Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The private afternoons of Pamela Mann

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Ein reicher Geschäftsmann heuert einen Privatdetektiv an, der dessen Frau Pamela beschatten soll um so herauszufinden, mit welchen Aktivitäten sich die gute Lady den lieben langen Tag ihre Zeit vertreibt. Doch statt Charity, Shopping, Friseurbesuche und Sport stehen bei Pamela zwischenmenschliche Aktivitäten am Plan und die umtriebige Dame ist sexuell so derart aktiv, dass der passionierte Schnüffler bald mit dem Auswerten des Materials nicht mehr nachkommt. Sie flirtet mit Männern im Park und besucht Prostituierte, unterstützt politische Kandidaten ebenfalls auf eher unorthodoxe Weise und selbst etwas dubiose Rollenspiele sind der Dame nicht fremd. Der Privatdetektiv ist von Pamelas Körpereinsatz schon bald so derart begeistert, dass er sich ihren Reizen ebenfalls nicht entziehen kann.

Radley Metzgers erster Ausflug als Henry Paris in die Welt des Erwachsenenfilms ist ein augenzwinkerndes Sammelsurium ansprechend gefilmter Szenen körperlichen Freuden mit hübschen Frauen, die von einer eher humorvollen Rahmengeschichte über einen reichen Ehemann, eine umtriebige Gattin und einem voyeuristisch veranlagten Privatdetektiv zusammengehalten wird. Dabei ist in „The Private Afternoon of Pamela Mann“ zwar immer etwas los, aber von allen bisher gesichteten Filmen von Metzger ist dieser wohl der bislang Durchschnittlichste, der auch sehr offensichtlich im Einfluss von „Deep Throat“ gedreht wurde und dem aufgeschlossenen Zuschauer in einer Art episodenhaftem Reportfilm die unterschiedlichen Spielarten erwachsener Liebe präsentiert. Neben dem typischen und schelmischen Humor Radley Metzgers und einer lobenswert unverkrampften sexueller Aufgeschlossenheit gibt es in bei den privaten Nachmittagen der umtriebigen Upper-Class-Bitch aber neben viel New York, noch mehr nackte Haut und viel schickem Interieur auch netten Easy-Listening und einen Streifen, den man schon gut gucken kann, auch wenn hier wohl erst der Grundstein für ganz großes im Genre des Erwachsenenfilm gelegt wurde, welches in den Jahren darauf von Herrn Metzger noch so folgen sollte.


The dorm that dripped blood

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Durchschnittlicher US-Slasher aus einer Zeit, in der derartige Filme mit immer ähnliche Konstellation und Handlungsablauf am Fließband produziert wurden. Hier ist es eine abgelegene Studentenunterkunft, die abgerissen werden soll und davor noch rasch während den Weihnachtsferien von einer Handvoll Studenten das verwertbare Inventar aufgenommen werden soll, als auf einmal schreckliche Morde geschehen. Und die Morde sind neben dem Spielfilm-Debüt von Daphne Zuniga auch das nennenswerteste an dem Streifen, der in der ungekürzten Fassung auch ein paar recht herbe Momente zu bieten hat, die dafür sorgten, dass der Streifen fast nur in gekürzter Fassung verfügbar ist. Ansonsten gibt es aber auch aufgrund der überschaubaren Darstellerriege nicht viel Neues an der Slasher-Front und wer die Art von Filmen mag, bekommt mit „The Dorm that dripped blood“ auch einen soliden Vertreter mit ein paar bösen Einfällen aber ohne viel Überraschungen präsentiert. Die US-Blu-Ray/DVD-Combo ist übrigens codefree, mittlerweile recht günstig zu bekommen und bietet das Vergnügen ungekürzt mit guter Bildqualität.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Zärtliche Chaoten

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Bei der Produktion eines neuen Winnetou-Films geht einfach alles schief und nach einem völlig turbulenten Drehtag sind der Möchtegern-Darsteller Richy, der Effekt-Künstler Walker und der fürs Catering zuständige Schwerenöter Schmidgruber wieder einmal arbeitslos, abgebrannt und auf dem Rückweg nach Deutschland. Als sie im österreichischen Kärnten an einer Kreuzung die hübsche Rosi mit einer Autopanne entdecken, helfen die drei der jungen Frau aus ihrem Schlamassel, beschließen spontan in der kleinen Stadt Velden zu bleiben und buhlen fortan um die Gunst der hübschen Sprachlehrerin. Als Rosi jedoch nach einer durchzechten Nacht schwanger wird und nicht weiß, wer der Vater ihres zukünftigen Kindes ist, beschließen die drei bis zur Geburt und Bestimmung des Kindsvaters Rosi zu nach ihren Kräften zu unterstützen und geraten so auch von einem Schlamassel in das nächste…

„Zärtliche Chaoten“ kann man ja trotz zahlreicher Anfeindungen hier ja schon zu den deutschen Kultfilmen zählen und der Zuschauer bekommt in dem damaligen Kassenschlager ja auch das, was man sich in einer derartigen Komödie erwartet. Die drei Hauptdarsteller spielen ihre Figuren, für die sie Bekanntheitsgrad erlangten und das ganze Szenario inklusive seiner Drehorte ist auch eine Art Vorläufer für die Erfolgsserie „Ein Schloss am Wörthersee“. Kein Wunder also, dass in Velden neben zahlreichen Gaststars wie Pierre Price und Jean-Marie Pfaff auch noch Otto Retzer kurz vorbeischaut. Ich hab den Streifen ja auch vor einigen Jahrzehnten gesehen und war dennoch überrascht, an wie viele Elemente der episodenhaften Geschichte ich mich noch erinnern konnte. Einige Szenen, wie z.B. das Küchenduell sind ja auch heutzutage noch recht witzig, während andere Handlungselemente nicht so gut gealtert sind. Insgesamt gesehen wurde ich jedenfalls überraschend gut unterhalten und irgendwie hat „Zärtliche Chaoten“ trotz seiner Episodenhaftigkeit und harmlos-naiver Entwicklungen auch das Herz am rechten Fleck, sodass man über die unspektakuläre Inszenierung, das zu erwartende Ende und dem etwas nervigen Soundtrack hinwegsehen kann.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fear City (Abel Ferrara #3)

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Der Ex-Boxer und Italo-Amerikaner Matt betreibt gemeinsam mit seinem Kumpel Nicky eine Agentur in Manhattan, die Mädchen als Tänzerinnen für zwielichtige Bars in der 42nd Street vermittelt. Als eines Nachts zwischen zwei Auftritten die Tänzerin Honey überfallen und verstümmelt wird, ist das erst der Anfang einer ganzen Serie von gewaltvollen Übergriffen mit tödlichen Ausgang, die schon bald alle Stripperinnen der Agentur in Angst und Schrecken versetzt. Die Polizei glaubt an einen Konkurrenzkampf verfeindeter Agenturen und findet trotz steigender Opferzahlen keinen Hinweis zu dem offensichtlich psychopathischen Killer. Als auch Nicky beim Versuch eines der Mädchen zu schützen schwer verletzt wird und seine Freundin Loretta ins Visier des Killers gerät, macht sich Matt mit der Unterstützung der Mafia auf eigene Faust auf die Suche nach dem Killer und wird so auch wieder mit einem unrühmlichen Ereignis aus der eigenen Vergangenheit konfrontiert…

Nach „Driller Killer“ und „Ms. 45“ beschäftigt sich Abel Ferrara auch in seinem dritten Streifen „Fear City“ mit den dunklen Seiten der Stadt New York und präsentiert einen ominösen Martial-Arts-Killer, der Jagd auf Stripperinnen, Drogendealer und zwielichtige Gestalten macht. Dabei wirkt der düstere und eher dramatische Streifen aus dem Nachtclub-Milieu aber auch etwas ziellos und verzettelt sich etwas in seinen Figuren, sodass am Ende keine der durchaus interessanten tiefergehend beleuchtet wird. So bleibt die Motivation des Killers genauso im Dunkeln wie die Alkoholsucht und der Werdegang von Matt und auch die Drogenprobleme von Loretta werden nur angedeutet. Dafür gibt es in dem offensichtlich stark von „Taxi Driver“ und Italo-amerikanische Gangster-Streifen beeinflussten Streifen aber die volle Ladung 42nd Street der dreckigen Sorte und auch in Punkto Titten und Gewalt lässt sich die Unrated-Fassung nicht lange bitten. Insgesamt gestehen schon ein interessanter und ungewöhnlich düsterer Streifen, der auf interessante Weise die dreckige Seite von New York beleuchtet und bei dem man aber auch fraglos einiges besser hätte machen können.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Prowler

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Das Schöne an Slashern ist ja die Tatsache, dass sie selbst bei totaler Mittelprächtigkeit noch immer irgendwie unterhaltsam sind. Joseph Zitos „The Prowler“ ist ja inhaltlich eher nicht so sonderlich prickelnd und mangels sonstiger Verdächtiger ist auch bald klar, wer eigentlich nur hinter dem maskierten „Herumtreiber“ stecken kann. Auch ansonsten bietet der Streifen nur das übliche Figuren-Karussell, das mit einem Abschlussball und erlittenes Trauma als Aufhänger ebenfalls das Rad nicht neu erfindet. Doch was der Story an Innovation fehlt, macht der Streifen mit seinen Effekten wieder wett und Herr Savini als verantwortlicher Effektkünstler macht hier auch keine Gefangenen und besonders der zweite Mord ist doch ziemlich herb ausgefallen und auch danach folgen noch ein paar ziemlich blutige Szenen, die auch dafür gesorgt haben, dass sich deutsche Gerichte mit dem Teil beschäftigten. Da bereits mehrfach vor der deutschen Synchro und mäßigen Bildqualität der deutschen VÖs hingewiesen wurde, hab ich auch gleich zur ländercodefreien US-Blu gegriffen, die „The Prowler“ auch in sehr guter Qualität liefert, günstig zu haben ist und auch noch ein kurzes Making-Of mit Tom Savini an Bord hat.

The Gladiator (Abel Ferrara #4)

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Der Mechaniker Rick kümmert sich um seinen fünfzehn-jährigen Bruder Jeff, der neben Fußball und Mädchen vor allem seinen Führerschein im Kopf hat. Als Rick mit Jeff eines Abends für die anstehende Prüfung ein paar Proberunden drehen möchte, werden die beiden von einem unbekannten Auto bedrängt, der auch einen Unfall provoziert, bei dem Jeff ums Leben kommt und auch Rick schwer verletzt wird. Als dieser Wochen später aus dem Krankenhaus entlassen wird und bei einer Selbsthilfegruppe für Opfer von Verkehrsunfällen erfährt, dass durch Alkohol provozierte Autounfälle quasi an der Tagesordnung stehen, beschließt Rick das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen, motzt seinen Pick-Up entsprechend auf um als „Gladiator“ auf den Straßen rund um Los Angeles als eine Art „Ein-Mann-Bürgerwehr“ für Ordnung zu sorgen und so auch den Mörder seines Bruders ausfindig zu machen.

Abel Ferrara TV-Film „Der Gladiator“ aus dem Jahre 1986 ist eigentlich ein typisches Produkt seiner Zeit und präsentiert dem Zuschauer eine Art „Ein Mann sieht rot“-Selbstjustiz-Variante in der Straßenverkehrs-Variante, die auch durchaus solide ausgefallen ist. Die Story um den Mechaniker, der nach dem Unfalltod Jagd auf Alkolenker und einem Psychopathen im aufgemotzten Sportwagen macht, ist ja leider noch immer aktuell und Ken „The Bronx“ Wahl verkörpert die Rolle des sympathischen Rächers, der später auch Gewissensbisse bekommt, auch sehr gut. Zwar hält sich Abel Ferrara aufgrund der TV-Beschränkungen eher zurück, aber für ein paar Verfolgungsjagden, kleinere Explosionen und jede Menge verbeultes Blech ist ja dann zum Glück auch noch blass. Nancy Allen darf als Auto-vernarrte Radiomoderatorin ebenfalls kurz vorbeischauen und insgesamt gesehen ist „The Gladiator“ schon ein sympathischer Streifen mit viel 80er TV-Optik, dass zwar nicht mit Kinoproduktionen mithalten kann und auch ein paar kleinere Durchhänger hat, aber dieses auf die bestmöglichste Weise verdeckt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Don't be afraid in the Dark

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Die junge Sally erbt von ihren Großeltern ein etwas heruntergekommenes Haus und beschließt gemeinsam mit ihrem erfolgreichen Gatten Alex dort zu wohnen. Da Alex als angehender Juniorpartner einer Rechtsanwaltskanzlei jedoch viel auf Geschäftsreisen ist bleibt die Renovierung Sally überlassen, die sich mit ihrem Einrichtungsberater auch ans Werk macht. Als sie im Keller des Hauses das verschlossene Arbeitszimmer ihres Großvaters entdeckt, in dem sich auch ein versiegelter Kamin befindet, beschließt Sally entgegen dem Rat ihres Schreiners auch diesen Raum zu nutzen und als sie den Kamin öffnet, bahnt etwas Böses seinen Weg aus den Untiefen der Erde und macht im Dunkel der Nacht fortan Jagd auf die junge Frau, deren Umfeld schon bald an der Zurechnungsfähigkeit von Sally zweifelt…

Die TV-Vorlage zum Remake von „Don’t be afraid of the Dark“ ist ja eher ein gemächlicher Vertreter des Gruselfilms und zeigt ein geräumiges Haus, eine etwas labile Frau und drei putzige Kobolde, die als böse Pumuckl-Verschnitte im Dunkel der Nacht Jagd auf die zunehmend durchdrehende Frau machen. Dabei ist der durchaus sympathische Streifen insgesamt eher unspektakulär ausgefallen und da der Zuschauer ja auch von Beginn an weiß, wer hinter der Bedrohung steckt, haben auch die drolligen Kerle die Sympathien auf ihrer Seite. Irgendwie schafft es Regisseur John Newland ja auch nicht so wirklich, dass die Kobolde vom Zuschauer auch als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen werden und statt die Attacken zu zeigen, verheddert sich der ziemlich kurze Streifen dennoch in unnötigem Blabla und etwas zu viel Leerlauf. Auch bei der DVD hat sich niemand mit Ruhm bekleckert und bei der Sichtung sollte man tatsächlich keine Angst vor der Dunkelheit haben, da man über weite Strecken das Geschehen am Schirm auch nur erahnen kann. Trotz aller Widrigkeiten fand ich den aber dennoch okay.

Through the Looking Glass

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Das Leben der reichen Catherin ändert sich schlagartig, als die gelangweilte Frau der guten Gesellschaft eines guten Tages in ihrem geräumigen Haus von übernatürlichen Phänomenen heimgesucht wird. Ein bösartiger Geist in Gestalt ihres verstorbenen Vaters zwingt Catherine vor einem großen Spiegel zu sexuellen Handlungen und treibt die Frau mit trügerischen Illusionen und Träumen zunehmend an den Rand des Wahnsinns. Als sich auch der Ehemann große Sorgen macht und mit Catherine verreisen möchte, lockt der böse Geist die verzweifelte Catherine mit einem falschen Versprechen auf die andere Seite des Spiegels in ein Land in dem Lust, Perversion und Wahnsinn gleichermaßen herrschen und es für die junge Frau auch kein Zurück mehr zu geben scheint...

Jonas Middleton hat mit „Through the Looking Glass“ einen hochgradig seltsamen Film geschaffen, der mit „Avantgarde-Fleischfilm mit Horror-Anleihen“ wohl noch am besten umschrieben ist. Lose auf „Alice im Wunderland“ basierend erinnert der Streifen auch fast schon mehr an „Hellraiser“ und führt seine Protagonistin und den Zuschauer in neunzig durchaus anstrengenden Minuten geradewegs in die sexuelle Hölle und ein Szenario, dass auch Hieronymus Bosch nicht besser hinbekommen hätte. Statt Erotik präsentiert Middleton in seinem düsteren Streifen jede Menge Szenen mit kopulierenden Menschen, die zwar künstlerisch aber alles andere als erotisch eingefangen würden und gemeinsam mit der übernatürlichen Komponente und dem düsteren Score ergibt sich dem Zuschauer schon ein sehr ungewohntes Gesamtbild, das mit seinem finsteres Ende ebenfalls nicht so recht in die Welt des Erwachsenenfilms passen mag. Insgesamt ein irgendwie verstörender, abstoßender und nicht einfach zu guckender Film, der trotz bekannter Namen mit seiner Mischung aus alptraumhaftem Sex, Gewalt und Grusel auch bewusst über sein Ziel hinausschießt.

Düstere Legenden

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jogiwan hat geschrieben:Irgendwie mag ich den Film mit seinen düsteren Legenden, die natürlich dank dem Bestseller-Büchlein "Die Spinne in der Yucca-Palme" auch hierzulande sattsam bekannt sind. Die Teenie-Slasher-Geschichte, die um diese urbanen Mythen inklusive Doggie in der Microwelle gesponnen wird, ist jedenfalls recht stimmig und dank der Darsteller ist die ganze Sause auch recht kurzweilig ausgefallen. Von allen Scream-Klonen ist "Düstere Legenden" imho auch eine der sympathischsten und der Film lässt sich mit den richtigen Leuten auch immer wieder gut gucken. 8/10
Gestern wieder geguckt und für gut befunden. Zwar hätte der Streifen für meinen Geschmack ruhig etwas mehr auf die Tube drücken dürfen, aber insgesamt ist der Streifen einfach unterhaltsam, spaßig und kurzweilig.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das Haus an der Friedhofmauer

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"Das Haus an der Friedhofmauer" ist auch ohne "s" und ohne Mauer meine persönliche Nummer 3 der Fulci`schen "Gates of Hell"-Trilogie, die neben sympathischen Darstellern und netter Optik leider auch ein paar Defizite aufzuweisen hat. So ist die Geschichte über einen untoten Mad-Scientist und Geistererscheinungen doch etwas schludrig und uninspiriert zusammengezimmert und auch das etwas maue Finale haut wohl keinen Genre-Freund vom Hocker. Die Figuren bleiben trotz gern gesehener Darsteller ebenfalls etwas zu blass und es fehlt ihnen für mein Empfinden auch das Identifikations-Potential der beiden anderen Werke. Auf der technischen Seite hingegen gibt es nicht viel zu meckern und auf Blaustrahl ist auch auffällig, wie viel Wert Fulci auf die Bildkomposition gelegt hat, die eher weniger an billig heruntergekurbelte Genre-Werke erinnert. Insgesamt gesehen fehlt es dem Streifen trotz herber Gore-Momente auch aufgrund seines beliebigen Soundtracks an Atmosphäre und auch wenn "Das Haus an der Friedhofmauer" für den Italo-Fan immer noch gut zu gucken ist, wirkt er im Vergleich zu den anderen Werken aus der damaligen Schaffensperiode des italienischen Regisseurs doch auch wie ein rasch heruntergekurbelter Schnellschuss für das blutgeile Publikum, dass hier noch am besten bedient wird.

Central Park Drifter

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Der attraktive Stephen fährt nachts Taxi in New York und ist ein Vampir, der sich um todessehnsüchtige oder todkranke Frauen kümmert um ihnen in der Stunde ihrer größten Verzweiflung mit seiner Gabe ein unbesorgtes Leben ermöglichen kann. Im Gegenzug ernährt er sich von seinen Opfern und als er sich eines Tages in die Videoclip-Regisseurin Michelle verliebt, die gerade die Nachricht von einer unheilbaren Erkrankung erfahren hat, vernachlässigt er seine bisherigen Gespielinnen, die sich daraufhin neue Opfer suchen. Das bringt auch die Polizei auf die Spur des Taxifahrers und auch Michelles eifersüchtiger Ehemann Robert ist Stephen ein Dorn im Auge und als dieser ahnt, dass mit dem Taxifahrer etwas nicht stimmt, ist er ebenfalls bereit mit aller Konsequenz um seine Frau zu kämpfen.

Unkonventioneller und doch auch etwas seltsamer Vampir-Grusel aus den Untiefen der Achtzigerjahre mit jeder Menge Neon-Look, Softsex und auf-toupierten Haaren und einer ungewöhnlichen Auslegung des eigentlichen Vampir-Mythos. Im Vordergrund steht ja neben der latenten Todessehnsucht der Opfer und der Unsterblichkeit als Lösung auch der erotische Aspekt des Infizierens und in „Central Park Drifter“ gibt es dann demzufolge neben einem knattergeilen Obervampir auch jede Menge nackter Haut zu betrachten. Irgendwie ist die Geschichte auch recht interessant und dennoch so bruchstückhaft erzählt, dass sich ab einem gewissen Zeitpunkt wohl nur noch die Gehirnwindungen kräuseln und irgendwie ergibt das Ganze bei näherer Betrachtung auch nicht so wirklich einen Sinn. Horror-technisch sollte man sich hingegen auch nicht zu viel erwarten und auch wenn „Central Park Drifter“ zu den ungewöhnlicheren Vampir-Filmen zählt, ist Jerry Ciccorittis nicht uninteressanter Streifen wohl dennoch nur Zuschauern empfohlen, die sich für derartige Streifen interessieren und auch nichts gegen theatralische Videoclip-Ästhetik, Neon-Optik und nackte Haut haben.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Zärtliche Chaoten II

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Frank und Xaver arbeiten im Jahr 2043 in einem Patentamt in München und leiden unter ihrem strengen Chef, der mit den beiden liebenswerten Schwerenötern auch kein Pardon kennt. Als ihnen eines Tages ein zerstreuter Erfinder eine Zeitmaschine präsentiert um diese patentieren zu lassen, beschließen die Beiden nach Gran Canaria des Jahres 1988 zu reisen um so die Zeugung ihres Chefs zu verhindern. Gesagt und getan stellt sich das Unterfangen jedoch komplizierter da als geplant, da die Beiden nicht nur mit dem nichtsahnenden Sicherheitsmann Ronny eine weitere Person auf Zeitreise schicken, sondern im Eifer des Gefechts auf der sonnigen Urlaubsinsel mit der hübschen Sandy auch noch die falsche Dame ausfindig machen, in die sich Ronny zu allem Überfluss auch noch verliebt.

Natürlich ist auch Teil 2 der deutschen Komödie neuerlich eine „Love-it-or-Hate-it“-Angelegenheit, die mit seiner Zeitreise-Geschichte als eine Mischung aus humorvoller „Terminator“-Variation und „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“ daherkommt und trotz etwas längerer Anlaufzeit auch mit viel Achtziger-Charme punkten kann. Zwar setzt „Zärtliche Chaoten 2“ mit neuen Charakteren weniger auf episodenhafte Situationskomik als sein ein Jahr zuvor entstandener Vorgänger, hat dafür aber fast eine durchgehende Geschichte und auch das turbulentere Finale zu bieten. Der Streifen ist auch voll und ganz auf seine drei Hauptdarsteller zugeschnitten und bietet mit seinem Schauplatz auf Gran Canaria auch jede Menge Sommer-Feeling, flippige Klamotten und flotte Musik aus der Urlaubsdisco, sowie ein paar Ami-Stars aus der Diskont-Ecke und viele bekannte Gesichter aus der deutschen Medien-Landschaft. Insgesamt gesehen bekommt man auch mit Teil 2 eine typisch deutsche Komödie mit etwas verschenkter Zeitreise-Thematik präsentiert, bei der sich zwar niemand mit Ruhm bekleckert, aber auch nüchtern betrachtet wie ein schlechter Trip in die eigene Jugend mit viel Zeit- und Lokalkolorit recht unterhaltsam ausgefallen ist.

Witch Bitch - Tod aus dem Jenseits

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Der smarte Michael führt gemeinsam mit dem Bruder seiner durch Selbstmord verstorbenen Frau ein ultramodernes und Computer-gesteuertes Fitnesscenter mit dem Namen „Starbody Health Spa“, in dem sich die Sportlichen und die Schönen die Klinke in die Hand geben. Als eines Tages Michaels Freundin, die Trainerin Laura in der Club-eigenen Sauna aufgrund eines Computer-Fehlers verunglückt ist das nur der Auftakt zu einer Reihe von schrecklichen Unglücksfällen, die schon bald Besucher in Angst und Schrecken versetzen und auch die Polizei auf den Plan rufen. Als die Steuerung des Clubs aber ohne Erklärung immer wieder Fehlfunktionen aufweist und neben weiteren Opfern auch Michael zunehmend von Alpträumen verfolgt wird, engagiert dieser neben den ermittelnden Beamten einen Parapsychologen, der der wahren Ursache der Unglücksfälle auf den Grund gehen soll.

Entgegen der eher mittelprächtigen Kritiken auf der OFDB entpuppt sich „Witch Bitch“ ja durchaus als sehr solider, kurzweiliger und spaßiger Horror-Slasher, der mit jeder Menge Aerobic- und Spandex-Charme, sowie handgemachten Splatter-Effekten punkten kann. Mehr Achtziger als „Death Spa“ geht ja eigentlich gar nicht und der ultramoderne Club mit dem Charme einer Wartehalle und die gutgelaunten und knapp oder gar nicht bekleideten Fitnessjünger- und -Innen, die reihenweise Opfer einer übernatürlichen Bedrohung werden, ist inklusive Massenpanik am Ende immer sehr kurzweilig inszeniert und sogar Ken Foree gibt sich in dem Horror-Slasher als sympathischer Coach die Ehre. Zwar muss man schon ein Faible für Achtziger-Horror aus den Staaten haben, aber dann bekommt man wirklich die volle Breitseite überdrehtem Dauerwellen-Retro-Grusel vor die Linse geballert und auch die augenzwinkernde Story über die "Hexen-Schlampe" aus dem Jenseits ist auch wesentlich origineller als eine Vielzahl vergleichbarer Filme. Insgesamt ein sehr sympathische und blutige Angelegenheit und wohl auch die gerechte Strafe für ehemalige Achtziger-Zweifler wie meine Wenigkeit.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

China Girl - Krieg in China Town (Abel Ferrara #5)

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In New York teilt die berühmte Canal Street die beiden Viertel Little Italy und Chinatown und während Chinatown von chinesischen Triaden kontrolliert wird, hält die Mafia auf der anderen Seite die Fäden fest in der Hand. Als sich der junge Italo-Amerikaner Tony in die junge Chinesin Tye verliebt, löst dieses jedoch Krawalle von verfeindeten Gangs aus, was sowohl auf italienischer und chinesischer Seite für Irritationen sorgt und von oberster Stelle wird verordnet, dass keine Konfrontationen mehr stattfinden dürfen. Aus persönlichen Befindlichkeiten heraus, halten sich aber weder Tyes Bruder, noch der Bruder von Tony an diese Vereinbarung und als auch Tony und Tye im Verborgenem an ihrer Liebe festhalten wollen, lösen die beiden unbewusst eine Katastrophe aus…

Abel Ferraras Streifen aus dem Jahre 1987 nimmt die tragische Liebesgeschichte von West-Side-Story bzw. Romeo und Julia und verlegt diese kurzerhand in die „ethnische Konfliktzone“ Chinatown und Little Italy und vermischt dieses mit der Mechanismen des modernen Gangsterfilms. Statt Schmalz und Kitsch stehen bei dem amerikanischen Regisseur ja auch eher die Bandenkonflikte, Rassismus, Loyalität und das organisierte Verbrechen im Vordergrund und für die FSK-16-Freigabe bietet „China Girl“ auch überraschend herbe Momente, die ich mir in dem auf der OFDB als Liebesdrama etikettierten Film sicher nicht erwartet hätte. Die Geschichte ist flott und vor Ort inszeniert und bietet auch eine hübsche Achtziger-Optik inklusive passendem Soundtrack von Run DMC bis Marc Anthony. Insgesamt gesehen eine gelungene und teils ziemlich brutale Mischung aus Drama, Gangsterfilm und Action, dass zwar seine Hintergründe nicht näher beleuchtet und für seine Figuren auch keine Lösung parat hat, aber für den Zuschauer ein kurzweiliges und auch empfehlenswertes Wechselbad der Gefühle bereithält.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Schach dem Roboter

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Wunderbar oldskooliger Grusel-Streifen aus Frankreich und dem Jahr 1976 über einen mysteriösen Conte de Saint Germain, der als Erfinder unheimliche Roboter-Kreaturen erschafft und einer jungen Klavierspielerin, die in einem Schach-Roboter ihrer verstorbenen Verlobten wiederzuerkennen scheint. Dabei wird die spannende Geschichte von „Schach dem Roboter“ sehr langsam erzählt und vereint die (damalige) Angst vor der Technik und der Überlegenheit von künstlicher Intelligenz mit einer Thriller-haften Story über das mysteriöse Verschwinden eines jungen Schachspielers und einem zwielichtigen Erfinder. Der fürs TV produzierte Streifen ist auch nach fast vierzig Jahren noch immer überraschend gruselig und die Szenen, in denen sich der doch exotisch aussehende Roboter zu bizarren Zahnrad-Geräuschen bewegt, sind auch herrlich „creepy“ ausgefallen. Zwar kann man sich heutzutage natürlich schon relativ früh ausmalen, wie das Ende ausfallen wird, aber auch das hat zumindest in meinem Fall den Sehgenuss nicht im kleinsten Maße geschmälert.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Coming of Age Vol. 6 - The Roger Lambert Anthology

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Vier Kurzfilme über das Erwachsenwerden.
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