Don-Camillo-Reihe

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Moderator: jogiwan

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untot
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Don-Camillo-Reihe

Beitrag von untot »

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Don Camillo und Peppone Teil 1, 1951

Inhalt:
Ein kleines Dorf in Norditalien ist Schauplatz der ständigen Auseinandersetzungen zwischen Don Camillo und Peppone.
Der eine, Don Camillo, ist Dorfpfarrer, von heißem Blut und lockerer Faust.
Sein Gegner Peppone, Anführer der "Roten", Bürgermeister des Dorfes und nicht minder schlagkräftig.
Trotz ihrer Gegnerschaft wollen die beiden Streithähne doch eigentlich nur das Eine, nämlich das beste für Ihre Gemeinde!
Wenn aber auch die besten Argumente nichts helfen, dann entledigt sich Don Camillo schon mal seines Priesterrocks und regelt die Angelegenheiten mit Peppone ganz "wie unter Männern" - im ehrlichen Faustkampf. Selbst der Bischof auf Stippvisite bleibt da sprachlos...


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Don Camillos Rückkehr Teil 2, 1953

Inhalt:
Don Camillo ist in seiner Heimatgemeinde angeeckt und wurde strafversetzt, sein neuer Wirkungskreis ist eine Gemeinde hoch oben in den Bergen.
Die Menschen dort verhalten sich jedoch ziemlich abweisend und nachdem ihn selbst der liebe Herrgott keines Wortes mehr würdigt, verzweifelt Don Camillo vor lauter Heimweh immer mehr.
Doch unten im Tal ist auch nicht alles so, wie es einmal war.
Peppone, der kommunistische Bürgermeister, vermisst Don Camillo an allen Ecken und Enden, auch wenn er das nie zugeben würde.
Und so ruht er nicht eher, bis er beim Bischof die Rückkehr seines langjährigen Kontrahenten durchgesetzt hat.
Don Camillo kehrt zurück, und sofort geraten sich die Beiden wieder in die Haare.
Erst als ein heftiges Unwetter hereinbricht und das Dorf überschwemmt, schließen die beiden ungleichen Brüder Frieden und kämpfen wieder Seite an Seite.


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Die Große Schlacht des Don Camillo Teil 3, 1955

Inhalt:
Ring frei zur dritten Runde zwischen Don Camillo, dem streitbaren Pfarrer aus dem kleinen norditalienischen Dorf Brescello, und Bürgermeister Peppone.
Dieses Mal geht es um den Wahlkampf für die Parlamentswahl, zu der Peppone als Kandidat der kommunistischen Partei aufgestellt wurde.
Don Camillo ist dies ein Dorn im Auge und so nimmt er jede Gelegenheit wahr, seinen alten Widersacher zu blamieren. Der hingegen ist zeitweise nicht so recht bei der Sache, denn seine Sekretärin, eine junge und sehr attraktive Genossin, fordert seine ganze Aufmerksamkeit.
Doch entgegen allen Widerständen wird Peppone gewählt und soll nun als Abgeordneter nach Rom gehen. Auf dem Bahnhof nimmt er schweren Herzens Abschied von seiner Dorfgemeinde. An der nächsten Station wartet jedoch Don Camillo, der es nicht übers Herz bringt, seinen liebgewonnenen Feind ohne ein Lebewohl ziehen zu lassen.


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Hochwürden Don Camillo Teil 4, 1961

Inhalt:
Don Camillo, inzwischen zum Monsignore befördert, und Peppone, jetzt in den Reihen der kommunistischen Senatoren zu finden, tragen eine neue Runde ihres im Grunde der Feindseligkeit entbehrenden Kampfes aus. Weltanschaulich sind sie Gegner, gleichwohl verbindet sie persönlich ein ziemlich herzliches Verhältnis.
Von Rom aus werden sie in ihren alten Wirkungskreis Brescello beordert, dort fallen wie einst die kleinen und großen Sorgen des Städtchens an.
Um den sozialen Wohnungsbau geht es diesmal und um die Frage, ob Peppones Sohn kirchlich getraut wird.
Das dabei des Monsignores Kleider gestohlen werden, und Peppone im Lotto gewinnt, macht, wie man sehen wird, die Sache ebenfalls nicht leichter.
Schließlich bewirkt einer des anderen Rückkehr nach Rom, denn sowohl der Monsignore als auch der Senator halten es für gefährlich, dem Gegenspieler die Leute von Brescello allein zu überlassen.


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Genosse Don Camillo Teil 5, 1965

Inhalt:
Wieder einmal gibt es Ärger für Don Camillo: sein kommunistisch geprägter Busenfeind Peppone hat aus einer russischen Kolchose einen Traktor geschenkt bekommen und will nun eine Städteverbrüderung initieren.
Die Stadt steht hinter ihm, bis Camillo zwei russische Flüchtlinge präsentiert, die die unmöglichen Zustände in Rußland preisgeben, doch die beiden erweisen sich als Betrüger.
Notgedrungen tritt Camillo in den Hungerstreik, wird aber alsbald von Peppone vor dem Hungertot gerettet und beschließt sich incognito der italienischen Delegation anzuschließen, die die Kolchose besucht.
Sowohl für ihn wie auch für Peppone eine ernüchternde Erfahrung hinter dem eisernen Vorhang...

Herstellungsland: Italien, Frankreich

Erscheinungsjahr: 1951 - 1965

Regie: Julien Duvivier (Teil 1 und 2), Carmine Gallone (Teil 3 und 4), Luigi Comencini (Teil 5)

Darsteller: Fernandel, Gino Cervi, Saro Urzì, Charles Vissière, Leda Gloria....
Zuletzt geändert von untot am Mo 25. Okt 2010, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
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untot
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Re: Don Camillo

Beitrag von untot »

Ich hab hier mal alle Teile in einen Thread gepackt, muss ich nicht 5 aufmachen! ;)

Fazit:
Die Don Camillo Filme gehören meiner Meinung nach zu den besten Komödien, die je gedreht worden sind, selbst nach fast 50 Jahren, sind sie immer noch sehenswert!
Das ist intelligenter Humor, mit Niveau, Herz und Köpfchen, bei dem ich mich auch heute immer noch kugeln könnte vor Lachen.
Ich bin auf dem Dorf groß geworden und hatte das Glück noch ein paar von diesen Originalen zu treffen, wie Don Camillo und Peppone welche sind, leider heute eine aussterbende Art!
Auch werden hier die Fortsetzungen nicht kontinuierlich schlechter, sondern sind alle auf dem selben hohen Level, das ist bemerkenswert!
Fernandel ist e der Knaller, allein schon seine Gestik ist genial und Gino Cervi, ist als Peppone auch unschlagbar, das sind Filme, wie man sie besser nicht machen könnte, meine Lieblingskomödien, alle 5!

10/10
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Adalmar
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Re: Don Camillo Reihe

Beitrag von Adalmar »

Ich kenne die Filme auch von meiner Kindheit an, habe sie sehr gut in Erinnerung und war ziemlich geschockt, als ich mit meiner Familie zu Weihnachten eine vor ein oder zwei Wochen (?) aufgezeichnete 3-Sat-Fernsehausstrahlung des ersten Films "Don Camillo und Peppone" in HD sah. Der Grund: Der Film war sehr ungeschickt gekürzt. Es fehlten ständig einzelne Sätze, wodurch die betreffenden Dialoge an Zusammenhang einbüßten, unüberhörbare Tonsprünge traten auf, Handlungen wirkten vorschnell und unmotiviert. Z. B. beim Fußballspiel zwischen den Mannschaften der Kirche und der Kommunistenpartei sowie dem drohenden Krawall im Anschluss wurde so lange rumgeschnibbelt, bis das ganze seltsam lasch und sprunghaft rüberkam. Die Prügelei zwischen Camillo und Peppone aufgrund des Namenswunsches "Lenin" für Peppones Kind wurde stark gekürzt, mit der Folge, dass man nicht nachvollziehen kann, dass
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Zwei größere Kürzungen fielen mir zudem auf, die erste davon sogar ein (wenn nicht der) dramatische(r) Höhepunkt des Films.
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Und ich möchte gar nicht mal behaupten, dass das alles war - meine letzte Filmsichtung war ja schon lange her.

Ich finde es echt eine Unverschämtheit, wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit seinem sogenannten Bildungsauftrag hier mit Kulturgut umspringt. Zur aktuell wieder mal erhobenen Forderung nach höheren Beiträgen fällt mir vor so einem Hintergrund echt nichts mehr ein.
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Maulwurf
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Re: Don Camillo Reihe

Beitrag von Maulwurf »

Nach der Neusichtung der ersten beiden Teile der DON CAMILLO-Filme als Erwachsener hatte sich vor einiger Zeit eine gewisse Enttäuschung eingestellt: DON CAMILLO UND PEPPONE und DON CAMILLOS RÜCKKEHR sind gar nicht so „lustig“ wie man sie aus der Kindheit in Erinnerung hatte. Zu groß waren die dramatischen Anteile, und eine gute Portion Neorealismus wehte plötzlich durch das kleine Dorf am großen Fluss und zeigt bittere Armut und härteste Arbeit unter ignoranten Führern.
Welch Freude aber, dass der dritte Teil, DIE GROSSE SCHLACHT DES DON CAMILLO, sich sogar als noch besser entpuppt als man ihn in Erinnerung hatte. Die Situationskomik sitzt, und die Darsteller bringen die Charaktere mit kleinen und kleinsten Gesten und Blicken zu tief empfundenem Leben. Der erbitterte Wahlkampf der Kommunisten und ihre Unfähigkeit der Gemeindeführung, die Seitenhiebe auf das Bildungsniveau der Bürokraten, die Kriegserinnerungen und so einige feine und kleine Nebenhandlungen (die Geburt im Stall, die überaus mitreißende Schlussrede Peppones, …) machen DIE GROSSE SCHLACHT DES DON CAMILLO zu einem echten Höhepunkt der Serie. Allein die Begeisterung über die Mimik Fernandels könnte Seiten füllen. Und die Entscheidung, den Vorlagenautor Giovanni Guareschi das Drehbuch schreiben zu lassen, erweist sich damit als echter Glücksgriff.

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