Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Escape from Woman's Prison

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Italienischer Kraut- und Rübenfilm, der zwar als WIP-Film angekündigt wird und dabei aber eher in Richtung Home Invasion geht, als ein Bus voller Tennisspielerinnen kurzerhand von vier entkommenen Verbrecherinnen gekidnappt wird. Danach kann man sich nicht entscheiden, ob man lieber quält, flucht oder knattert und obwohl ständig etwas Haarsträubendes passiert, ist "Escape from Woman's Prison" doch auf Dauer recht öde ausgefallen. Auch die grottige und Augenkrebs-fördernde Ami-DVD aus dem Hause CFS, die wohl 1:1 von der "Lethal-Ladies"-Box übernommen wurde, sorgt für wenig Begeisterung und trotz kurzer Laufzeit von knapp 75 Minuten pendelt sich auch bei mir die Bewertung eher im unteren Mittelfeld ein. In einer besseren Quali würde Brusadoris Streifen wohl wieder mal im Player landen, aber so wohl eher weniger...

Bloody Psycho

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Italo-Grusel-Mumpitz von Herrn Leandro Lucchetti, der hier mit seinem 1989 entstandenen "Bloody Psycho" eine recht unspannende Mischung aus Horror und Mystery präsentiert, die dank seltsamer Figuren und einem farblosen Hauptdarsteller aber nie so richtig zünden will. Die Freude über die durchaus stimmige Location, den Kadaver im Rollstuhl und das Wiedersehen mit Paul Muller ("Lady Frankenstein") und Vassili Karis ("Die Bestie aus dem Weltraum") halten sich jedenfalls etwas in Grenzen, da man nebenher in der deutschen Billig-Synchro mit den hölzerndsten Dialogen der Filmgeschichte konfrontiert wird und das Drehbuch für jeden guten Einfall dann mindestens fünf Haarsträubende parat hat. Zwar wird im Verlauf des Films dann auch ein bisschen geschmoddert, aber insgesamt bleibt "Bloody Psycho" über weite Strecken einfach zu langweilig und belanglos, als dass man sich auf Dauer an den ganzen Dingen erfreuen mag, die hier sehr offensichtlich sehr falsch gelaufen sind.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Family Scandal

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Der überraschende Tod des Ehemanns in der Ferne entfremdet Mutter Isabella von ihrer rebellischen und eigensinnigen Tochter Lori, die ihre Freizeit auch lieber mit Tanzen und ihrem kriminellen Freund verbringt. Als eines Tages Marco auf der Bildfläche erscheint, der dem Verstorbenen am Sterbebett versprochen hat, sich um dessen Familie zu kümmern, bringt das Mutter und Tochter noch weiter auseinander uns als sich Marco zunehmend zu Isabella hingezogen fühlt, versucht auch Lori mit allen Mitteln den gutausehenden Mann zu verführen und unterschätzt dabei die kriminellen Energien ihres Freundes...

Ziemlich sleazige Mischung aus "Coming-of-Age"- und Familien-Drama mit Gangster- und Disco-Einschlag, der in den ersten 25 Minuten auch ohne Weiteres als J&B-Werbespot durchgehen würde. Obwohl der Streifen in der OFDB als Komödie (?) gelistet ist, biegt "Familiy Scandal" eher dramatisch um die Ecke und erinnert stets etwas an die Filme von Rino de Silvestri, auch wenn Sabatini nicht ganz so trashig zu Werke geht. Nackte Tatsachen gibts jedenfalls genug und der Höhepunkt ist dann neben einer ausgedehnten Verfolgungsjagd auch ein Teenie-Tanzbewerb in einer Disco, in dem Elisbetta Virgili auch ein etwas seltsames Outfit präsentiert. Mit Philippe Leroy und Martine Brochard hat man auch noch zwei klasse Darsteller engagiert, die den (offensichtlich gestrafften) Film in Kombination mit ein paar obskuren Momenten auch über Mittelmaß heben. Kriminell schlecht ist aber die Ami-DVD aus dem Hause Mya, die nach "Death will have your eyes" nun neuerlich einen Film in so derart schlechter Qualität präsentieren, dass ich mir einen weiteren Erwerb von diesem Label in Zukunft noch gründlichst überlegen muss.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Eerie Midnight Horror Show

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Netter aber auch nicht gänzlich gelungenener Bessessenheits- und Okkultschocker aus italienischen Landen, der mit Party-Shakalaka, Sado-Maso und einer weiteren, sehr guten Szene auch recht vielversprechend beginnt. Dann scheinen Mario Gariazzo & Co. jedoch etwas die Ideen ausgegangen zu sein und "L'Ossessa" verkommt zu einem etwas anstrengenden Exorzismus-Allerlei, bei dem im Grunde nicht mehr sonderlich viel passiert und das vor allem durch das manische Gekreische der Hauptdarstellerin zunehmend etwas nervt. Selbst mein Lieblings-Luigi und seine Selbstgeißelung kann da nicht mehr viel retten und im direkten Vergleich zum starken Beginn wiegt die lahme zweite Halbzeit dann doppelt schwer. Trotzdem macht der Streifen dank eines wie immer sehr eindrucksvollen Ivan Rassimov als Wolf im Schafspelz und einer fiesen Kreuzigungsszene durchaus Laune und wer auf obskure Werke aus dem Land des Stiefels steht, sollte sich "L'Ossessa - Omen des Bösen" dann auch nicht entgehen lassen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Satan's Wife (Ring of Darkness)

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Leidlich spannendes Filmchen über eine junges Mädchen, dass während einer okkulten Messe vom Satan höchstpersönlich gezeugt wurde und durch allerlei Bösartigkeiten auffällt, die auch das pubertäre Maß überschreiten. "Ring of Darkness" hat zwar mit Marisa Mell, Irene Papas und Carmen Russo in einer Nebenrolle zwar durchaus einen eindrucksvollen Cast, ist dabei aber mehr als harmlos ausgefallen und bietet größtenteils lediglich Darstellerinnen, die entweder ernst, betroffen oder verängstigt gucken und eine junge Lara Wendel, die für mein Empfinden angesichts ihres Alters etwas zu freizügig präsentiert wird. Die Kiste der von "Der Exorzist" und "Das Omen" inspirierten Okkult-Filme hat jedenfalls weit bessere Vertreter zu bieten, als diese lahme Krücke von Pier Carpi und Marisa und der flockige Soundtrack von Stelvio Ciriani sind dann auch noch das beste an dem Streifen. Irgendwie weder Fisch noch Fleisch und auch wenn Freunde von obskuren Filmen wieder mal einen Blick riskieren können, sollten sich diese hier aber nicht zu viel erwarten.

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Nacht der Creeps

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Wunderbar unterhaltsame 80er-Jahre-US-Horrorkomödie, in der so ziemlich alles zusammenkommt, was man sich an charmanten B-Movie-Bestandtteilen vorstellen kann. Aliens, Zombies, Nerds, schleimige Parasiten und eine große Portion gute Laune, wenn es den außerirdischen Schleimschnecken und ihren unfreiwilligen Wirten an den Kragen geht. Fred Dekker hat in seinem launigen Werk jedenfalls alles richtig gemacht und auch die neue Blu-Ray bringt nicht nur den Streifen wahlweise als Kinoversion oder im Director's Cut, sondern hat auch noch ein einstündiges "Making-Of" an Bord, das mindestens genauso unterhaltsam wie der Hauptfilm ausgefallen ist und in dem sich auch fast alle Beteiligten sehr gerne an die Dreharbeiten zurück erinnern. "Die Nacht der Creeps" ist dann auch sicher einer der besten Vertreter aus dem Bereich der Horrorkomödien und ist auch 27 Jahre nach seiner Entstehung noch immer der volle Bringer.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Lightblast

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Eigentlich hätte ich mir ja einen postapokylptischen Streifen erwartet, aber "Neonkiller" a.k.a. "Lightblast" geht ja eher in Richtung Action-Film und Buddie-Movie, in der eine terroristische Vereinigung die Bürger der Stadt San Francisco mit einer futuristischen Waffe bedroht. Eigentlich alles recht solide und auch wenn der Streifen gefühlt zu 70 % aus Verfolgungsjagden durch die Straßen der Stadt besteht, so ist der irgendwie doch sehr unterhaltsam. Castellari schreckt ja auch vor teils recht herben "Melting"-Effekte und nicht zurück und auch "ChIps"-Star Erik Estrada hat sich für seine Rolle als abgeklärter Cop hübsch abgestrampelt. Dass manch Stunt-Double dabei nur beschränkt Ähnlichkeiten mit dem Star des Streifens vorzuweisen hat und auch das Ende etwas kurz und ruppig ausfällt, verzeiht man "Lightblast" dabei durchaus gerne. Kein Highlight, aber ein netter Actioner mit ein paar bösen FX und viel San Francisco, den man zwischendurch schon gucken kann.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Saya Zamura

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Etwas seltsamer Film von Hitoshi Matsumoto ("Symbol") der hier eine Dramödie im Samurai-Historien-Film-Umfeld abgeliefert hat, der aber mit Kampfszenen und dergleichen nichts am Hut hat. Die Geschichte über verlorenen Kampfgeist und die Ansteckungskraft von Humor lebt größtenteils von seiner tragik-komischen Hauptfigur, die im Film zwar sehr gut rüberkommt, im Bonusmaterial vom Regisseur aber regelrecht vorgeführt wird. Ist die Geschichte anfänglich noch etwas lahm, wächst wie im Film mit zunehmender Laufzeit auch die Begeisterung des Zuschauers, obwohl etwaige Erwartungen wieder einmal bewusst torpetiert werden. Aber bei Matsumoto kann man ja nie so richtig sicher sein, was er eigentlich mit seinen Werken bezweckt, aber "Saya Zamurai" ist im Vergleich zu den bisherigen beiden Werken überraschend straight, verzichtet größtenteils auf absurde Mätzchen und hat sogar eine wirklich schöne Botschaft.

Chernobyl Diaries

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Auch die zweite Sichtung bestätigt die Eindrück der Ersten und die Tatsache, dass Bradley Parker zwar 45 Minuten lang eine durchaus passable Stimmung aufbaut und diese russischen (aber wohl ungarischen oder serbischen) Plattenbauten sind als Kulisse einfach exotisch und gruselig zugleich und dann verpufft das Ganze leider in der zweiten Hälfte zu dem üblichen Survival-Jump´n Run. Irgendwie schade, dass man aus den sympathischen Charakteren, der originellen Ausgangsidee und der Chernobyl-Location nicht mehr basteln konnte. Kann man gucken - muss man aber noch immer nicht!

Serial Mom - Warum lässt Mama das morden nicht

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Gestern endlich wieder geguckt und der Streifen ist einfach nur absolut herrlich. Kathleen Turner als psychopathische Serienkillerin, die gegen Leutchen vorgeht, die nicht ihrem heilen Vorstadt-Weltbild entsprechen ist eine bitterböse Abrechnung mit den gängigen und fragwürdigen Moralvorstellungen amerikanischer Durchschnittsbürger, die auch vor wenig zurückschreckt. Die Ausschnitte von "Blood Feast" und "TCM" sind natürlich der Hammer, Fulcis "Woodoo" ist ebenfalls ständig im Bild und wie bitte kommt ein Aufsteller zu "Siegfried und das sagenhafte Liebesleben der Nibelungen" in eine Baltmorianische Videothek? Kurzum "Serial Killer" ist jedenfalls ein Riesenspaß für alle Freunde des abseitigen Geschmacks und selbst wer ansonsten mit den recht wilden (Früh-)Werken von John Waters nichts anfangen kann, kommt hier sicherlich auf seine Kosten!

Painless - Die Wahrheit ist schmerzhaft

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"Painless" beginnt ja eigentlich sehr vielversprechend und die Geschichte der schmerz-unempfindlichen Kinder im Sanatorium erinnert ja etwas an "The Devil's Backbone" und ist auch optisch ist der durchaus harte Streifen recht hübsch ausgefallen. Allerdings entwickeln sich die beiden parallel-laufenden Handlungsstränge aber einem gewissen Punkt nicht mehr so richtig weiter, wirken überfrachtet und am Ende nimmt auch etwas der Pathos überhand, was angesichts der ersten und atmosphärisch durchaus gelungenen 80 Minuten etwas schade wirkt. Sicher ist "Painless" ein Streifen, der durchaus gelungen ist, aber irgendwie lässt das Spielfilm-Debut von Juan Carlon Medina doch einen schalen Nachgeschmack zurück, dass man aus einer guten Idee und einem starken Auftakt, leider nur einen durchschnittlichen Horror-Drama geschaffen hat.

The Men next door

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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

American Mary

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Hübsch gemachter und streckenweise der gut funktionierender Horror-Thriller, der neben der eiskalten Performance der Hauptdarstellerin Katherine Isabelle hauptsächlich von seiner exotischen Materie der sogenannten "Body-Modification" lebt. Sich selbst und freiwillig zu verstümmeln um der Durchschnittlichkeitsfalle zu entgehen ist ja eher nicht so ratsam und der etwas lose Aufhänger für ein Psychogramm der etwas anderen Art, dass letztendlich daran scheitert, dass den beiden Soska-Damen am Ende gänzlich die Ideen für ihr Werk ausgehen. Was stark beginnt und auch sehr gut gemacht ist, krankt im letzten Drittel daran, dass nichts mehr nachkommt und das im Vergleich zum Rest doch arg triviale und vollkommen lahme Ende lässt einem nach zweifelsfrei guten 85 Minuten dann nur noch den Kopf schütteln.

The Day

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Peinlicher "Night of the Living Dead"-Abklatsch, der sich vor allem durch das Fehlen jeglicher Innovation auszeichnet und sich nebenher auch noch eifrig an "The Road" bedient, ohne auch nur annähernd spannend oder bedrückend zu sein. Eine tiefergehende Charakterisierung findet nicht statt, eine kurze Rückblende in Farbe muss als "Warum" und "Wieso" herhalten und danach wirds so farbarm, dass man "The Day" eigentlich als S/W-Film bezeichnen muss. Mir hat die zähe und kammerspielartige Verfolgungsjagd vor einer lange Zeit unbekannten Bedrohung mit bemüht apokalyptisch-nihilistischen Anspruch ja so überhaupt nicht gefallen und alleine hätte ich den wohl auch nicht zu Ende geschaut. Das Drehbuch ist ja ein Fall für die Tonne und der Film wohl das Paradebeispiel an Ideen- und Inspirationslosigkeit, an der heutzutage so viele Genrefilme kranken. Ich rate ab! ;)
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Telephone Book

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Die achtzehnjährige Alice ist Hippie und verrückt nach Sex in allen seinen Facetten. Als sie eines Tages einen obszönen Anruf erhält, verliebt sie sich in den ominösen Mr. Smith auf der anderen Seite der Leitung, der nach eigenen Aussagen die telefonische Belästigung zur Kunstform erhoben hat und sich als Bester seines Faches sieht. Mit Hilfe des Telefonbuchs macht sich Alice auf die Suche nach dem Mann und gerät dabei an weitere und seltsame Personen...

Unterhaltsames Underground-Kino aus New York, dass in kontrastreichen S/W-Bilder und Anleihen von Softsex bis zu Reportagen-Kino seine recht ungewöhnliche und stets sehr freizügige Geschichte erzählt. Die Suche von Alice entpuppt sich ja als Reise in die sexuellen Befindlichkeiten einer Generation im Zeitalter der sexuellen Befreiung und bietet am Ende dann eine animierte und farbige Sequenz, die im Gegensatz zum Vorangegangenen wenig Spielraum für etwaige Interpretationen lässt. "The Telephone Book" ist sicherlich einer der ungewöhnlichsten Filme seiner Zeit, aber ein großartiges Vergnügen für aufgeschlossene Filmfans mit viel Zeitkolorit und nackter Haut, das künstlerisch auch sehr, sehr ansprechend in Szene gesetzt wurde und Hauptdarstellerin Sarah Kennedy muss man einfach lieb haben!

Things

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Der als beschaulicher Ausflug in die abgelegene Hütte seines Bruders geplante Trip entwickelt sich für Don und seinen Kumpel als eine Reise ins Grauen, als sie entdecken, dass dieser sich mit seiner Gattin auf schreckliche Schwangerschafts-Experimente eines lokalen Arztes eingelassen hat. Die Frau verstirbt bei der Geburt eines furchtbaren Wesens, dass sich rasent vermehrt und schon bald Jagd auf alles Lebende macht...

Ich bin mir ja nicht sicher, ob ich diesen Film gestern tatsächlich gesehen hab, oder in meiner Wohnung einfach nur eine Hirn-schmelzende Neutronenbombe explodiert ist. Jedenfalls ist der Streifen so unpackbar schlecht in allen Belangen, dass man sich fast nicht vorstellen kann, dass der über die Jahre tatsächlich eine treue Fangemeinde um sich scharren konnte. Eine durchgehende Handlung ist ja nicht wirklich auszumachen und die oben beschriebene Geschichte ist immer wieder durch andere Schmodder-Einspieler und eine fiktive Nachrichtensendung unterbrochen, in der Amber Lynn relativ unbeholfen irgendwelche Nachrichten abliest. Schön auch der Ohrkrebs-verdächtige Heimorgel-Soundtrack die Bava-eske Ausleuchtung, die dem Ganzen zusätzlich noch eine surrealistische Komponente verleiht. Lange nicht mehr so eine Grütze gesehen und beim Einsetzen des Abspanns fühlte ich mich schmutzig und regelrecht mißbraucht!

Frankenweenie

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Wunderbar oldskooliger Animationsstreifen in S/W, der mit Stop-Motion-Technik und vielen liebenswert-schrägen Figuren und einer herzerwärmenden Geschichte über Freundschaft inszeniert wurde. Zwar ist Frankenweenie nicht unbedingt besonders lustig oder gruselig und vermutlich auch kein Film für die ganze Familie, aber ein herrlicher Spass für alle Horrorfans, Freaks und Nerds, der zur Abwechslung wieder einmal den Charme und Witz früherer Burton-Filme bietet und Fans auch nicht enttäuschen wird. "Frankenweenie" ist temporeich, sprüht vor Ideenreichtum, bietet Verweise an klassische Horrorfilme und ist von der ersten bis zur letzten Sekunde sympathische Unterhaltung, die man sich auch nicht entgehen lassen sollte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Spielen oder Sterben

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Sehr düsterer und tragischer Kurzfilm aus der "Coming-of-Age"-Kiste, der wohl nicht von ungefähr an die Werke des spanischen Regisseurs Augusti Villaronga erinnert. Das Portrait eines vereinsamten Jungen, der sich in seinen Mitschüler verliebt behandelt Themen wie Mobbing und andere Ängste von Jugendlichen und erzählt seine sperrige und rätselhafte Geschichte auch in teils surrealistischen Bildern. Alles in allem natürlich schwer verdauliche Kost der zutiefst pessimistischen Sorte und eigentlich die Art von Film, die man so gar nicht schauen mag.

Revenge

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Nachdem zwei Mädchen einer Schule vergewaltigt und ermordet werden und der mutmaßliche Täter mangels Beweise freigelassen werden muss, beschließt der Pub-Besitzer Jim und sein Sohn, gemeinsam mit dem Vater der zweiten betroffenen Familie den Verdächtigen zu entführen um ihm danach gerecht dafür zu bestrafen. Doch schon bei der Entführung läuft einiges schief und im Keller des Pubs kommt es zu einem Handgemenge, bei dem der mutmaßliche Mörder vermeintlich tot zu Boden geht. Nach und nach erfahren auch andere Leute von den Gefangenen im Keller, der sich wenig später aber noch als lebendig herausstellt und als die Polizei ebenfalls einen Verdächtigen festnimmt, sind Jim und Co nicht mehr davon überzeugt, überhaupt den richtigen Mörder im Keller zu haben...

Gut gemachtes und eigentlich auch recht spannendes Selbstjustiz-Drama, dass neben der Rache-Thematik vor allem von der Idee lebt, was dabei herauskommt, wenn man eventuell den Falschen erwischt hat. Nebenher behandelt "Revenge" aber auch noch das Leben einer von Trauer zerfressenen Familie, die am Tod ihrer jüngsten Tochter zerbricht und verzweifelt versucht, wieder zur Normalität zurückzukehren und daran scheitert. Alles recht packend und dramatisch inszeniert ist der Kammerspiel-artige "Revenge" dann auch eine kleine Überraschung für alle Freunde von europäischen Thriller, der bis zum Ende auch recht unvorhersehbar bleibt und mit einem tollen und glaubwürdigen Cast inklusive einer gar nicht mal so glamurösen Joan Collins und einer guten Geschichte auf der ganzen Linie punkten kann.
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