Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Satan's Playground

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Donna ist mit ihrem Gatten, ihrem autistischen Sohn Sean, sowie ihrer frisch geschiedenen Schwester Paula samt Baby unterwegs in dem Urlaub und möchte in den Wäldern von New Jersey ein paar erholsame Tage verbringen. Doch schon die Anreise birgt einiges an Konfliktpotential und die menschenleere Gegend wirkt auch alles andere als einladend. Als auch noch der Wagen mitten im Nirgendwo und in der Nacht im Morast steckenbleibt macht sich Frank auf die Suche nach Hilfe und landet vor dem Haus von Mrs. Leeds, die den Mann hereinbittet. Als dieser daraufhin spurlos verschwunden scheint, macht sich auch Donna auf den Weg zu dem heruntergekommenen Haus und schon bald trifft auch der Rest der Familie auf finstere Mächte und düstere Wesen, die es auch so gar nicht gut mit den Eindringlingen meinen...

Indie-Horror-Regisseur Dante Tomaselli hat ja mit "Desecration" und "Horror" zwei durchaus interessante Filme abgeliefert, die trotz kostengünstiger Realisierung aufgrund ihrer unkommerziellen Herangehensweise durchaus interessant ausgefallen sind. Umso enttäuschtender ist daher "Satan's Playground", der mich so gar nicht überzeugen konnte und statt eigenständiger Ideen einen ziemlich lahmen, uninspirierten und scheinbar willkürlich zusammengezimmerten Genre-Mix mit Versatzstücken aus Mystery, düsteren Legenden und Filmen wie "Evil Dead", "Wrong Turn" und "TCM" präsentiert. Technisch mag "Satan's Playground" ja für Indie-Verhältnisse gar nicht mal so schlecht ausgefallen sein, aber die Geschichte kann ja leider gar nix und auch Felissa Rose ("Sleepaway Camp") und Ellen Sandweis ("Evil Dead") und die wie immer großartige Irma St. Paule agieren da eher auf verlorenen Posten. Öd!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Necropolis

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Theatralischer und sehr spezieller Kunstfilm, in den Franco Brocani seine Darsteller wie Tina Aumont und Bruno Corazzari historische und Kunst-Figuren wie Frankenstein spielen lässt, die dann oft minutenlange und seltsame Monologe von sich geben. Das Ganze auch noch mehrsprachig und neben Deutsch und Französisch ist die Hälfte des italienischen und durchaus fordernden Films auch in englischer Sprache. Die zwei Stunden haben auch keine feste Handlung und verbindende Elemente und erinnern mit ihren kargen Kulissen eher an ein gefilmtes Theaterstück, das aus mehreren Akten besteht und den Zuschauer auf mehreren Ebenen fordern möchte. "Necropolis" ist dann auch ein sehr spezielles Vergnügen und manchmal auch eine Geduldsprobe, dass sich an ein sehr aufgeschlossenes Publikum richtet. Interessant wäre sicherlich, was der Regisseur dazu meinen würde, aber wenn die bislang einzige Kritik auf der IMDB "Necropolis" als "pretty close to unwatchable" bezeichnet, dann kann das hier durchaus als Warnung gesehen werden.

Ab in die Ewigkeit

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Kleiner, aber sehr feiner Slasher mit "Unsere kleine Farm"-Bratze Melissa Sue Anderson, die hier den psychisch labilen und extremen Schuldgefühlen vorbelasteten Teenager Ginny gibt, der nach dem Verschwinden von ein paar Freunden nicht mehr zwischen Realität und Traum unterscheiden kann. Weder Hauptdarstellerin noch der Zuschauer können sich dabei sicher sein, ob die Handlung auf der Leinwand tatsächlich der Wahrheit entspricht und am Ende gibts auch noch die obligatorische Überraschung. Zwar macht J. Lee Thompson dabei auch nicht viel anders, als die anderen Slasher-Regisseure dieser Epoche, aber "Happy Birthday to me" hat einfach eine nette Atmosphäre, flottes Erzähltempo, eine unvorhersehbare Geschichte und annehmbare Knallchargen für die Bodycount-Liste. Um es mit den Worten eines geschätzen Foren-Users zu beschreiben: guckt sich gut wech!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

An American Hippie in Israel

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Der amerikanische Hippie Mike landet nach einer längerer Europareise in Israel, wo der Mann seinem Vietnam-Trauma entfliehen- und seinem Traum von einer friedlichen Gesellschaft verwirklichen möchte. Gemeinsam mit seiner neuen Freundin, einer aufgeschlossenen Schauspielerin von der er vom Flughafen in die Stadt mitgenommen wird, findet er weitere Hippies in Tel Aviv, die sich ihm anschließen, jedoch wenig später einem Attentat zum Opfer fallen. Mike und seine Freundin machen sich jedoch weiter auf den Weg und landen mit einem weiteren Pärchen auf einer verlassenen Insel, wo Mike jedoch bitter erkennen muss, dass sich sein Plan einer pazifistischen Gesellschaft nicht so einfach umsetzen lässt...

Psychedelisch angehauchtes Hippie-Drama aus Israel (!) das gerade von dem Label Grindhouse-Releasing mit einer Luxus-VÖ gewürdigt wurde. "An American Hippie in Israel" ist dann wohl auch nicht gerade der Streifen, den man sich aus dieser Ecke der Welt erwarten würde und bietet neben viel Musik auch ein paar surrealistische Momente, ehe der Streifen in der zweiten Halbzeit viel an Fahrt verliert und ein erwartungsgemäß dramatisches Ende bietet, bei dem auch etwas der moralische Zeigefinger ausgepackt wird. Die erste Halbzeit ist aber durchwegs unterhaltsam und in seinem Entstehungsland wird Sefers Streifen dann auch kultisch veehrt. Die Ami-VÖ ist nicht nur codefee, sondern auch wirklich sehr schön ausgefallen und bietet neben dem "Theatrical-Cut" auch noch eine längere Fassung, die mit längerer Vietnam-Thematik noch ein bisschen unangenehmer daherkommt und ein haarsträubendes Ende bietet, dass dann wieder für offene Münder und Gelächter sorgt. Das von mir erwartete Highlight ist es aber gestern nicht geworden und als Partyfilm taugt der Streifen mit seiner Vietnam-Thematik wohl auch nur bedingt.

Sloppy the Psychotic

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Sloppy lebt noch zuhause bei seinen nervigen Eltern, wird von seinem Umfeld nur verarscht und liebt seinen Job als Party-Clown für Kindergeburtstage. Dort vollführt er kleine Tricks, reißt Witze und genießt die Aufmerksamkeit seines Publikums, die ihm ansonsten verwehrt bleibt. Als er eines Tages aufgrund widriger Umstände seinen Job verliert, verfällt er dem Alkohol und fasst anschließend den Plan, sich an allen zu rächen, denen er seine beschissene Situation zu verdanken hat. Aus dem freundlichen Clown ist ein mordender Psychopath geworden, vor dem niemand sicher scheint und als auch noch ein weiterer Kindergeburtstag ansteht, plant Sloppy seinen bislang größten Auftritt, den mit Sicherheit auch niemand so schnell vergessen wird...

Leidlich gelungener und troma-esker Low-Budget-Splatter-Streifen, der in der Tradition aktueller Amateur-Produktionen steht, in denen zwecks Aufmerksamkeit in der Gorehound-Gemeinde auf Geschmacksgrenzen auch keinerlei Rücksicht genommen wird. Nach einem eher drögen Start, gehts dann in der zweiten Halbzeit auch ordenlich zur Sache und eine Abartigkeit reiht sich an die nächste. Da werden Mordopfer zu Burger verarbeitet, Geschlechtsteile abgeschnitten und im "Grande Finale" wird ein Kindergeburtstag dementsprechend aufgemischt. Alles auf eher niedrigen Niveau und mit fragwürdigen Humor und in den Weiten des "Neulands" und bei der angepeilten Zielgruppe auch entsprechend abgefeiert. Ich bin für so einen Scheiß aber eindeutig und zum Glück schon zu alt und so ist "Sloppy" dann auch eher ein Fall für die cineastische Sondermültonne. Deckel drauf und Tschüss!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Salon Kitty

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Sex, Drugs'n Größenwahn: ganz schön heftiges und wildes Filmchen, was uns Tinto Brass mit "Salon Kitty" bzw. seiner Mischung aus Arthouse-Drama, Naziploitation und Erotikstreifen präsentiert. Hätte mir ja eher ein etwas dröges und überlanges Filmchen mit viel nackten Frauenhaut erwartet, aber hier geht ja schön die Post ab und Männlein wie Weiblein halten alles in die Kamera, was es so zu zeigen gibt. Dazwischen wird sehr drastisch und eindringlich die menschenverachtende Ideologie der Nazis offenbart und auch vor Schlachtszenen und dem Zeigen von verstümmelten Menschen macht Herr Brass in seinen wunderbar ausgestatteten und schön fotografierten Streifen nicht halt. Die Besetzung ist natürlich ein absoluter Traum und auch wenn der Streifen vielleicht in der Mitte doch einen Tick zu lange ist, fand ich das Ende wiederum sehr gelungen. Ein richtiger Schocker und ich bin begeistert! Jetzt kann ich wohl auch die Sichtung von "Caligula" nicht mehr auf die lange Bank schieben.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Der Nachtportier

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Einen ganz schön kontroversen Streifen, den hier die italienische Regisseurin Liliana Cavani abgeliefert hat. Nicht nur, dass "Der Nachtportier" dem Zuschauer in ruhigen Bildern ein sehr ambivalentes Opfer-Täter-Verhältnis zwischen einem Nazi-Offizier und einer jüdischen Frau, zwölf Jahre nach Ende des Krieges präsentiert, sondern auch sehr eindringlich zeigt, dass mit Ende des Krieges nicht automatisch auch die menschenverachtende Ideologie geendet hat, sondern die Nazis schon wieder längst dabei sind, neue Netzwerke zu stricken und sich trotz der vollbrachten Gräuel auch keiner tiefergehenden Schuld bewusst zu sein scheinen. In einem Land, in dem "braune Rülpser" seit Jahrzehnten immer wieder an der politischen Tagesordnung stehen ist das natürlich eine bittere Wahrheit, deren komplette Aufarbeitung wohl nie mehr stattfinden wird. Hauptaugenmerk in "Der Nachtportier" liegt aber auf der sadomasochistischen Beziehung zwischen dem sadistischen Peiniger und dessen Opfer, der man mit Logik auch nicht nachkommen kann und über die man naturgemäß auch geteilter Meinung sein kann. Ein unangenehmer und heftig diskutierter Streifen über Schmerz und Liebe, der den Finger in noch immer offene Wunden legt und der auch definitiv nicht in die Naziploitation-Ecke gehört.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Muertos de Risa

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Der erfolglose Bar-Sänger Nino und Kellner Bruno nehmen, nachdem sie ihren Job verloren haben, an einem Casting in Madrid teil, in dem zukünftige Show-Talente gefunden werden sollen. Der Auftritt führt zwar ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolgt, doch der schmierige Manager Julian nimmt die beiden als Komödianten unter Vertrag und tingelt mit ihnen durch die spanische Provinz. Als Bruno bei dem ersten Auftritt dem schüchternen Nino, der auf der Bühne kein Wort herausbringt, eine Ohrfeige verpasst und das Publikum in Gelächter ausbricht, ist das der Auftakt zu einer der erfolgreichsten Bühnen-Acts der spanischen Geschichte. Doch Nino ist unglücklich über seinen Part und eifersüchtig auf Brunos Erfolgt bei den Frauen. Über die Jahre steigert sich zwar der Erfolg des Duos, aber auch die Feindschaft der Beiden und aus harmlosen Scherzen werden zunehmend böswillige Attacken, die letztendlich in einem unbarmherzigen Kleinkrieg eskalieren.

Warum es Àlex de Iglesias vierter Spielfilm offensichtlich nie außerhalb Spaniens veröffentlicht wurde und nicht von einem größeren Publikum wahrgenommen wird, ist mir eigentlich ein Rätsel - aber vielleicht haben sich die Fans nach "Aktion Mutante", "El Dia de la Bestia" und "Perdita Durango" einfach etwas anderes erwartet, als diese bitterböse Dramödie über ein Komiker-Duo, dass sich gegenseitig das Leben schwer macht. Mit viel Lokal- und Zeitkolorit und Bezügen zu realen Ereignissen der spanischen Geschichte präsentiert der Regisseur auch ungefähr den Prototyp dessen, was er mit dem ebenfalls grandiosen "Mad Circus" - Eine Ballade von Liebe und Tod" knapp zehn Jahre danach geschaffen hat. "Muertos de Risa" ist bunt, grell, witzig und böse und macht ebenfalls keine Gefangenen, auch wenn hier alles eine Spur subtiler um die Ecke biegt. Santiago Segura und El Gran Wyoming sind jedenfalls super und bei der Ausstattung und manchen Shots hat sich de la Iglesia wohl auch etwas von Almodovar inspirieren lassen. Kein Wunder, dass "Muertos de Risa" dann auch genau mein Dingens ist.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Musik, Musik - da wackelt die Penne

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Mäßig lustige Musical-Komödie, die sich an den Erfolg von dem seinerzeit sehr beliebten Streifen "Die Lümmel von der ersten Bank" hängt und dabei viel Musik und harmlose Streiche mit einer eher drögen Rahmenhandlung und leiser Kritik am konservativen Schulsystem verknüpft. Franz Antels Prototyp zu "Die Klasse von 1984" ist aber trotz bekannter Gesichter und Schlagerkeule nicht wirklich gelungen und "Musik, Musik - da wackelt die Penne" verkommt auch eher zu einer episodenhaften Nummern-Revue, in der auch Sänger wie Howard Carpendale und Chris Roberts eher schlecht als recht in die stets vorhersehbare Handlung eingebaut werden. Der Streifen ist aber wie üblich routiniert heruntergekurbelt, sommerlich bunt und bietet mit dem österösterreichsichen Ort Gmunden auch nette Locations mit genügend Product-Placement. Alles in allem ein eher dröger Film mit viel Musik für Zwischendurch, der niemanden weh tut, aber bis auf die groovigen Songs von Gerhard Heinz auch morgen schon wieder vergessen ist.

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Legend of Blood Castle

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Wunderbar stimmiger Horrorfilm, der wieder einmal viel mehr Aufmerksamkeit im deutschen Raum verdient hätte, wo er unverständlicherweise wohl nicht veröffentlicht wurde. Die Geschichte ist zwar anfänglich etwas komisch erzählt und bietet mehrere Erzählstränge, die dann aber im bitterbösen Finale hübsch zusammengeführt werden. Neben den wunderbaren Settings und den tollen Darstellern, insbesondere dem dämonisch dreiblickenden Espartaco Santoni überzeugen noch Ewa Aulin und die wunderbare Lucia Bosé, die in "Legend of Blood Castle" auch zweifelsfrei ein paar sehr eindrucksvolle Momente hat. Zu viel mag man ja gar nicht verraten, aber "Ceremonia sangrienta" zählt für mich wirklich zu den Gothic-Horror-Höhepunkten der europäischen Filmgeschichte und braucht sich auch vor den Bava-Werken nicht verstecken. Die Ami-DVD aus dem Hause Mya kann da zwar Qualitäts-technisch nicht ganz mithalten, bringt das atmosphärische Spektakel aber ungekürzt und eigentlich muss man auch über jede VÖ dieses atmosphärischen Streifens dankbar sein.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das Grauen aus der Tiefe

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In einem kleinen US-Fischerdorf gibt es Stunk, da in dem idyllischen Ort eine Fischkonservenfabrik gebaut werden soll, was nicht allen Einwohnern behagt. Als zuerst sämtliche Hunde tot aufgefunden werden, verdächtigt man sich daher gegenseitig und es kommt zum Streit unter den Fischern. Als auch die ersten Menschen spurlos verschwinden, macht sich Jim mit der Wissenschaftlerin Susan auf die Suche nach der Ursache und findet diese schon bald in genetisch mutierten Fischwesen, die sich zum Zwecke der Fortpflanzung an Land begeben. Während sich die beiden nach ihrer Entdeckung zurück in den Ort begeben um die Bewohner zu warnen, steigt dort aber bereits das alljährliche Lachs-Festival, wo die Lage kurze Zeit später vollends eskaliert...

Eben noch den tollen Trailer in Magdeburg auf großer Leinwand gesichtet, gestern - dank Sitznachbar - schon im heimischen DVD-Player. Und "Humanoids from the Deep" ist natürlich der volle Burner, der den Zuschauer nach einem etwas drögen Start mit einem soliden Mittelteil und einem absolut knalligen Finale überrascht. Die Geschichte mit leichten Öko-Touch ist überraschend blutig und auch das Design der Fischmonster fand ich absolut gelungen. Mit welchem Enthusiasmus die sympathischen Fischmonster das Fest und seine Besucher aufmischen, sollte man als aufgeschlossener Zuschauer ja schon gesehen haben. Umso seltsamer, dass es hier noch immer keine offizielle Veröffentlichung auf Silberling gibt. "Das Grauen aus der Tiefe" zählt in der ungekürzten Variante ja sicherlich zu den gelungenen Beiträgen im Tier- und Ökohorror und hat mit seiner grundsoliden Mischung aus Sleaze, Trash und Ernsthaftigkeit genau meinen Geschmack getroffen, auch wenn in der nächsten Zeit Fisch vom Speisezettel gestrichen wird.

Das TIer II

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Während "Das Tier" von Joe Dante ein hübsch atmosphärischer, gelungener und spannender Beitrag zum Werwolf-Business ist, hat Herr Mora mit seinem zweiten Aufguß ja so ziemlich das Gegenteil dessen geschaffen. Der zweite Teil geht ja komplett in die trashige Richtung und bietet Christopher Lee und Reb Brown (leider ohne Yor-Perücke) als tapfere Helden im Kampf gegen die Werwolf-Königin Stirba, die ihr Schloss in Transylvanien in eine Art Fetish-Club verwandelt hat und nun mit ihrem Gefolge wüste Partys feiert. Neben herrlichen Ost-Klischees, holpriger Dramaturgie und viel nackter Haut bietet der Streifen Fell-sträubenden Geschehnisse am laufenden Band und einen Abspann, der in seiner Art ebenfalls ziemlich einmalig sein dürfte. Die recht günstige DVD ist jedenfalls sehr zu empfehlen und bietet trotz FSK16-Freigabe die lustige Werwolf-Sause in seiner ganzen und ungekürzten Pracht. Doof, aber lustig!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

St. Pauli zwischen Nacht und Morgen

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Ich mag ja Milieu- und St.Pauli-Filme eigentlich sehr gerne, aber Jose Benazerfs "St. Pauli zwischen Nacht und Morgen" ist schon ein etwas dröger Film, der mich nicht so recht begeistern konnte. Irgendwo im Spannungsfeld zwischen Milieu-Studie, Tanz- und Polizeifilm, Erotik-, Arthouse- und Actionfilm angesiedelt will der Streifen dann auch etwas viel auf einmal und wirkt in manchen Szenen dennoch eher unfreiwillig komisch. Die etwas lahme Geschichte über menschliche Gier, trübes Wetter, kriminelle Energien, Striptease und die Abgründe des Milieus wirkt lückenhaft inszeniert und irgendjemand wollte wohl auch keine Dialoge schreiben, sodass es immer wieder zu etwas seltsam anmutenden und langen Szenen kommt, in denen zwar jemand direkt angesprochen wird, diese Person, auf die sich auch die Kamera konzentriert, aber scheinbar nicht darauf regiert. Auch darstellerisch hat mich der Streifen, abgesehen von Rolf Eden nicht wirklich vom Hocker gerissen. Positiv sind aber der Soundtrack und die flockigen Tanzeinlagen und die Veröffentlichung aus dem Hause Pidax ist ebenfalls sehr schön.
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