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Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Mi 25. Feb 2026, 09:20
von buxtebrawler
Eine die ersten zwölf Fälle des Teams Freiburg & Schwarzwald (Tobler und Berg) aus den Jahren 2017 bis 2024 umfassende 6-DVD-Box erscheint voraussichtlich am 18.06.2026 bei Fernsehjuwelen (ohne Abb.).
Episoden:
1. Goldbach
2. Sonnenwende
3. Damian
4. Für immer und dich
5. Ich hab im Traum geweinet
6. Rebland
7. Was wir erben
8. Saras Geständnis
9. Die Blicke der Anderen
10. Unten im Tal
11. Das geheime Leben unserer Kinder
12. Letzter Ausflug Schauinsland
Quelle:
https://www.ofdb.de/vorabfassung/302840 ... -Goldbach/
Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Do 26. Feb 2026, 09:35
von buxtebrawler
Münster-„Tatort“: Axel Prahl und Jan Josef Liefers feiern als Thiel & Boerne Jubiläum
Drehstart zum besonderen 50. Fall der beliebten ARD-Krimireihe
Für das erfolgreiche und beliebte „Tatort“-Team Thiel & Boerne gibt es einen Grund zu feiern: Derzeit entsteht in Münster der 50. Fall für den Kommissar und seinen umtriebigen Rechtsmediziner, der im Frühjahr 2027 im Ersten auf Sendung geht.
Quelle und weitere Infos:
https://www.fernsehserien.de/news/muens ... -jubilaeum
Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Do 12. Mär 2026, 08:51
von buxtebrawler
Dortmunder „Tatort“: Das ist die neue Hauptkommissarin
Neue Kollegin für Kriminalhauptkommissar Peter Faber gefunden
Die Neue im Dortmunder „Tatort“ steht fest: Schauspielerin Sophia Mercedes Burtscher wird künftig als Hauptkommissarin Leo Sturm das bewährte Team um Jörg Hartmann als langjährigen Kriminalhauptkommissar Peter Faber ergänzen. Ihren Einstand als neue „Tatort“-Ermittlerin gibt die 35-jährige Österreicherin in der „Tatort“-Folge „Blut und Wasser“ (Arbeitstitel), die derzeit in Dortmund, Köln und Umgebung gedreht wird. Ein Sendetermin im Ersten steht noch nicht fest.
Quelle und weitere Infos:
https://www.fernsehserien.de/news/dortm ... ommissarin
Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Fr 13. Mär 2026, 17:55
von karlAbundzu
Tatort Ludwigshafen: Sashimi Spezial
Während einer Comeback-Feier zu Ehren des Chefs möchte ein Fahrradkurier eine Anzeige machen, wird von Johanna Stern abgewimmelt, läuft raus und wird vor der Tür des Reviers überfahren. Es sieht nach Zufall und Fahrerflucht aus, doch dem Team kommen Zweifel. Aus einer Chance und Laune heraus ermittelt Johanna undercover bei den Velo Punks.
Fahrradkurier-Milieu, inklusive der oft kolportierten besonderen Leute dort. Aber es fällt selten ins Klischee, alle Rollen werden Ernst genommen und bekommen etwas eigenes. Der Fall zwischen Fahrradszene, Drogenkuriere und schmierigen chef ist schön und spannend aufbereitet. Nur wie schnell sich der Chef heraus winden kann, ist unglaubwürdig.
Johanna Stern steht hier ziemlich im Mittelpunkt, hier auch mit vielen Zweifeln, sowohl an ihrem eigenen Verhalten als auch am Job, und mit deutlichem Spaß bei der Kurierarbeit. Ulrike Folkerts, Davina Chanel Fox und Johannes Scheidweiler auch mehr als solide.
Mich hat der sehr gut unterhalten und obendrauf gab es einen starken Soundtrack.
Apropos gut unterhalten: Es gab dazu ein online Spiel: Das Tatort Game, ich weiß nicht, ob das neu ist. Ein Spiel mit Bezug zu dem Fall. Erst dachten wir, da muss man so ein paar Mikro Games lösen und bekommt als Dank ein paar Videos von den Kommissarinnen. Doch gefehlt, das wird recht schnel recht komplex, man muss ermitteln, durch Akten wühlen usw. Wir brachen in der Nacht ab, und spielten am nächsten Tag weiter. Das war wirklich gut gemacht, vielleicht gibt es hier Leute, die so was mögen.
Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 23:24
von FarfallaInsanguinata
karlAbundzu hat geschrieben: ↑Fr 13. Mär 2026, 17:55
Tatort Ludwigshafen: Sashimi Spezial
Während einer Comeback-Feier zu Ehren des Chefs möchte ein Fahrradkurier eine Anzeige machen, wird von Johanna Stern abgewimmelt, läuft raus und wird vor der Tür des Reviers überfahren. Es sieht nach Zufall und Fahrerflucht aus, doch dem Team kommen Zweifel. Aus einer Chance und Laune heraus ermittelt Johanna undercover bei den Velo Punks.
Fahrradkurier-Milieu, inklusive der oft kolportierten besonderen Leute dort. Aber es fällt selten ins Klischee, alle Rollen werden Ernst genommen und bekommen etwas eigenes. Der Fall zwischen Fahrradszene, Drogenkuriere und schmierigen chef ist schön und spannend aufbereitet. Nur wie schnell sich der Chef heraus winden kann, ist unglaubwürdig.
Johanna Stern steht hier ziemlich im Mittelpunkt, hier auch mit vielen Zweifeln, sowohl an ihrem eigenen Verhalten als auch am Job, und mit deutlichem Spaß bei der Kurierarbeit. Ulrike Folkerts, Davina Chanel Fox und Johannes Scheidweiler auch mehr als solide.
Mich hat der sehr gut unterhalten und obendrauf gab es einen starken Soundtrack.
Apropos gut unterhalten: Es gab dazu ein online Spiel: Das Tatort Game, ich weiß nicht, ob das neu ist. Ein Spiel mit Bezug zu dem Fall. Erst dachten wir, da muss man so ein paar Mikro Games lösen und bekommt als Dank ein paar Videos von den Kommissarinnen. Doch gefehlt, das wird recht schnel recht komplex, man muss ermitteln, durch Akten wühlen usw. Wir brachen in der Nacht ab, und spielten am nächsten Tag weiter. Das war wirklich gut gemacht, vielleicht gibt es hier Leute, die so was mögen.
Habe ich tatsächlich ebenfalls geschaut. Unfreiwillig, dank meiner Freundin, die nun mal Fernsehkrimis liebt. Fanden wir allerdings übereinstimmend ziemlich lame.
Unnötig zu erwähnen, dass ich den Begriff "Punks" im Zusammenhang mit den Akteuren für völlig unangemessen halte.

Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Do 19. Mär 2026, 07:49
von karlAbundzu
Das ist ja seit Ende der 90er so üblich, dass sich selbst als Außenseiter definierende sich als Punks bezeichnen. Stichwort u. a. Golf Punks ... Und das passt dann ja, es ist ja keine Außenbeziehung, sondern sehr wahrscheinlich, daß sich unabhängige Fahrradkuriere so nennen.
Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Di 24. Mär 2026, 16:08
von karlAbundzu
Tatort Frankfurt: Fackel
Vor fünf Jahren brannte in Frankfurt ein Hochhaus ab. Jetzt tagt ein Untersuchungsausschuss zum Thema, inwieweit falsch benutztes Dämmmaterial eine Rolle spielte. Eine Ex von Kommissar Kulina verlor dabei ihre Mutter und kann es nicht ertragen, dass wohl niemand zur Verantwortung gezogen wird. Sie gibt die Akten an ihn, und er kann seine Kollegin Azadi vom Durchsehen überzeugen. Sie bemerken einen ungewöhnlichen Todesfall und rollen ihn neu auf, was die damals ermittelnden Kollegen nicht schmeckt.
Wieder sehr dunkel, dieses Mal ist Kulina persönlich betroffen. Das alles ist düster gefilmt, mit dementsprechenden Sound unterlegt. Und hat so irgendwie eine „skandinavische“ Krimi-Stimmung. Und hier geht es nicht nur um Mord, sondern auch um Verbindungen von Wirtschaft, Politik, Polizei, und eben Korruption.
Auch wieder gut (und wie bei den skandinavischen Vorbildern) ist die Figurenzeichnung, gerade die Chefin wird sehr ambivalent gezeigt. Einzig Christian Möller wird allzu leicht vom Spötter zum Handlanger der ermittelnden Kommissare.
Insgesamt wurde ich gut unterhalten. Diese Spannung und Düsternis mag ich. Nur zwei kleine Wermutstropfen: Das Ende mit dem „Fackel-Fanal“ war absolut drüber, und ich habe das Gefühl, dass da einiges offen blieb, oder zu schnell weg erzählt wurde.
Trotzdem bleibt es ein starkes Team.
Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Mi 25. Mär 2026, 04:53
von Maulwurf
Tatort: Duisburg-Ruhrort (Hajo Gies, 1981)
Götz George, Eberhard Feik, Ulrich Matschoss, Michael Rastl, Brigitte Janner, Barbara Focke
Der Beginn der 80er, mitten im Pott. Das Wetter ist grau, die Häuser sind grau, die Menschen sind grau. In den heruntergekommenen Straßen rund um den Hafen Ruhrort besteht das Leben aus Malochen und Saufen. Die Frauen werden geschlagen, danach gibt es ein paar Bierchen, und gut ist. Man muss sich das Leben ja auch irgendwie schönprügeln. Und mittendrin in diesem grauen und einfachen Leben, zwischen diesen Menschen die aus Resignation und Aggression bestehen, ein Kommissar, der äußerlich gar nicht auffällt. Schimanski von der Kripo, in Parka und alter Jeans, muss nach Ruhrort, um den Fall eines Toten aufzuklären, von dem nicht einmal klar ist, wie er überhaupt gestorben ist. Man weiß nur, dass er keine Frau ausgelassen hat (Doch: Eine. Und die wird mit Schimmi ins Bett gehen), und dass er sich vor seinem Tod geprügelt hat. Schimmi und Thanner ermitteln, und Stück für Stück wird das Leben der Binnenschiffer aufgerollt. Der großartige Mythos ihrer Freiheit und die bittere Realität ihrer tiefen Verschuldung, die dazu führt, dass sie sich nach Nebengeschäften umschauen müssen. Waffen, Drogen, solche Dinge. Die dann auch mal schnell zu Mord und Totschlag führen …
Der Beginn der 80er, mitten im Pott. Punks in Schnellimbissen, Malocher und Rocker in dreckigen Kneipen, zwischen Buletten, Korn und Bier … Und mittendrin eben der Schimanski. Kein deutscher Fernsehkommissar nach altem Gusto, mit fleißigem Ermittlerteam, kernigen Humor und tadellosem Verhalten. 10 Jahre vorher gab es Kressin, den Playboy mit dem Hang zu Alkohol und Frauen, aber der wurde nach wenigen Folgen wieder abgesägt. Trimmel hatte ja auch einen Hang zum Schnäpsken, was in dieser Generation durchaus Usus war. Aber eigentlich waren Fernsehkommissare bis dahin fleißig und aufrecht, die Erik Odes, Horst Tapperts und Siegfried Lowitz‘ waren immer ganz klar auf der Seite von Recht, Ordnung und Sauberkeit, und keine Ermittlung in den Vierteln der besseren Gesellschaft blieb erfolglos. Doch 1981 hatten sich die Zeiten endgültig geändert, Derrick und der Alte waren plötzlich Strandgut des Spießbürgertums, denn nun kam Schimmi. Der alles Scheiße fand, das auch sagte, mit seinen Fäusten auch mal hinlangte, unbeherrscht und fast cholerisch war, und jeder hübschen Frau schöne Augen machte. Und der mit seinem Sidekick Thanner ein skurriles Ermittlerteam bildete, das irgendwo zwischen Loriot’schem Realitätsverlust und altem Ehepaar dahinstritt und –knutschte, und eine ganz neue Fernsehwirklichkeit an den Tag legte. Nicht mehr die Villenvororte Münchens oder die gediegenen Reihenhäuser in Hamburg waren jetzt die Tatorte, nein, hier lag der Tote zwischen Kneipen, schmutzigen Fluss und Regenwetter.
Damals muss die Folge DUISBURG – RUHRORT wie ein (heilsamer) Schock gewirkt haben, zumindest abseits der Kritik und beim Zuschauer. Ich kann mich erinnern, dass meine Eltern zwischen Ungläubigkeit und Amüsement geschwankt haben, aber sie waren auf jeden Fall interessiert. Wie die ganze Fernsehnation interessiert war, immerhin wird der Schimanski-Tatort es auf 27 Folgen, zwei Kinofilme und eine nachfolgende Fernsehserie bringen. Aber das war 1981 noch nicht abzusehen. Da war der Mann in erster Linie ein rüpelnder und saufender Fernsehkommissar, der „Ruhrpott-Rambo“, wie er gerne genannt wurde, der sich über viel konsumiertes Bier und die häufige Benutzung des Wortes „Scheiße“ zu definieren schien. Irgendwie muss im Fernsehen ja ab und an mal aufgeräumt werden.
Die erste Folge ist damit allerdings schon recht gut beschrieben. Trotz einiger recht kniffiger Ermittlungsmethoden (wie Schimmi die Herkunft der Tatwaffe ermittelt ist ausgesprochen raffiniert zu nennen), spielt ein gewisser Teil der Handlung in Kneipen. Und nicht einfach nur in Gaststätten, sondern in richtigen Bierschwemmen. Einfaches Holzmobiliar, gekachelte Tresen, es gibt Lütt und Lüttje und am Tresen Frikadellen unter der Plastikglocke. Wenn die Wirtin hübsch ist bändelt Schimmi entweder mit ihr an oder hatte früher schon mal was mit ihr. Die Szenen zwischen den Kneipen, die ja dann eigentlich die Unterfütterung des Krimis sein sollten, wirken da manchmal merkwürdig wie Füllstoff. Wie die Polizisten auf den Wolf kommen, in dessen Stammkneipe sie dann mit einer größeren Gruppe Rocker zusammenstoßen? Wie der Skipper Wittinger ermittelt wird? Ich habe nicht einmal verstanden, mit welcher Begründung der Film mit dem Verlierer Losse beginnt, dessen Frau mit dem Toten was hatte. Dafür hat es aber eine heftige Actionszene in einem türkischen Lokal, wo plötzlich ein Mann brennt (sehr beeindruckend gemacht!!), vor dem Lokal geprügelt wird, Schimmi sich erst die Töfte in den Mund steckt und dann aus der Deckung springt (man muss schließlich Prioritäten setzen), und dann einen Mann quer durch die Stadt verfolgt, nur um am Ende in einer Wäscherei zusammengeschlagen zu werden. Ach ja, einen wilden, Hollywood-reifen Autostunt hat es auch noch. Regisseur Hajo Gies mag solche Szenen, durfte sie dann später im Kino-Schimanski ZAHN UM ZAHN im größeren Maßstab inszenieren, und hat sichtlich Freude am Aufmischen deutscher TV-Biederkeit. Inhaltlich sinnlos, aber spannend. Auch wenn der inhaltliche Grund für das Gezeigte nicht immer so ganz klar ist.
Dafür kommt der Schluss merkwürdig generisch daher, wie ein Teufelchen aus der Kiste, und der heldenhafte Fernsehkommissar muss einsehen, dass er die Ermittlungen ganz schön versemmelt hat. Zielsicher immer auf den Falschen los, den Richtigen genauso zielsicher übersehen, und lieber einmal mehr voll in die Scheiße greifen als ernsthaft nachdenken. Kein Happy End im klassischen Stil, wo der Kommissar und seine Kollegen dem Täter nachdenklich hinterherschauen, während die Uniformierten mit Tatütata davonbrausen. Stattdessen ein graues und unbefriedigendes Ende, passend zu den traurigen und ernüchternden Bildern aus Duisburg und dem Leben der dortigen Menschen. Ein irgendwie resignierendes Ende, was zu der resignativen Stimmung der Folge ja auch wieder ganz gut passt.
Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Mi 25. Mär 2026, 08:52
von buxtebrawler
Maulwurf hat geschrieben: ↑Mi 25. Mär 2026, 04:53
Tatort: Duisburg-Ruhrort (Hajo Gies, 1981)
Götz George, Eberhard Feik, Ulrich Matschoss, Michael Rastl, Brigitte Janner, Barbara Focke
Sehr schöne Rezension, Maulwurf!

Kommt zu Schimmi noch mehr von dir?
Re: Tatort / Polizeiruf 110 - Kritiken und Diskussionen
Verfasst: Mi 25. Mär 2026, 09:40
von Maulwurf
buxtebrawler hat geschrieben: ↑Mi 25. Mär 2026, 08:52
Maulwurf hat geschrieben: ↑Mi 25. Mär 2026, 04:53
Tatort: Duisburg-Ruhrort (Hajo Gies, 1981)
Götz George, Eberhard Feik, Ulrich Matschoss, Michael Rastl, Brigitte Janner, Barbara Focke
Sehr schöne Rezension, Maulwurf!

Kommt zu Schimmi noch mehr von dir?
Yep! Die Komplettboxen mit den Tatort-Folgen stehen da und werden seit geraumer Zeit chronologisch durchgeschaut. Mal mit kleineren und mal mit grösseren Pausen zwischen den Folgen, wie es halt so ist. Aber über kurz oder lang werden es alle Folgen sein
