Indiana Jones und der Tempel des Todes - Steven Spielberg (1984)

Moderator: jogiwan

Benutzeravatar
buxtebrawler
Forum Admin
Beiträge: 43948
Registriert: Mo 14. Dez 2009, 23:13
Wohnort: Wo der Hund mit dem Schwanz bellt.
Kontaktdaten:

Re: Indiana Jones und der Tempel des Todes - Steven Spielberg

Beitrag von buxtebrawler »

Die Tetralogie erscheint voraussichtlich am 10.06.2021 bei Paramount als "Indiana Jones - 4 Movie Collection" auf Ultra-HD-Blu-ray in einer 9-Disk-Box und auch noch einmal auf Blu-ray und DVD, jeweils in einer 4-Disk-Box:

Bild Bild Bild

Extras:

Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes
- Neue Einführung durch Steven Spielberg und George Lucas
- Die Indy-Trilogie: Eine kristallklare Würdigung
- Featurette: Das Geheimnis des schmelzenden Gesichts
- Lebende Schlangen! Storyboards - Die Quelle der Seelen
- Fotogalerien

Indiana Jones und der Tempel des Todes
- Neue Einführung durch Steven Spielberg und George Lucas
- Featurette: Das kriechende Gewürm
- Featurette: Entdecke das Abenteuer - am Set mit Indy
- Hut festhalten! Storyboards von der Lorenverfolgungsjagd in der Mine
- Fotogalerien

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
- Neue Einführung durch Steven Spielberg und George Lucas
- Featurette: Erinnerungen an Indys Frauen
- Featurette: Indys Freunde und Feinde
- Die Geburt eines Abenteurers! Storyboards der Eröffnungsszene von "Der letzte Kreuzzug"
- Fotogalerien

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
- Featurette: Die Rückkehr einer Legende
- Die Vorproduktion

Quelle: OFDb-Shop
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
Diese Filme sind züchisch krank!
Benutzeravatar
McBrewer
Beiträge: 4210
Registriert: Do 24. Dez 2009, 20:29
Wohnort: VORHARZHÖLLE
Kontaktdaten:

Re: Indiana Jones und der Tempel des Todes - Steven Spielberg (1984)

Beitrag von McBrewer »

Gestern mal wieder im Heimkino gesichtet, eigentlich wollten wir gemeinsam mit der Family den ersten Teil, aber der zweite Teil wurde dann bevorzugt. Keine schlechte Wahl: bei der X-Sichtung nun hat er mich auf dem richtigen Fuß erwischt.
Früher empfand ich den ersten & dritten als beste Teile, Temple of Doom zu sehr Abenteuer-lastig. Aber GENAU DAS ist es auch, was ich nun sehr spannend & abwechslungsreich empfand.
Es passiert immer irgendwas & so vergehen die fast 2 Stunden wie im Flug. Beginnend von dem rasanten Einstieg, bis zum Atemberaubenden Finale ab ca. der Hälfte bis zum Schluss. Einfach toll (ja, über Logik sollte man dabei aber nicht nachdenken)
Der Humoranteil, selbst die sonst nervige Willie & Shorty , passten für mich genauso in den Film wie die sonst negativ angeführte Gewalt.
Vielleicht ist das nun der Startschuss, nochmal alle Indy-Filme zu sichten, obwohl ich eigentlich auf den vierten & fünften nicht wirklich Lust habe.
Aber evtl. sehe ich diese ja auch nun mit "anderen" Augen...?
Bild
Benutzeravatar
Onkel Joe
Forum Admin
Beiträge: 18684
Registriert: Sa 28. Nov 2009, 08:40

Re: Indiana Jones und der Tempel des Todes - Steven Spielberg (1984)

Beitrag von Onkel Joe »

Ganz am Anfang hatte mir der erste Teil auch am besten gefallen aber nun ist der zweite Teil über viele Jahre mein absoluter Favorit. Es passiert tatsächlich immer was und der Film bleibt zu keiner Sekunde langweilig.
Wer tanzen will, muss die Musik bezahlen!
Benutzeravatar
buxtebrawler
Forum Admin
Beiträge: 43948
Registriert: Mo 14. Dez 2009, 23:13
Wohnort: Wo der Hund mit dem Schwanz bellt.
Kontaktdaten:

Re: Indiana Jones und der Tempel des Todes - Steven Spielberg (1984)

Beitrag von buxtebrawler »

„Das Böse begann in Bangkok!“

Mit „Jäger des verlorenen Schatzes“ hatten Produzent George Lucas und Regisseur Steven Spielberg („Der weiße Hai“) im Jahre 1981 überaus erfolgreich das klassische Abenteuer-Genre reanimiert und modernisiert – und damit den Grundstein einer der beliebtesten und populärsten Unterhaltungskinofilmreihen überhaupt geschaffen. Drei Jahre später folgte das im Jahre 1935 spielende Prequel „Indiana Jones und der Tempel des Todes“, das sich mehr wie eine Fortsetzung anfühlt, da es auf typische Prequel-Charakteristika verzichtet und schlicht ein weiteres Abenteuer erzählt, dabei aber – ein üppiges Budget sei Dank – auch mehr von allem auffährt. Zudem hat es den coolsten Titel aller Indy-Filme, dank der Alliteration vor allem im Deutschen.

„Reichtum und unendlicher Ruhm!“

Der Archäologe und Abenteurer Dr. Henry „Indiana“ Jones jr. (Harrison Ford, „Krieg der Sterne“) muss in Shanghai beim Versuch, sich einen Diamanten anzueignen, um sein Leben fürchten, kann jedoch mit der Nachtclubsängerin Willie Scott (Kate Capshaw, „Dreamscape“) und dem zu ihm aufblickenden asiatischen Jungen Short Round (Ke Huy Quan, „Die Goonies“) mit einem Flugzeug fliehen. Aus diesem müssen sie aber über Indien abspringen, wo sie in ein Dorf geraten und es mit einer finsteren Sekte zu tun bekommen, die Kinder zu Minenarbeitern versklavt und die Weltherrschaft an sich reißen will, sobald sie bestimmte historische Artefakte gefunden hat: die sagenhaften Shankara-Steine…

„Willst du getötet werden für Reichtum, Ruhm und all den Unsinn?!“

Alles beginnt mit einem Gesangsauftritt der blonden Willie innerhalb einer opulenten Musical-Revue im Shanghai des Jahres 1935, worauf eine aufregende, actionreiche, wahnsinnige und bis ins Detail durchchoreographierte Handlungseröffnungssequenz folgt, die im Genre zeigt, wo der Frosch die Locken hat. Bereits hier werden aber die ersten problematischen Klischees offenbar: Inmitten eines Maschinengewehrfeuers bekommt Indy nicht einmal eine Schramme ab; ballert er zurück, trifft er aber umgehend. Das nächste Problem folgt auf dem Fuße: Anbiedernder, gefälliger Familienhumor, in den besonders sein Schützling Shortie involviert ist. Da ist er wieder, der spielberg’sche Kitsch.

Besser weiß der sich zwischenzeitlich entwickelnde Screwball-Humor zwischen Willie und Indy zu gefallen, allem voran aber die Kulissen und das Interieur aus wundervollen Landschaftsbildern in der Dämmerung, hübsch gruseligen Mumien und geheimen Katakomben mit fiesen Fallen sowie vielen Insekten und Gewürm. Auf Ekel setzt Spielberg zu Tisch, wenn es im wahrsten Sinne des Wortes Schlangenfraß zu vertilgen gilt. Der Höhepunkt in Sachen grafischer Härte ist eine heftige Opferungsszene, in der jemandem bei lebendigem Leibe das Herz herausgerissen und er anschließend in heißer Lava verbrannt wird. Generell passiert hier ständig etwas, der Film hat keinerlei Leerlauf. Mitreißend inszenierte Actionsequenzen, die wahrscheinlich erst im Kino ihre ganze Pracht entfalten, und waghalsige Stunts geben sich die Klinke in die Hand. Bei all diesen Schauwerten (für diejenigen, die’s interessiert: im Präfinale ist Indy oberkörperfrei zu sehen) ist die eigentliche Handlung eher nebensächlich.

Die dreht sich eben um eine furchtbare Sekte, etwas Voodoo ist im Spiel und irgendwie steht das Schicksal der ganzen Welt auf dem Spiel – drunter macht’s Spielberg nicht. So ist „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ also das ganz große Spektakel und zugleich der wohl düsterste, gruseligste Teil der Reihe – wenngleich sich dieser Aspekt kaum mit dem eingangs beschriebenen Humor verträgt und der Film unterm Strich nicht mehr (aber auch nicht weniger) als gelungenes Popcorn-Kino ohne jeglichen Tiefgang ist.

Ein weiterer Malus ist das durch Willie verkörperte fragwürdige Frauenbild, beispielsweise kreischt die Gute bei jeder Konfrontation mit einem Tier und ist mehr Klotz am Bein als alles andere. Und zumindest aus heutiger Sicht mutet die Darstellung der Inderinnen und Inder beinahe rassistisch an, werden sie doch fast schon als unzivilisierte Wilde konnotiert. Darüber hat man sich damals, gerade im fiktionalen Bereich, eben kaum Gedanken gemacht; eine Böse Absicht möchte ich nicht unterstellen. Dennoch war der Film offenbar deshalb lange Zeit in Indien verboten.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
Diese Filme sind züchisch krank!
Antworten