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Re: Der dritte Mann - Carol Reed (1949)
Verfasst: Do 8. Dez 2022, 07:50
von purgatorio
sid.vicious hat geschrieben: ↑Do 8. Dez 2022, 00:46
Gestern erstmals in HD geschaut und begeistert aus dem Film entlassen worden. Tolle Story im viergeteilen Berlin, klasse Darsteller, tolle Kamera. 73 Jahre alt und immer noch fit wie ein Turnschuh. Ein grandioses Werk.
Berlin? Spielte der nicht in Wien?
Re: Der dritte Mann - Carol Reed (1949)
Verfasst: Do 8. Dez 2022, 10:04
von karlAbundzu
purgatorio hat geschrieben: ↑Do 8. Dez 2022, 07:50
sid.vicious hat geschrieben: ↑Do 8. Dez 2022, 00:46
Gestern erstmals in HD geschaut und begeistert aus dem Film entlassen worden. Tolle Story im viergeteilen Berlin, klasse Darsteller, tolle Kamera. 73 Jahre alt und immer noch fit wie ein Turnschuh. Ein grandioses Werk.
Berlin? Spielte der nicht in Wien?
Ja, kann es sein, das Sid etwas verwechselt?
Ich jedenfalls habe mal eine wunderbare Dritte Mann Führung in und unter Wien gemacht.
Re: Der dritte Mann - Carol Reed (1949)
Verfasst: Do 8. Dez 2022, 10:53
von Maulwurf
Ich habe den FIlm erst vor ein paar Tagen gesehen und kann glaubhaft versichern, dass DER DRITTE MANN in Wien spielt. Macht aber nix: Schreibfehler passieren uns allen mal, und der Streifen ist so oder so grandios und könnte wegen mir auch in Niederkaltenkirchen spielen. Na ja, dort vielleicht nun nicht grad ...
Re: Der dritte Mann - Carol Reed (1949)
Verfasst: Do 8. Dez 2022, 14:02
von purgatorio
Maulwurf hat geschrieben: ↑Do 8. Dez 2022, 10:53
Ich habe den FIlm erst vor ein paar Tagen gesehen und kann glaubhaft versichern, dass DER DRITTE MANN in Wien spielt. Macht aber nix: Schreibfehler passieren uns allen mal, und der Streifen ist so oder so grandios und könnte wegen mir auch in Niederkaltenkirchen spielen. Na ja, dort vielleicht nun nicht grad ...
Alles gut, natürlich passiert das. Ich war mir nur kurz unsicher. Und außerdem ist gerade parallel der Faden von DIE MÖRDER SIND UNTER UNS sehr aktiv, der tatsächlich im Nachkriegsberlin spielt (und gedreht wurde). Ich hatte hier auch eher eine Verwechslung vermutet

Re: Der dritte Mann - Carol Reed (1949)
Verfasst: Mo 12. Dez 2022, 13:10
von sid.vicious
karlAbundzu hat geschrieben: ↑Do 8. Dez 2022, 10:04
purgatorio hat geschrieben: ↑Do 8. Dez 2022, 07:50
sid.vicious hat geschrieben: ↑Do 8. Dez 2022, 00:46
Gestern erstmals in HD geschaut und begeistert aus dem Film entlassen worden. Tolle Story im viergeteilen Berlin, klasse Darsteller, tolle Kamera. 73 Jahre alt und immer noch fit wie ein Turnschuh. Ein grandioses Werk.
Berlin? Spielte der nicht in Wien?
Ja, kann es sein, das Sid etwas verwechselt?
Ich jedenfalls habe mal eine wunderbare Dritte Mann Führung in und unter Wien gemacht.
Jau, da war ich mit den Gedanken schon woanders und habe Mist gemacht! Das ist allerdings schon ein besonders putziger Fehler.

Re: Der dritte Mann - Carol Reed (1949)
Verfasst: Mo 23. Sep 2024, 15:34
von buxtebrawler
Erscheint voraussichtlich am 24.10.2024 bei Arthaus als Ultra-HD-Blu-ray/Blu-ray-Kombination:

Re: Der dritte Mann - Carol Reed (1949)
Verfasst: Fr 20. Feb 2026, 15:06
von buxtebrawler
„Er war der übelste Schieber, den Wien je gesehen hat!“
Der ursprüngliche Film noir war eigentlich ein originär US-amerikanisches Genre. Einer der wenigen britischen Filme, die diesem Bereich weitestgehend zugeordnet werden können, stammt von Regisseur Carol Reed („Ausgestoßen“): der im Jahre 1949 veröffentlichte „Der dritte Mann“.
„Da war noch ein dritter Mann...“
Der US-amerikanische Schriftsteller Holly Martins (Joseph Cotton, „Im Schatten des Zweifels“) reist ins Nachkriegs-Wien, um seinen Freund Harry Lime (Orson Welles, „Citizen Kane“) zu besuchen. Vor Ort muss er sich jedoch berichten lassen, dass Harry Opfer eines tragischen Verkehrsunfalls geworden sei, an dessen Folgen er verstorben sei. Von Major Calloway (Trevor Howard, „Begegnung“) erfährt Holly zudem, dass Harry ein Schwerverbrecher gewesen sei. Diese Information kommt für Holly sehr überraschend, sodass er auf eigene Faust Nachforschungen anstellt – und mit widersprüchlichen Aussagen konfrontiert wird. Verdächtig ist zudem, dass Calloway ihn loswerden zu wollen scheint. Harrys ehemalige Lebensgefährtin Anna Schmidt (Alida Valli, „Der Fall Paradin“) und Holly erfahren von einem Portier (Paul Hörbiger, „Spione“), dass Harry nach dem Unfall noch gelebt habe und von drei Männern weggebracht worden sei. Im offiziellen Bericht ist jedoch lediglich von zwei Männern die Rede. Wer war der ominöse dritte Mann? Und weshalb muss der Portier diese Auskunft plötzlich mit seinem Leben bezahlen?
„Hauptsache ist, dass er tot ist!“
Der Film beginnt direkt in Wien, wo Major Calloway zunächst als Off-Erzähler in Erscheinung tritt. Die authentischen Schwarzweißbilder des nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten besetzten Wiens beeindrucken vermutlich umso mehr, je länger sie zurückliegen, denn in allzu vielen Spielfilmen dürfte man sie nicht zu sehen bekommen. Sie bilden die Kulisse eines Kriminal-Thrillers, der mit seiner Voice-over-Narration, der expressionistischen Schattenfotografie und seinem wenig Verheißung bereithaltenden Milieu- und Gesellschaftsbild dem Film noir verhaftet ist. Reeds Film ist mit Robert Kraskers Oscar-prämierten schrägen Kameraperspektiven faszinierend anzuschauen. Erinnerungswürdig sind wohl vor allem die am Prater spielenden Szenen, die toll gefilmte Verfolgungsjagd in der Kanalisation, Orson Welles‘ improvisierte Kuckucksuhr-Rede und die großartige, zum Genre perfekt passende Schlusseinstellung. Ach, und nicht zu vergessen: Anton Karas‘ sich als Thema durch den Soundtrack ziehendes charakteristisches Zither-Stück, das auch vom Film losgelöst zur populären Melodie avancierte.
„Wer war der dritte Mann?“
Über weite Strecken funktioniert „Der dritte Mann“ als Genrefilm nahezu perfekt, verliert ausgerechnet im letzten drittel jedoch seltsam an Drive und wird übermäßig ruhig. Eine für meinen Geschmack etwas fragwürdige dramaturgische Entscheidung, die das Filmerlebnis aber nur wenig schmälert. In die Figuren und ihren Umgang miteinander haben viele schlaue Köpfe viel hineininterpretiert; so symbolschwanger manche Szene aber sicherlich auch (beabsichtigt) sein mag: Den kompletten Film als politische Parabel oder ähnliches zu betrachten, halte ich für übertrieben und würde ich sein lassen, den „dritten Mann“ stattdessen als das nehmen, was er ist: Ein sehr gelungener, europäischer und besonderer Film noir.
Re: Der dritte Mann - Carol Reed (1949)
Verfasst: Fr 20. Feb 2026, 17:21
von Maulwurf
buxtebrawler hat geschrieben: ↑Fr 20. Feb 2026, 15:06
Der ursprüngliche
Film noir war eigentlich ein originär US-amerikanisches Genre. Einer der wenigen britischen Filme, die diesem Bereich weitestgehend zugeordnet werden können, stammt von Regisseur Carol Reed („Ausgestoßen“): der im Jahre 1949 veröffentlichte „Der dritte Mann“.
Ich darf Deinen wissbegierigen Blick auf diese Liste lenken:
https://www.ofdb.de/benutzerliste/34566,15/. Und auf die vorletzte Ausgabe des 35MM-Magazins verweisen, wo das Genre des Brit-Noir sehr apettitanregend besprochen wird.

Tatsächlich ist der Brit-Noir ein eigenständiges Genre, das sich gegenüber dem US-Noir durch eine realistischere und härtere Gangart auszeichnet. In UK gab es keinen Hays Code, was zu Filmen führte, die nicht immer so endeten wie es in den USA vorgeschrieben war. Einer meiner ersten Brit-Noirs war
AUSGESTOSSEN von 1947, ebenfalls von Carol Reed gedreht, und ein echtes Brett von Film. Weitere persönliche Lieblinge: DIE RATTE VON SOHO (mit einem alles überragenden Richard Widmark), BRIGHTON ROCK (die Verfilmung von 1948 mit Richard Attenborough) oder DIE FAHRT IN DEN ABGRUND (Victor Mature und Diana Dors ...

). Allesamt schwerste Empfehlung für Thriller-Fans!!
Re: Der dritte Mann - Carol Reed (1949)
Verfasst: Fr 20. Feb 2026, 17:32
von buxtebrawler
Danke für die Ergänzung und die Tipps, Maulwurf!
