"Imagine-a-cop-who-could-read-your-mind-and-then-blow-it-away"-Double Feature
Scanner Cop - Die ultimative Waffe
Samuel ist ein sogenannter Scanner und muss in jungen Jahren mit ansehen, wie sein Vater mit der gleichen Fähigkeit dem Wahnsinn verfällt, als er seine tägliche Dosis Ephemerol absetzt. Als er bei einer Polizeiaktion ums Leben kommt, wächst der Junge bei dem Polizisten Harrigan heran und tritt Jahre später selbst in den Polizeidienst ein. Als es zu einer mysteriösen Mordserie kommt, bei dem unscheinbare Bürger im Zustand vollkommener Panik scheinbar wahllos Polizisten ermorden, macht sich Harrigan die Fähigkeit seines Schützlings zu Nutze. Samuel scannt das Bewusstsein eines der Täter und kommt so auch dem teuflischen Komplott eines Wahnsinnigen auf die Spur, der mit seiner Komplizin scheinbar wahllos Unschuldige manipuliert, zu perfiden Mordwaffen umfunktioniert und auch noch eine Rechnung mit Harrigan offen hat.
Gelungenes Spin-Off von David Cronenbergs „Scanners“ bzw. seinen beiden Nachfolgern, der aber seine eigene Geschichte über einen telepathisch veranlagten Polizisten erzählt, der mit seiner Gabe einem teuflischen Komplott von Richard Lynch auf die Spur kommt, der hier wieder einmal gewohnt sehr gruselig und neben der Spur agieren darf. Die Geschichte über die perfide Rache, die stückchenweise enthüllt wird, hat mir jedenfalls gut gefallen und Pierre David sind auch ein paar sehr atmosphärische bis beklemmende Momente gelungen, die auch gar nicht so trashig wie erwartet ausgefallen sind. Auch die Effekte sind teils nicht von schlechten Eltern und von Hand gemacht, was sich in dem netten kleinen B-Sci-Fi-Grusler ebenfalls positive zu Buche schlägt. Zwar glänzt „Scanner Cop – Die ultimative Waffe“ nicht mit den gesellschaftskritischen Aspekten des Erstlings, ist aber auch um Welten besser als der uninspirierte dritte Aufguss der Reihe und legt im Nachfolger Effekt-technisch selbst sogar nochmals eine Schippe drauf. Alles in allem ein durchaus gelungener und leicht überdurchschnittlicher Horrorstreifen aus der Neunzigerkiste, der Cronenbergs Idee auf gelungene Weise aufgreift, sein eigenständiges Genre-Süppchen daraus kocht und Fans von Sci-Fi-Horror der eher blutigen Sorte und auch dem Original nicht enttäuschen wird.
Scanner Cop - The Showdown
Nach den Ereignissen von Teil 1 ist Scanner-Cop Samuel noch immer im Polizeidienst und auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter, als er sich auf einmal mit einem mächtigen Gegenspieler konfrontiert sieht, der scheinbar wahllos Scanner ermordet, die dabei auf grauenvolle Weise entstellt werden. Als auch Samuels Freundin Carrie, die bei einem neurologischen Institut arbeitet beinahe Opfer einer tödlichen Attacke und im letzten Moment gerettet wird, kann Samuel mit ihrer Hilfe den Täter als Karl Volkin identifizieren, dessen Bruder einst bei einem von Samuels Polizei-Einsätzen ums Leben kann. Dieser macht sich zwischenzeitlich mit Carries Adressverzeichnis auf die Suche nach weiteren Scannern um deren Energie zu rauben und wächst so auch zu einem scheinbar übermächtigen Gegner heran, dem selbst Samuel mit seinen telepathischen Kräften wenig entgegen zu setzen hat…
Auch der zweite Teil von „Scanner Cop“ ist ein solider Streifen aus der B-Ecke, der zwar nicht über eine so spannende Geschichte wie der Vorgänger verfügt, dafür aber bei den Effekten tiefer in die Trickkiste greift. Die Story ist sehr düster ausgefallen, der Bodycount noch höher und Patrick Kilpatrick als ebenbürtiger Widersacher fackelt ja nicht lange, wenn es darum geht, den Mörder seines Bruders aus dem Weg zu räumen und auf ungewöhnliche Weise zu neuer Energie zu kommen. In diesen Szenen wird dann tricktechnisch auch ordentlich aufgedreht und die zahlreichen Bodymelting-Effekte sind von fast schon bedrückender Qualität und auch im Finale geht es recht herb zur Sache. Hätte man statt dem lahmen dritten Teil der Original-Reihe die beiden „Scanner Cop“-Spin-Offs dran gepackt, hätte es mit der Serie auch ruhig noch weiter gehen können. So bleiben aber immerhin zwei gelungene Direct-to-Video-Streifen aus der Sci-Fi-Horror-Ecke, die man sich als Fan auch nicht entgehen lassen sollte und die im telepathischen und telekinetischen Double-Feature auch nicht enttäuschen.