Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff - Ken Finkleman (1982)

Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff - Ken Finkleman (1982)

Beitrag von jogiwan »

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff

Bild

Originaltitel: Airplane II: The Sequel

Herstellungsland: USA / 1982

Regie: Ken Finkleman

Darsteller: Robert Hays, Julie Hagerty, Lloyd Bridges, Chad Everett

Story:

Das hochmoderne Raumschiff "Mayflower I" soll seine hoffnungsfrohen und zahlreichen Passagiere zu einer neuen Kolonie auf den Mond bringen. Doch schon kurz nach dem Start gibt es aufgrund eines Feuers Probleme mit der Technik und der Bordcomputer setzt nicht nur die halbe Crew außer Gefecht, sondern ändert auch die Route, die das Raumschiff nun geradewegs zur Sonne führt. Doch so einfach geben sich die Fluggäste nicht geschlagen und der neurotische Striker versucht mit allen Mitteln die hysterischen Passagiere zu retten...
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jogiwan
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Re: Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff (1982)

Beitrag von jogiwan »

Unterhaltsame, aber doch etwas flügellahme Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 1980 in dem auch gleich die Mehrzahl der Gags aus dem Vorgänger und Darsteller recycled werden. So gibt es nahezu die gleichen Figuren und Entwicklungen, die aber im direkten Vergleich nicht ganz so gelungen wirken und bei denen sich doch recht rasch einmal die ersten Ermüdungserscheinungen einstellen. Wie schon "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" reiht der Streifen Gag an Gag an Gag und bietet als Highlight dann William Shattner in einer herrlich selbstironischen Rolle. Julie Hagerty hat mir ja schon im Vorgänger nicht so recht gefallen und auch hier hat sie außer einer Wallemähne nicht viel zu bieten. Schon lustig, aber auch nicht mehr.
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CamperVan.Helsing
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Re: Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff (1982)

Beitrag von CamperVan.Helsing »

"Airplane II", das ist nicht nur die Fortsetzung der legendären Katastrophenfilm-Verarsche des ZAZ-Teams, sondern auch noch gleich dessen Remake. Statt eines Flugzeugs muss dieses mal die erste planmäßige Raumfähre zum Mond Ted Striker, seine wieder-mal-Ex Elaine und Captain Oveur erdulden. Dabei werden dann auch jede Menge Gags aus Teil 1 recycelt bzw. einige Szenen einfach einmontiert, um die Laufzeit zu strecken. Dazu kommt ein durchgeknallter Computer mit Selbstverteidigungsmechanismus, der nicht von ungefähr an HAL 9000 erinnert. Aus "Airport" hat man sich die Idee eines erweiterten Selbstmords per Kofferbombe ausgeliehen, und William Shatner macht auf der Mondbasis überraschenderweise Urlaub von der Enterprise.

Leslie Nielsen fehlt, und ZAZ haben mit Teil 2 rein gar nichts zu tun gehabt. Mit dem Vorgänger kann "Airplane II" nicht mithalten, Spaß macht er aber allemal.

PS für Freunde unnützen Wissens: Die moralische Mehrheit wird hier verkörpert von Kitten Natividad

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buxtebrawler
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Re: Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff - Ken Finkleman (1982)

Beitrag von buxtebrawler »

„Die Meinung eines Wahnsinnigen beeindruckt mich nicht!“

Zwei Jahre nach dem kultgewordenen Regiedebüt des US-Trios David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker (kurz: „ZAZ“), dem Spoof-Film „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, drehte Regiedebütant Ken Finkleman diese ins Weltall entlassene Fortsetzung. Der im Jahre 1982 erschienene Film parodiert Science-Fiction- statt Flugzeug-Katastrophenfilme, orientiert sich ansonsten aber eng am Vorgänger.

„Sie sind vom Kurs ab und fliegen direkt auf die Sonne zu!“

Mit der Mayflower 1 tritt die Besatzung aus Captain Oveur (Peter Graves, „Die Nacht des Jägers“), Simon Kurtz (Chad Everett, „Targoor – Reise ins Grauen“) und dessen Verlobte Elaine Dickinson (Julie Hagerty, „Eine Sommernachts-Sexkomödie“) den ersten kommerziellen Flug zum Mond an. Testpilot Ted Striker (Robert Hays, „Ein Senkrechtstarter kratzt die Kurve“) flieht aus der Ronald-Reagan-Nervenheilanstalt und ersteht ein Flugticket, denn er weiß, dass technische Probleme vorprogrammiert sind und will außerdem verhindern, dass Eleaine mit Simon in den Ehestand tritt. Zu allem Überfluss befindet sich ein Selbstmordattentäter (Sonny Bono, „Flucht nach Athena“) an Bord, entwickelt der Bordcomputer ein Eigenleben und kommt das Raumschiff vom Kurs ab. Gut, dass Ted dabei ist, der zusammen mit dem auf der Erde stationierten kettenrauchenden Chief Steven McCroskey (Lloyd Bridges, „Die Bäreninsel in der Hölle der Arktis“) und seinem ehemaligen Kameraden Commander Buck Murdock (William Shatner, „Raumschiff Enterprise“) die endgültige Katastrophe abzuwenden versucht…

Das Intro parodiert die „Star Wars“-Laufschrift, E.T. will nach Hause telefonieren und natürlich muss Kubricks „2001“ für die eine oder andere Persiflage herhalten, allen voran in Form des eigensinnigen Bordcomputers. William Shatner verballhornt – natürlich – seine Captain-Kirk-Rolle mit viel Selbstironie und bekam eine der besten Sequenzen des Films ab (für die sich das Ansehen denn auch wirklich lohnt). Die „Kampfstern Galactica“-Titelmelodie erklingt und eigentlich ist der Flugzeug-Katastrophenfilm gar nicht weit weg, wie ein Gewitter mitten im All, Rückblenden zu einem Absturz sowie zur „unglaublichen Reise in einem verrückten Flugzeug“ und nicht zuletzt der Versuch, den Humor des Vorgängers zu adaptieren, beweisen. Ted Striker nervt auch hier alle mit seinen erneut visualisierten Kriegserinnerungen, Sexismus wird aufs Korn genommen, mehrere Schauspielerinnen sind dennoch oder gerade deshalb oben ohne zu sehen, Slapstick, Dialogwitz, Persiflagen und Klamauk geben sich die Klinke in die Hand.

Im Zeugenstand findet sich wieder ein Schwarzer mit (in der deutschen Synchronisation) bayrischem Dialekt, während der Film in einer seiner Rückblenden zeitweise wie ein Gerichtsdrama wirkt. Viele Gags finden nebenher am Rande statt und nicht jeder Schuss ist ein Treffer, die Frequenz aber weiterhin hoch. Jedoch vermisst man Leslie Nielsen und den originellen Ansatz des ZAZ-Regieeinstands – klar, lieber gut kopiert als schlecht selbstgemacht, aber ein paar eigene Impulse hätten diesem Nachklapp sicherlich gutgetan.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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