• Die Aufsteiger (Harold Robbins, 1979)
Daniel Boon Huggins wird von nahezu jedermann Big Dan genannt. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, kämpft sich Big Dan bis an die Spitze der amerikanischen Arbeiterbewegung durch.
Harold Robbins haut dem Leser einen unbeugsamen Mann vor den Latz, der sich weder durch Feinde noch herbe Verluste in die Knie zwingen lässt. Die Erzählung beginnt im frühen 20. Jahrhundert und endet in dessen späten Siebzigern. Kürzere Abschnitte spielen in der damaligen Gegenwart, in der sich der noch sehr junge Sohn des verstorbenen Big Dan auf eine Reise begibt. Eine Reise zu sich selbst, die ihn auch seinem verschiedenen Vater näher und näher bringt. In längeren Abschnitten nehmen wir an der Lebensgeschichte von Daniel Boon Huggins teil. Vielleicht ist teilnehmen nicht das richtige Wort, zumindest fühlte ich mich eher in der Rolle eines Beoachters.
Robbins bringt reale Persönlichkeiten aus der amerikanischen Gesichte in die Handlung ein, wirft einen kritischen Blick auf die Ausbeutung der Arbeiterschaft, lässt die Gewerkschaften allerdings auch nicht ohne deutliche Kritik davonkommen. Es kann sich hier als hilfreich erweisen, wenn der Leser über zumindest oberflächliche Kenntnisse der Thematik verfügt. Obschon dies nicht von zwingender Notwendigkeit scheint, da das Werk sehr auf den übermächtigen Protagonisten zugeschnitten ist.
Bekanntlich bin ich ein großer Fan der oft tragischen Hauptcharaktere in Simmels Büchern. Robbins geht andere Wege, lässt eine Art Supermann des Klassenkampfs auf den Leser los. Daniel Boon Huggins haut seine Gegner um, greift bei Bedarf zu Schusswaffe, der Bursche ist eine psychisch und physisch nahezu unzerstörbare Naturgewalt. Freilich lässt sich Robbins beim Thema Sex gern gehen. Frauen gibt es etliche im Leben des Helden. Diese fickt und leckt er nach allen Regeln der Kunst, schon bei Daniels Anblick läuft den Damen der Muschisaft an den Schenkeln herunter. Ich übertreibe nicht, entsprechende Passagen finden sich mehrfach in diesem Werk.
Vielleicht ist diese "relative Übermenschlichkeit" des Protagonisten der Grund dafür, dass ich mir hier nicht aus der Position des Beobachters bewegen konnte/mochte, stets eine gewisse Distanz zum Treiben gewahrt bliebt. Dennoch war der Roman kurzweilig, weitere Werke von Robbins werden irgendwann den Weg in meine Krallen finden.
Gehobene Schundliteratur für nebelfeuchte Hausfrauen. Läuft.
Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE
Moderator: jogiwan
Re: Die gemütliche DELIRIA-LITERATUR-LOUNGE
Das Blap™ behandelt Filme wie Frauen