Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Shallow Ground

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Kurz bevor die örtliche Polizeistelle wegen eines lokalen Staudamm-Projekts geschlossen wird, überschlagen sich in den beschaulichen Ort Shallow Valley die Ereignisse. Ein blutverschmierter Jugendlicher, der kein Wort spricht, steht vor der Türe und stellt die Beamten vor große Rätsel. Wer ist der Junge, den niemand zu vermissen scheint und warum scheint er etwas über die Vermisstenfälle der vergangenen Jahre zu wissen? Wenig später gibt es einen weiteren Mord und alles spricht dafür, dass eine dunkle Macht in den Ort gekommen ist um für ungesühnte Verbrechen Rache zu üben und der Ort gerät immer weiter in dunkle Ereignisse, die weitere Kreise ziehen.

Ruppiger Indie-Horror von Regisseur Sheldon Wilson, der eigentlich recht passabel daherkommt. Die Ausgangslage ist mysteriös und die Geschichte hält sich auch nicht mit Nebensächlichkeiten auf und startet auch mit einem Paukenschlag. Mit der Ankunft des blutverschmierten Jungen ist es mit dem Frieden im Ort vorbei und nach und nach werden finstere Abgründe aufgedeckt, während die örtlichen Polizisten versuchen, das Rätsel zu lösen und das Schlimmste zu verhindern. Die Geschichte ist halbwegs originell, das Tempo passt, die Effekte sind blutig und auch ansonsten gibt es hier im Grunde nicht viel zu meckern. Die restlichen Kritiken sind ebenfalls durchaus positiv und die DVD wird verramscht, sodass man durchaus einen Blick riskieren kann.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

A Woman under the influence

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01.jpg (22.89 KiB) 95 mal betrachtet
Mabel ist seit 10 Jahren mit Nick verheiratet, der jedoch aufgrund seiner Arbeit kaum zu Hause ist, während das Leben der Frau in mittleren Jahren mit ihren drei Kindern von zunehmender Überforderung geprägt ist. Ihre kleinen Ticks werden von Nick liebevoll zur Kenntnis genommen, während es auch ihrem Umfeld nicht verborgen bleibt, dass es Mabel psychisch nicht gut geht. Als es bei einer Kindergeburtstag zum Eklat kommt, erleidet Mabel einen Nervenzusammenbruch und wird in eine Klinik eingewiesen. Sechs Monate später wie Mabel entlassen, doch an ihrem Zustand hat sich wenig geändert und die von Nick initiierte Willkommensparty mit Freunden und Verwandten überfordert die Frau neuerlich…

Der große Klassiker des amerikanischen Indie-Films und ein realitätsnahes Portrait eines Paares in der Krise mit einer großartigen Gena Rowlands, die psychisch immer mehr in Ausnahmesituationen gedrängt wird, während sie versucht nach außen hin „normal“ zu wirken. Absolut kein einfacher Film, der auch dem Zuschauer so einiges abverlangt und sehr ambivalente Figuren bietet, die eindrucksvoll zeigen, wie sehr auch das Umfeld psychisch erkrankter Menschen leidet und wie schwer bzw. umöglich es ist, in solchen Situationen das richtige zu tun. Heutzutage hat sich zum Glück einiges zum Besseren gewandelt, wobei Filme wie „A Woman under the Influence“ sicher maßgeblich zum Verständnis der breiten Masse beigetragen haben. Die Figuren des Films würde man heutzutage auch anders bewerten und mit der Rolle des Peter Falk hab ich mir persönlich schon recht schwer getan. Dazu kommt ein fast dokumentarischer Regie-Stil, der perfekt zum Charakter der Geschichte passt und mir ebenfalls sehr nahe gegangen ist. Das Gegenteil von einem Wohlfühl-Film, der dem Zuschauer auch ein paar Mal ziemlich garstig den Boden unter den Füßen wegreißt und lange über den Abspann hinaus beschäftigen wird.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Copykill

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01.jpg (52.69 KiB) 61 mal betrachtet
Ein Jahr nachdem die Psychologin und Profilerin Helen nur sehr knapp einem Mordanschlag von einem Serienkiller entgeht, leidet diese immer noch unter den Folgen und wird dennoch indirekt wieder Ziel in einem mysteriösen Fall. Ein neuer Serienmörder, der nach berühmten Vorbildern mordet in San Francisco und stellt die ermittelnden Beamten vor große Rätsel. Die Polizistin MJ und ihr Partner Ruben beschließen Helen um Rat zu fragen, die widerwillig in die Untersuchungen einsteigt, aber mit ihrem Täterprofil dem Mörder schon sehr nahekommt. Dieser mordet jedoch weiter nach berühmten Vorbildern, eher er auch Helen auf seine Liste zu setzen, um das zu beenden, was sein Vorgänger nicht geschafft hat.

Weiter geht es mit meiner Achtziger-Neunziger-Thriller-Retrospektive und „Copykill“ den ich seinerzeit tatsächlich nie gesehen hab. Im Geiste von „Im Schweigen der Lämmer“ mordet hier ein Serienkiller nach berühmten Vorbildern und ackert dabei von Gacy über Dahmer so alles ab, was popkulturell verankert ist. Dazu gibt es eine von Phobien geplagte Psychologin, eine „Happy-go-Lucky“-Ermittlerin mit ihrem chauvinistischen Partner und noch vieles, vieles mehr, was hier so zusammenkommt. Logisch ist das zwar selten, aber dafür temporeich und unterhaltsam dargebracht, sodass man dem Film doch so einiges an Plotholes, Ungereimtheiten und Zufälligkeiten verzeiht. Sigourney Weaver und Holly Hunter machen ihre Sache toll und haben spannende Figuren, während die Männer hier eher in die zweite Reihe geschickt werden und als Stichwortgeber agieren. Das ist neben dem Handlungsort San Francisco schön zu sehen und auch sonst versprüht „Copykill“ sehr viel Neunziger-Charme und platziert sich mit seinem gekonnten Spannungsaufbau auch mühelos im oberen Mittelfeld.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Creation of the Damned / Gefangene der Tiefe

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exorcismo.png (102.4 KiB) 41 mal betrachtet
Irgendwo in der Nähe von New York treffen wir in einem geräumigen Apartment von Bob und Margie, ihrem fast erwachsenen Sohn Chris, sowie das befreundete Paar Carol und Arthur. Man lebt zusammen, spielt zusammen Billard, vertreibt sich die Zeit mit Lesen und Video schauen, während Chris die meiste Zeit vor dem Funkgerät verbringt oder Carol beobachtet. Erst später wird klar, dass die fünf ihre Zeit nicht freiwillig miteinander verbringen und das Zusammenleben auch zunehmend von Problemen und Paranoia geprägt ist, welche später auch in handfeste Konflikte steigern…

Spanischer Low Budget-Streifen mit gerade mal sechs Darstellern, der zu 90 Prozent in einem Apartment bzw. Studiokulisse spielt, dass der Zuschauer aufgrund des Beginns nach Nordamerika verortet. Zuerst wirkt auch alles recht normal, ehe man aufgrund des Verhaltens der Protagonisten merkt, dass bei der Szenerie etwas nicht stimmt. Die Wohnung ist ein Bunker unter der Erde, die Umgebung Atom-verseucht und die Eingeschlossenen warten über Funk auf weitere Instruktionen, die nur spärlich eintrudeln und auch wenig positiv sind. So kommt eines zum anderen und als auch noch das Essen ausgeht und einer nach dem anderen am Rad dreht, führt alles zur Eskalation. „Creation of the Damned“ lässt sich dabei viel Zeit und ist in der ersten Hälfte zugegeben auch etwas lahmarschig, während die zweite Hälfte wieder mehr Tempo aufnimmt und wesentlich stimmiger wirkt. Vor allem gegen Ende kommen auch ein paar Garstigkeiten ins Spiel, die aber immer eher subtil behandelt werden. Die Angst vor einem Atomschlag war in den Siebzigern ja präsent und wurde auch in „The People who own the Dark“ aufgegriffen, der aber in eine andere Richtung geht. „Gefangene der Tiefe“ ist dagegen eher ein über weite Strecken etwas unspektakuläres Kammerspiel mit grimmigen Ende, dass die klaustrophobische Stimmung nicht ganz so gelungen rüberbringt, aber dank der Darsteller, allen voran Craig Hill und Patty Shepard und ein paar Ruppigkeiten gegen Ende dem geneigten Fan dennoch zu gefallen weiß. Gesehen in der spanischen Fassung mit englischen UT in der jetzt schon empfehlenswerten "Exorcismo"-Box, die auch die englische Fassung an Bord hat. "Creation of the Damned" ist auch wie angekündigt codefree.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Living and the Dead

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01.jpg (139.57 KiB) 12 mal betrachtet
„The Living and the Dead“ ist ein Streifen, der die Zuschauerschaft doch stark zu polarisieren scheint. Einerseits ist der Streifen ein Psychodrama mit sehr unschönen Momenten, andererseits auch ein stilistisch überambitioniert wie unausgegoren erscheinendes Werk, bei dem man aber auch nicht wirklich weiß, worauf jetzt eigentlich der Fokus gelegt wurde. Zudem wirkt auch die Geschichte befremdlich, wenn der Vater Hals über Kopf das schlossartige Haus verlässt und die bettlägerige Gattin und den geistig beeinträchtigten Sohn einfach ihrem Schicksal zu überlassen scheint. Dieser entwickelt in weiterer Folge ein Beschützerinstinkte und ist dabei heillos überfordert, sodass die Katastrophe ihren Lauf nimmt. Allerdings wirkt das einerseits sehr effekthascherisch, dann wieder unglaubwürdig und auch mit optischen Verfremdungen und Zeitraffer-Effekten meint es Regisseur Simon Rumley auch etwas zu gut. Die Figurenkonstellation reicht meines Erachtens jedenfalls nicht für die Geschichte. Herausgekommen ist daher auch nur ein unangenehmer, teils ekliger Streifen über häusliche Pflege und geistige Beeinträchtigungen, der mich aber ohne Infos über den Zweck des Streifens oder Bezug des Regisseurs zum Geschehen doch eher ratlos zurücklässt.
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