Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Iwans Kindheit

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Berührender Antikriegsfilm, in dem die Geschichte eines tapferen Waisenjungen symptomatisch für die Wirrungen und Sinnlosigkeit des Krieges steht. Tarkovsky zeigt in seinem ersten abendfüllenden Spielfilm das Schicksal des Jungen und anderer Soldaten an der Front und montiert surrealistische Bilder von idyllische Kindheitserinnerungen, die immer wieder von der grausamen Realität jäh unterbrochen werden. Dabei verzichtet der russische Regisseur auf Gefechtsszenen, sondern zeigt das Grauen des Krieges eher in Form abgeklärten Gesprächen und Handlungen vor dem gesichtslosen Feind und trostlosen Bildern einer zerbombten und winterlichen Landschaft. Schlichtweg grandios und mein Eintritt in die Welt von Andrei Tarkovsky konnte dann auch nicht besser ausfallen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mordlust

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demnächst mehr!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Andrej Rubljow

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Ein ganz schön bildgewaltiges und aufwendiges Epos, das Andrei Tarkovsky da in drei Stunden auf die Leinwand gezaubert hat. Die episodenhafte und fragmentarisch erzählte Lebensgeschichte des Ikonenmalers Andrej Rubljow kommt ja auch etwas ungewöhnlich daher, da der Fokus der Geschichte immer wieder wechselt und seinen titelgebenden Maler oft nur am Rande auftaucht, während andere Personen in den Vordergrund rücken und auch das Schaffen bleibt bis zum Ende ebenfalls im Dunkeln. Als Art persönlicher Kreuzweg erlebt Andrej neben einer persönlichen Schaffenskrise vor allem die negativen gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit und erst am Ende des Streifens und durch die Episode mit dem jugendlichen Glockengießer zeigt Trakovsky erste Tendenzen der Veränderung. "Andrej Rubljow" ist mit seinen Thematik und Erzählweise dann naturgemäß etwas schwere Kost, die teils auch sehr brutal ausgefallen ist und obwohl mich derartige Biografien normalerweise eher weniger interessieren, hat mich Tarkovskys überraschend kurzweiliges Werk aber nicht enttäuscht.

PS: nach Polanskis "MacBeth" und Verhoevens "Flesh + Blood" war das jetzt wohl der Abschluss meiner persönlichen Raubritter-Trilogie...

:kicher:
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Aro Tolbukhin / In the Mind of a Killer

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Eigentlich recht gelungene Fake-Doku über einen fiktiven Serienmörder, die von den drei Machern (u.a. Agusti "Im Glaskäfig" Villaronga) im Entstehungsjahr auch als absolut real verkauft wurde. Der Streifen über einen ungarischen Matrosen, der in einer Missions-Station in Guatemala sieben Leute bei lebendigem Leib verbrennt und anschließend exekutiert wurde bietet real-wirkende Archiv-Bilder mit Zeit- und Lokalkolorit, Interviews, nachgestellte Szenen und sogar Nachrichten- und Interviewmaterial, sodass man wirklich glauben kann (oder muss), dass diese Figur auch tatsächlich real existiert hat. Der Aufbau des Streifen ist imho aber nicht ganz geglückt und nach einem starken Auftakt, in dem eigentlich schon beinah alles verraten wird, flaut der Film etwas ab und kann die bedrückende Atmosphäre des Beginns nicht über die gesamte Länge halten und inhaltlich wird man auch dem Titel nicht so ganz gerecht. Dennoch ein und gut gemachter und gut funktonierender Streifen, der Freunde von derartigen Werken auch sicherlich nicht enttäuschen wird.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Solaris

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Auch der dritte Tarkovsky-Streifen enttäuscht natürlich nicht, auch wenn ich mir im Grunde schon irgendwie etwas anderes erwartet hätte. Die arg verworrene und existenzielle Geschichte mit geisterhaften Erscheinungen hätte sich imho ja z.B. auch in italienischen Genre-Produktionen gut gemacht. Optisch ist Tarkovskys Streifen auch wieder ein Highlight und bietet mit wunderbaren Naturbildern, Tokios Straßennetz und der nüchternen Raumstation tolle und teils retrofuturistische Kontraste und der melancholische, verzweifelte und traurige Unterton hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ganz toll auch der Hauptdarsteller Donatas Banionis und eine schönere Fassung von Tarkovskys Streifen muss sowieso ins Haus. Ich glaub, auf eine schönere Art und Weise kann man sich nicht einlullen, verwirren und emotional erdrücken lassen. Die zweieinhalb Stunden vergingen wieder mal wie im Flug! Ganz großartig und genau mein Dingens!

The Crow

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"The Crow" ist wohl DER ganz, ganz große Kultfilm aus vergangenen Jugendtagen. Die tragische Geschichte einer unsterblichen Liebe und einem Antihelden, der von den Toten zu den Lebenden zürückkehrt (im wahren Leben wars ja leider umgekehrt) ist zwar im Grunde nicht wirklich so herausragend, hat mit seiner düsteren Gothic-Grundstimmung und dem tollen Soundtrack inkl. The Cure, Rage against the Machine, Stone Temple Pilots und NIN (mit Joy Division-Cover) absolut den Nerv einer ganzen Generation getroffen und die tragische Geschichte mit den Dreharbeiten trug ebenfalls zur Legendenbildung bei. Aber auch heutzutag funzt der recht simpel gestrickte Streifen eigentlich immer noch recht gut und bietet mit Tony Todd ("Candyman's Fluch"), David Patrick Kelly ("The Warriors") auch ein paar Genre-Veteranen als Bösewichte und bei Bai Ling gruselts mich sowieso. Alles in allem ein Actionfilm, den man sich auch gut mit der besseren Hälfte gucken kann und der auch immer wieder gerne im Player landet. Feuert sie ab - feuert sie ab! ;)
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fürsten der Dunkelheit

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Etwas dröges Teil, dass imho nicht unbedingt zu Carpenters besten Werken zählt und die Mischung aus Physik-Lehrstunde, religiöser Verschwörungsthematik und drohender Apokalypse ist mit der zarten Liebesgeschichte zwischen Brian und Catherine und 30 anderen farblosen Figuren so hoffnungslos überfrachtet, dass selbst das flottere und tricktechnisch gelungene Ende nicht mehr viel retten kann. Das Drehbuch gibt sich auch große Mühe wissenschaftlich und ernsthaft zu wirken und ist dabei ganz großer Humbug und bietet nebenher auch noch vieles, dass mich schon zu Schulzeiten nicht wirklich interessierte. Von telekinetischer Erscheinung, mathematischer Gleichung und lateinischem Text über elektromagnetischen Schwingungen bis hin zur Aufhebung von physikalischen Gesetzen ist in der Hui-Bui-Geisterbahnfahrt vom Anfang bis zum Ende der Welt auch für jeden etwas dabei, aber so richtig kommt "Die Fürsten der Dunkelheit" dennoch nicht vom Fleck. Seltsam ist auch die Tatsache, dass der Trailer auf der ansonsten schnieken Blu-Ray nicht nur das gesamte Ende spoilert, sondern sogar noch eine erweiterte Schlussszene mit Schock-Moment bietet, die im Film aber nicht vorkommt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Oscar-prämierter Doku-Abend:

Searching for Sugarman

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Auch in der Zweitsichtung noch immer sehr gut!

Man on Wire

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Spannende Doku im "Heist"-Stil über den Seiltänzer Philippe Petite, der mit Hilfe von weiteren Leuten seinen großen Lebenstraum umsetzt und letzten Endes im August 1974 knapp 45 Minuten auf einem gespannten Drahtseil zwischen den beiden Zwillingstürmen hin-und herspaziert. Der fast schon wie ein Thriller anmutende Doku-Streifen "Man on Wire" zeigt dabei in Interviews, Doku-Material und nachgedrehten Szenen die Vorbereitungen zu dem Coup, der mehrmals an der Kippe stand. Inhaltlich gibts ja nicht viel zu meckern und wenn man sieht, in welcher schwindelerregender Höhe Philippe Petit ohne Sicherungen herumgestiegen ist, kann einem ja schon anders werden. Einziger inhaltlicher Wehrmutstropfen in dem ansonsten rundum gelungenen Film ist jedoch die Tatsache, dass Petit nicht unbedingt sympathisch, sondern gegen Ende wie ein Getriebener erscheint, der letzten Endes für die Verwirklichung seines Traums auch Freundschaften geopfert hat.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das obligatorische Urlaubs-Vorher/Nachher-Zweierlei mit zwei meiner absoluten Lieblingsfilme:

Labyrinth des Schreckens

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Alles über meine Mutter

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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Todesparty II

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Slasher-Gurke zum Abgewöhnen von Regisseur Rospo Pallenberg, der hier eher schludrig ein vollkommen haarsträubendes Drehbuch verfilmt, das man sich nur noch wundern kann, warum das nicht gleich in der Tonne gelandet ist. Obwohl der Streifen auf einer Highschool spielt, konzentriert sich "Todesparty II" neben einer lahmen Rahmenhandlung und eher skurrilen Professoren-Figuren gerade mal auf 5 bzw. 3 Personen, von denen 2 als Mörder in Frage kommen und sucht sich dann auch noch die langweiligste aller möglichen Auflösung aus. Dazwischen gibt es ausgiebig belanglose Szenen in denen Jill Schoelen die putzige Maus und Brad Pitt den Halbstarken abgibt und die auch stets vollkommen konstruiert erscheinen. Leider kommt der spannungsarme und zum überwiegenden Teil eher ärgerliche "Cutting Class" aber auch nie so richtig in Fahrt - von Partystimmung ganz zu schweigen - und selbst das etwas blutigere Finale kann nicht über die hundert Logiklöcher hinweg täuschen. Die spanische und recht günstige DVD mit dem Titel "Clase Sangrienta" bietet jedenfalls im Gegensatz zur amerikanischen "Unrated"-Fassung mit alternativen Szenen die wesentlich härtere Version mit all dem Gore in sehr ansehnlicher Qualität und auch noch eine englische Tonspur.

The Fog

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Herrlich stimmiger Gruselfilm von John Carpenter über ein Fischerdorf mit dunklem Geheimnis, den ich seit meiner ersten Sichtung im Spätprogramm der TV-Sender schon immer sehr, sehr mochte und bei mir als einer der ersten Horrorfilme meiner Laufbahn auch zweifelsfrei Nostalgie-Bonus innehat. Aber auch bei der wiederholten Sichtung überzeugt "The Fog" mit seiner Mischung aus wunderbaren Küstenlandschaften und sympathischen Figuren, die sich unvermittelt einer übernatürlichen und dunklen Bedrohung aus dem Nebel ausgesetzt sehen und das die ganze Sache auch eher in Richtung atmosphärischen Grusel tendiert und die Gorekeule im Hafen bleibt, kommt dem Streifen ebenfalls sehr zu gute. John Carpenter hat hier mit relativ geringen Mitteln eigentlich alles richtig gemacht und variiert seine Lieblingszutaten neuerlich auf sehr funktionale Weise und hat einen Gruselfilm geschaffen, der mich auch noch in Zukunft immer wieder aufs Neue begeistern wird.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Django

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Überraschend kurzweiliges und herrlich niederträchtiges Männer-Western-Märchen mit einem schweigsamen (Anti-)Helden namens Django, der mit Sarg als Accessoire durch den Dreck und Schlamm der Nachkriegszeit watet und Amerikaner und Mexikaner scheinbar gegenseitig auspielt. Neben ungewöhnlich brutalen Momenten und einem Bodycount jenseits von Gut und Böse ist "Django" aber auch ziemlich schwarzhumorig ausgefallen und da neben dem Rache-Motiv die Motivation der Titelfigur nicht so wirklich zu erahnen ist, bleibt es auch für den Zuschauer bis zum Ende spannend. Die Geschichte, die auch eher an eine griechische Tragödie erinnert, ist ebenfalls hübsch von obligatorischen Western-Mythen, -Stereotypen und Strickmustern entrümpelt und bietet neben der ambivalenten Titelfigur auch Elemente, die andererseits so auf die Spitze getrieben sind, dass ich neidlos zugestehen muss, dass mir der durchaus dramatische Streifen von Sergio Corbucci wirklich sehr gut gefallen hat.

PS: das QT aus der hervorragenden Vorlage so einen Drecksfilm gezimmert hat, ist nun aber doppelt ärgerlich!
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