Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Tage des Wahnsinns / Die Qual der Geiseln

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Der mexikanische Viel-Filmer Rene Cardona Jr. ist ja schon ein Guter. In "Fabricantes de pánico" lässt er nicht nur meinen Hugo Stiglitz wieder einmal den Helden spielen, sondern auch noch Marisa Mell, die das "panico" im Titel für ihren Gesichtsausdruck wohl zu wörtlich genommen hat. Der Film ist eine sympathische, wenn auch nicht gänzlich gelungene Mischung aus "Car-Chase" und "Home-Invasion", wobei die zahlreichen Verfolgungsjagden irgendwann mal zu viel des Guten werden. Da einige Handlungsstränge parallel laufen, bleiben auch die zahlreichen Figuren etwas blass und ein bissl mehr Story und weniger "Kawumm" hätte sicher nicht geschadet. Lässt sich aber gut gucken und hat sogar eine sehr eindrucksvolle Szene mit einem Bus, bei der ich doch glatt zurückspulen musste. Danke nochmals meinem Nello für die eine Minute mehr an Hugo!

Die Glut der Sonne

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Sehr einfach gestrickter Italo-Western mit Anleihen bei Shakespeare, der nicht nur langweilig, sondern auch ziemlich doof ist. Der sehr hohe Bodycount soll wohl von der simplen Geschichte und den oberflächlich ge- und überzeichneten Figuren ablenken, die Fremdschämen neu definieren. Besonders doof auch, wenn man den Streifen mit einem Darsteller bewirbt, dessen Rolle so kurz ist, dass er nicht einmal in den Credits gelistet ist. Der Naschy Paule wusste schon, dass das Genre nix taugt und ist danach auch in keinem Western mehr aufgetaucht. Ein Film für Zuschauer, die wohl auch nix dagegen haben, dass Frauen "gezähmt" und "geschlagen" werden müssen und überzeichneten Pathos mit Männlichkeit verwechseln. Ach ja, die Pferde sind vermutlich auch alle freiwillig gestürzt. Mindestens so schlecht wie "Mit Django kam der Tod". Das Thema Western ist für mich jetzt aber endgültig abgehakt und warum zum Teufel gibts hier eigentlich kein Mittelfinger-Smiley? :x
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Flammendes Inferno

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Netter Katastrophenfilm und 160minütiges Werbefilmchen für die Feuerwehr mit zwei sympathischen Protagonisten in Form eines gewissenhaften Architekten und einem mutigen Feuerwehrmann, die ein paar hundert Partygäste aus dem obersten Stockwerk eines brennenden Hochhauses retten müssen. Die Story ist zwar eher nebensächlich und selten wurden mehr Hollywoodstars im wahrsten Sinne des Wortes verbraten, aber die Effekte sind zweifellos cool gemacht und eigentlich geht es auch bald einmal recht zügig zur Sache. Dennoch ist "Flammendes Inferno" doch etwas zu lange geraten und ab und an wirken die Betroffen angesichts der Feuerkatastrophe für mein Empfinden doch eine Spur zu gelassen. Mit einer Handvoll Hello-Kitty-Partykracher im richtigen Moment abgefeuert, ist der Streifen dann auch ein richtiger Burner. Kawumm und gut und gerne feurige 7 von infernalischen 10 Punkten.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

My bloody Valentine 3D

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jogiwan hat geschrieben:Hehe, nettes Remake des 80er-Jahre Streifen, der in der Ankatt-Variante auch mit ein paar blutigen Effekte aufwarten kann. Die Geschichte ist nett, wenn auch etwas vorhersehbar und nur dass der Streifen etwas zu offensichtlich auf 3D getrimmt wurde, mag vielleicht etwas stören. Insgesamt ist "My bloody Valentine 3D" aber recht nett, blutig und unterhaltsam ausgefallen und sollte trotz Remake die Freunde von Horrorfilmen kaum enttäuschen. Lässt sich gut gucken, ist durchwegs flott, teils auch freizügig inszeniert und punktet mit einer Extraportion Bergarbeiter-Gruben-Flair: 7/10 Punkten.
Nach meiner gestrigen Nochmal-Sichtung in größerer Runde kann ich meine bereits getippten Worte nur wiederholen: Nett, blutig, aber zu offensichtlich auf 3D getrimmt. Stimmung war jedenfalls gut, aber es waren halt auch ein paar untots im Publikum... :palm: :kicher: 7/10

Kaboom

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jogiwan hat geschrieben:Ganz großartiger WTF-Film, der für einen amerikanischen Streifen auch überraschend freizügig daherkommt. Irgendwo zwischen Coming-of-Age, Sex-Klamotte, Sci-Fi-Streifen und Donny Darko überzeugt das junge Ensemble von Gregg Arakis Film mit viel Eigen-Ironie und während des Filmes wird einem schon klar, dass es hier keine sinnvolle Auflösung mehr geben kann. Der Karren wird dann in den letzten Sekunden auch vollkommen an die Wand gefahren, was aber gar nicht mal so viel ausmacht. "Kaboom" ist lustig und unterhaltsam von der ersten bis zur letzten Sekunde und das Ende schlichtweg "over the Top". Genauso, als hätte Takashi Miike eine Folge von "Beverly Hills 90210" inszeniert! 7-8/10
Auch "Kaboom" ist in der größeren Runde recht gut angekommen, auch wenn der Streifen sicherlich beim ersten Mal gucken für mehr erstauntes Kopfschütteln sorgt. Die Geschichte ist sexy, spassig und ziemlich weird und auch die Verweise an Jean Rollin und das "Over-the-Top"-Ende machen einfach gute Laune. 7/10
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Citizen Kane

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Großartiger Film von Orson Welles, dass beginnend mit dem Tod eines Medienmoguls in Rückblenden den amerikanischen Traum dekonstruiert. Mit interessanten Kameraperspektiven, Schnitten, Übergängen und sonstigen Dingen wird das Bild eines Kontroll-Freaks gezeichnet, der sich seinen eigenen Kosmos geschaffen hat, nachdem er in der "normalen" Welt trotz immensen Reichtums nicht zurande gekommen ist. Sicherlich könnte man bemängeln, dass der Streifen keinen Sympathieträger hat und für heutige Verhältnisse doch auch etwas behäbig und leicht antiquiert wirkt, aber hier ist zu jeder Sekunde die Magie des großen Kinos spürbar und den ehemals besten Film aller Zeiten in ein Zahlenraster zu pressen wäre ohnehin ein Sakrileg.

In the Mood for Love

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Ruhiger, hypnotischer und wunderbar in Szene gesetztes Drama von Wong Kar-Wai über zwei Betrogene, die sich im Hongkong der Sechziger Jahre teffen und eine unerfüllte Liebe, die aus Respekt, Angst und Trauer einfach nicht stattgefunden hat. Die Geschichte ist zwar recht simpel und rasch erzählt, aber zugleich in derart schönen Bildern erzählt, dass ich den beiden noch stundenlang hätte zuschauen können. Der ganze Look des Films inklusive Retro-Ausstattung sind Labsal für Augen und Gemüt und nicht umsonst findet sich "In the mood for Love" auch auf Platz 24 der 50 besten Filme. Ein unaufgeregter, aber zauberhafter Film mit zwei großartigen Darstellern für die besonderen Momente!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Fando y Lis

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Experimental-Kunstkino der etwas verkopften Sorte in Schwarz-Weiß von Herrn Jodorowsky, nach einer Theatervorlage von Fernado Arrabal über einen jungen Fando und dessen gelähmte Freundin Lis, die auf der Suche nach einer paradiesischen, jedoch imaginären Stadt namens Tar auf allerlei seltsame Gestalten treffen und metaphorische Momente erleben, die sich dem Zuschauer nicht immer erschließen. Der durchaus kontroverse und nicht immer einfach zu guckende Film hat bei der seinerzeitigen Präsentation Tumulte ausgelöst und wurde trotz Publikumsinteresse von mexikanischen Behörden anschließend verboten. Warum lässt sich nach meiner gestrigen Sichtung und in Unkenntnis der damaligen, politischen Lage nicht ganz nachvollziehen, da der Streifen zwar durchaus provokativ daherkommt, aber imho richtige Aufreger vermissen lässt. Man muss diese Art von Filmen aber schon mögen, ansonsten wird es wohl rasch anstregend oder gar nervig, aber ich fand den schon recht interessant gemacht, auch wenn solche Filme sicher nicht jeden Tag im Player landen würden.

I will walk like a crazy horse

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Eigentlich sensationell-bizarrer Streifen von Fernando Arrabal, der mich im Gegensatz zu "Viva la Muerte - Es lebe der Tod" auch restlos begeistert und zutiefst beeindruckt hat. Hier ist der Wahnsinn wirklich Programm und Arrabal behandelt in seiner Geschichte über gegensätzliche, jedoch tiefe Liebe zwischen einem mordverdächtigen Schicki-Boy und einem Eremiten aus der Wüste durchaus existenzielle Themen wie gesellschaftlicher Fortschritt, Glaube und Sexualität, um diese auf naive, aber durchaus treffende Weise zu hinterfragen. Verpackt ist die ganze - bisweilen homo-erotische - Sause dann in unglaublichen, blutigen und teils surrealen Bildern, die auch wenig auf die Befindlichkeiten der Zuschauer Rücksicht nehmen. Kein Wunder, dass "Ich werde laufen wie ein verrücktes Pferd" nicht überall gut ankommt. Provokant, wild, wüst, extrem, ein fiebriger (Alp-)Traum und auch noch ein Tritt in den Allerwertesten! Wahnsinn!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

The Theatre Bizarre

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Wie gerne würde ich schreiben, dass die Kurzfilme von Douglas Buck ("Beutegier"), Buddy Giovinazzo ("Combat Shock"), David Gregory ("Plague Town"), Karim Hussain (" Subconscious Cruelty "), Jeremy Kasten ("Wizard of Gore"), Tom Savini ("Night of the living Dead - Remake"), Richard Stanley ("Hardware") mit bekannten Gesichtern wie Catriona MacColl und Udo Kier allesamt super ausgefallen sind. Leider ist "The Theatre Bizarre" aber nur totale Grütze, was wohl nicht nur daran liegt, dass man in 12 - 15 Minunten halt nicht viel erzählen kann. Auch so sind die Geschichten, die außer Langeweile keinen gemeinsamen Nenner haben, aber uninspiriert und höhepunktslos ausgefallen und gerade einmal Karim Hussain schafft es mit seiner Episode ein wenig aus der Ecke der Belanglosigkeit zu kommen. Schon der hektische Start verheisst nichts Gutes und was danach folgt ist ebenfalls nicht vieler Worte würdig. Die teils positiven Stimmen kann ich ja nicht nachvollziehen und dürften wohl von der Gore-Fraktion stammen, die wenigstens noch ein bissl auf ihre Kosten kommt. Wenn die Rahmenhandlung außerdem das Beste des Streifens ist, kann dieses Episoden-Experiment wohl als gescheitert betrachtet werden. :thdown:

8x45 - Heaven

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Nummero 5 des österreichischen Episoden-Horrors glänzt mit Josef Hader und Nicholas ofczarek wohl mit den bekanntesten Namen und auch David Schalko ("Die Aufschneider") ist mittlerweile ein bekannter Serien-Regisseur, dessen "Braunschwaig" ja auch schon in den Startlöchern steht. Die Geschichte über den Blick in die Zukunft ist aber nicht sonderlich spektakulär ausgefallen und statt Mystery gibts eher Drama über unspektakuläre Leben und gesellschaftliche Zwänge. An sich nicht schlecht, nur irgendwie fehl am Platz, sodass auch das augenzwinkernde Ende nicht viel rausreisst. Ausserdem ist mir diese omnispräsente Frau Mitterdings nicht wirklich sympathisch. Gibts in Ösien denn keine anderen Schauspielerinnen? Mittelfeld!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

AD Project

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Die junge Elena hat den Verdacht, dass ihr Freund sie betrügt und berichtet ihrem Psychiater bei einer Sitzung unter Hypnose auf einmal von Dingen aus der Zukunft. Web-Designer Luca vermisst seine Kamera, erhält diese von einer mysteriösen Organisation zurück und entdeckt darauf seltsames Bildmaterial. Und auch das junge Paar Gaia und Marco, das von Luca ein Zimmer gemietet hat, wird ebenfalls in mysteriöse Machenschaften verwickelt, die allesamt darauf hinweisen, dass eine fremde Macht ihr Unwesen treibt, für die Raum und Zeit keine Rolle zu spielen scheint...

Sehr seltsamer, aber nicht uninteressanter Film von Eros Puglielli ("Eyes of Crystal"), der jedoch wenig mit seinem Giallo-Vorgänger gemein hat. Statt schicker Ästhetik und Hochglanz-Optik gibt es hier grobkörnige Bilder in Digital-Video-Optik, die farbverfremdet daherkommen und bisweilen wie die Perücke eines Hauptdarstellers etwas (zu) billig wirken. Die Geschichte des Low-Budget-Films über "Time-Loops" und außerirdische Machenschaften ist ebenfalls recht gewöhnungsbedürftig und teils auch etwas abstrakt erzählt, wenn Puglielli beginnt verschiedene Zeitebenen miteinander zu mischen bzw. diese in einem anderen Zusammenhang wiederholt. Auch wenn sich die Sci-Fi-Mystery-Sause nicht ganz auflöst und auch weder auf der OFDB, noch auf der IMDB etwas über den "AD Project" zu lesen ist, kann der aufgeschlossene Italo-Freund durchaus einen Blick riskieren.

A Gun for Jennifer

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Rabiates und wütendes Underground-Kino über eine feministische Frauengang, die männlicher Gewalt den Kampf angesagt hat und sehr effektiv gegen freigesprochene Vergewaltiger und sonstiges Gesocks losgeht. Das so etwas nicht immer Geschmackssicher daherkommt liegt zwar auf der Hand, aber Todd Morris hat zweifelsfrei einen sehr beeindruckenden und kurzweiligen Film geschaffen, der nicht von ungefähr an die Exploitation- und Rape´n Revenge-Filme aus den Siebzigern erinnert. Obwohl das Budget sicherlich überschaubar war, wurde hier das Maximum rausgeholt und auch die feministische Message des Filmes wird sehr eindeutig vermittelt. "A Gun for Jennifer" ist wahrlich ein rauer Genre-Diamant, der dem männlichen Publikum schick einen vor den Latz knallt! Sehr schön!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Das Concorde Inferno

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Herrlich haarsträubende und naive Melange aus Katastrophenfilm und Wirtschaftsthriller mit recht seltsamen Entwicklungen am laufenden Band und vielen bekannten Gesichtern wie James Franciscus, meine Mimsy, Robert Kerman und Venantino Venantini. Die Geschichte ist irgendwie total doof und so etwas wie Spannung kommt gleich gar nicht auf. Dennoch macht "Das Concorde Inferno" aber doch großen Spass, weil man auch aus dem Stauen gar nicht rauskommt. Hai in der Concorde, Säure im Essen und eine neben der Spur agierende Mimsy, die sich hier so gar nicht mit Ruhm bekleckert hat, dafür aber ausnahmsweise eine ertägliche Frisurenleistung bietet: 5/10

8x45 - Bis in den Tod

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Nummer Sieben der Austria-Mystery-Serie bringt ein kleine Kammerspiel mit drei bzw. vier Personen in einem abgelegenen Hotel, dass sich jedoch seltsamerweise nach kurzer Internet-Recherche im schweizerischen Walis befindet. Auch bei den Darstellern hat man neben der etwas zu theatralischen Viviane Bartsch und dem omnipräsenten Andreas Lust auf den deutschen Schauspieler Lars Rudolph zurückgegriffen, der hier den Parade-Nerd mimen darf und mir bald einmal etwas zu sehr auf die Nerven ging. Die Geschichte mit Paranoia-Einschlag und Lager-Koller ist okay, aber auch kein besonderer Bringer. Technisch hingegegen gibts nicht viel zu meckern und mit schicken Locations und flotten Tempo ist es irgendwie verwunderlich, dass man aus der ganzen Sache nicht mehr rausgeholt hat, denn da wäre schon noch viel mehr möglich gewesen. Dennoch oberer Durchschnitt!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Scheisse kommt im Doppelpack:

Possession - Die Angst stirbt nie

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Sehr lahmes US-Remake des asiatischen Streifen "Addiction" über Eifersucht und Liebe bei der sich eine Seelenwanderung unter Brüdern nach einem Unfall in einen handfesten Thriller verwandelt. Leider ist die ganze Sause aber relativ zäh und mit zu viel Herzschmerz und Fragezeichen inszeniert, dass so etwas wie Spannung auch nur sehr selten aufkommt. Da helfen auch die hübschen Bilder und sympathischen Darsteller nicht darüber hinweg, dass aus der eigentlich spannenden Ausgangsposition nur sehr wenig herausgeholt wird. Die Gellar mag ich ja sonst recht gerne, aber "Possession" ist einfach nur ein Schnarcher vor dem Herrn, den man getrost in die Tonne kloppen kann.

Adam Chaplin

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Was kommt dabei raus, wenn die Jungs aus dem Fitnesscenter und der Tankstelle, den blutigsten Film aller Zeiten drehen wollen? Genau - so ein Murks wie "Adam Chaplin". Die auf den englischsprachigen Markt getrimmte Geschichte über den Mord an einer Frau und die darauffolgende Rache des Gatten mit Hilfe eines bösen Dämons ist nicht nur doof, sondern auch teils so holprig inszeniert, dass sich einem die Zehennägel aufrollen. Enanuelle de Santi sieht aus wie ein verhinderter Chippendale und inszeniert auch sichtlich gerne seinen trainierten Körper, während er wie ein Fleischwolf agiert. Die übertriebenen Effekte stammen größtenteils aus dem Rechner, während die wenigen (und offensichtlich mehrfach auftauchenden) Darsteller mit seltsamen Latex-Prothesen im Gesicht und Sturmhauben durch die Gegend laufen und haarsträubendste Dialoge mit vestellter (!) Stimme von sich geben. Ganz großer Amateur-Müll, der unsympathischen Sorte, als Partyfilm viel zu lahm und die Bewertungen auf der OFDB sprechen auch wieder einmal eine eindeutige Sprache.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Beitrag von jogiwan »

Erdbeben

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Etwas behäbige Mischung aus Schmonzette, Sozialstudie, Drama, Katastrophenfilm und Psychothriller, bei der es jedesmal ordentlich rumpelt, wenn die Gefahr besteht, dass der Zuschauer einschlafen könnte. Die Zerstörung von Los Angeles ist jedenfalls ganz flockig gemacht (Stichwort: Lift-Szene) und am Ende darf dann gleich ein ganzer Staudamm die verlorene Stadt überfluten. Dramaturgisch ist das Ganze aber eher etwas mau ausgefallen und irgendwie hätte man sich doch noch mehr Zerstörung gewünscht. Darstellerisch gibts wenig zu meckern und von Diva bis Held, von sympathisch bis psychopathisch gibt es so ziemlich alles, dass das klischeelastige Figurenkabinett so hergibt. Fazit: sympathische Unterhaltung für große und kleine Kinder mit der Extraportion Kawumm.

PS: In Sensurround wäre der Film sicher der totale Kracher - im wahrsten Sinne des Wortes!
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