Moonrise Kingdome
Auch die erneute Sichtung bestätigt die positiven Eindrücke der vorangegangenen Sichtung: leises, melancholisches und auch humorvolles Portrait zweier jugendlicher Außenseiter, die das Unverständnis ihrer Umwelt nicht länger hinnehmen wollen und auf einer herbstlichen Insel gemeinsam die Flucht nach Vorne antreten. Die jugendlichen Darsteller und die hübsche und verspielte Optik passt dabei hervorragend zur etwas verklärten Geschichte über Freundschaft, Loyalität und erste Liebe. Schöner Film!
Who's that Girl
Furchtbarer Streifen von Regisseur James Foley und einer Madonna, die mit kreischender Stimme, dämlichen Dialogen und nervigem Verhalten ihre Rolle aus „Susan verzweifelt gesucht“ wiederholt und so die Nerven eines Anwalts und des Zuschauers bis aufs Äußerste strapaziert. Die Geschichte der zu Unrecht im Gefängnis gesessenen Nikki, die ihren Namen rehabilitieren möchte und einem Anwalt, der am Tag vor seiner Hochzeit von einer skurrilen Situation in die nächste tappst ist mit seinen witzig gemeinten Figuren nicht nur haarsträubend konstruiert, sondern auch noch gänzlich ohne Gespür für Humor und Situationskomik inszeniert. Sicherlich eine der schlechtesten Komödien aller Zeiten, die auch den Ruf begründet hat, dass seine Hauptdarstellerin mit schauspielerischer Talentfreiheit gesegnet ist und dem ich an dieser Stelle auch kaum widersprechen mag. „Who’s that Girl“ ist der vollkommen missglückte Versuch einer turbulenten Action-Komödie, bei der auf dem Bildschirm zwar immer was los ist, aber die schlicht und ergreifend weder unterhaltsam noch witzig ausgefallen ist. In die Tonne und Deckel drauf!
Smithereens
Die junge Wren ist aus New Jersey, jobbt in einem Kopiershop und will vor allem eines: als Mangagerin einer Band in der New Yorker Punkszene so richtig durchstarten. Dummerweise hat Wren jedoch weder Geld, noch entsprechende Kontakte oder eine passende Band zur Hand und als sie auch noch aus ihrer Wohnung fliegt, findet sie mit Paul einen Menschen, der sie wirklich zu mögen scheint und die unberechenbare Frau in seinem zum Wohnmobil umgebauten Van pennen lässt. Doch Wren interessiert sich nicht für die Gefühle anderer Menschen und macht sich gleichzeitig an Eric heran, der mit seiner Band „Smithereens“ bereits Achtungserfolge und Schallplatten-Veröffentlichungen vorzuweisen hat um mit dem Sänger gemeinsam ihren Plan in die Tat umzusetzen.
Susan Seidelmans Portrait einer eigensinnigen, dickköpfigen und auch ziemlich egoistischen Wren, die in der New Yorker Punkszene einen auf berühmt machen möchte ist ja eher ein episodenhaftes Drama mit loser Erzählstruktur und Zeit- und Lokalkolorit, dass gleichzeitig schon auch ein Abgesang auf die damalige Punk-Kultur im Big Apple, die sich wohl auch schon eher am absteigenden Ast befand. Seidelman begleitet ihre Protagonistin durch laute Lokale, abgefuckte Straßen, dreckige Wohnungen und zeigt eine junge Frau mit großem Traum, die ihre Lektion auf die eher harte Tour lernen muss. Dabei soll die Figur der Wren, die ihr Umfeld nach Strich und Faden ausnutzt um ihren großen Traum zu verwirklichen wohl dennoch irgendwie rest-sympathisch rüberkommen, aber irgendwie kann man von solchen manipulativen "Energie-Vampiren" wohl nur die Finger lassen. Interessanter aber auch nicht gänzlich geglücktes Low-Budget-Film-Dokument über das „dreckige“ New York der Achtziger und einer bestimmten Subkultur, die mittlerweile so an diesem Ort auch nicht mehr existent ist und bei dem ich mir aber dennoch noch viel mehr Musik, Punk und Clubs gewünscht hätte.
Tenebre
Ich mag Argentos „Tenebre“ ja seit meiner Erstsichtung vor vielen, vielen Jahren sehr gerne und auf „Blu Ray“ präsentiert sich der Streifen aus dem Jahre 1982 nun auch in seiner ganzen Pracht bzw. als hell ausgeleuchteter Trip in die dunkelsten Seiten der menschlichen Psyche. Nach seinen beiden farbenfrohen Ausflügen ins Horrorgenre wohl wieder Lust auf einen handfesten Thriller und lebt hier auch seine Vorliebe für moderne Architektur, Suspense und blutiger Gewalt in detailfreudigen Bildern und einer – zugegeben - etwas holprigen Story über mordende Psychopathen, verdrängten Traumata und unerwartete Nachahmungstäter so richtig aus. Auch der Cast ist natürlich ganz, ganz großartig, der Soundtrack sowieso und auch ansonsten gibt es für den Fan nichts zu meckern. Jetzt noch irgendwann auf großer Leinwand sichten und alles wird gut!