Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Monster Uni

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Nettes, harmloses und familientaugliches Animationskino aus dem Hause Disney/Pixar, das zwar farbenfroh, schräg und technisch perfekt daherkommt, aber irgendwie doch nicht ganz überdecken kann, dass die Geschichte nur mäßig originell daherkommt und auch viel zu lange braucht, bis sie in die Puschen kommt. "Die Monster Uni" ist ja eher eine handelsübliche und kindgerechte US-College-Loser-Komödie, die ihre Stereotype auf putzige Monster überträgt und die Lacher sind in der ersten Hälfte für meinen Geschmack ja auch etwas zu spärlich verteilt. Die Figuren abseits von Mike und Sully fand ich jetzt auch nicht sonderlich gelungen und ehrlich gesagt hätte ich mir auch angesichts der lustigen Trailer auch wesentlich mehr erwartet. "Die Monster Uni" kann man sicher gucken und mit zunehmender Laufzeit macht er schon auch etwas mehr Spass, aber angesichts des Vorgängers (bzw. inhaltlichem Nachfolger) schwächelt er für meinen Geschmack doch etwas zu sehr auf der ganzen Linie. Nett, aber auch nicht mehr und morgen bereits schon wieder vergessen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Ages of Lulu

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Die junge Lulu ist verliebt in Pablo, den Freund ihres Bruders und beschließt ihr "erstes Mal" mit ihm zu erleben. Der erfahrene Pädagoge weist die neugierige Lulu in die Kunst der Liebe ein und die beiden heiraten sogar, nachdem Pablo von einem längeren Auslandsaufenthalt aus den Staaten wieder nach Spanien zurückkehrt. Nach glücklichen Jahren wird der Hunger auf Abenteuer jedoch immer größer und das Paar lässt sich auf se xuelle Eskapaden mit Transsexuellen und Gruppensex ein. Als Lulu mit dem gemeinsamen Kind ihren Gatten Pablo verlässt wird der Hunger auf ungewöhnliche Erlebnisse immer größer und führt die aufgeschlossene Frau geradewegs in den Abgrund aus Lust, Gewalt und käuflicher Leidenschaft...

Ganz schön harter Tobak, den uns der spanische Regisseur mit dieser Romanverfilmung biete. Was sinnlich wie eine Männer-Fantasie beginnt, wandelt sich im Verlauf des Streifens ja zunehmend zu einem absolut wilden Werk, dass fast schon an Gaspar Noe erinnert. "Lulu - Die Geschichte einer Frau" ist ja auch ein Werk, dass nicht lange fackelt und abgesehen von der Eröffnungssequenz, die man wohl so heute nicht mehr bringen könnte, erforscht Luna die Abgründe menschlicher Sexualität und scheut am Ende auch vor herben Momenten nicht zurück. Dennoch lässt einem der Film auch etwas ratlos zurück und das banale und fast schon moralisch-anmutende Ende ist dann nochmals ein Schlag ins Gesicht des Zuschauers. Ebenfalls verwunderlich auch die Freizügigkeit der Hauptdarstellerin Francesca Neri ("Live Flesh"), die angeblich die Tochter von Rosalba Neri ist und hier ohne Scheu alles präsentiert. Die deutsche VHS ist ja anscheinend gekürzt und wurde auch noch indiziert, bei der australischen DVD mit 18+-Freigabe scheint aber alles drin zu sein. Herbes und provokantes Kunstkino an der Grenze zwischen sinnlichen Erotikstreifen und herben Sado-Fleischfilm.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Roost

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Auf dem Weg zu einer Hochzeit landen vier Freunde nach einer mißglückten Abkürzung mitten in der Nacht mit kaputtem Wagen im Straßengraben. Als ein vorbeifahrendes Auto nicht reagiert, machen sich die vier auf um Hilfe zu suchen und landen auf einer abgelegenen Farm. Da die Anwohner jedoch wie vom Erdboden verschluckt sind, sieht einer im Schuppen nach und entdeckt dabei einer Horde Fledermäuse. Als überraschend ein Sherriff auftaucht und von den Fledermäusen attackiert und getötet wird, liegen die Nerven blank und als sich dieser auch noch als Zombie von den Toten erhebt, nimmt endgültig das Grauen seinen Lauf...

Du meine Güte: hoffnunglos unoriginelle Mischung aus Backwood-Slasher, Tierhorror und Zombiefilm, dass zu allem Überfluss auch noch in einer Art Retro-Horrorshow inklusive Host eingebettet ist und mich mal so gar nicht überzeugen konnte. Ti West mag zwar ein großer Horrorfan der alten Schule sein, aber irgendwie legt er wie schon bei "The Innkeepers" überhaupt kein Gespür für Spannung, Atmosphäre oder Grusel an den Tag und setzt neuerlich auf Schreckmomente am laufenden Band, die hier in Form von übertriebenen und teils unpassenden Sounddesign stattfinden. Die Geschichte wirkt aus allen Ecken des Horror-Universums billig zusammengeschustert und was die Protagonisten von sich geben ist größtenteils Nonsens. Darstellerisch und inszenatorisch sollte man sich in dem Low-Budget-Flick ebenfalls nicht viel erwarten und irgendwie ist "The Roost" eigentlich nur langweilig, mies und mit "Michael Haneke-Moment" auch noch ziemlich doof.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Le Havre

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In seiner Gutmensch-Utopie "Le Havre" für das Arthouse-Publikum im fortgeschrittenen Alter erzählt Aki Kaurismäki in einem etwas künstlich-erscheinenden Look eine zu Herzen gehende, beinah märchenhafte Geschichte über kauzige Menschen aus einfachen Verhältnissen im französischen Küstenort Le Havre, die beschließen, einem minderjährigen Flüchtling zu helfen. Die Realität sieht ja leider etwas anders aus und alles Negative wird im Falle von Aki Kaurismäki einfach komplett ausgeblendet. Zwar ist "Le Havre" auch sicher nicht auf Glaubwürdigkeit angelegt, aber trotzdem war mir diese "Guten Menschen passiert Gutes"-Message vor allem im Finale einfach viel, viel, viel zu aufgesetzt und die Art von verklärter Sichtweise auf gravierende Probleme der Menschheit ist etwas, mit dem ich generell so meine Probleme hab. "Le Havre" ist dann auch ein gestelzt-daherkommendes, herz- und kreislaufschonend erzähltes Feelgood-Movie mit angezogener Handbremse, Flüchtlingsthematik und rührigem Happy-End für ein eher gesetztes Publikum, das noch der Überzeugung ist, dass sich jedes Problem mit Vernunft, Menschlichkeit und einem Glas guten Wein lösen lässt.

Sightseers

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Zwar hätte ich mir irgendwie ein wesentlich schwarzhumorigeres Werk erwartet, aber auch so ist der Film immer hübsch neben der Spur und bietet Problemlösungen für Alltagssituationen, die man zuhause besser nicht nachmacht. Jeder Topf findet halt seinen Deckel - nur doof, wenn dieser Deckel halt ein gewaltbereiter Psychopath ist mit dem man sich gerade mit dem Wohnwagen auf einer Urlaubstour befindet. Ben Wheatley macht aus der originellen Grundidee auch einen herrlich schrägen Streifen, der auch ein paar sehr böse Momente hat und dass man auf dem Campingplatz keine Freundschaften schließen sollte, hat schließlich auch schon Loriot erkannt und diese These wird hier eindrucksvoll nochmals untermauert. Einziges und größtes Manko sind aber die absolut unpassenden Synchron-Fistelstimmchen, die man den beiden Hauptfiguren verpasst hat und die so überhaupt nicht zu den herben Charakteren von "Sightseers" passen. Muss daher demnächst noch mal im Original gesichtet werden. Ansonsten ein herrlich skurriles Filmchen!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

So finster die Nacht

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Einer meiner absoluten Lieblings-Streifen, der neben seiner interessanten Vampir-Variation, vor allem mit seiner unterkühlten und melancholisch-entrückten Stimmung punkten kann. Alfredson lässt in seinem Streifen zwei aus sehr unterschiedlichen Gründen vereinsamte Herzen aufeinandertreffen und vermischt scheinbar mühelos Coming-of-Age-Drama mit Horror, ohne dass der Streifen zu sehr in eine der Richtungen tendiert. Die Außenseiter-Geschichte wird durch die wunderbar-tristen Locations und dem schwedischen Winter noch zusätzlich unterstützt und obwohl der Streifen eher ruhig und unaufgeregt erzählt wird, so verfehlen die wenigen, aber doch recht herben Effekte ihre Wirkung keinesfalls. "So finster die Nacht" ist mit Form und Inhalt dann auch so etwas wie eine Ausnahme-Erscheinung im Genret und wie Purgschi schon richtig anmerkte, der beste, weil auch sicherlich der ungewöhnlichste Vampirfilm der letzten Jahre.

Shocker

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Unterhaltsamer, aber doch auch etwas seltsamer Film von Wes Craven, der dem geneigten Fan hier ein bisschen was von allem serviert. Ein Horror-Chop-Suey mit ein bissl eigene Ideen, ein bissl Slasher, Okkult-Horror und eine Prise "Cronenberg", die aber dank farblosen Hauptdarsteller nicht so richtig zünden möchte. Zwar ist auf dem Bildschirm immer was los, aber wenn man nicht eine Affinität zum Trash hat, kann man die zunehmend haarsträubende Handlung auch als großen Mist empfinden. Auf der anderen Seite macht "Shocker" aber gerade deswegen wieder großen Spass und der FBI-Chef als abgrundtief-böser Serienkiller mit Hang zu schwarzer Magie und Elektrizität macht ja wieder vieles wett. Lustiger und blutiger Blödsinn, der an entsprechenden Tagen auch gut funktioniert - an falschen Tagen aber lieber im Regal bleiben sollte.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Monster Dog

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Ach, so schlimm ist der gar nicht und zwischen "The Riffs III" und "Troll 2" fügt sich "Monster Dog" ja auch recht harmonisch in die etwas cheesige Filmografie von Claudio Fragasso ein. Der Rockstar heißt ja im Original wohl nicht zufällig "Vincent Dawn" (!) und nach einem etwas drögen Start kann der 1984 gedrehte Streifen ja durchaus überzeugen. Der werte Claudio hat halt ein Faible für Trockeneis-Nebel und blaue Ausleuchtung und lebt das in dem Horror-Streifen auch vollends aus und bietet nebenher auch noch ein paar sehr blutige Effekte. Alice Cooper macht seine Sache ebenfalls sehr gut, darf sogar ein paar Songs zum Besten geben und auch die systemerhaltende Geschichte mit Zutaten aus Werwolf, Musikfilm, Tierhorror und Home-Invasion fand ich ganz okay. Zwar ist die spanisch-amerikanisch-puertoricoanische Co-Produktion sicher kein verkanntes Highlight, aber ein Streifen, den man durchaus gucken kann und eine schönere VÖ als die Bildqualitätstechnisch-unterdurchschnittliche und mir vorliegende Aussie-DVD auch durchaus Sinn machen würde.

Der Tod steht ihr gut

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Herrlich tiefschwarze (Horror-)Komödie, in der Robert Zemeckis den Jugendwahn und die eitlen Befindlichkeiten von Reich und Schön ganz ordentlich auf die Schaufel nimmt. Los Angeles als Schauplatz ist wohl nicht zufällig gewählt und im Verlauf des Streifens über ein Serum das jugendliche Schönheit mit einem kleinen Haken ist ja auch ein Streifen über den man nicht mehr viel Worte verlieren muss. Hat mir seinerzeit im Kino schon gut gefallen und auch heutzutage ist die Mischung aus bitterbösen Humor, tollen Darstellern und gelungenen Effekten auch noch immer so unterhaltsam wie schon vor zwanzig Jahren. Das liegt vor allem an einer herrlich selbstironisch agierenden Meryl Streep, die man ja in jeder Rolle gerne sieht und der flotten Regie von Robert Zemeckis, die mit allerlei bösen Einfällen bis zum bekannten Ende auch keinen Durchhänger bietet. Ein Streifen, der imho über die Jahre sogar noch gewonnen hat. Spassig!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Ich - Einfach unverbesserlich 2

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Mäßig originelle Fortsetzung zum großen Erfolg des ersten Teiles, der zwar wiederum technisch perfekt ausgefallen ist, aber auch nicht den Charme des Vorgängers vorzuweisen hat. Ging es darin noch um einen grummeligen Superschurken, der sich auf einmal mit drei Waisenkindern konfrontiert sah, ist der Nachfolger mehr auf James Bond gebürstet und räumt statt den drei Kindern auch eher den sogenannten Minions (etwas zu) viel Platz ein. Sicherlich ist "Ich - Einfach unverbesserlich 2" nette Unterhaltung und bietet auch für das erwachsene Publikum netter Verweise zu anderen Filmen wie z.B. "World War Z", andererseits wird man auch das Gefühl nicht los, dass die Geschichte unter dem enormen Tempo leidet und man statt Herzlichkeit eher mit Reizüberflutung am laufenden Band konfrontiert wird. Alles nett und brav, aber im Vergleich zum Vorgänger stinkt Teil zwei ganz schön ab und ist wie auch "Die Monster Uni" aus der Disney-Konkurrenz-Produktion eher ein Paradebeispiel für Möglichkeiten der 3D-Technik, als der Fähigkeit dahinter eine gute Geschichte zu erzählen.

Wer hat Angst vor Virginia Woolf!?

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Das 1966 entstandene Drama nach einem Theaterstück hat ja nicht nur ein paar Oscars abgeräumt, sondern gilt immer noch als eines der besten Dramen der Welt. Die Darstellung des Paares, das sich vor den Augen eines anderen Paares einen schonungslosen Psychokrieg liefert ist auch sehr gelungen und Frau Taylor und Herrn Burton förmlich auf den Leib geschrieben. Was soll man über diesen Klassiker dann auch noch großartig viele Worte verlieren, außer dass der Streifen wirklich gut ausgefallen ist und dem Zuschauer und Protagonisten nix geschenkt wird. Schnapp!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Der Beginn meiner alljährlichen Weihnachtsfilm-Sause:

Rare Exports

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Auf "Rare Exports" hab ich mich ja schon sehr gefreut und die Ausgangsidee bzw. Variation der Weihnachtsmanngeschichte ist auch sehr ungewöhlich, schräg und spassig. Trotz der kantigen Charaktere, schönen Locations und der technisch sehr guten Umsetzung unterschiedlichster Handlungs-Elemente und einiger Aha-Momente stagniert die Geschichte aber bald einmal und irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass Helander trotz vieler Möglichkeiten am Ende die Ideen für ein passables Ende ausgegangen sind. Irgendwie verpufft die Magie von "Rare Exports" dann auch nach einer interessanten, ersten Stunde und watet letztlich auch noch in Steven Spielberg-Gefilden, was mir persönlich ebenfalls nicht so gefallen hat. Mit ein bisschen mehr Mut wäre hier auch sicherlich noch viel mehr möglich gewesen, als das teilzeit-originelle und durchschnittliche Werk, dass "Rare Exports" letztlich geworden ist. Kann man zwar gut gucken, aber ich persönlich hätte mir mehr erwartet

Böse Weihnacht

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Im Grunde recht ungewöhnlicher Streifen, der sich mit seiner "Weihnachtsmann"-Thematik auch prompt etwas zwischen die Stühle setzt. Irgendwie weder Slasher, Horror oder Psychogramm präsentiert Lewis Jackson einen schrulligen Angestellten einer Spielzeug-Fabrik, der die Kinder seiner Nachbarschaft beobachtet, sich als Weihnachtsmann zu Größerem berufen fällt und dessen aggressive Ausbrüche den Zuschauer dann umso unvermittelter erwischen. Die Idee zu "Böse Weihnacht" ist auch ganz interessant, auch wenn dem Streifen anzusehen ist, dass hier nicht allzu viel Budget vorhanden war. Ein netter kleiner Reißer aus den Achtzigern, der sich mit seiner Thematik auch zur Zeit der Entstehung sicher nicht viele Freunde gemacht hat und auch nicht zurückscheut, dem Zuschauer und dem ganzen Weihnachtsrummel mal den Stinkefinger hinzuhalten. Sicherlich kein verkannter Klassiker, und auch kein Paradebeispiel in Sachen Tempo, aber irgendwie ein kleiner und feiner Film über die Abgründe der menschlichen Seele, der auch schon um schmales Geld zu haben ist.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mo' Christmas-Madness

Silent Night, Deadly Night

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Billy muss in jungen Jahren mit ansehen, wie seine Eltern von einem Mörder im Weihnachtsmannkostüm ermordet wird. Als er daraufhin traumatisiert in einem Waisenhaus landet, kann er trotz der Hilfe der Nonnen das Erlebte nur schwer verarbeiten und gerät mit seiner Abneigung gegen den Weihnachtsmann immer wieder ins Visier der strengen Mutter Oberin. Jahre später scheint alles vergessen und der zu einem stattlichen Kerl herangewachsene Billy nimmt er einen Job in einem Spielwarengeschäft an. Als er zu Weihnachten jedoch dummerweise die Rolle des Weihnachtsmanns übernehmen soll und auch noch Zeuge wird, wie seine Arbeitskollegin während einer Feier bedrängt wird, brechen verdrängte Erinnerungen wieder hervor und Billy mutiert zum psychopathischen Killer...

"Stille Nacht, Horror Nacht" ist eigentlich ein netter, kleiner Slasher/Horrorfilmchen mit Weihnachts-Thematik, der ja überraschend blutig ausgefallen ist und wie schon "Böse Weihnacht" ordentlich ins Fadenkreuz selbsternannter Moralaposteln und konservativer Kräfte geraten ist, die es gar nicht gerne sahen, dass sich Santa als psychopathischer Killer durch die Gegend meuchelt. Dennoch leidet der ganze Streifen imho etwas darunter, dass schon von Anfang an klar ist, wer für die Morde verantwortlich ist und so beschränkt sich die Spannung leider nur darauf, sich zurückzulehnen und abzuwarten, auf welche Weise die Opfer nach der Reihe abgemurkst werden. Für den Gore- und Sleaze-Fan gibt es dabei recht herbe Morde und etwas Fleischbeschau und so bietet der Auftakt zu der Serie, die es sogar auf vier Fortsetzungen gebracht hat auch alles, was man sich in einem derartigen Streifen erwartet. Grundsolide Unterhaltung für Zwischendurch, die zwar sicher nicht zum Besten des Genres gehört, aber sich gut gucken lässt und vor allem für Weihnachtsverweigerer natürlich unverzichtbar ist.

Santa's Slay

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Herrlich absurde und schwer unterhaltsame Horror-Komödie über Satans Sohn, der nach einer verlorenen Wette tausend Jahre Strafdienst als Santa schieben muss. Als die Zeit vorrüber ist, räumt er in einem kleinen Örtchen namens "Hell" so richtig auf und dort bricht auch schon bald die Hölle los. "Santa's Slay" ist dabei herrlich schwarzhumorig und politisch unkorrekt und hat (im englischen Original) auch immer die Lacher auf seiner Seite. Schon der Auftakt mit Fran Drescher und James Caan ist hübsch überdreht und so der ideale Auftakt für einen temporeichen Indie-Streifen mit viel Trash-Appeal, bei dessem FSK16-Freigabe man sich ebenfalls nur verwundert die Augen reiben kann. An dem Tag hatten die Leutchen der FSK wohl ein paar Glühwein zu viel, sodass sich Bill Goldberg zum Weihnachtsfest als böser Santa samt überdimensionierten Schlitten auch ordentlich austoben kann. Alles in allem ein sehr spassiges Vergnügen, dass man natürlich nicht ernst nehmen sollte und wenn wohl auch im englischen Original gucken sollte. Irgendwie schon doof, aber doch auch viel spaßiger als es die Kritiken auf der OFDB vermuten lassen und auch der bislang beste Streifen meiner diesjährigen Weihnachtsfilm-Retrospektive!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Silent Night, Bloody Night

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Vor vielen Jahren kam der Eigentümer des sogenannten "Butler-Haus" auf mysteriöse Weise am Weihnachtsabend ums Leben und vermachte das Haus seinem Enkel mit der Bedingung, dieses nicht zu verändern. Knapp zwanzig Jahre später beschließt dieser jedoch das leerstehende Anwesen zu verkaufen und schickt dazu an Weihnachten einen Anwalt in die kleine Stadt, der den Verkauf regeln soll. Als dieser samt Freundin auf grauenvolle Weise ermordet wird, ist das jedoch erst der Auftakt einer Reihe von weiteren Morden und als die Tochter des Bürgermeisters Nachforschungen anstellt, kommt diese einem düsteren Geheimnis auf die Spur, das wie ein dunkler Schatten über dem verfluchten Gebäude liegt...

70er-US-Horror und Prä-Slasher über eine düstere Geschichte, die sich an Weihnachten in einem geräumigen Haus zugetragen hat und zwanzig Jahre später wieder zu Tage tritt. Die Story wäre dabei auch gar nicht so schlecht, wäre der Film nicht so haarsträubend falsch herum und sprunghaft erzählt, sodass erst gar keine Spannung aufkommen kann. Die Perspektive der Geschichte wechselt ständig von einer Person zu anderen und im Finale gibt es ein haarsträubendes - aber zweifelsfrei gelungenes - Kracher-Ende, das ebenfalls kurzerhand ebenfalls aus dem Ärmel geschüttelt wird und "Silent Night, Bloody Night" dann doch noch aus der Masse vergleichbarer Streifen herausragen lässt. Ansonsten überzeugt der Streifen aber durch seine düstere Grundstimmung, blutige Momente und das bereits erwähnte Finale, dass man sich so sicher nicht unbedingt erwarten würde, auch wenn die Weihnachts-Thematik insgesamt hier nur am Rande in Erscheinung tritt.

Silent Night, Deadly Night Part 2

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"Silent Night, Deadly Night Part 2" ist im Grunde ein einziger Witz und besteht im Grunde aus 50 % Material des Vorgängers in der entschärften R-Rated-Fassung, die hier in Form von Rückblenden nochmals erzählt werden. Die ersten 40 Minuten sind daher nichts anders als ein Zusammenschnitt des Erstlings mit einer losen Rahmenhandlung, in dem Ricky, der jüngere Bruder des psychopathischen Santas aus dem ersten Teil, dessen blutige Taten vor einem Psychologen nochmals Revue passieren lässt. Erst danach geht es mit der eigentlichen Handlung los und die ist größtenteils ebenfalls ziemlich lächerlich sind, sodass es wenig verwundert dass die sogenannte "Garbage Day"-Szene immer wieder in Youtube-Zusammenstellungen der lächerlichsten Horrorfilmszenen aller Zeiten auftaucht. Die ist auch ein großer Lacher, aber im Grunde dann auch das einzige Highlight in einem billig zusammengeschusterten und unfreiwillig-komischen Streifen, der wohl nur entstanden ist um noch ein paar zusätzliche Dollar aus den Taschen der Slasher-Fans zu ziehen.
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