Leichen pflastern seinen Weg
Es gibt ja böse Zunge, die behaupten, dass es Western-Fans am liebsten einfach gestrickt mögen und ich muss ja ehrlich gestehen, dass meine bisherigen sieben Sichtungen in diesem Genre ja nicht gerade von Vielschichtigkeit geprägt waren. Auch im Falle von "Leichen pflastern seinen Weg" ist die Charakterisierung von Gut und Böse teils so überzeichnet und dennoch eng gesteckt, dass dazwischen wohl nicht einmal mehr ein Blatt Papier Platz hat. "Silence" ist durch und durch gut und hilft Leuten, denen Unrecht widerfahren ist, während bei "Loco" der Name Programm ist und er durch und durch niederträchtig agieren darf. Frauen tauchen zwar auch ab und an auf und sind dann aber maximal Opfer oder schmückende Beigabe in einem Streifen, der auch zu 100 % auf ein männliches Publikum zugeschnitten ist.
Auch die Geschichte von Corbuccis Western ist wieder einmal relativ einfach gehalten, mittelprächtig inszeniert und wirkt imho doch etwas zu sehr auf 100 Minuten gestreckt. Verwunderlich ist für mich das düstere Ende (wovon es wohl auch ein Alternatives gibt, wie ich auf Schnittberichte gesehen hab) und der relativ hohe Gewaltpegel, der auch hübsch präsentiert wird. Abgesehen von vielen Schnee und der wunderbaren Musik von Onkel Ennio gibt es ansonsten aber nicht viel Neues in Westernhausen und die eindimensionalen Charaktere fand ich auf Dauer doch etwas zu eindimensional gestrickt und auch das ganze Pathos/Ehre-Gehabe ist doch eher etwas lächerlich. Am Ende kommt die Sache dann aber doch noch etwas mehr in Fahrt und das gelungene Finale ist dann total gegen die allgemeine Zuschauererwartung gebürstet. Schön... sowas! 6/10
Scar
Joan kehrt nach vielen Jahren in ihre Heimatstadt zurück, in der sie in jungen Jahren in die Hand des psychopathischen Killers Bishop geriet und mitansehen musste, wie ihre beste Freundin von diesem zu Tode gefoltert wurde. Nun will sie ihren Bruder und dessen Tochter unterstützen und sich ihren Ängsten stellen. Doch schon kurze Zeit später verschwinden wieder Teenager und als diese grausam verstümmelt aufgefunden werden, deutet alles darauf hin, dass Bishop sein Werk wieder aufgenommen hat...
Durchschnittliche Mischung aus Slasher und Torture-Porn-Teenage-Flick mit Angela Bettis ("The Woman") bei dem in der deutschen Fassung schon wieder einmal alles rausgeschnitten wurde, was dem Film Schauwerte verleiht. Die Story selbst ist nicht sonderlich prickeln und auch die Torture-Szenen reißen den aufgeschlossenen Zuschauer sicher nicht vom Hocker. Was mir ebenfalls nicht gefallen hat, war die Farbgebung des Streifens, der wieder einmal mehr an ein S/W-Werk erinnert. Eine Genre-Film für Zwischendurch mit Schauspielern aus der zweiten Reihe, die ihre Sache ganz gut machen, Gore im mittleren Bereich und ein nettes Finale, welches man übermorgen schon wieder vergessen hat. 5/10