Carne trémulo:
Abduction of an American Playgirl
Aus Langeweile entführen die beiden jungen Männer Will und Fred eine Anhalterin um mit der geschockten Dame in einem unbewohnten Wochenendhaus ihre fleischlichen Genüsse auszuleben. Als sich die hübsche Jackie aber auch noch als Tochter eines wohlhabenden Mannes herausstellt, verlangen die beiden Männer telefonisch ein Lösegeld, das vom Vater jedoch nicht bezahlt wird und auch die Sache mit dem Sex stellt sich bald als nicht ganz so optimal heraus, als sich Jackie als gierige Nymphomanin mit ungeheuren sexuellen Appetit entpuppt, der so groß ist, dass bald schon andere Männer herhalten müssen, um diesen zu stillen…
Was sich inhaltlich ja eher nach „Roughie“ anhört, entpuppt sich nach der eingangs ausgeführten Entführung als humorvolles Filmchen, das sich auch für Slaptstik-hafte Sex-Szenen und schmissiger Musik nicht zu schade ist. Die Gier nach fleischlichen Genüssen überfordert ja schon bald die naiven Entführer und Jackie hat es ja auch noch faustdick hinter den Ohren und als dann auch noch Jackies nicht minder dauergeile Schwester ins Spiel kommt, ist sowieso alles aus. Irgendwie ist „Abduction of an American Playgirl“ trotz fragwürdigen Plot ja auch eine humorvolle und augenzwinkernde Sache, in der die Männer auch nichts zu sagen haben und lediglich willige Beute für Jackies ungeahnten Appetit in sexueller Hinsicht, der auch durch Dreier und Vierer nicht zu befriedigen zu sein scheint. Auch die zahlreichen Sexszenen biegen mit einer gewissen Leichtigkeit um die Ecke und werden auch immer wieder ironisch zu Ende geführt, wenn die entkräfteten Männer reihenweise von der Matratze plumpsen. Alles recht unterhaltsam und nett eigefangen, kann der Streifen dann auch noch mit gut-gelauntem Cast, schmissiger Musik und witzigem Finale punkten.
Winter Heat
Die Suche nach Ruhe und Erholung von drei jungen Damen in einem winterlichen Ferienhaus hat ein abruptes Ende, als eine Gruppe von herumstreunenden Ex-Häftlingen in das abgelegene Häuschen eindringt und die jungen Damen gefangen nehmen. Fortan sind die drei jungen Frauen den sadistischen Spielchen der Gruppe hilflos ausgesetzt und vor allem der gewaltbereite Stevie hat eine große Freude daran, die jungen Frauen seelisch zu quälen und so auch zur sexuellen Unterwerfung zu zwingen. Doch während die Stunden vergehen kommen sich die beiden Parteien näher und am Ende scheint sich das Blatt auch zugunsten der jungen Frauen zu wenden…
Winterlicher Roughie in der Tradition von „Last House on the Left“ , der dem Zuschauer wieder einmal einen herrlich fiesen Jamie Gillis in seiner Paraderolle als potenter Bösewicht präsentiert. Die Ausgangslage von „Winter Heat“ ist auch gar nicht mal so übel und präsentiert eingeschüchterte Damen und sadistische Spielchen, während sich der Film dann in der Mitte in Sexszenen verliert und konventionelle Fleischfilmwege beschreitet. Die Figuren-Konstellation ist dabei komplett von Wes Craven übernommen, doch statt Terror schlägt der Film gegen Ende eher versöhnliche Töne an und verliert in zahlreichen Sexszenen auch die durchaus interessanten Figuren aus den Augen. Statt Psychoterror stehen dann auch eher fleischliche Genüsse am Programm und junge Damen, die sich in der Hand der Ex-Häftlinge in erfahrenen Händen befinden, die auch gerne dazu bereit sind, diese mit den Mädchen zu teilen. Dass die anfänglich trotzdem recht wüste Handlung dann auch noch mit einem eingängigen Discosound untermalt ist, sorgt ebenfalls für etwas Erstaunen und insgesamt betrachtet ist „Winter Heat“ dann auch für Freunde der etwas ruppigeren Gangart ein etwas zwiespältiger Streifen.
Red Heat
Filmemacherin Cindy Lou Sutters beschließt in Las Vegas einen Fleischfilm zu drehen und findet über einen Agenten eine rothaarige und sehr begabte Darstellerin, der sie den Künstlernamen „Red Heat“ verpasst. Während die Dreharbeiten fortschreiten und Frau Sutters ein Pärchen nach dem anderen vor der Kamera versammelt, entdeckt die Rothaarige ihren Göttergatten mit einer anderen im Bett und tötet diesen in Affekt. Daraufhin ist auch kein Mann mehr vor ihr sicher und ein zudringlicher Fotograf ist ein weiteres Opfer der vollkommen traumatisierten und gewaltbereiten Frau, die fortan durch die Straßen der Spielerhölle schlendert um in den Armen eines Kleinkriminellen kurzfristig Erlösung zu finden…
Von sonderbaren Genre-Mischungen kann man ja eigentlich nicht genug bekommen und „Red Heat“ (nein, nicht der Schwarzenegger-Film) ist ein sehr sonderbaren Film mit pseudo-dokumentarischen Inszenierungsstil in dem Fleischfilm, Road-Movie, Gangster-Drama und Slasher aufeinandertreffen und der Zuschauer auch noch jede Menge Las Vegas der Siebzigerjahre präsentiert bekommt. Leider ist der Slasher-Anteil aber sehr gering und Ray Dennis Steckerl versammelt in seinem 1975 entstandenen Werk für die Erwachsenenkinos dieser Welt auch die hässlichsten Menschen vor der Kamera, die vor Ort wohl für kleines Geld zu finden waren und hat offensichtlich auch noch ein Faible für Speichelfäden in Großaufnahme. Das moralische Ende und die ein oder andere blutige Szene davor mögen den Zuschauer dann ja doch zu einem bestimmten Grad erheitern, aber bis dahin ist es stets ein sehr harter Weg und selbst die eingefleischtesten Vintage-P-Freunde, dürften mit dem Teil wohl keine so große Freude haben.