Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Evil Clutch

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01.png (139.87 KiB) 154 mal betrachtet
Nach ein paar erholsamen Tagen in Venedig fahren Tony und Cindy in die italienischen Alpen um dort wandern zu gehen. Auf der Fahrt in die Berge werden sie in der Nähe eines Friedhofes von einer jungen Frau angesprochen, die sich verfolgt fühlt und nehmen diese mit in den nächsten Ort. Dort treffen sie auf einen mysteriösen Schriftsteller, der ihnen von allerlei gruseligen Dingen erzählt, die in der Gegend passieren sollen. Davon lassen sich die beiden Urlauber jedoch nicht sonderlich beeindrucken und beginnen eine Wanderung in den Wald, wo sie wenig später neuerlich auf die junge Frau und den Mann treffen. Als Cindy und Tony in einem alten Haus im Wald landen um dort die Nacht zu verbringen, bricht das Grauen über die Urlauber herein und die alten Legenden über grauenvolle Rituale und grausame Monster entpuppen sich als durchaus real.

Andreas Marforis „Evil Clutch“ gilt ja gemeinhin als ziemliche Gurke, was mich aber nicht davon abgehalten hat, die neue italienische Blu-Ray mit deutscher (!) Tonspur zu kaufen, die den Streifen doch tatsächlich etwas besser erscheinen lässt. Die Geschichte über Dämonen in einem Wald köchelt zwar noch immer auf Sparflamme dahin, aber es gibt doch ein paar nette Kamerafahrten durch den Wald und ein paar hübsche Locations. Die Darstelleranzahl ist mit fünf Personen überschaubar und auch die gorigen Tricks sind eigentlich nicht mehr ganz zeitgemäß, obwohl hier durchaus etwas geschmoddert wird. Mit seinem Low-Budget-Charakter und seinen kreativen Kamerafahrten durch den Wald werden natürlich gleich Erinnerungen an „Tanz der Teufel“ wach, wobei „Il Bosco“ aber meines Erachtens viel näher bei Bavas „Dämonen“-Filmen ist. Die hatten aber eindeutig ein höheres Budget und die kreativeren Effekte. Hier köchelt alles etwas auf kleinerer Flamme und die deutsche Synchro und das Overacting der Darsteller lässt das Ganze dann noch etwas billiger wirken. Über die Jahre hab ich aber meinen Frieden geschlossen und auch wenn „Evil Clutch“ weit davon entfernt ist, ein guter oder gar spannender Film zu sein, so ist er im Grunde seines Herzens doch auch ein grundsympathischer Italo-Horror-Streifen, dem man mit etwas Wohlwollen auch seine zahlreichen Defizite verzeihen mag. Ich hab auch einfach ein viel zu großes Herz für solche kleinen Filme.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

A Night at the Roxbury

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01.jpg (20.86 KiB) 140 mal betrachtet
Die Brüder Doug und Steve leben noch zuhause bei ihren Eltern, jobben im Laden ihres Vaters, lieben Dancefloor-Musik und sind Knallchargen vor dem Herrn. Das hält die Beiden jedoch nicht davon ab, nachts durch die Stadt zu fahren und in den Clubs der Stadt abzuhängen, wo sie mit ihrer etwas speziellen Art sich zu inszenieren jedoch auf wenig Gegenlieben des anderen Geschlechts stoßen. Beim Versuch in den angesagten Club Ruxbury zu kommen, scheitern die Brüder ebenfalls kläglich und auch der Vater macht den Brüdern zunehmend Druck ihren Platz in der Leistungsgesellschaft zu finden. Als Doug und Steve durch Zufall ins Roxbury kommen und dabei den Besitzer kennenlernen ist diesen von den extravaganten Ideen der Brüder begeistert und der Traum vom eigenen Club wieder zum Greifen nahe, ehe der spießige Alltag die Beiden wieder rascher einholt als gedacht…

Ami-Komödie mit ganz viel Eurodance, der sich wohl aus einem Sketch für SNL entwickelt hat. Die Figuren in dem Streifen von John Fortenberry sind aber dennoch etwas gewöhnungsbedürftig und mit ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung auch etwas anstrengend. Die Art und Weise wie diese jedoch die Clubs heimsuchen ist schon sehr überspitzt und kaum ein Fettnäpfchen wird von den beiden Brüdern ausgelassen. Von einer Coolness meilenweit entfernt ist hier auch eher „cringe“ angesagt und dennoch wirkt „A Night at the Roxbury“ mit seinem Neunziger-Look und Eurodance ja irgendwie unterhaltsam. Schade, dass man die beiden Figuren und fast alle Entwicklungen der Lächerlichkeit preisgibt und diese nicht etwas liebevoller gezeichnet hat, weil dann hätte „A Night at the Roxbury“ vielleicht auch das Zeugs zur Neunziger Club-Generation aus Ami-Sicht gehabt. So ist das aber eher eine etwas dümmlich und oberflächlich daherkommende Komödie mit eher platten Figuren und Witzen, der aber zum Glück auf die Fäkal-Schiene verzichtet. So etwas kommt wohl heraus, wenn man einen witzigen Sketch aufblasen und auf 80 Minuten ausdehnen möchte: mittelmäßig unterhaltsam und eine lustige Zeitreise zurück zu Haddaway, Ace of Base und Faithless – aber leider auch nicht mehr.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Scary Movie

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01.jpg (73.76 KiB) 129 mal betrachtet
jogiwan hat geschrieben:
Sa 29. Aug 2015, 10:06
Turbulente und wenig geschmackssichere Persiflage auf das Slasher2.0-Genre in dem „Scream 1 & 2“ und „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“ eigentlich inhaltlich eins zu eins übernommen werden und ganz ordentlich durch den Humor-Fleischwolf gedreht werden. Das „N“ in „Scary Movie“ steht dabei für Niveau und auf jeden gelungenen Gag kommen mindestens zwei, die nicht so wirklich zünden oder humortechnisch in eher niedrigeren Körperregionen angesiedelt sind. Zum Glück ist die Dichte an Witzen aber so derart hoch, dass der Streifen dennoch zündet und kennt man die Vorbilder ist „Scary Movie“ auch ein großer Spaß. Die Parodie auf gängige Slasher-Muster, die ja irgendwie schon in den Vorbildern auf die Schippe genommen wurden, ist jedenfalls genau auf den Fan derartiger Werke zugeschnitten und war auch derart erfolgreich, dass es der Franchise mittlerweile auf fünf Teile gebracht hat. Die kann man sich zwar wohl getrost schenken, aber Teil 1 ist auch 15 Jahre nach Erscheinen immer noch ein Spaß, der mit seinen etwas pubertären Holzhammer-Humor zwar sicher kein Werk für Feingeister geworden ist, aber dennoch ein paar grandiose Momente beinhaltet, die ein erwachsenes Publikum auch für die weniger gelungenen Momente entschädigt.
Wenn man schon alles "Scream"-Teile guckt, gehört der ja irgendwie auch dazu. Viele lustige Momente, viele weniger lustige Momente, aber immer noch viel besser als vieles, was danach als Nachfolger unter die Leute gebracht wurde. Die Parodie der Parodie funktioniert, auch weil Figuren, Szenen und Entwicklungen von den Vorbildern übernommen wurden und sich die Wayanas-Brüder nicht allzu viel selber ausdenken mussten.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

I Spit on your Grave Deja Vu

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01.jpg (100.77 KiB) 116 mal betrachtet
Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit ihrer erfolgreichen Model-Tochter Christy wird die mittlerweile erfolgreiche Autorin und von allen Punkten freigesprochene Jennifer Hills von einigen Nachkommen ihrer ehemaligen Widersachen in einen Van verschleppt und entführt. Eingefädelt wurde die Entführung von Becky, deren Ehemann von Jennifer ermordet und seit Jahren nach Rache sinnt. Wieder am Ort der seinerzeitigen Ereignisse angekommen, eskalieren die Dinge auch rasch und obwohl die erfolgreiche Autorin um das Leben ihrer Tochter bettelt, gerät auch diese in einem Strudel aus Vergewaltigung und Gewalt. Der Apfel fällt jedoch nicht weit vom Stamm und auch Christy ist nicht das wehrlose Opfer und ebenfalls bereit mit voller Härte zurückzuschlagen…

Um es kurz zu machen – hier gibt es nichts zu beschönigen und das nach 40 Jahren nachgeschobene „einzig wahre“ Sequel zu „Ich spuck auf dein Grab“ eine völlige Katastrophe, die in allen Belangen unterirdisch ausgefallen ist. „I spit on your grave deja vu“ dauert ja sage und schreibe 145 Minuten und das vor allem deswegen, weil nahezu jede Szene und jeder Dialog bis zur Unendlichkeit ausgewalzt wird. Die Figuren sind schrecklich eindimensional und direkt aus dem Gruselkabinett hinterwäldlerischer Stereotypen entsprungen und die Ereignisse ziemlich doof, dass man sich eigentlich nur mit Grauen abwenden kann. Am schlimmsten ist aber die Tatsache, dass der Film völlig langweilig daherkommt und auch mindestens eine Stunde zu lang ausgefallen ist. Meir Zachi verlässt sich auf die Strahlkraft seines Originals und versucht auch gar nicht der Geschichte neue Impulse zu verleihen. Ganz schlimm auch, wenn dann auch noch versucht wird, den Bösewichten ein menschliches Gesicht zu verleihen, religiöse Metaphorik bemüht wird und der ganzen Sachen ein feministisches Mäntelchen umzuhängen. Kurzum eine völlige Katastrophe, durch die ich mich mehr schlecht als recht gequält habe und auch meilenweit von den verstörerischen Qualitäten des ruppigen Originals entfernt ist, das ja ohnehin nicht jedermanns Sache ist. Mit „I spit on your grave deja vu“ hat sich jedenfalls Meir Zachi keinen Gefallen getan und es ist wohl auch besser, dass der Film unter der Wahrnehmungsgrenze der Genre-Fans dahindümpelt. Dagegen wirkt ja selbst der völlig indiskutables „Savage Vengeance“ von Donald Farmer als Quasi-Nachfolger ja noch fast irgendwie passabel und den hat außer mir ja nun wirklich niemand gesehen. Diesen Film kann man sich jedenfalls getrost sparen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Titane

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01.jpg (59.55 KiB) 96 mal betrachtet
Es hat wohl schon einen Grund, wenn man einen Film so lange vor sich herschiebt und ich habe auch schon lange keinen Streifen gesehen, der seine Themen so derart mit dem Holzhammer vermittelt. Technisch ist „Titane“ ja gut gemacht und die Kamerafahrten und Bilder sind durchaus beeindruckend, aber der Rest hat mich ja mal so gar nicht begeistert und ich hab keine Ahnung was mir dieser Film eigentlich sagen möchte. Irgendwo zwischen Body-Horror und Verdrängungsdrama präsentiert uns Frau Ducournau ihre völlig kaputten Figuren und schickt eine junge Frau in die letzten Rückzugsorte toxischer Männlichkeit um diese dann in irgendeiner Art und weise metaphorisch aufzubrechen. Mit Feminismus hat das meines Erachtens aber weniger zu tun als mit gezielter Provokation, die hier aber sehr kalkuliert und ebenfalls mit dem Holzhammer daherkommt. Eine abgründige Femme-Fatale, eine kaputtes Alphatier, ein bisschen lesbisches Geplänkel, Arthouse-Gewaltorgien, und verschwimmenden Geschlechtergrenzen sind ja Themen, die momentan im Trend liegen und mit ihrem Hang zu Hochglanz und Oberflächlichkeit hat die Regisseurin auch definitiv den Zahn der Zeit getroffen. Sieht alles auf den ersten Blick gut aus und wirft vermeintlich große Fragen in den Raum, doch im Gegensatz zu „Raw“ fand ich das auf eine falsche Weise anstrengend, völlig konstruiert und dabei auch viel zu vage erzählt. Als Zuschauer bleibt man geplättet und ratlos zurück und neigt dann wohl dazu, das Ganze für interessant zu befinden. Für mich so etwas wie der Donald Trump unter den Arthouse-Schockern: plump, laut, plakativ und keine Ahnung, warum den so viele gut finden. Ich hingegen bin da gerne raus.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Galaxy Quest

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Die Produktion der Sci-Fi-Serie „Galaxy Quest“ ist zwar schon seit vielen Jahren eingestellt, aber die Protagonisten tingeln immer noch von einer Convention zur nächsten, wo sie von Fans frenetisch empfangen werden. Hinter den Kulissen ist die Stimmung allerdings nicht so gut und vom übergroßen Ego des Hauptdarstellers, eigenen Anspruch bis hin zu mangelnden Nachfolgerollen nach der Serie ist die Truppe mehr oder minder in zwei Lager gespalten. Als eines Tages eine Gruppe von seltsam aussehenden Menschen auf einer Convention erscheint, die sich als Aliens entpuppen und die Hilfe der vermeintlichen Weltall-Helden benötigen, landet die zerstrittene Truppe kurzerhand im All und muss nicht nur intern wieder zusammenfinden und sich ihrer Gemeinsamkeiten besinnen, sondern nebenher auch ein ganzes Volk vor einem bösen Kriegsherrn beschützen.

Spaßiges Sci-Fi-Movie mit deutlichen Anleihen bei „Star Trek“ über eine Gruppe von Schauspielern, die Erfolg mit einer Serie gefeiert haben, die aber schon jahrelang nicht mehr produziert wird und von einer Fan-Con zur nächsten tingelt um Autogramme zu schreiben und ihre kultigen Sätze zu wiederholen. Allerdings geht es hier weniger um die Schattenseiten des vergangenen Ruhms, als um die witzige Idee, dass sich die zerstrittenen Darsteller der Serie auf einmal tatsächlich in einem handfesten Weltall-Abenteuer befinden, da sie irrtümlich für Helden gehalten werden. Daraus ergeben sich ja recht kuriose Szene, wobei hier auch die Sci-Fi-Action nicht zu kurz kommt. Die Ereignisse sind durchaus ironisch, aber zum Glück sind die Figuren eigenständig und werden auch ernstgenommen, sodass "Galaxy Quest" nie zu einer plumpen Parodie verkommt. Zwar sind die Figuren und Motive durchaus bekannt, aber so gezeichnet, dass man viel wieder erkennen kann, aber nicht den Eindruck eines müden Abklatsches hat. Ecken, Kanten und Abgründe sollte man sich hier aber nicht erwarten, sondern eher ein positiv gestimmtes und augenzwinkerndes Sci-Fi-Werk über die positiven Seiten von Fandom und Nerd-Wissen. Die Schattenseiten des Ganzen überlässt man dann mehr oder minder der Realität.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Spaceballs

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01.jpg (67.49 KiB) 52 mal betrachtet
Da die Luft des Planeten Spaceballs verbraucht ist, beschließt der böse Präsident Skroob mit dem nicht minder diabolischen Lord Helmchen dem Nachbarplaneten Druidia den Sauerstoff zu stehlen. Dort ist man gerade durch die Hochzeit von Prinzessin Vespa mit dem schläfrigen Prinzen Valium abgelenkt. Der Plan die Prinzessin zu entführen geht jedoch schief, als diese die Flucht nach Vorne antritt und mit ihrer Zofe Dotty kurzerhand in Weltall flüchtet. Dort kommt sie jedoch nicht weit und als sie in feindliche Hände gerät ist es Zeit für den Helden Lone Starr, der mit seinem Sidekick Ralphie in einem turbulenten Abenteuer die Weltraum-Ordnung wieder herstellen muss.

„Spaceballs“ gilt ja als die Sci-Fi-Parodie schlecht hin und Mel Brooks macht sich hier auch ausgiebig über „Star Wars“ und vor allem George Lucas‘ Gabe auch wirklich alles zu Geld zu machen ausgiebig lustig. Den Streifen hat wohl auch jeder hier in jungen Jahren unzählige Male gesehen und auch hier macht sich bei der Neusichtung die Erkenntnis breit, dass man den doch tatsächlich viel lustiger in Erinnerung hat, als er dann tatsächlich ist. Sicherlich hat „Spaceballs“ ein paar ikonische Figuren und Momente, aber so richtig will die Geschichte um Lone Starr und die Prinzessin abseits vom Veräppeln vom „Star Wars“-Kosmos ja nicht funktionieren. „Spaceballs“ ist ja sehr in seiner Zeit verhaftet und der Humor kommt hier auch nicht auf besonders feinsinnige Weise daher. Irgendwie muss ich auch gestehen, dass die besten Szenen eh die sind, die man noch im Gedächtnis hatte und der Rest ist überwiegend eher nicht so prickelnd. Als eigenständiges Werkt funzt „Spaceballs“ ja nicht und wenn man die parodierten Filme nicht kennt, ist der Film wohl ohnehin nicht sonderlich lustig. Da hat mir der ähnlich gelagerte „Galaxy Quest“ doch um einiges besser gefallen. Kein Wunder, dass der hier auch noch keinen Fred hatte, weil man ihn vielleicht doch besser als positive Jugenderinnerung belässt, als diese durch eine Neusichtung als eher das Gegenteil zu relativieren.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Dead Eyes / Black Cat

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jogiwan hat geschrieben:
So 11. Jan 2015, 09:32
Unterhaltsam-trashiger Horrorstreifen von Luigi Cozzi, der sich mit seiner Eingangsequenz kurz vor Mario Bava verbeugt um dann ganz unverhohlen an die Filme von Dario Argento anzuknüpfen, der im Film auch benannt wird. „Dead Eyes“ steht auch ganz klar in der Tradition von „Suspiria“ und überzeugt den Zuschauer neben knallbunter Ausleuchtung und einem ähnlichen Musik-Thema und ein paar herben Momenten. Im Grunde wird die Geschichte der Ballettschülerin Suzy auf ähnliche Weise nochmals mit erwachseneren Figuren erzählt und auch wenn man „Dead Eyes“ das geringe Budget und seine Entstehungszeit zweifelsfrei sehr stark ansieht, ist Luigi Cozzis inoffizieller Abschluss der „Mütter-Trilogie“ schon ein lustiges Filmchen, das mit seinen Huldigungen an den italienischen Genre-Film vergangener Jahrzehnte auch den Fan dieser Werke mühelos zufriedenstellen sollte, sofern man etwas Spaß versteht und sich an schrulligen Horrorfilmen aus der B-Ecke erfreuen kann. Florence Guérin macht ihre Sache jedenfalls sehr gut und auch Urbano Barberini sieht man wie Caroline Munro, die hier für eine Prise Erotik sorgt, ja auch immer gerne. Schade nur, dass eine offizielle Auswertung auf DVD wohl nicht in Aussicht ist.
Gestern die amerikanische DVD mit Region Code 1 von Severin geguckt, die den Streifen ja in sehr farbenfroher Qualität präsentiert. Luigi Cozzi ist ja schon ein Guter und ich mag seine Filme einfach, auch wenn diese auch immer etwas krude und unentschlossen erscheinen. Cozzi mag es bunt, wild durcheinander und schmoddrig und da bin ich auch gerne völlig bei ihm. "Black Cat" macht da keine Ausnahme und sein Abschluss der "Mütter"-Trilogie unter der ungenannten Mitwirkung von Daria Nicolodi gefällt mir auch besser, als Argentos eigener Beitrag. Hier ist für den geeichten Italo-Fan meines Erachtens jedenfalls alles im grünen Bereich.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Cornshukker

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01.PNG (180.34 KiB) 31 mal betrachtet
Der Cornshukker ist ein mysteriöses, blasses und glatzköpfiges Wesen, dass in einem desolaten Haus wohnt und seine Zeit mit dem Schälen und Essen von Mais verbringt. Immer wieder wird die nahezu stumme Kreatur von Menschen besucht, die höchst unterschiedliche Dinge von ihm wollen und mit denen er sich telepathisch unterhält. Dennoch bleibt seine Existenz mysteriös und zieht nicht nur positiv gesinnte Menschen an. Nach einem Zwischenfall mit einem bigotten Säufer gerät die zurückgezogen lebende Kreatur ins Visier der Polizei und Landbevölkerung, die daraufhin mit Fackeln und Mistgabeln dem Cornshukker einen Besuch abstatten…

Das Schöne an völlig obskuren Filmen ist ja, dass sie oftmals sehr unvermittelt aus dem Nichts auftauchen und auch „The Cornshukker“ ist ein völlig bizarres Werk aus dem Jahr 1997 von dem man im deutschsprachigen Raum wohl noch nicht allzu viel gehört hat. Das war es dann aber leider auch schon großteils mit den positiven Dingen und der Lowest-Budget-Streifen von Brando Snider versucht zwar mysteriös und sperrig zu sein, tut das aber auf eine eher langweilige und arg bemühte Weise. Wie man die Figur des Maisschälers interpretieren möchte, bleibt ja wohl dem Zuschauer überlassen und in der eher etwas lang anmutenden Stunde passiert ja nicht allzu viel, außer dass die Kreatur durchs Bild humpelt, Besuch bekommt und irgendwann der Mob vor der Türe steht, weil alles Fremdartige ja als feindselig wahrgenommen wird. Wenn im Internet dann auch noch steht, dass hier der ebenfalls in Schwarzweiß realisierte „Eraserhead“ als geistige Verwandtschaft herangezogen wird, dann möchte man dem auch eher widersprechen. Spannend und interessant geht jedenfalls anders und irgendwie hat man solch überambitionierten und gescheiterte Versuche von Nachwuchsregisseuren schon viel zu oft gesehen, als dass man sich noch dafür begeistern könnte. Die 60 Minuten, die der Streifen dauert, kann man schon investieren, aber ob es sich lohnt, muss wohl jeder für sich entscheiden. In meinem Fall hält sich die Begeisterung in Grenzen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Beyond the Infinite Two Minutes

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jogiwan hat geschrieben:
Sa 2. Jul 2022, 08:51
Sensationell origineller Sci-Fi-Zeitreise-Feel-Good-Komödie aus Japan, die aus einer simplen Grundidee einen wahnsinnig unterhaltsamen Hirn-Runzler kreiert, bei dem man quasi in Echtzeit und nach einiger Zeit nur noch fassungslos die Ereignisse um den Kaffeehausbesitzer bestaunen kann, die immer bizarrere Ausmaße annehmen. Keine Ahnung wie man so ein Drehbuch konzipiert und den Dreh realisiert, aber es funktioniert und dass es sich dabei auch noch dazu um einen Low-Budget-Film ohne viel Schnick-Schnack handelt, macht „Beyond the Infinite Two Minutes“ zu einem spaßigen Ereignis, das mich doch geplättet hat. Natürlich sind einige Dinge erwartbar und die Ereignisse gegen Ende werden vielleicht nicht jeden gefallen, aber meinen Geschmack hat der wunderbare Streifen total getroffen. Es schießen einem tausend Gedanken durch den Kopf und am liebsten möchte man auf Freude aufspringen, wenn die Protangonistens über mehrere Zeitebenen miteinander kommunizieren, interagieren und die Ereignisse immer schräger werden, während die Handlung dabei in Echtzeit präsentiert wird. Gespräche und Handlungen die man bereits verfolgt hat, bekommen auf einmal neue Facetten und Bedeutungen, während alles genüsslich immer weitere Kreise zieht. Viel Zeit zum Nachdenken hat man aber sowieso nicht, wenn es in knapp 70 Minuten kaum Ruhepausen gibt und alles mehr und mehr ausufert. Vielleicht mag nicht alles perfekt erscheinen und am Ende geht dem Streifen etwas die Puste aus, aber das sind minimale Schönheitsfehler im originellsten Film der letzten Jahre. Daher nicht zwei Minuten zögern, sondern „Beyond the Infinite Two Minutes“ gleich jetzt besorgen. Tipp!
Gestern nochmal geguckt und auch wenn der Überraschungseffekt beim zweiten Mal nicht mehr so groß ist, ein ganz großer, kleiner Indie-Film! :nick:

Humongous

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02.jpg (21.02 KiB) 14 mal betrachtet
jogiwan hat geschrieben:
Sa 8. Jun 2013, 10:41
Systemerhaltende Mischung aus Backwood-Slasher und Terrorfilmchen, dass jedoch etwas daran krankt, dass der Streifen anfänglich wie ein Abenteuerfilm daherkommt und es nach dem brutalen Auftakt auch viel zu lange dauert, dass dann wieder etwas passiert. Das Geheimnis der Insel ist auch gleich einmal enthüllt und aufmerksame Zuschauer wissen ja gleich einmal, wie der Hase so läuft. Im letzten Drittel rumpelt es aber ganz passabel und auch ansonsten ist der kanadische Beitrag eigentlich ganz okay. Auf allzu große Knallchargen bei den Teenies wird verzichtet und mit viel Außenaufnahmen ist die ganze Szenerie auch hübsch eingefangen. Das Wesen hätte man auch gerne öfters gesehen und irgendwie bleibt "Humongous" letzten Endes dank starker Konkurrenz aus derselben Kiste nur das Mittelfeld.
Die Neusichtung hat mich leider noch weniger begeistert, als meine seinerzeitige Sichtung, sodass meine Bewertung mittlerweile von mittelmäßig eher in Richtung unterdurchschnittlich tendiert. Viel passieren tut ja nicht und statt Spannung ist eher Langeweile angesagt. Irgendwie lassen einem die Ereignisse von "Hunongous" seltsam kalt und auch die Figuren bleiben einem fern, was eigentlich gar nicht sein müsste, wenn man sich bei der Figurenzeichnung etwas mehr bemüht hätte. Nach dem eher ruppigen Auftakt passiert ja auch nicht mehr allzu viel. So ist das auch alles irgendwie lahm und nix und aus der Kiste gibt es einfach viel bessere Filme.
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