andere gern hätte – schon ist Kloppe vorprogrammiert. Da trifft es sich gut, dass ein starker Typ mit blankem Oberkörper drei Tage vor der Stadtbibliothek rumsteht, um sich anwerben zu lassen. Und eben jener Typ kennt auch noch den Weg zur Erlösung… irgendwie so.
THE ULTIMATE WARRIOR ist tatsächlich unterhaltsam, bietet eine ganze Palette von Endzeitklischees in kurzweiliger Mischung und überzeugt mit diversen Gewaltspitzen. Guckt sich gut, ist nicht zu lang und nicht zu kurz, erzählt nicht mehr als nötig. Für Zwischendurch: erstklassig!
DER FROSCH (PSYCHOMANIA, Großbritannien 1973, Regie: Don Sharp)
WTF? Was treibt Leute nur dazu, einen solchen Film zu machen? Aus jeder Pore trieft der Drogenkonsum seiner Macher, ein unfassbarer Irrwitz jagt den anderen. Eine Vielzahl an Genres vermischen sich hier zu einer pulsierend-psychodelischen Mischung, die einen über 90 Min. mit offenem Mund ungläubig auf den Bildschirm starren lassen. Was zum Teufel hab ich da gesehen? Und ist der riesige steinerne Scheißhaufen im Finale Absicht oder Versehen gewesen? Un-fass-bar!
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht
Ähnlich gelagerter Film wie John Wick doch konnte mich dieser Actioner um einiges mehr überzeugen. Das Duo Lundgren und Jaa klopfen alles in die Tonne was da kreucht und fleucht. Ein Film für einen feucht, fröhlichen Männerabend. ACTION ist das Stichwort .
Wolf Creek 2 (AUS 2013, Greg McLean, 6/10)
Der dämonische Mick Taylor haut kräftig auf die Kacke und ist Dreh- und Angelpunkt
des ganzen Geschehens. Die Goreschraube wurde gegenüber Teil 1 mächtig angezogen,
dies wird aber in der Wirkung wieder durch parodistische Einlagen
von Mick Taylor etwas abgemildert.
Wunderbare Landschaftsaufnahmen gibt es auch wieder zuhauf zu sehen.
Das Ende erinnert dann eher an "Wer-wird-Millionär" trifft "Hostel"
(nur daß man hier bei falschen Antwort kein Geld verliert, sondern...)
und ist etwas langatmig geraten.
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
DIE FRAU IN SCHWARZ (THE WOMAN IN BLACK, Großbritannien, Kanada, Schweden 2012, Regie: James Watkins)
Ich bin ja eigentlich kein Freund von Gruslern, aber dieser hier gefiel mir tatsächlich ganz gut. Atmosphärisch sehr dicht, ein Schockeffekt hatte mich richtig fies erwischt und Design und Ausstattung fand ich auch prima. Zumal: Harry Potter hat sich ganz schön gemacht.
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht
GOMORRHA – REISE IN DAS REICH DER CAMORRA (GOMORRA, Italien 2008, Regie: Matteo Garrone)
Erzähltechnisch ist der Film sehr interessant. Abseits der glitzernden Mafiawelt mit großen Autos, geilen Frauen und unheimlich viel Geld spielt dieser hier in einer kleinen, abgewrackten Siedlung, in der lediglich Ausläufer der Mafia portraitiert werden, die dennoch das öffentliche Leben vollständig durchdrungen haben (und offenbar auch am Laufen halten). Diverse parallellaufende Handlungsstränge tangieren sich nur selten, einzig verbindendes Element ist die Übermacht der Camorra.
Die Flausen im Kopf der Jugendlichen, gespeist von großen Mafiafilmen wie SCARFACE, kommen zu keiner Zeit deckungsgleich mit der Realität überein. Das ist sehr spannend und eindrucksvoll, wenn auch mitunter schwer nachzuvollziehen, da die Vielzahl an handelnden Personen innerhalb dieses stets gleich aussehenden Drecklochs nur schwer überblickbar ist. Faszinierend, brutal, sehr interessant und definitiv desillusionierend!
Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
- nicht nach Mitternacht füttern
- kein Wasser
- kein Sonnenlicht