die vergangenen Tage inklusve dem Kino-Event des Jahres:
Im schwarzen Rössl
Herrliches Feelgood-Schlagermovie von Franz Antel über das Nummergirl Eva, dass überraschend ein baufälliges Hotel erbt, einen sympathischen Mediziner kennenlernt und nach Wiedereröffnung das absolute Grauen erlebt. Auf der OFDB erhält "Im schwarzen Rössl" ja durch die Bank desaströse Bewertungen, aber irgendwie ist der österreichische Streifen mit viel Musik, liebenswerten Charaktern und absurden Ideen ja schon sehr unterhaltsam. Die Story ist auch so gelungen, dass Lucio Fulci zwei Jahrzehnte später ein Quasi-Remake mit den Titel "Über dem Jenseits" gedreht hat, dass sich bei Genre-Fans auch weitaus größerer Beliebtheit erfreut. Bei Franz Antel ist aber alles noch eine Spur gediegener und statt Zombies und Plastik-Spinnen gibt es hier viel Musik und gute Laune, sowie eine bezaubernde Karin Dor, die allen Männern den Kopf verdreht. Herrlich antiquierte Film-Unterhaltung mit Schlagerkeule, die auch nach einen halben Jahrzehnt noch immer absolut spaßig um die Ecke biegt. Eurokult at it's best!
Dawn of the Dead
ja, den gabs auch...
Riffs III - Die Ratten von Manhattan
Kleiner, aber feiner Party-Reißer von Bruno Mattei, der mit seiner kruden Mischung aus Tierhorror und Endzeit, sowie recht dilettantisch inszenierten Ratten-Bedrohungsszenarien doch sehr unterhaltsam ausgefallen ist. Würde man so einen Streifen bei alleiniger Sichtung wohl eher als etwas dröge empfinden, entpuppt sich "Rats - Notte di terrore", der sich auch nur in der deutschen Titelgebung an den Erfolg der beiden Castellari-Filme anhängt, als großer Spaß, der mit deftigen Sprüchen, lustigen Charakteren, bekannten Gesichtern und schrägen Momenten auch immer die Lacher auf seiner Seite hat. Die sogenannte "Rattenrolle" ist ja auch nicht umsonst eines der viel-zitiertesten Elemente im italienischen Genre-Kino und auf großer Leinwand und mit perfekter 35mm-Kopie kommt dieser rasch heruntergekurbelte Rattenschwanz des italienischen Endzeit-Kinos auch so richtig zur Geltung. Billig, blutig, doof und relativ geschmacksunsicher, aber auch ungemein lustig und trotz kleinerer Längen und ohne Spannung für den aufgeschlossenen Filmfreund doch stets schwer unterhaltsam!
Die Hölle der lebenden Toten
Mit "Die Hölle der lebenden Toten" haben sich die Herren Mattei und Fragasso ja eindeutig nicht mit Ruhm bekleckert und ein Genre-Flickwerk abgeliefert, dass Otto Normalzuschauer nur so mit den Ohren schlackert. Nervige Charaktere, Zombies, Eingeborene, Zivilisationskritik und Tieraufnahmen werden hier zu einem Cocktail zusammengerührt, der wohl niemanden mehr so richtig schmecken kann und irgendwie hat man das Gefühl, dass hier zwei oder mehrere Filme zusammengeschnitten wurden. Da taufen Personen auf, die wenig später wieder verschwinden und wer sich in Genre-Filmen gerne darüber aufregt, dass sich die Charaktere dämlich verhalten, bekommt mit "Virus" wohl das absolute Meisterstück und nicht-nachvollziehbaren Handlungen seiner offensichtlich sehr Suizid-gefährdeten Protagonisten präsentiert. Trotz aller Trashigkeit will die zähe Mischung unterschiedlichster Genre-Elemente aber so gar nicht funktionieren und auch die übertriebene Splatter-Szene am Ende mag da wohl niemanden mehr so richtig versöhnlich stimmen.
Laura - Eine Frau geht durch die Hölle
Nach dem gelungenen Wochenende und
trotz der beiden Filme am Samstag hatte ich ja gestern noch Lust auf das Triple und mit "Laura - Eine Frau geht durch die Hölle" hat nach dem doch etwas desaströsen "Virus" das Themenwochenende dann doch noch ein recht versöhnliches Ende gefunden. Der 1982 entstandene Streifen ist ja auch immer hübsch neben der Spur und bietet neben viel nackter Haut auch jede Menge Momente, wo man sich als mündiger Zuschauer wohl nur noch an den Kopf greifen kann. Der bereits erwähnte Quoten-Mexikaner, die rothaarige Schwuchtel, Matteis obligatorischen Ratten, sowie eine bewegungs- und zeigefreudige Besetzung, die hier theatralisch und wie von Sinnen aufeinander losgehen sorgen dafür, dass sich in den nassen Gefängnisböden schon bald der gesammelte Wahnsinn italienischen Genre-Kinos spiegelt und "Laura - Eine Frau geht durch die Hölle" ist trotz seiner episodenhaft angelegten Dokumentation des ähm... harten Gefängnisalltags immer flott und unterhaltsam inszeniert und zählt so auch sicher zu dem Besten, was jemals aus der der Hand des umtriebigen und nicht unumstrittenen Regisseurs entstanden ist.