Cinema Speculation - Quentin Tarantino

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fritzcarraldo
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Cinema Speculation - Quentin Tarantino

Beitrag von fritzcarraldo »

Cinema Speculation - Quentin Tarantino
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"Quentin Tarantino gehört nicht nur zu den berühmtesten Filmemachern der Gegenwart, sondern ist wohl auch der mitreißendste Filmliebhaber der Welt. Jahrelang hat er in Interviews davon gesprochen, dass er eines Tages Bücher über Filme schreiben wird. Jetzt, mit CINEMA SPECULATION, ist es soweit, und das Ergebnis ist alles, was sich seine Fans und alle Filmliebhaber erhofft haben.
Dieses Buch, das sich um die wichtigsten amerikanischen Filme der 1970er Jahre dreht, die er alle zum ersten Mal als junger Kinobesucher gesehen hat, ist durchwoben von überraschenden Erzählungen aus erster Hand über Tarantinos Leben als junger Mann in L.A - ein Blick auf das Hollywood der Siebziger, so nah und doch so fern. Dies sind die ersten Jahre der berühmten Tarantino-Ursprungsgeschichte, die uns der Mann selbst erzählt. Es ist zugleich Filmkritik, Filmtheorie, ein Meisterwerk der Reportage und eine wunderbare persönliche Geschichte, geschrieben mit der einzigartigen Stimme, die man sofort als die von Quentin Tarantino erkennt."

(Quelle: https://www.schweitzer-online.de/buch/T ... _prev%3D-1 )
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fritzcarraldo
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Re: Cinema Speculation - Quentin Tarantino

Beitrag von fritzcarraldo »

Cinema Speculation - Quentin Tarantino

Der kleine Q guckt die großen Filme
Eins vorweg. Ich mag Quentin Tarantino. Ich mag seine Filme. Und das von Anfang an. !992 als ich das erste Mal Reservoir Dogs im Kino sah, war auch ich hin und weg. Warum und wieso er die Filme macht(e), die er macht, erschloss sich danach immer mehr. Auch CINEMA SPECULATION schließt dabei eine Lücke im Verständnis für seine Art des Filmemachens. Wobei man natürlich sagen muss, dass er hier eher beschreibt, wie er (auch) begann, wie ein Filmkritiker zu denken. Dabei schwingt natürlich ersteinmal auch ein großes Pfund Nostalgie mit, wenn er seine Kinobesuche der 1970er beschreibt. Mein erster Gedanke zum Buch war, dass ich auch ein paar seiner Interviews kenne. Und die mochte ich bisher oft gar nicht. Zu schnell, zu ausufernd, zu selbstverliebt. Ich weiß was er mir sagen will, aber da dies oft in Ultraschallgeschwindigkeit dargeboten wurde, waren mir eben diese Interviews oft eher unsympathisch. Das Buch brachte ich nun zunächst mit seinen Interviews in Verbindung. Ich dachte, dass sich dies ggf. auch in CINEMA SPECULATION widerspiegelt. Aber meine Befürchtungen wurden schnell entkräftet. Zwar gleitet er auch hier oft ab, da er von Gedanke zu Gedanke springt und immer wieder wilde Anekdoten einstreut, aber dies führt dann auch oft zum Ziel. Und Ziele verfolgt er dann doch in den einzelnen Kapiteln. Auch im Buch wirken seine Ausführungen oft wie Collagen, die dann zu einem Ganzen zusammen gefügt werden.

Bullitt / The Getaway
Tarantino gliedert anfangs alles in einzelne Filme auf. Zu Bullit gibt es dann schöne Ausführungen zu Style over Substance. Dabei fördert er natürlich nichts neues zu Tage, spickt das Ganze aber mit tollen Anekdoten, die fast schon auch aus seinem Once upon a time in Hollywood sein könnten. Wer es hierbei schafft, Maximilian Schell und eben Steve McQueen zusammen zu bringen, der hat bei mir schon gewonnen. Auch dass er sich dabei auf Gespräche mit Walter Hill beruft, macht natürlich Sinn, da er damals beteiligt war. Walter Hill ist es auch, der immer wieder zitiert wird. Auch in Bezug auf das Filme machen an sich. Da ich Hill sehr verehre, habe ich diese Passagen natürlich verschlungen. Tarantinos Ausführungen gerade zu The Getaway waren für mich sehr schwierig, da ich den Film liebe und Tarantino ihn zunächst zu verreißen beginnt. Aber auch dies macht alles Sinn, da er gerade in dem Kapitel auf das besagte Ziel hinsteuert. Am Ende waren wir dann wieder versöhnt.

Sisters / Taxi Driver / Funhouse
Drei Kapitel über drei der wichtigsten Regisseure der Filmgeschichte: Brian de Palma, Martin Scorsese und Tobe Hooper. Dabei "bricht" das Buch fast auseinander vor Informationen und Anekdoten. Und hier geht es besonders um die titelgebeten Spekulationen. Gerade wenn man sich das Thema Taxi Driver anschaut. Was wäre gewesen wenn....?! Und immer wieder taucht dabei der geniale Paul Schrader auf.

Rolling Thunder
Dies ist das einzige Kapitel, welches sich mir nicht so ganz erschloss. Rolling Thunder ist ja bekanntermaßen DER Lieblingsfilm von Tarantino. Ich hab ihn gesehen und kann es so gar nicht verstehen. Ich dachte nun, dass ich nach Tarantinos Ausführungen in CINEMA SPECULATION erhellt werde, aber auch hier erschließt sich mir Tarantinos Begeisterung nicht. Aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Cinema Speculation
Fazit:
Ich habe diese Review bewusst nach den meiner Meinung nach prägnantesten Kapiteln im Buch aufgeteilt.
Dabei gibt es natürlich noch einiges mehr zu entdecken. Unter anderem eine Ausführung zum New Hollywood und zu weiteren Filmen wie The Outfit und vieles mehr, aber das würde evtl. zu weit führen. Alles in allem kann ich nur sagen, dass mich Cinema Speculation schon begeistert und unterhalten hat. Von mir gibt es eine dicke Empfehlung.
Zuletzt geändert von fritzcarraldo am Mo 27. Feb 2023, 18:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Cinema Speculation - Quentin Tarantino

Beitrag von Arkadin »

Wie ist denn die Übersetzung gelungen? Liest sich das holprig oder hat das einen guten Flow? Ich lass irgendwo mal, dass einiges falsch bzw. missverstanden übersetzt wurde. Stolpert man darüber? Frage mich nämlich noch immer, ob ich die deutsche Fassung oder das Original (wo ich vielleicht nicht alles 100% verstehe) kaufen sollte.
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fritzcarraldo
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Re: Cinema Speculation - Quentin Tarantino

Beitrag von fritzcarraldo »

Ich fand alles gut so wie es ist. Konnte man gut lesen.
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