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Re: Filmfest Bremen 2026

Verfasst: Di 21. Apr 2026, 16:26
von Arkadin
Bevor ich noch in dem einen oder anderen Faden (oder direkt auch hier) in die Tiefe gehe, erst einmal ein paar Worte auch von mir.
Puuhhh... nach fünf Tagen bin ich jetzt auch gut durch. Jetzt habe ich drei Tage zum Erholen - dann zieht es mich schon zur größten Jazz-Messe der Welt. Da bin ich dann aber "nur" drei Tage. Aber darum geht es hier ja gar nicht.
Es geht um das Filmfest Bremen und das war ganz wunderbar.

In diesem Jahr hatte ich wieder eine Doppel-Verpflichtung. Einerseits als Teil der Sichtungskommission die 341 Einreichungen in der Sparte "Innovation" sichten und bewerten. Andererseits auch die Moderation von drei, eigentlich vier, Screenings. Zweimal durfte ich als Weird-Xperience-Mitglied den experimentellen Film "2551.03 - The End" (der Film war eine von zwei Kooperationen, die wir von Weird Xperience mit dem Filmfest hatten) moderieren und den anwesenden Filmemacher Norbert Pfaffenbichler befragen und die Q&A managen. Einmal stand die Einführung für die zweite Weird-Xperience-Kooperation an: "Vampire Zombies... From Space!", der in der Sparte "Humor/Satire" lief. Da der gute Karlschi im Urlaub weilte, hatte ich mir eine Vertretung an die Seite geholt: Die Mitveranstalterin des tollen HyperHorrorHappenings, welches bis vor zwei Jahren das überwiegend triste Programm des Kommunalkinos erhellte. Ihre Einführung war auch wirklich ganz große klasse. Kritisch (sie mochte den Film nicht), aber auf eine Art und Weise, dass man neugierig wurde. Das war toll, aber ich freue mich auch schon sehr auf unsere Weird-Xperience-Mai-Vorstellung, wenn Karlschi wieder da ist. :knutsch:

Zudem wurde ich gebeten, noch ein paar einleitende Worte zu "dem Film, der nicht genannt werden darf" zu erzählen. Und irgendwie war ich plötzlich auch Ansprechpartner für das Kino und die Filmfest-Helferin, als es ein paar Probleme mit den Tickets gab. Haben wir aber gemeinsam alles gut gewuppt, auch weil die Festivalleitung noch vorbeischaute. Nachher habe ich noch geholfen schnell ein paar Sachen abzubauen (war die letzte Vorstellung des Filmfests 2026 überhaupt) und habe dadurch den Anfang des geheimnisvollen Films etwas verpasst. Nach dem Film gab es noch viele offene Münder im Publikum und ganz viel (positiven) Gesprächsbedarf, sodass ich erst um 1:15 Uhr wieder Zuhause war und mit dem Filmfest 2026 abschließen konnte. Allerdings ging mir nach den ereignisreichen Tagen noch so viel durch den Kopf, dass an Schlaf erst einmal nicht zu denken war. Doof, dass ich Montag keinen Urlaub genommen hätte. :schnarch:

Zum Festival gesamt: Wunderbar. Ich mag diese sehr familiäre Atmosphäre in Bremen. Was daran liegt, dass sich hier wirklich jeder kennt. Wenn man einmal in die Bremer Filmszene reingeschnuppert hat, dann trifft man an jeder Ecke einen Bekannten oder eine Bekannte. Und natürlich mag ich auch die sehr enge Zusammenarbeit mit der Leitung, bzw. der Koordination und der künstlerischen Leitung. Die sie sind immer bei jedem Treffen der Sichtungskommissionen dabei, geben einem immer das Gefühl "dazuzugehören", sind für Fragen ansprechbar, haben immer ein nettes Wort und waren auch immer während des ganzen Festivals präsent. Marc und Ilona sind echt tolle Menschen und für mich Herz & Seele des Filmfests.

Aber auch darüber hinaus war die Stimmung super und positiv. Es gab viele gute Gespräche, jede*r war offen und freundlich. Die Filmemacher verbreiteten in den Screenings eine gute, heitere Stimmung. Und die Kinosäle war, fand ich, doch sehr gut gefüllt. Mit 17.000 Besucher*innen wurde wohl auch ein neuer Rekord aufgestellt.

Auf die großen Stars könnte ich persönlich verzichten. Aber das bringt natürlich ordentlich Presse, wenn eine Vanessa Redgrave (musste kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen - die Dame ist aber auch schon 89) und Jason Isaacs angekündigt werden. Und seitdem man so verfährt und internationale Stars an die Weser holt, habe ich das Gefühl, hat sich das Filmfest noch einmal so richtig in den Köpfen etabliert. Von daher alles gut. Und Jason Isaacs hätte ich mir ja auch angeschaut, aber bei seiner "Masterclass" musste ich zeitgleich moderieren.

Und das ist auch alles sehr gut gemacht. Beginnend mit der Eröffnungs-Gala, die wieder sehr edel und - noch wichtiger - super durchgetaktet war. Da gab es keinen Leerlauf und auch keine repetitiven, nicht endend wollende Reden von jedem einzelnen Sponsor - wie es vor zwei Jahren noch der Fall gewesen sein soll.

Zu den Filmen schreibe ich noch mal etwas separat. Darum nur schnell noch drei Highlights: Bei der Preisverleihung gewann mein Favorit (Dreaming of Lions) den "Goldenen Mops" (ja, so heißt der Preis hier in Bremen - und ist auch exakt das) in der Sparte "Humor/Satire" und noch mehr freute ich mich, als mein Bekannter Jan Van Hasselt (völlig zu recht!) mit dem "Goldenen Mops" für den besten Kurzfilm in der Sparte "Bremen und Umzu" ausgezeichnet wurde. Sehr süß übrigens - da er beim Filmfest in der Organisation arbeitet, haben seine Kolleg*innen den Gewinn vor ihm geheim gehalten und alles so präpariert, dass er bis zur Preisübergabe fest davon ausging, dass ein anderer Film gewonnen hätte. Dementsprechend sprachlos und überrascht war er dann auch. Das war richtig schön. Zweites Highlight, der schöne Abend, den ich mit dem Regisseur von "2551.03" verbringen konnte (- und in dessen Verlauf ich ihn dann durch Massen von besoffenen und Feuerwerk abbrennenden Werder-Fans manövrieren musste, das war dann kein Highlight). Und das dritte Highlight ist natürlich der Fritzschi, mit dem ich den überwiegenden Teil des Filmfests verbrachte. Das war auch sehr schön. Danke dafür! :prost:

Nächstes Jahr dann das 12. Bremer Filmfest! Ich freue mich schon. :D