horror's Reise durch die große Welt der Filme

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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Das Grab der blutigen Mumie
(Blood from the Mummy's Tomb)
mit Andrew Keir, Valerie Leon, James Villiers, Hugh Burden, George Coulouris, Mark Edwards, Rosalie Crutchley, Aubrey Morris, David Markham, Joan Young, James Cossins, David Jackson, Jonathan Burn
Regie: Seth Holt / Michael Carreras
Drehbuch: Christiopher Wicking
Kamera: Arthur Grant
Musik: Tristram Cary
ungeprüft
Großbritannien / 1971

Der Archäologe Julian Fuchs stößt mit seinem Team auf die Grabkammer der Göttin Tera und deren perfekt erhaltene Mumie. Die Forscher öffnen den Sarkophag und entfernen die Grabbeigaben, die ihren Körper umgeben. Ein fataler Fehler, denn Tera schwört den Grabschändern grausame Rache. Ihr Geist dringt in Julians Tochter Margareth ein und nimmt Besitz von deren Körper. Unter Teras Einfluss begibt sich Margaret auf die Suche nach den Expeditionsmitgliedern, um sie auf fantasievolle aber grausame Weise zu töten...


Vorliegendes Spätwerk der berühmten britischen Hammer - Studios aus dem Jahr 1971 lässt schon phasenweise erkennen, das die Genialität vorheriger Filme nicht mehr erreicht werden konnte. Bestachen Klassiker wie "Dracula" oder auch "Frankensteins Fluch" durch ihre einzigartige Atmosphäre oder den typischen Hammer-Look, so büßt "Das Grab der blutigen Mumie" doch eine Menge ehemaliger Stärken ein. Nun verhält es sich zwar nicht unbedingt so, das man die Geschichte nicht als Produktion der Hammer-Studios erkennen würde, doch die ehemals jahrelange Ausnahmestellung des britischen Horrorfilms ist nicht mehr so stark zu erkennen. Es entsteht zwar trotz allem immer noch eine schauerliche Grundstimmung, doch irgendwie ist nicht mehr die ganz große Faszination vorhanden, die man ansonsten eigentlich immer verspürt hat.

Eventuell mag das auch in der Tatsache begründet sein, das vorliegendem Film eine leicht trashige Note beiwohnt, die sich doch in etlichen Passagen zu erkennen gibt. Hierbei macht sich auch das dargebotene Schauspiel bemerkbar, denn zieht man einmal den Vergleich zu Größen wie Peter Cushing oder Christopher Lee, dann kann die hier versammelte Darsteller-Riege trotz größter Bemühungen nicht wirklich konkurrieren. Mehrere Einstellungen offenbaren dabei eine Menge an Theatralik, so das Mimik und Gestik der Akteure doch schon ziemlich aufgesetzt und künstlich wirken.

Hier mögen viele Hammer-Fans dann an ihre Grenzen stoßen und die guten alten Zeiten zurücksehnen, in denen die Vorzeige-Darsteller der britischen Studios immer wieder eine Kostprobe ihres Könnens abgaben. Desweiteren erscheint der Film streckenweise auch ein wenig in die Länge gezogen, zu viele vor allem überflüssig erscheinende Dialog-Passagen trüben das Film-Erlebnis ein wenig. Hierbei sind es insbesondere die Zeitabstände zwischen den einzelnen Morden, die ein gewisses Gefühl der Langatmigkeit entstehen lassen. Dafür bekommt der Zuschauer jedoch für eine Hammer-Produktion einige ungewohnt blutige Einstellungen zu Gesicht, die man in dieser Form eher nicht kennt. Zwar werden die Morde an sich nur im Ansatz gezeigt, doch die danach folgende Darstellung der Opfer lässt doch einiges an Kunstblut in die Geschehnisse einfließen.

Letztendlich handelt es sich bei "Das Grab der blutigen Mumie" definitiv nicht um ein Glanzstück aus dem Hause Hammer, mir persönlich hat der Film aber dennoch recht gut gefallen. Ich mag das trashige Flair dieses Werkes, das einem trotz diverser Defizite gute-und atmosphärische Gruselkost anbietet, die man sich ohne Weiteres zu Gemüte führen kann. Andererseits kann man aber auch die durchaus berechtigte Kritik vieler Fans nachvollziehen, die sich an den offensichtlichen Qualitäts-Einbußen gegenüber früheren Filmen nicht sonderlich erfreuen.


Fazit:


Es mag sicherlich so sein, das "Das Grab der blutigen Mumie" nicht zu den Highlights der britischen Studios zählt, dennoch beinhaltet der Film seinen ganz eigenen Charme, der sich auch auf den Betrachter überträgt. Für eingefleischte Fans sowieso unverzichtbar, eignet sich das Werk jedoch auch für jeden anderen zumindest zu einer einmaligen Sichtung.


6,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Remo - Unbewaffnet und gefährlich
(Remo Williams: The Adventure Begins)
mit Fred Ward, Joel Grey, Wilford Brimley, JA Preston, George Coe, Charles Cioffi, Kate Mulgrew, Patrick Kilpatrick, Michael Pataki, Cosie Costa, Davenia McFadden, JP Romano, Joel Kramer
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Christopher Wood / Warren Murphy
Kamera: Andrew Laszlo
Musik: Craig Safan
FSK 12
USA / 1985

Nach einem Überfall erwacht ein New Yorker Polizist mit einem neuen Gesicht und einem neuen Namen: Remo Williams. Bevor er zukünftig im Dienste einer Geheimorganisation das Böse auf der Welt bekämpfen soll, bekommt er von Martial-Arts-Meister Chiun noch Einzelunterricht in der Kunst des unauffälligen Tötens ohne Waffen. Danach wird er gemeinsam mit seinem Kollegen McCleary auf sein erstes Opfer angesetzt, den zwielichtigen Unternehmer Grove.


Schon der Original-Titel "Remo Williams: The Adventure Begins" deutet ziemlich eindeutig darauf hin, das vorliegender Film im Prinzip nur als Aufbau einer neuen Figur im Action-Bereich dienen sollte, mit der Regisseur Guy Hamilton auch augenscheinlich eine Art James Bond ohne Waffen schaffen wollte. Zudem ist auch die Geschichte des Filmes inhaltlich so aufgebaut, das der Zuschauer eigentlich davon ausgehen sollte, das noch mehrere Abenteuer mit Remo Williams folgen sollten. Anscheinend war das Genre des Action-Filmes jedoch so von Helden wie Stallone & Co. geprägt, das kein Platz für einen zusätzlichen Helden da war, denn anders ist es kaum zu erklären, das der Film nicht den großen Anklang fand, den man sich eigentlich erwartet hatte. Schade eigentlich, denn die Geburt eines Helden der als Waffe lediglich seinen eigenen Körper besitzt ist eine nette Idee und auch die Umsetzung des Ganzen ist absolut sehenswert. Hamilton ist es nämlich perfekt gelungen, hier einen absolut sehenswerten Mix aus Action-und Humor zu kreieren, der auch in der heutigen Zeit immer noch für beste-und kurzweilige Unterhaltung sorgt, außerdem hatte man mit Fred Ward einen charismatischen Hauptdarsteller verpflichten können, der als Titelheld jederzeit überzeugen kann. Bevor die Figur des Remo Williams jedoch überhaupt ihren ersten Auftrag übernehmen kann, muss ihre alte Identität ausgelöscht werden, um dann nach einer Gesichts-Operation das komplette Leben umzugestalten und den eigenen Körper zu einer Waffe zu machen.

Um das zu erreichen, wird der ehemalige Cop vom skurrilen Koreaner Chun trainiert und gerade in dieser Ausbildung steck auch das größte humorige Potential der Story. Im Umgang der beiden miteinander offenbart sich dabei jede Menge Wortwitz, doch vor allem die entstehende Situationskomik nimmt phasenweise schon extrem skurrile Formen an. Es handelt sich dabei weniger um die Art von Humor, bei der man sich ständig auf die Schenkel schlägt, sondern vielmehr die Art von komödiantischen Einlagen, die dem Zuschauer ziemlich oft ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern. An einigen Stellen mag das Geschehen für den ein-oder anderen schon etwas albern wirken, doch insgesamt gesehen wurde dem Szenario genau die richtige Portion Charme verliehen, die es auch heute noch absolut sehenswert macht. Zugegebenermaßen beinhalten die Ereignisse auch mehrere Passagen, die einen überzogenen-und nicht gerade realistischen Eindruck verleihen, so erscheint es beispielsweise nicht sonderlich glaubhaft, das der Koreaner Chun am Ende der Geschichte leichtfüßig über das Wasser in einem See laufen kann. Den ansonsten sehr guten Gesamteindruck dieser Produktion beeinträchtigt das jedoch nicht wirklich, denn "Remo - Unbewaffnet und gefährlich" entpuppt sich ganz einfach als ein Szenario, dessen Ansicht dem Betrachter jede Menge Spaß bereitet.

Umso unverständlicher erscheint einem deswegen auch der Umstand, das dieser nahezu perfekten Einführung keine Fortsetzungen zu teil wurden, beinhaltet die Figur des Titelhelden doch jede Menge Potential, das leider nie ausgeschöpft wurde. Da dieser Film unerklärlicherweise zum Flop avancierte, wurde auch die Produktion eines TV-Formates eingestellt. Hamiltons Werk lebt in erster Linie von seinen beiden äußerst charismatischen Hauptdarstellern Fred Ward und Koel Grey, denen man die Spielfreude in jeder einzelnen Einstellung ansehen kann. Der beigefügte Humor und die gut in Szene gesetzten Action-Passagen tun ihr Übriges, um die Laufzeit von knapp 2 Stunden wie im Flug vergehen zu lassen. Zwar ist die Geschichte des Filmes rein inhaltlich kein Ausbund an Innovation, doch gerade zur damaligen Zeit erschien die Erschaffung eines unbewaffneten Action-Helden fast schon wie eine Frischzellen-Kur für das Action-Genre, das doch von dem immer gleich agierenden Veteranen dominiert wurde. Die Omnipräsenz von Schwarzenegger, Stallone, Norris & Konsorten war dann wohl aber doch zu prägend, als das man dieser neuen Art eines Helden eine wirklich faire Chance geben konnte. Den üblichen in der Filmwelt geltenden Gesetzen blieb es dann also leider bei diesem einzigen Abenteuer einer Figur, die gerade erst entstanden war und keine weitere Chance erhielt, einen von ihren vorhandenen Fähigkeiten zu überzeugen.

Trotz des gescheiterten Versuches, mit Remo Williams einen neuen Action-Star zu etablieren, kann man den Film von Guy Hamilton als absolut gelungenes Action-Spektakel ansehen, das auch nach numehr fast drei Jahrzehnten immer noch vortrefflich funktioniert. So mancher Beitrag der heutigen Zeit könnte sich hier noch eine dicke Scheibe abschneiden, denn Remo - Unbewaffnet und gefährlich ist im Bezug auf den reinen Unterhaltungswert nicht so leicht zu toppen. Und auch wenn es keinen weiteren Abenteuern kam, sollte man dieses Werk nicht einfach an sich vorbeiziehen lassen und auf jeden Fall einen Blick riskieren. Eine nette Story, 2 herausragende Hauptdarsteller, eine Menge Action und jede Menge Humor sind ganz eindeutige Indizien für ein äußerst kurzweiliges Film-Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.


Fazit:


Auch wenn manch einer das anders sehen mag, ich persönlich hätte mir durchaus vorstellen können, das hier eine herrliche Film-Reihe ihren Anfang findet, doch die damaligen Umstände haben das leider nicht zugelassen. Dabei wird das vorhandene Potential in diesem Film lediglich angedeutet und es wäre sehr spannend gewesen zu beobachten, wie sich Mr. Williams weiterentwickelt hätte. So muss man leider mit diesem einzigen Abenteuer vorlieb nehmen, das man sich in regelmäßigen Abständen immer wieder gut anschauen kann.


8,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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White Tiger - Die große Panzerschlacht
(Belyy tigr)
mit Aleksey Vertkov, Vitaliy Kishchenko, Valeriy Grishko, Dmitriy Bykovskiy-Romashov, Gerasim Arkhipov, Aleksandr Vakhov, Vitaliy Dordzhiev, Vladimir Ilin, Karl Kranzkowski, Christian Redl, Klaus Grünberg
Regie: Karen Shakhnazarov
Drehbuch: Aleksandr Borodyanskiy / Ilya Boyashov
Kamera: Aleksandr Kuznetsov
Musik: Yuriy Poteenko / Konstantin Shevelyov
FSK 16
Russland / 2012

Ostfront 1943: Ein geheimnisvoller deutscher Superpanzer macht der Roten Armee den Vormarsch auf Berlin schwer. Stark, wendig, treffsicher und schier unzerstörbar taucht er plötzlich auf, um nach dem Gefecht spurlos wieder zu verschwinden. Es ist, als ob die schwere Maschine sich in Luft auflösen würde. Nach einem verheerenden Angriff des Weißen Tigers, wie der Panzer genannt wird, finden Sanitäter ein kaum noch lebendiges Bündel aus verkohltem Fleisch. Doch Panzerfahrer Ivan Naydenov überlebt wie durch ein Wunder seine schweren Verbrennungen. Fortan kennt er nur noch ein Ziel: Er muss diesen Geisterpanzer finden und für immer zerstören ...


Der Titel des Filmes und die dazu gehörige Inhaltsangabe wecken schon im Vorfeld gewisse Erwartungen beim Zuschauer, der sich doch eigentlich auf ein actiongeladenes Szenario einstellt, in dem es richtig große Panzerschlachten zu sehen gibt. Aufgrund dieses Aspektes wird es dann wohl auch so sein, das sich bei vielen Leuten eher Ernüchterung einstellt, denn dieser auf einer Novelle von Ilya Boyashov basierende Film schlägt im Prinzip eine vollkommen andere Richtung des Kriegsfilmes ein, als man es zuerst vermutet. Sicherlich gewöhnungsbedürftig offenbart sich so eine Geschichte die streckenweise schon fast mystisch erscheint und insbesondere im Bezug auf die vorhandenen Dialoge philosophische Ansätze offenbart, die sich um die wahre Bedeutung des Krieges drehen. Etliche Passagen dieses Werkes sind mit einer starken Symbolhaftigkeit versehen und lassen extrem viel Spielraum für eigene Interpretationen des Geschehens, wodurch die Geschichte ganz bestimmt nicht jeden Geschmack treffen wird.

Statt etlichen Panzerschlachten bekommt man viel eher den Kampf zwischen einem Menschen und einer schier unbesiegbaren Maschine präsentiert, wobei schon die Einführung der Hauptfigur Naydenov etliche Fragen aufwirft. Der Panzerschütze wird nämlich in einem ausgebrannten Panzer gefunden und 90 % seines Körpers sind vollkommen verbrannt, was im Normalfall definitiv den Tod nach sich zieht. Nicht aber in vorliegendem Fall und um das Ganze noch weiter auf die Spitze zu treiben, verheilen die Wunden hier sogar noch in absoluter Rekordzeit. Manch einer mag sich nun fragen was dieser Quatsch soll, doch für die vorliegende Story ist dieser Punkt alles andere als unwesentlich, bezieht das Geschehen doch aus dieser Tatsache einen Großteil ihrer mystischen Züge. Der Gegenpart des Soldaten ist der sogenannte "White Tiger", ein deutscher Super-Panzer, um den sich die fantastischsten Legenden ranken. In der Folgezeit wird der Fokus dann auch ganz eindeutig auf die Jagd des Menschen nach der Maschine gelegt und nicht selten wird man als Betrachter an die Geschichte von "Moby Dick" erinnert, in der Captain Ahab der Obsession verfallen war, den gigantischen Wal zu töten.

Bis auf recht wenige Ausnahmen gestaltet sich "White Tiger" hauptsächlich voller Dialoge, die wirklichen Action-Passagen kann man sich dabei eher an einer Hand abzählen. Für viele mag dies ein eher negativer Kritikpunkt sein, doch meiner Meinung nach hat Karen Shakhnazarov gut daran getan, das Hauptaugenmerk auf die philosophischen Ansätze zu legen, die immer wieder in den Vordergrund treten. Von einem Panzergott ist die Rede und Hauptfigur Naydenov wird nach eigenen Aussagen von seinem eigenen Panzer gewarnt, wenn der Geister-Panzer "White Tiger" wieder erscheint. Diese übersinnliche Note in einem Kriegsfilm ist sicherlich nicht alltäglich, verleiht dem ganzen aber einen durchaus interessanten Anstrich und regt gleichzeitig auch zum nachdenken an. Dazu tragen auch die letzten Minuten des Filmes bei die für manch einen eher sehr verwirrend und eventuell auch überflüssig erscheinen, doch gerade das Gespräch am Ende zwischen Adolf Hitler und einem im Dunkeln sitzenden Mann lässt das gesamte Geschehen etwas klarer erscheinen und unterstreicht die mysteriöse Botschaft des Filmes. Der Krieg an sich und die symbolische Bedeutung des Ganzen werden einem dabei gut näher gebracht und man erkennt spätestens jetzt die Botschaft, die einem Karen Shakhnazarov mitteilen will.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei "White Tiger" ganz sicher nicht um einen Kriegsfilm der handelsüblichen Art. Man kann es durchaus nachvollziehen, wenn viele Leute nicht viel mit der hier erzählten Geschichte anfangen können, die statt einem rasanten Kriegs-Geschehen doch viel eher mystische Andeutungen und philosophisch angehauchte Dialoge anbietet. Wie dem aber auch sei, eine Sichtung des Werkes ist auf jeden Fall lohnenswert, was allein schon in der Tatsache begründet ist das sich dieser Film so sehr von anderen Genre-Beiträgen abhebt. Meiner persönlichen Meinung nach tut er dies zudem in einer sehr wohlwollenden Art und Weise und lässt den Zuschauer das gesamte Szenario einmal aus einer vollkommen anderen Sichtweise betrachten.


Fazit:


Freunde actiongeladener Kriegsfilme werden wohl eher enttäuscht sein, denn bis auf wenige Ausnahmen hält sich der vorliegende Film in dieser Beziehung eher vornehm zurück. Wer jedoch seine Freude an einem äußerst gelungenem Genre-Mix hat und dabei auch einmal über das Gesehene nachdenken möchte, der wird an dieser Stelle bestens bedient und dürfte seine helle Freude an dieser russischen Produktion haben.


7/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Total Recall
(Total Recall)
mit Colin Farrell, Kate Beckinsale, Jessica Biehl, Bryan Cranston, Bokeem Woodbine, Bill Nighy, John Cho, Will Yun Lee, Milton Barnes, James McGowan, Natalie Lisinska, Michael Therriault, Stephen MacDonald
Regie: Len Wiseman
Drehbuch: Kurt Wimmer / Mark Bomback
Kamera: Paul Cameron
Musik: Harry Gregson-Williams
FSK 12
Kanada / Usa / 2012

Obwohl Fabrikarbeiter Douglas Quaid eine wunderschöne Frau hat, die er sehr liebt, klingt so ein Mind-Trip wie der perfekte Urlaub von seinem frustrierenden Alltag. Echte Erinnerungen aus dem Leben eines Superspions könnten genau das sein, was er braucht. Doch als die Programmierung schiefgeht, wird Quaid ein gejagter Mann. Von der Polizei verfolgt – die unter dem Kommando von Chancellor Cohaagen, dem Führer der freien Welt, steht – verbündet sich Quaid mit der Rebellin Melina, um den Chef der Untergrund-Widerstandskämpfer zu finden und Cohaagen zu stoppen. Der schmale Grat zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmt immer mehr, und das Schicksal seiner Welt droht aus dem Gleichgewicht zu geraten, als Quaid entdeckt, wer er wirklich ist, wen er wirklich liebt und was seine wahre Bestimmung ist.


In der heutigen Zeit gehört es ja mittlerweile fast schon zum guten Ton, das im Prinzip fast jedem einigermaßen erfolgreichen Film vergangener Zeiten eine Neuauflage zu teil wird. Nur selten können die Remakes dabei jedoch an die Klasse des Originals heranreichen und nicht anders verhält es sich bei diesem zeitlosen Klassiker, in dem Arnold Schwarzenegger 1990 die Hauptrolle spielte. Regisseur Len Wiseman (Underworld) folgt dabei den Gesetzen des Marktes und präsentiert ein aufgemotztes Action-SCI/FI Spektakel, das im Bezug auf Tempo und Action das Original sogar toppen kann, deswegen aber dennoch die weitaus schlechtere Variante darstellt. Das mag eventuell gerade die jüngere Generation etwas anders sehen, doch die Neuauflage ist dermaßen mit Action-Passagen vollgestopft, das sie an etlichen Stellen schon reichlich überladen erscheint. Ganz unweigerlich geht das dann auch auf Kosten der Geschichte, die zwar im Grunde genommen beibehalten wurde, aber doch einige wesentliche Änderungen beinhaltet. So fällt die Mars-Thematik hier vollkommen raus, man bekommt es mit einer totalitären britischen Union zu tun und anstelle vom Mars ist lediglich von der sogenannten Kolonie die Rede, die als Ziel für eine geplante Invasion herhalten muss. An diesem Punkt sind wir auch gleichzeitig bei der größten Schwäche dieses Filmes angelangt, denn war im Original der Mars noch der Hauptschauplatz des Geschehens, so wird die Kolonie viel eher unbeachtet in den Hintergrund gerückt und spielt im Grunde genommen eine vollkommen untergeordnete Rolle. Die wichtigsten Passagen des 90er Filmes wurden hier zwar übernommen, doch im Grunde genommen dreht sich das gesamte Szenario um eine endlos erscheinende Hetzjagd nach der Hauptfigur, hinter der sämtliche anderen Aspekte zurückstehen müssen.

Für manch einen mag das durchaus nachvollziehbar sein, ist es doch in der heutigen Zeit anscheinend enorm wichtig, den Zuschauer hauptsächlich mit Tempo und jeder Menge Action zu beglücken. Das es dabei äußerst oft zuviel des Guten ist scheint nur die wenigsten zu stören und wenn die Geschichte samt Atmosphäre viel an Klasse verliert, dann wird das zumeist einfach nur so hingenommen. Und so entfaltet sich dann auch in vorliegendem Fall ein Szenario, das zwar eine zugegebenermaßen schön düstere Grundstimmung verfügt und auch rein visuell ein echter Hingucker ist. Die rasante Erzählweise der Ereignisse ist auf jeden Fall äußerst unterhaltsam und mag zudem auch zeitgemäß erscheinen, doch einem direkten Vergleich mit dem Werk von Paul Verhoeven kann diese Neuauflage zu keiner Zeit standhalten. Dabei machen die Darsteller ihre Sache im Prinzip recht gut, ein Colin Farrell ist sichtlich bemüht, erscheint aber phasenweise dennoch wie ein Fremdkörper, der sich in den falschen Film verirrt hat. Es sind hauptsächlich die Damen der Schöpfung die hier einen sehr überzeugenden Eindruck hinterlassen, wobei Kate Beckinsale die gute Jessica Biehl noch bei weitem übertrumpft. Bei diesem Punkt ist man dann auch bei einer Neuerung angelangt, die man auf jeden Fall als gelungen ansehen kann, denn die Rolle von Quaid's Ehefrau (Beckinsale) reicht dieses Mal bis zum Ende der Story und endet nicht wie im Original schon mitten im Film.

Ganz generell bleiben die Charakter-Zeichnungen der Figuren ein wenig hinter den Erwartungen zurück und wirken manchmal sogar recht schwammig. Nun ist es ja nicht gerade so, das man im 90er Werk von ausgefeilten Skizzierungen reden könnte, aber gerade die Charaktere von Quaid und Melina erschienen dort weitaus greifbarer und machten es einem viel leichter, einen wirklichen Bezug zu ihnen herzustellen. Hier ist dies leider nicht der Fall, denn anstatt die Figuren mit etwas mehr Tiefe auszustatten, hat Wiseman mehr auf den Action-Gehalt seiner Version gesetzt. Zugegeben, man bekommt in dieser Beziehung eine ganze Menge geboten, aber an einigen Stellen treten schon diverse Ermüdungserscheinungen auf, da es des Guten zuviel ist. Wer also auf die reine Action steht wird sicherlich gut bedient, muss sich dann jedoch nicht wirklich wundern, das die Qualität der Story an sich ein wenig auf der Strecke bleibt. Auch wenn sich das jetzt alles eher negativ anhört, ist "Total Recall" alles andere als ein schlechter Film. Der reine Unterhaltungswert ist sogar ziemlich hoch angesiedelt, doch gerade weil man das Grund-Konzept der Geschichte beibehalten hat, fallen diverse Defizite ganz besonders auf.

Letztendlich handelt es sich um ein Remake das man sich ohne Bedenken gut anschauen kann. Im direkten Vergleich mit dem Original sind jedoch sehr deutliche Qualitäts-Einbußen zu verzeichnen, an denen man keinesfalls vorbeischauen kann. Positiv sind sicherlich der futuristische Look und die düstere Grundstimmung zu bewerten, zudem bekommt man es mit einer glänzend aufgelegten Kate Beckinsale zu tun, die das absolute Highlight dieser Neuauflage darstellt. Die negativen Aspekte ergeben sich aus den blassen Darstellungen von Farrell und Biehl sowie aus der Tatsache, das wichtige Aspekte aus der Original-Story fast schon sträflich vernachlässigt wurden oder gar nicht erst eingebaut wurden. So kann der Film dann auch auf keinen Fall gänzlich überzeugen und dürfte auch nicht den großartigen Gesamteindruck hinterlassen wie Verhoeven's Film, der ganz eindeutig die bessere Variante des Stoffes ist.


Fazit:


Sicherlich zeitgemäß aufgepeppt kann "Total Recall" keinesfalls an seine Original-Vorlage heranreichen. Dennoch handelt es sich immer noch um gelungenes Popcorn-Kino, das allerdings teilweise actionmäßig vollkommen überladen erscheint, wodurch die eigentliche Geschichte leiden muss. Für einen kurzweiligen Film-Abend bestens geeignet, aber zu mehr reicht es nicht wirklich, so das man doch lieber zur Version mit Arnie greifen sollte, wenn man mal wieder Lust auf die totale Erinnerung hat.


6/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Elevator
(Elevator)
mit Christopher Backus, Anita Briem, John Getz, Shirley Knight, Michael Mercurio, Amanda Pace, Devin Ratray, Joey Slotnick, Tehmina Sunny, Waleed Zuaiter, Gary Ambrosia, Herbert Russell
Regie: Stig Svendsen
Drehbuch: Marc Rosenberg
Kamera: Alain Betraincourt
Musik: Herrman Christoffersen / Björnar Johnsen
FSK 16
USA / 2011

9 Personen - 1 Blockierter Aufzug - 1 Bombe - 0 Entkommen

Beim Kampf ums Überleben zählt keine Moral. Das erfahren neun unterschiedliche Gäste einer Wall Street Party am eigenen Leib, als Ihr Fahrstuhl hoch über Manhattan stecken bleibt. Auf engstem Raum zeigt sich schnell, wem an ein Miteinander gelegen ist, wer nur an sich denkt und wer ein Sadist ist. Die Fassaden der Zivilisation brechen vollends, als auch noch eine Bombe im Aufzug entdeckt wird: Alle Moralvorstellungen weichen einem Kampf ums eigene Überleben; Die Fahrt zur Party wandelt sich zu einem Sturz in den Horror.



Auf die Inhaltsangabe sollte man in diesem speziellen Fall nicht zuviel Wert legen, liegt man doch ansonsten einem Trugschluss auf und erwartet einen klaustrophobisch anmutenden Fahrstuhl-Thriller, der sich jedoch keinesfalls zu erkennen gibt. Ganz generell sollte man gleich zu Beginn anmerken, das nur die wenigsten dieser Filme auch wirklich funktionieren und als Paradebeispiel dafür kann man immer nur wieder den Klassiker "Abwärts" erwähnen, bei dem es sich meiner Meinung nach um die Mutter aller Fahrstuhl-Thriller handelt. Nun will ich Regisseur Stig Svendsen keinesfalls das Bemühen absprechen, das er mit seinem zweiten Langfilm "Elevator" einen durchaus ernstzunehmenden Beitrag kreieren wollte, doch sollte dies wirklich seine Absicht gewesen sein, dann ging dieser Schuss ganz mächtig nach hinten los. Nun sind Filme dieser Art prinzipiell selten sehr logisch und gerade das Verhalten der eingeschlossenen Personen ist nur schwerlich vorherzusehen, was ganz einfach in der unterschiedlichen Natur eines jeden Menschen bedingt ist. Was sich einem hier jedoch präsentiert geht beim besten Willen auf keine Kuhhaut mehr, denn das bunte Treiben mit unlogischen Verhaltensweisen der Protagonisten zu bezeichnen, würde der Sache noch nicht einmal annähernd gerecht werden. Das beginnt schon mit der Besetzung des Fahrstuhls, denn für die Zusammensetzung der verschiedenen Personen hätte man kaum mehr Klischees bemühen können, als es in vorliegender Geschichte der Fall ist.

Da hätten wir den schwitzenden Fettsack, eine sensationslüsterne Reporterin mit ihrem untreuen Verlobten, einen arroganten Vorstands-Vorsitzenden mit seiner rotzfrechen Nichte, einen aus dem Iran stammenden Sicherheits-Chef, eine schwangere Angestellte, einen zynischen Klaustrophobiker und nicht zu vergessen eine gebrochene dicke Frau, die sich eine Bombe um die Hüfte geschnürt hat. Diese Zusammensetzung an sich birgt schon extremes Eskalations-Potential in sich, das jedoch zu keiner Zeit irgendwie in Erscheinung treten will. Ebenso baut sich während der gesamten Laufzeit so gut wie gar keine Spannung auf, da die Ereignisse absolut vorhersehbar sind. Zu guter Letzt gibt sich auch die ansonsten unbedingt erforderliche Grundstimmung erkennen, erwartet man doch ganz automatisch eine dichte-und bedrückende Atmosphäre, die bei einem räumlich so stark eingeschränkten Schauplatz fast wie von selbst auf den Plan tritt. Nichts von diesen ganzen unentbehrlichen Zutaten ist zu verspüren und auch eine eigentlich übliche Panik bei den Eingeschlossenen Personen scheint so gar nicht aufkommen zu wollen. Lediglich das zu Beginn großmäulige Gör entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer Heulboje in Miniaturausgabe und geht einem somit egal auf welche Art auch immer den gesamten Film über auf die Nerven. Bedenkt man jetzt noch das Fehlen jeglicher Logik und hört den zum Großteil extrem skurrilen Dialogen zu, dann fragt man sich ganz unweigerlich, um was für einen Film es sich hier überhaupt handelt.

Und diese Frage ist wirklich nicht so leicht zu beantworten, wodurch die eher sehr schlechten Meinungen zu diesem Werk auch durchaus nachvollziehbar erscheinen. Dennoch sollte man sich spätestens jetzt selbst einen Gefallen tun und "Elevator" eben nicht als ernsten Genre-Beitrag ansehen. Wie aber soll man dieses phasenweise groteske Szenario dann beurteilen, wenn die üblichen Maßstäbe keinesfalls anzulegen sind und die Ereignisse sich fernab jeder Realität bewegen? Eine gute Frage, auf die zumindest ich für mich persönlich eine befriedigende Antwort gefunden habe. Auch wenn das Bestreben des Regisseur ganz bestimmt in eine vollkommen andere Richtung abgezielt hat, wurde hier eher eine wunderbar funktionierende Persiflage geschaffen, die man allerdings auch so betrachten muss. Wer dieses Werk laut seiner eigenen Deklaration als ernsten Thriller ansieht ist selbst schuld und am Ende des Ganzen auch vollkommen zu recht absolut enttäuscht, da die Geschichte in keiner einzigen Phase das halten kann, was einem in der Inhaltsangabe versprochen wird. Ist man jedoch dazu in der Lage, auch während der Laufzeit einmal die Sichtweise auf das Szenario zu wechseln, der entdeckt ein wunderbares Sammelsurium an Absurditäten, an dem man seine helle Freude haben kann. Aus der veränderten Betrachtung heraus ergibt sich so nämlich eine wunderbar schräge Komödie, die mit bissigem Wortwitz und stellenweise skurriler Situationskomik gesegnet ist. Manch einer will das sicherlich nicht hören und kann meinen Blickwinkel auch nicht nachvollziehen, da hier doch eben ein packender Fahrstuhl-Thriller angekündigt wurde. Doch obliegt es nicht jedem Zuschauer selbst, seine Sicht auf die Dinge während eines Filmes zu ändern, wenn dieser dann unter den neuen Gesichtspunkten auch ganz vortrefflich funktioniert?

Und so wird dann aus dümmlichen Dialogen, peinlich berührenden Szenen und unlogischem Verhalten der Akteure eine Art witzige Anleitung, wie man sich in der hier dargestellten Situation auf keinen Fall verhalten sollte, was die gesamte Produktion in einem vollkommen anderen Licht erscheinen lässt. Die offensichtlichen Unzulänglichkeiten eines dümmlichen Drehbuches verleihen der Geschichte auf einmal ungeahnte Stärken und das im ersten Moment dilletantisch erscheinende Schauspiel der Darsteller wird unfreiwillig zur komischen Kunst. Wenn man diese Einschätzung teilen kann, dann wird aus einem total misslungenem Thriller eine fast schon grandiose Parodie, die durchgehend bestens unterhalten kann und äußerst kurzweilig gestaltet ist. Wer aber doch lieber echten Thrill sehen möchte, sollte lieber die Finger von "Elevator" lassen, der eigentlich nur aus der Sichtweise eines Liebhabers der unfreiwilligen Komik so wirklich überzeugen kann.


Fazit:


Als Thriller versagt das Werk im Prinzip auf der ganzen Linie, doch als unfreiwillig komische Parodie auf den Fahrstuhl-Thriller an sich funktioniert die Geschichte einfach wunderbar. Letztendlich muss das ein jeder für sich selbst entscheiden, aber ich fühlte mich durchgehend bestens unterhalten und kann an all jene die ihre Betrachtungsweise ändern können und auf keine eingefahrene Schiene festgelegt sind eine absolute Empfehlung aussprechen.


als Thriller 3/10

als unfreiwillig komische Parodie 8/10
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horror1966
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Shadowguard
(The Blood Bond)
mit Michael Biehn, Phoenix Chou, Simon Yam, Emma Pei, Jennifer Blanc, Dong Fu Lin, Xiao Keng Ye, Shi Ping Cao, Michael Chai, Mini Lee, Kenny Lo, Andrew Ng, Thomas Ho, Oliver Williams
Regie: Michael Biehn
Drehbuch: Michael Biehn / Nicholas Eriksson
Kamera: Ross W. Clarkson
Musik: Longan So
FSK 16
China / USA / 2010

Bagwun, ein weltbekannter spiritueller Führer trifft in der asiatischen Stadt Purma ein, um eine geistliche Rede für seine Anhänger zu halten. Begleitet wird er von einer Heer an Mönchen und Beratern. Auch seine persönliche Leibwächterin, Deva, eine bildhübsche eurasische Frau mit beeindruckenden kämpferischen Fähigkeiten begleitet ihn. Als Bagwun und seine Anhänger am Hotel ankommen, werden sie von Auftragskillern angegriffen. Schwer verletzt kommt Bagwan mit dem Leben davon, doch er braucht dringend binnen 12 Stunden eine Bluttransfusion um überleben zu können - seine Blutgruppe ist so selten das nur eine Handvoll Spender in Frage kommen. Deva macht sich auf den gefährlichen Weg durch das Rebellen Land und findet den letzten möglichen Spender, John Tremayne, ein verbitterter EX-Special Forces Soldat der vor langer Zeit den Krieg hinter sich gelassen hat. Doch die Vergangenheit holt Ihn wieder ein, und ein unerbittlicher Kampf um sein Blut bricht aus.

The Expendables Meets Rambo



Mit diesem Schriftzug auf dem deutschen DVD-Cover werden natürlich sofort Hoffnungen beim Zuschauer wach, das man es hier mit einem ordentlichen Action-Kracher zu tun bekommt. Ziemlich schnell stellt sich jedoch die Ernüchterung ein, denn "Shadowguard" kann in wirklich keiner Beziehung auch nur ansatzweise mit den oben genannten Filmen konkurrieren. Der Regie-Erstling von B-Movie Ikone Michael Biehn ist ehrlich gesagt sogar ein ziemlicher Reinfall, beinhaltet die laue Geschichte doch im Prinzip keinerlei Höhepunkte, die man lobenswert erwähnen könnte. Zum einen gibt die extrem ausgedünnte Rahmenhandlung so gut wie überhaupt nichts her und auch die Umsetzung des Ganzen erscheint einem doch eher dilletantisch und dröge, so das man auch sehr gut nachvollziehen kann, das Biehn sich im nachhinein von seinem eigenen Film distanziert haben soll.

Angeblich soll diesem Werk ein Budget von geschätzten 2.000.000 $ zu Grunde liegen, wobei man sich schon während der Sichtung die Frage stellt, wofür das Geld denn ausgegeben wurde. Es kann jedenfalls schwerlich für die schwach agierende Darsteller-Riege ausgegeben worden sein, denn das dargebotene Schauspiel spottet eigentlich jeder Beschreibung und ist nicht der Rede wert. Treffend erscheint lediglich ein einziger von Biehn ausgesprochener Satz zu sein, sagt er doch während einer Szene, das er schon bessere Tage gehabt hätte. Damit trifft er dann auch den Nagel genau auf den Kopf, passt er sich doch mit seiner Darstellung dem unglaublich schwachen Niveau der gesamten Inszenierung an.

Ein B-Actioner sollte doch zumindest unterhaltsam-und kurzweilig sein, doch selbst hier versagt "Shadowguard" fast auf der ganzen Linie. Nur selten bekommt man Passagen geboten, die einen ein wenig aus dem Dämmerzustand herausholen, der schon nach wenigen Minuten Spielzeit eintritt. Zu belanglos und dröge erscheint die ganze Chose und das Geschehen plätschert fast ganzzeitig vor sich hin, ohne dabei jegliche Substanz erkennen zu lassen. Lediglich einige Nahkämpfe der Hauptdarstellerin Phoenix Chou sorgen für ein wenig Unterhaltung, wobei selbst diese Passagen noch ziemlich bieder erscheinen. Michael Biehn hingegen wirkt ausgemergelt und gebrechlich, nichts ist mehr zu verspüren vom ansonsten immer drahtigen B-Movie Star vergangener Tage.

Und so ergibt sich dann insgesamt gesehen ein Gesamteindruck, der mit dem Begriff unterdurchschnittlich noch bestens bedient ist. "Shadowguard" ist nicht mehr als ein äußerst müder Vertreter des Genres, dem es an jeglicher Inspiration und Klasse mangelt. Eine vollkommen belanglose Geschichte, schlecht agierende Darsteller und das Fehlen jeglicher Spannung sind nicht unbedingt die Attribute, die ein Film dieser Art beinhalten sollte. Der reißerische Vergleich mit Genre-Größen wie "The Expendables" und "Rambo" ist nicht mehr als eine Marketing-Strategie, damit man diesen Film überhaupt einer bestimmten Zielgruppe schmackhaft machen kann, die jedoch im Endeffekt ebenso enttäuscht sein wird wie jeder andere, der sich dieses Werk angesehen hat.


Fazit:


So sehr ich den guten Michael Biehn auch schätze, mit dieser Regie-Arbeit hat er sich nun wirklich keinen Gefallen getan. Größtenteils wird man mit purer Langeweile konfrontiert, die sich nur in den seltensten Fällen durch einige nette Nahkämpfe ein wenig verdrängen lässt. Ansonsten aber erscheint der Film nicht wirklich lohnenswert, so das man sich seine Zeit viel besser mit anderen Dingen vertreiben kann.


3/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Nur Vampire küssen blutig
(Lust for a Vampire)
mit Ralph Bates, Barbara Jefford, Suzanna Leigh, Michael Johnson, Yutte Stensgaard, Helen Christie, Pippa Steel, David Healy, Harvey Hall, Mike Raven, Michael Brennan, Jack Melford
Regie: Jimmy Sangster
Drehbuch: Tudor Gates / Sheridan Le Fanu
Kamera: David Muir
Musik: Harry Robertson
ungeprüft
Großbritannien / 1971

Österreich, 1830. Der junge Brite Richard Lestrange nimmt eine Stelle als Englischlehrer im sagenumwobenen Schloss Karnstein an, das inzwischen eine Mädchenschule beherbergt. Eine seiner Schülerinnen ist die hübsche Mircalla, die Richard mit ihrer faszinierenden Ausstrahlung magisch anzieht. Währenddessen häufen sich mysteriöse Vorfälle und immer mehr Mädchen verschwinden auf mysteriöse Weise. Der Geschichtslehrer Giles Barton stellt Nachforschungen an und konfrontiert Richard mit seiner unfassbaren Entdeckung. Aber Richard will nicht glauben, dass die von ihm verehrte Mircalla in Wirklichkeit die blutrünstige Vampirfrau Carmilla Karnstein sein soll. Ein fataler Fehler ...


Basierend auf der Novelle "Carmilla, der weibliche Vampir" von Sheridan Le Fanu handelt es sich bei vorliegendem Film auch gleichzeitig um den Mittelteil der sogenannten "Karnstein-Trilogie" aus den berühmeten britischen Hammer-Studios, die aus den Filmen "Gruft der Vampire (1970)", "Nur Vampire küssen blutig (1971)" und "Draculas Hexenjagd (1971)" besteht. Es handelt sich um eine Geschichte, die eigentlich unter der Regie von Terence Fisher ins Bild gesetzt werden sollte und auch in den Hauptrollen mit anderen Darstellern geplant war. In der Rolle der Mircalla sollte wie schon im ersten Teil Ingrid Pitt eingesetzt werden, die jedoch anscheinend das Drehbuch als zu schlecht empfand und so durch die bildhübsche Yutte Stensgaard ersetzt wurde, die ihre Sache auch wirklich gut macht. Auch Peter Cushing lehnte ab und wurde durch Ralph Bates ersetzt und auf dem Regie-Stuhl saß anstelle von Terence Fisher der gute Jimmy Sangster. Bei so vielen kurzfristigen Änderungen könnte man nun vermuten, das die Produktion nun eventuell etwas an Qualität verliert, doch diese Vermutung entpuppt sich nach Ansicht des Filmes als totale Fehleinschätzung.

Es handelt sich vielmehr um einen herrlich atmosphärischen Vampirfilm der damaligen Zeit, der ohne jegliche Härte auskommt und allein durch die Kraft seiner Bilder und der herausragenden Grundstimmung zu überzeugen weiß. Der unverwechselbare Hammer-Stil kommt dabei in jeder einzelnen Einstellung ganz hervorragend zum Ausdruck und verwöhnt den Zuschauer mit dem typischen Ambiente der klassischen Vampir-Thematik, die man in der heutigen Zeit leider nicht mehr zu sehen bekommt. Dennoch merkt man ganz eindeutig, das man sich nicht mehr in den 50er und 60er Jahren befindet, in denen die britischen Film-Studios ihre absolute Vormachtsstellung hatten, denn auch hier musste man mit der Zeit gehen. Für die frühen 70er Jahre bedeutete das, das die Geschichte auch mit einigen obligatorischen Soft-Sex Szenen angereichert wurde. Für manch einen Fan eventuell etwas gewöhnungsbedürftig, wurden so aber vor allem für die männlichen Zuschauer einige visuelle Anreize gesetzt. Wurde man doch mit etlichen wunderschönen Damen konfrontiert, unter denen sich Hauptdarstellerin Yutte Stensgaard ganz besonders hervor tat.

Und so beinhaltet das Szenario eine erotische Komponente, die der Geschichte wirklich gut zu Gesicht steht. Zudem handelt es sich rein inhaltsmäßig auch noch um eine Love Story der ganz besonderen Art, die am Ende aber fast schon selbstverständlich kein Happy End finden kann. Wie dem aber auch sei, hier liegt einmal mehr ein Paradebeispiel dafür vor, das man auch ganz ohne Härte, Blut und teure Effekte einen wunderbaren Gruselfilm kreieren kann, der lediglich durch die minimalistischsten Zutaten ganz hervorragend funktioniert. Tolle Darsteller, eine interessante Geschichte, brillant ausgewählte Schauplätze und die klassische Grundstimmung sind dabei vollkommen ausreichend, um dem Betrachter hier einen erstklassigen Film zu präsentieren, wie er in der heutigen zeit leider nicht mehr gedreht wird. Natürlich handelt es sich bei "Nur Vampire küssen blutig" ganz sicher um kein zeitgemäßes Werk, doch wenn man sich einmal einen Großteil der neuen Vampir-Filme anschaut dann ist man doch recht froh darüber, das man auf solche Klassiker zurückgreifen kann.

Dreht sich mittlerweile fast alles nur noch um eine temporeiche Inszenierung mit möglichst viel Kunstblut und jeder Menge expliziter Gewaltdarstellungen, so ist im vorliegenden Fall doch ganz eindeutig die klassische Variante am Start und dürfte insbesondere den älteren Zuschauern jede Menge Freude und nostalgische Gefühle bescheren. Was waren das doch für herrliche Zeiten, in denen man mit ganz normalen Mitteln ein intensives Grusel-Feeling entstehen lassen konnte, ohne dabei kostspielige Effekte und einen gesteigerten Härtegrad einsetzen zu müssen, damit man die breite Masse befriedigen konnte. Und so lohnt sich eine Sichtung dieses wundervollen Filmes immer wieder, wenn man mal wieder eine rückwertige Zeitreise antreten möchte und in nostalgischen Gefühlen baden möchte. Sicherlich nicht der beste Film aus den Hammer-Studios, zählt "Nur Vampire küssen blutig" aber definitiv zu denen, die auch einen nachhaltigen Eindruck beim Betrachter hinterlassen.


Fazit:


Ein tolles-und faszinierendes Spätwerk der britischen Horror-Schmiede, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Nicht nur für Nostalgiker absolut lohnenswert, sondern ein wunderbares Film-Erlebnis für die gesamte Familie.


8,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Sorority Party Massacre
(Grizzly Cove)
mit Marissa Skell, Eve Mauro, Ed O'Ross, Yvette Yates, Thomas Downey, Casey Fitzgerald, Rebecca Grant, Adrian Kirk, Kevin Sorbo, Ron Jeremy, Alison Mei Lan, Keith Compton, Richard Moll, Louis Mandylor
Regie: Chris W. Freeman / Justin Jones
Drehbuch: Chris W. Freeman
Kamera: Steven Parker
Musik: Michael Quinlan
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Großstadt Detektiv Watts wird in das kleine Städtchen Grizzly Cove versetzt, um dort Scheriff Lumpkin zu unterstützen. Jedes Jahr verschwindet dort eine junge Frau, was endlich ein Ende haben soll. Als die Polizisten die Leiche eines vermissten Mädchen finden, kommt schnell heraus das ein Serientäter sein Unwesen treibt, der gerade gefallen an einer Gruppe Sorority Girls gefunden hat. Eine nach der anderen schwebt in Gefahr, doch der Täter weiß nicht, dass auch die Girls so ihre Pläne haben. Es beginnt ein Spiel auf Leben und Tod, bei dem sich aber schnell die Frage stellt wer das Opfer sein wird.


Nun hört sich die Inhaltsangabe eigentlich recht gut an und verspricht dem Zuschauer doch einen interessanten Slasher, der eventuell sogar etwas blutiger ausfallen könnte. Schon nach wenigen Minuten erkennt man jedoch, das es sich keinesfalls um einen ernsten Genre-Beitrag handelt, sondern vielmehr um eine Mixtur aus Slasher-Elementen und Horror-Komödie. Dabei beginnt die Geschichte im Prinzip äußerst vielversprechend und präsentiert auch gleich einige blutige Szenen, um danach jedoch erst einmal gut 40 Minuten lang in ziemliche Belanglosigkeit zu verfallen. In dieser Zeitspanne sollen einem die einzelnen Figuren ein wenig näher gebracht werden, was aber nur teilweise gelingt, denn wirkliche Charakter-Zeichnungen sollte man nicht unbedingt erwarten. So zieht sich das Szenario auch etwas in die Länge, bevor es dann endlich einmal mit der ominösen Mordserie weitergeht, auf die man sich keinen wirklichen Reim machen kann. Die folgenden Morde sind dann nicht besonders blutig, zumeist bekommt man sie auch gar nicht einmal ins Bild gesetzt und wird lediglich mit den Leichen konfrontiert. Das ist aber gar nicht weiter schlimm, denn nun endlich erhält das Geschehen das nötige Tempo, um den Zuschauer endlich für sich zu gewinnen.

Es handelt sich hier zwar um keinen sonderlich hochklassigen Film, aber die zweite Filmhälfte beinhaltet auf jeden Fall eine Menge Unterhaltungswert. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse dann schon fast, was insbesondere auch auf die Identität des Killers zutrifft, denn in dieser Beziehung gestaltet sich die Lösung der Mordserie keineswegs so einfach, wie man es vielleicht vermuten könnte. Hier sorgen die Macher wirklich für kleinere Überraschungsmomente, die dem Gesamtbild sehr gut zu Gesicht stehen. Anders sieht es da schon mit der humorigen Note der Geschichte aus, die eigentlich nur recht selten in den Vordergrund tritt. Zugegeben, der Film hat einige witzige Momente, die sich vor allem in teilweise guter Situationskomik zu erkennen geben, aber insgesamt gesehen hätte man im Bezug auf Witzigkeit doch ein wenig mehr bewerkstelligen können. Dafür wird aber vor allem dem männlichen Geschlecht eine ganze Menge geboten, denn die mitwirkenden Damen der Schöpfung bieten einen wahrlich leckeren Augenschmaus und sind definitiv als optisches Highlight anzusehen, das man sich zu gern anschaut.

Wenn man die erste Hälfte der Story ein wenig unterhaltsamer gestaltet hätte, dann wäre "Sorority Party Massacre" wohl ein richtig guter Film geworden, so aber bewegt sich die Produktion leider nur im absoluten Mittelmaß. Im Prinzip könnte man ab Minute 40 beginnen und hätte dabei nicht wirklich viel verpasst. Ab diesem Zeitpunkt baut das Szenario dann auch endlich einen recht soliden Spannungsbogen auf, der vorher so gut wie gar nicht vorhanden war. Es entfaltet sich sogar eine durchaus bedrohliche Grundstimmung und das gesteigerte Tempo der Erzählweise sorgt nun endlich auch dafür, das sich einem ein kurzweiliges Spektakel präsentiert, das man von Beginn an erwartet hat. Darstellerisch sollte man natürlich keine Wunderdinge erwarten, das Schauspiel ist nämlich nicht gerade als hochklassig zu bezeichnen, reicht jedoch für einen Film dieser Art vollkommen aus.

Letztendlich ist "Sorority Party Massacre" alles andere als ein Highlight des Genres, bietet aber nach einer eher belanglosen Einführung doch noch ganz nette Unterhaltung für zwischendurch. Allerdings wirkt das Ganze in etlichen Phasen ein wenig unentschlossen, denn für eine Komödie ist einfach zu wenig Witz enthalten und für einen echten Horrorfilm fehlt es etwas an Härte. Dennoch kann man durchaus mal einen Blick riskieren, denn insgesamt gesehen gibt es ganz sicher etliche Filme, die weitaus schlechter unterhalten.


Fazit:


Man hätte mehr aus diesem Werk herausholen können, aber leider wurde in den ersten 40 Minuten schon sehr viel an Potential liegen gelassen. Erst danach kann das Geschehen eine gewisse Faszination entwickeln und bietet dem Betrachter das Film-Vergnügen, das er sich schon von der ersten Minute an gewünscht hätte. Was letztendlich übrig bleibt ist ein einmaliges Anschauen, denn nachhaltigen Eindruck hinterlässt der Film ganz sicher nicht.


6/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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The Flowers of War
(Jen Ling Shi San Chai)
mit Christian Bale, Ni Ni, Xinyi Zhang, Tianyuan Huang, Xiting Han, Doudou Zhang, Dawei Tong, Atsurô Watabe, Kefan Cao, Yangchunzi Yuan, Jia Sun, Yuemin Li, Bai Xue, Takashi Yamanaka
Regie: Yimou Zhang
Drehbuch: Heng Liu / Geling Yan
Kamera: Xiaoding Zhao
Musik: Qigang Chen
FSK 12
China / 2011

Nanking 1937: Die Invasion japanischer Truppen stürzt die chinesische Hauptstadt in Chaos und Verderben. Eine Gruppe von Schülerinnen kann die relativ sicheren Mauern der Winchester Cathedral erreichen, wo sich die Mädchen im Keller verstecken. In der Kathedrale sucht auch der Amerikaner John Miller Zuflucht. 13 Prostituierte aus einem nahe gelegenen Bordell flüchten sich ebenfalls in die Kirche. Als die Japaner das Haus stürmen, entgehen die Schülerinnen nur durch Millers beherztes Eingreifen der Vergewaltigung. Miller, der sich anfangs nur für die Wein- und Geldvorräte des Konvents interessiert, wächst immer mehr in die Rolle des Beschützers hinein. Als allerdings die Schülerinnen zum „Vorsingen“ zu einer japanischen Feier abkommandiert werden, kann nur noch eine List ihr Leben retten. Statt der Mädchen gehen die Prostituierten, verkleidet in Schuluniformen, in den sicheren Tod.


Basierend auf der Novelle von Geling Yan erzählt "The Flowers of War" ein einfühlsames-und eindringliches Kriegs-Drama, das dem Zuschauer eine Menge an Tiefgang offenbart. Über die politische Korrektheit des Filmes kann man dabei sicherlich geteilter Meinung sein, entsteht doch schon nach wenigen Minuten der Eindruck einer ziemlich einseitigen Erzählweise des Stoffes, der sich mit den Ereignissen nach dem berüchtigten Massaker von Nanking im zweiten Weltkrieg beschäftigt. Es werden von den Japanern begangene Kriegsverbrechen angeprangert, deren Authenzität sicherlich fragwürdig erscheint, da die vorliegende Geschichte ganz eindeutig aus der chinesischen Sicht erzählt wird. Und so werden die japanischen Invasoren natürlich als herzlose-und brutale Menschen dargestellt die vergewaltigen und morden und dabei sämtliche Ansätze von Gewissen und Moral vermissen lassen. Es ist im Prinzip aber vollkommen egal wie sich die Ereignisse in Wirklichkeit zugetragen haben, denn hier geht es lediglich darum, dieses filmische Werk zu bewerten und das ist mehr als nur gelungen. Regisseur Yimou Zhang hat hier ein Szenario ins Bild gesetzt das einem von der ersten Minute an so richtig unter die Haut geht und eine äußerst gelungene Mixtur aus hartem Kriegsgeschehen und menschlichem Drama anbietet, das seine Spuren beim Zuschauer hinterlässt.

Steht im Mittelpunkt der Geschichte auch das Schicksal einiger Frauen, so werden immer wieder brutale Kampf-Passagen eingestreut, die einem ganz unweigerlich den Schrecken des Krieges vor Augen halten. Die entsprechenden Szenen sind dabei äußerst blutig und sehr realistisch ins Bild gesetzt worden, so das man sich als Betrachter auch extrem gut mit dem Geschehen auseinandersetzen kann. Hinzu kommt die menschliche Komponente, die trotz aller vorhandenen Härte ganz eindeutig im Vordergrund steht. Das Schicksal der Protagonisten kann einen hierbei nicht kalt lassen, zu grausam erscheint das Schicksal der Frauen, das ihnen ganz offensichtlich den sicheren Tod bescheren wird. Manch einem mögen die menschlichen Aspekte des Filmes ein wenig kitschig erscheinen und zugegebenermaßen wird an einigen Stellen auch ein wenig zu dick aufgetragen, doch insgesamt gesehen wirkt die Geschichte sehr stimmig und rund, so das man den stellenweise vorhandenen Pathos nicht als sonderlich übertrieben erachtet.

Die große Stärke des Werkes sind sicherlich die schauspielerischen Leistungen, wobei insbesondere ein glänzend aufgelegter Christian Bale ins Auge fällt, dem man die wahre Spielfreude in jeder Einstellung anmerkt. Gerade seine charakterliche Wandlung innerhalb der Story prägt den Gesamteindruck und drückt dem Film einen ganz persönlichen Stempel auf. In der Rolle des amerikanischen Bestatters geht es ihm zu Beginn doch lediglich darum die eigene Haut zu retten, bevor sich dann durch die grausamen Ereignisse eine Wandlung in ihm vollzieht, die jeglichen Egoismus verschwinden lässt. Ganz generell gibt es am dargebotenen Schauspiel nichts zu beanstanden, denn die gesamte Darsteller-Riege überzeugt durch tolle Performances, die den insgesamt schon sehr guten Gesamteindruck des Filmes noch einmal zusätzlich aufwerten. Und so kann man sich vortrefflich darüber streiten, ob die hier dargestellten Ereignisse sich auch wirklich so zugetragen haben, doch der Film an sich ist wirklich extrem gelungen. Die gefundene Kombination aus harten Kriegs-Sequenzen und gefühlsbetontem Drama sorgt für ein äußerst intensives Film-Erlebnis, das auch noch sehr nachhaltig im Gedächtnis des Betrachters haften bleibt.

"The Flowers of War" ist ein in jeder Beziehung intensives Kriegs-Drama, das sich im Bezug auf seine Qualität im oberen Drittel der Bewertungs-Skala ansiedelt. Authentische Kulissen, grandiose Darsteller und eine exzellente Kameraarbeit machen diesen Film zu einem wahren Erlebnis, das in erster Linie durch seinen emotionalen Tiefgang in Erinnerung bleibt. Darum sollte man sich auch nicht zu lange mit der Frage beschäftigen ob sich wirklich alles so zugetragen hat, sondern sich vielmehr von der Bildgewalt mitnehmen lassen, die einem hier über 130 Minuten lang präsentiert wird.


Fazit:


"The Flowers of War" ist sicherlich nicht perfekt und in wieweit die Ereignisse glaubhaft erscheinen muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Auf jeden Fall aber handelt es sich um einen opulent in Szene gesetzten Blockbuster, der sich auch hinter diversen Hollywood-Produktionen nicht zu verstecken braucht. Mich persönlich hat diese Produktion absolut begeistert, so das ich nur eine unbedingte Empfehlung aussprechen kann.


8,5/10
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horror1966
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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Manborg
(Manborg)
mit Matthew Kennedy, Adam Brooks, Meredith Sweeney, Connor Sweeney, Ludwig Lee, Jeremy Gillespie, Andrea Karr, Mike Kostanski, Ivan Henwood, William O'Donnell, Brian Edward Roach, Bobby Yee
Regie: Steven Kostanski
Drehbuch: Jeremy Gillespie / Steven Kostanski
Kamera: Steven Kostanski
Musik: Brian Wiacek
keine Jugendfreigabe
Kanada / 2011

Im Krieg gegen die Hölle gefallen, als unbesiegbarer Cyborg wieder auferstanden: Dies ist die Geschichte von Manborg – der letzten Hoffnung der Menschheit. In einer dystopischen Zukunft stellt sich Manborg zusammen mit seinen kampferprobten Freunden gegen die Horden von Graf Draculon, dem Herrscher des Bösen. Ein gnadenloser Kampf bricht los, aus dem nur einer als Sieger hervorgehen kann…


Terminator trifft auf Mortal Kombat



So ganz ist dieser auf dem deutschen DVD-Cover vorhandene Schriftzug nicht von der Hand zu weisen, beinhaltet das Regie-Debüt von Steven Kostanski doch Cyborg-artige Wesen, die in einer Arena gegen menschliche Überlebende aus dem Krieg gegen die Hölle antreten müssen. So grotesk sich die Inhaltsangabe dieses Filmes dabei auch anhören mag, so sehr beinhaltet er doch einen gewissen Unterhaltungswert, den man ihm beim besten Willen nicht absprechen kann. Leider ist die von I-On Media erschienene DVD einmal mehr stark geschnitten worden, so das die bei uns erhältliche Fassung 9 Minuten weniger Material enthält als die ungeschnittene Version. Wenn man sich den Schnittbericht ansiekt merkt man schnell, das selbstverständlich die Härte des Geschehens entfernt wurde, was das Seh-Vergnügen automatisch stark einschränkt, dennoch kann man sich selbst bei der gekürzten Version des Filmes ein wenig Appetit holen, um sich später bei einer sicherlich erscheinenden Version über unsere österreichischen Nachbarn das grell-bunte Spektakel in voller Pracht anzuschauen. Einschränkend sollte man jedoch hinzufügen, das sich das wohl lediglich für Freunde des Trashfilms als lohnenswert herausstellt, denn Freunde anspruchsvoller Filmkunst werden wohl eher einen ganz großen Bogen um dieses extrem skurrile Filmchen machen.

Gewöhnungsbedürftig erscheint von Beginn an der Aspekt, das die gesamte Chose in der Bluescreen-Technik ins Bild gesetzt wurde, so das dem Geschehen durchgehend ein äußerst künstlicher Eindruck vermittelt wurde. Das Szenario ist grell-und sehr bunt gestaltet, wobei ein netter futuristischer Look verwendet wurde, der die Geschichte an sich aber auch nicht qualitätsmäßig aufwerten kann. Die Story ist nämlich mehr als nur hanebüchen, wobei ein wirklicher Handlungsstrang nur schwerlich zu erkennen ist. Im Prinzip ist dies aber auch gar nicht notwendig, denn man sollte hier schon bevor der Film überhaupt anfängt sein Gehirn leer laufen lassen, um diesen geistigen Unfug einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Selbst den absolut hartgesottenen Befürwortern des schlechten Geschmacks dürfte das nicht unbedingt leicht fallen, denn bis auf ein vollkommen überladenes CGI-Spektakel bekommt man herzlich wenig geboten, doch für mehr war "Manborg" wohl auch gar nicht gedacht. Und so kann man dann eventuell doch seine Freude an diesem absolut sinnfreien Feuerwerk des schlechten Geschmacks seine Freude haben, nur sollte man dabei nicht die ansonsten eher übliche Messlatte für Filme anlegen, da man ansonsten einen absoluten Rohrkrepierer geboten bekommt.

Von den vollkommen hirnlosen Dialogen einmal ganz abgesehen, ist dieses Werk auch noch mit einer deutschen Synchronisation ausgestattet worden, die so ziemlich jeder Beschreibung spottet. Die meisten der Stimmen passen so gar nicht zu den dazugehörigen Figuren und sorgen so allein schon für so manch breites Grinsen im Gesicht des Betrachters. Auch die Drasteller bekleckern sich nicht gerade mit ruhm, was bei einem Film dieser Art jedoch höchstwahrscheinlich sogar beabsichtigt war. Nicht selten überkommt einen dabei das Gefühl, das man hier mitten in einer Laien-Spielgruppe gelandet ist, die ihre ersten Versuche im Bereich des Schauspiels tätigen, wobei diese doch eher ziemlich in die Hose gehen. was sich jetzt aber alles so extrem negativ anhört, sind die eigentlichen Stärken dieses Filmchens, das in irgendeiner Art und Weise die pure-und kurzweilige Unterhaltung bietet. Dazu trägt natürlich auch die Laufzeit von gerade einmal 60 Minuten bei, da es so erst gar nicht zu irgendwelchen Längen kommen kann. Wenn man dann auch noch die fehlenden 9 Minuten Härte mit einrechnet, ergibt sich ein gut 70 Minütiger Film-Spaß, den man sich getrost einmal anschauen kann.

Wem es also nicht auf Handlung, gutes Schauspiel und einen tieferen Sinn ankommt, der wird mit "Manborg" bestens bedient. Der Film befriedigt keinerlei Anspruch und besteht aus einem nicht enden wollenden CGI-Gewitter, das manchmal fast schon in den Augen schmerzt. Eine extrem groteske Mischung aus Splatter, SCI/FI, Action-und Komödie, die überhaupt keinen Nährwert beinhaltet, aber gerade aufgrund dieses Aspektes sehr viel Vergnügen bereitet. Man kommt nämlich stellenweise gar nicht mehr aus dem lachen heraus, wenn man dieses hanebüchene Szenario betrachtet, das weder logisch noch intelligent und schon gar nicht anspruchsvoll daher kommt.


Fazit:


Selten hat man in den letzten jahren einen solch filmischen Nonsens serviert bekommen, der aber andererseits einen Heiden-Spaß bereitet und die Gesichtsmuskeln ordentlich auf Trab hält. Liebhaber absurder Szenarien bekommen die volle Breitseite und dürften voll auf ihre Kosten kommen.


5/10 für die deutsche Version
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