Wir sind deine Community rund ums Thema Film mit Schwerpunkt auf italienischem bzw. europäischem Genre-Kino. Vom Giallo über den Poliziesco/die Poliziotteschi, den Italo-Western, den Horror und der Science-Fiction bis hin zum Eurospy, zur Commedia sexy all'italiana, zu Barbaren und Endzeit, Sex- und Nunploitation, Sleaze und Trash – tausch dich bei uns gratis mit Gleichgesinnten aus, werbefrei und unkommerziell.
Darsteller: Ajita Wilson, Rita Silva, Linda Jones, Alessandro Freyberger, Cesare Di Vito
Story:
Julia, a famous physician, infiltrates a prison in an attempt to find a witness to her sister's killing, but instead she becomes the victim of a sadistic warden's sexual brutality. (quelle: imdb.com)
---und dann nimmt die Recherche zu italienischen Frauengefängnisfilmen auf einmal die Züge einer Selbstkasteiung an:
Es ist schon bezeichnend, wenn kein in Frage kommender Regisseur bereit ist, sich zu einem Film zu bekennen. Diesen Eindruck bekommt man jedenfalls, wenn man das lange Interview liest, das Davide Pulici von der auf italienisches Genrekino spezialisierten Filmzeitschrift "Nocturno" 2007 mit dem greisen Sergio Garrone führt: Garrone streitet rundheraus ab, bei den beiden Mitte der 80er mit demselben Cast in denselben Sets und auf Grundlage ähnlicher Drehbücher back-to-back gedrehten WIP-Streifen DETENUTE VIOLENTE und PERVERSE OLTRE LE SBARRE auf dem Regiestuhl gesessen zu haben. Ja, das Drehbuch stamme zwar aus seiner Feder, bei der tatsächlichen Umsetzung desselben habe er jedoch keinen kleinen Finger im Spiel gehabt. Auf die Frage, wer denn stattdessen der Schuldige sei, fällt der Name Gianni Siragusa, Neffe des Produzenten Fortunato Misiano von Romana Film, der oft und gerne gerufen wurde, um in schwierige Fahrwasser geratene Projekte kostengünstig zu retten. Dieser habe sich kurzerhand Garrones übliches Pseudonym Willy S. Regan zugelegt, weshalb die beiden Filme seither immer wieder diesem zugeschrieben worden seien. Wie Pulici im Anhang, wo er jeden Film, bei dem Garrone in irgendeiner Weise beteiligt gewesen ist, noch einmal kurz vorstellt, anmerkt, scheint er auch mit Siragusa bezüglich der Autorenschaft von DETENUTE VIOLENTE und PERVERSE OLTRE LE SBARRE gesprochen haben - und der wiederum behauptet, er wisse auch nicht so recht, wer diese Filmchen denn eigentlich in den Kasten gebracht habe!
Verdenken kann ich es weder Garrone noch Siragusa, dass sie ihre Namen am liebsten nicht in einem Atemzug mit einem Film wie DETENUTE VIOLENTE genannt hören wollen, der mir bei einer mitternächtlichen Sichtung gestern so etwas wie eine Anti-Erektion beschert hat: Angesichts all der schmuddeligen, schmierigen, schleimigen Softsexszenen, die im Minutentakt auf mich einprasselten, schien sich mein Geschlechtsteil tatsächlich förmlich in meinem Unterleib zurückziehen zu wollen. Quasi leitmotivisch wird die (sowieso nur alibihafte) Handlung unterbrochen, um zu zeigen, wie zumeist meinem Befinden nach wenig attraktive Damen sich in ärmlichen Kulissen, die Gefängniszellen sein sollen, jedoch augenscheinlich irgendwelche Filmstudiokeller darstellen, übereinander hermachen - unterlegt mal von schmissigem Funk, meist aber leider von ziellosen Synthies, die unabhängig von den Bildern aus dem Off vor sich hin dudeln. Ähnlich mäandernd gestaltet sich die Story, die einmal mehr davon berichtet, wie eine lästige Zeugin krimineller Machenschaften von Gangstern unter falschem Vorwand in ein Frauengefängnis verfrachtet wird, um dort früher oder später den Weg alles Irdischen zu gehen, und wie eine zweite Frau sich in den Knast schleusen lässt, um besagte erste Dame ausfindig zu machen, und mithilfe dieser den Tod ihrer Schwester durch Gangsterhand zu rächen - oder so ähnlich zumindest, denn wirklich Raum bleibt der Geschichte nicht zum Atmen, da sich alle Naselang eine weitere uninspirierte Fummelei und Schleckerei auf ihre Brust setzt. Abwechslung verschaffen lediglich die sadistischen Exzesse der obligatorischen lesbischen Wärterin, deren Foltermittel der Wahl glühende Eisen sind, oder wahrhaft haarsträubende Momente wie der, in der eine Insassin, die spitzgekriegt hat, dass die Wärterin mit den Gangstern unter einer Decke steckt, von dieser eine Treppe hinabgestürzt wird, die keine zwei Meter hoch sein dürfte, auf der Tonspur jedoch ein Schrei-Sound erklingt, als stürze die Arme mindestens vom Petersdom. Der Gefängnisdirektor hält sich Insassinnen als Hausmädchen und Betthäschen, bis er von der eigenen blinden (!) und tauben (!) Ehefrau hinterrücks erdolcht wird; Ajita Wilson etabliert sich zunehmend als Gegenspielerin der Wärterin, und darf im Zweikampf mit dieser bzw. parallel zu ihr ins Gras beißen; am Ende segelt die Hauptdarstellerin völlig unmotiviert und absolut kitschig mit dem Gefängnisarzt in den Ehehafen. An Kohle fehlt es natürlich an allen Ecken, weshalb die ebenfalls obligatorische Knastrevolte allein durch ein paar Off-Screen-Schüsse versinnbildlicht wird. Wozu auch den Bildkader mit Action füllen, wenn man kistenweise Softsexszenen hat, die man über uns ausgießen kann? Wenn ich mir vergegenwärtige, dass zeitnah noch die Sichtung von Geschwisterfilm PERVERSE OLTRE LE SBARRE ansteht, fürchte ich ernsthaft monatelange Impotenz, meine Güte!
Salvatore Baccaro hat geschrieben: ↑Di 21. Apr 2026, 13:10
(...) oder wahrhaft haarsträubende Momente wie der, in der eine Insassin, die spitzgekriegt hat, dass die Wärterin mit den Gangstern unter einer Decke steckt, von dieser eine Treppe hinabgestürzt wird, die keine zwei Meter hoch sein dürfte, auf der Tonspur jedoch ein Schrei-Sound erklingt, als stürze die Arme mindestens vom Petersdom.
Salvatore Baccaro hat geschrieben: ↑Di 21. Apr 2026, 13:10(...) am Ende segelt die Hauptdarstellerin völlig unmotiviert und absolut kitschig mit dem Gefängnisarzt in den Ehehafen. An Kohle fehlt es natürlich an allen Ecken, weshalb die ebenfalls obligatorische Knastrevolte allein durch ein paar Off-Screen-Schüsse versinnbildlicht wird.
Großartig!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)