Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Quiet Earth

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01.jpg (41.46 KiB) 129 mal betrachtet
jogiwan hat geschrieben:
Do 9. Jun 2016, 07:30
Wunderbar mehrdeutiger, spannender und origineller Endzeit-Film über ein sonderbares, und vom Menschen herbeigefügtes Ereignis, nach dem nur noch drei Personen auf der weiten Welt existieren, und die restliche Menschheit samt Tierwelt verschwunden scheint. Dabei verzichtet der neuseeländische Streifen größtenteils auf reißerische Effekte und wirkt auch eher wie ein existenzielles Drama über zwei Männer und eine Frau in einer absoluten Ausnahmesituation, die sich in einer Welt wiederfinden, die nur wenig Hoffnung lässt. Dystopien mag ich ja sowieso sehr gerne und „Quiet Earth“ hat genau meinen Geschmack getroffen und besticht neben seiner ungewöhnlichen Ausgangssituation und abgeklärten Figuren durch interessante Bilder menschenleerer Städte und hebt sich mit seinen leisen Tönen auch weit von den üblichen Werken aus der Ecke ab, die sich meist nur an einer größtmöglichen Eskalation interessiert sind. Zwar schafft es Regisseur Geoff Murphy nicht ganz, die Spannung und Stimmung über die Gesamtlaufzeit zu halten und die ein oder andere zwischenmenschliche Szene wirkt etwas aufgesetzt oder bemüht, aber das tolle Ende, in der nicht klar wird, wie weit Aufopferung oder Egoismus im Vordergrund stehen und die abschließenden Bilder entschädigen meines Erachtens für alle kleineren Unebenheiten im Vorfeld. Ganz toller und ungewöhnlicher Film.
Auch fünf Jahre später hat sich an der Einschätzung wenig geändert. Toller FIlm! Nicht perfekt, aber schon sehr sehenswert.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Lover of the Monster / Le Amanti del Monstro

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01.jpg (46.01 KiB) 115 mal betrachtet
Die hübsche Anijeska Nigisky zieht mit Gatten, dem ehemaligen Arzt Alex auf ihr geräumiges Anwesen in die Provinz, wo in der Abgeschiedenheit die Ehe der Beiden gerettet werden soll, die seit einiger Zeit aufgrund der Eifersucht des Gatten im Argen liegt. Es dauert auch nicht lange, bis diese wieder hervorbricht, als sich der smarte Nachbar etwas zu sehr für die hübsche Blondine interessiert. Als Alex in der Bibliothek des Hauses ein altes Buch mit Aufzeichnungen von seinem Schwiegervater findet, entdeckt er auch ein verlassenes Labor und beginnt die Forschungen wieder aufzunehmen, beginnt er sich immer mehr von seiner Frau zu entfremden, während die Umgebung des Hauses auf einmal von einer unheimlichen Mordserie heimgesucht wird.

Mit „The Hand that feeds the Dead” und “Lover of the Monster” hat Sergio Garrone im Jahr 1974 ja gleich zwei Filme mit gleichen Darstellern, nahezu identischen Title-Credits und Handlungsort inszeniert, in der auch teilweise die ein- und dieselben Einstellungen und Rollennamen verwendet werden. Das hat in der Vergangenheit ja immer wieder für Verwirrung gesorgt, obwohl beide Filme trotz identer Elemente eine jeweils andere Geschichte erzählen. In „Hand“ ist es eine „Augen ohne Gesicht“-Variante, während „Lover“ eine Art „Jekyll und Hyde“ Geschichte erzählt, die aber nie so richtig ausformuliert ist. Jedenfalls ist es Klaus Kinski als Arzt, der durch seltsame Experimente und einem Stromschlag auf einmal seltsame Wesenszüge entwickelt. Im Gegensatz zu „Hand“ ist „Lover“ aber eher zurückhaltender inszeniert, bietet weniger Schmodder und insgesamt auch weniger Aufregung. Mit beiden Filmen hat sich Garrone jedenfalls nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert und verlässt sich auch zu sehr auf funktionale Elemente, während die Inszenierung doch etwas schludrig wird. Die Handlungsorte passen nicht wirklich zusammen, die Handlung wirkt wenig durchdacht und auch die Darsteller stets etwas lustlos in einem Film, der insgesamt betrachtet keinerlei Höhepunkte bietet. Interessant ist hier auch eher der Umstand, wie man hier tatsächlich zwei Filme mit demselben Ausgangsmaterial zaubern konnte.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Black Emanuelle, White Emanuelle / Emanuelle - Black Velvet

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01.jpg (34.43 KiB) 107 mal betrachtet
Crystal lebt ein luxuriöses, jedoch einsames Leben in einem riesigen Anwesen in Ägypten, wo sie über auch über die Entfremdung von ihrem dritten Ehemann und ihrer beiden Töchter trauert. Ablenkung findet sie mit sexuellen Gefälligkeiten ihrer Untergebenen, sowie mit dem charismatischen Guru Horatio, der ihr ebenfalls sexuell zu Diensten steht. Als neben dem Fotomodell Laura mit ihrem herrschsüchtigen Ehemann Carlo auch ihre jüngste Tochter Pina zu Besuch kommt, führt das Zusammentreffe der unterschiedlichsten Individuen rasch zu Spannungen und während man die schönsten Sehenswürdigkeiten besichtigt, wird die Stimmung zunehmend schlechter und vor allem Pina und ihre manipulative Art sorgt dafür, dass so schnell kein Urlaubsfriede einkehrt.

„Velluto Nero“ a.k.a. “Black Emanuelle, White Emanuelle” ist ein eher belangloses Softsex-Exploitation-Filmchen im Fahrwasser von „Black Emanuelle“, das jedoch nicht sonderlich prickelnd ausgefallen ist. Dafür sorgen vor allem die völlig unsympathischen Figuren und die seltsamen Ereignisse, die das schludrig verfasste Drehbuch in exotischer Kulisse für sie bereithält. Jeder der Charaktere ist entweder durchtrieben, manipulativ, sexsüchtig oder aus sonstigen Gründen wenig liebeswert und hat auch keine Scheu das seiner Umwelt zu vermitteln. Laura Gemser mimt wieder einmal ein Model, samt aggressiven Gatten Gabriele Tinti, der sie hier eigentlich ganz furchtbar behandelt. Annie Belle das blonde Gegenstück, das selbstbewusst die Männer herausfordert, dazu Al Cliver als Jesus-Imitat und Nieves Navarro als gelangweilte Millionärsgattin kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Zum seltsamen Menschen- und Gesellschaftsbild kommen dann noch etwas Softsex und Tiersnuff, sowie ein paar schöne Landschaftsaufnahmen, die aber auch nicht so wirklich versöhnlich wirken. Natürlich wird auch kaum eine Gelegenheit ausgelassen, sich mit weißem Kolonialgedankengut verächtlich über die Kultur des Landes zu äußern. Eigentlich müsste man bei dem Cast ja mit den Ohren schlackern, aber „Velluto Nero“ punktet maximal mit Soundtrack und seinen exotischen Kulissen, aber wenn Laura Gemser für Modefotos neben Tierkadaver oder inmitten eines Nomadenmassaker posiert und ein alternder Schauspieler einen Kinder-Harem betreibt, dann wirkt das schon etwas arg befremdlich. Insgesamt kein Film, der Laune macht oder Erotik verbreitet, sondern eher ein seltsames Sammelsurium aus Mondo-, Softsex- und Black-Emmanuelle-Versatzstücken, dass mich etwas ratlos und und auch etwas gelangweilt zurückgelassen hat.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Painter - Dein Blut ist seine Farbe

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01.jpg (25.23 KiB) 100 mal betrachtet
Die Beziehung von Liz und Ben muss nicht nur eine Fehlgeburt verkraften, sondern auch finanzielle Probleme, sodass Liz einen lukrativ erscheinenden Model-Job annimmt, der sie in eine abgelegene Villa führt. Dort ist zuerst auch alles in Ordnung und der Fotograf erscheint nett und besorgt, während sich Liz sichtlich unwohl fühlt und beginnt dem Fremden ihr Herz auszuschütten. Wenig später entdeckt sie jedoch eine Leiche im Haus und sie informiert am Handy ihren Gatten, während sie versucht aus dem Haus zu fliehen. Ben informiert die Polizei und beginnt selbst nach seiner Gattin zu suchen, die derweil im Haus verzweifelt um ihr Leben kämpft.

Was auf dem Cover als „ultrabrutaler Slasher mit Hochglanzoptik“ angekündigt wird, entpuppt sich ja rasch als britische Low-Budget-Produktion die versucht ein schwaches Drehbuch mit Gore-Effekten aufzupeppen. Die Geschichte über ein Paar in der Krise und einem selbsternannten Künstler, der mit den Körpern seiner Opfer Schlimmes im Schilde führt, ist ja inklusive Twist ziemlich haarsträubend konstruiert und auch nie so wirklich spannend. Die zerrüttete Beziehung als Aufhänger taugt meines Erachtens nur bedingt und der weitere Verlauf der Handlung wirkt doch sehr bemüht und nie so richtig stimmig. Die Figuren wirken lieblos gezeichnet, zudem hat „The Painter“ auch noch ein paar unfreiwillig komische Momente, die wohl auch nicht so wirklich beabsichtigt waren. Zwischendurch wird etwas geschmoddert, was den eher belangslosen Horror-Streifen aber auch nicht wirklich retten kann. Sonderlich durchdacht und ausgereift wirkt das alles nicht und wenn sich dann auch noch die Zufälle die Klinke in die Hand geben, damit das Ganze am Laufen gehalten wird, dann hat man sich als erfahrener Slasher-Zuschauer gedanklich wohl auch schon längst verabschiedet. Hier wirkt alles unrund und ziemlich bemüht, sodass es auch kein Wunder ist, dass die ungekürzte Blu-Ray schon seit Jahren für ein paar Euros verscherbelt wird und trotzdem wie Blei in den Lagern liegt. Unterer Durchschnitt und auch nur für Abende, an denen man sich völlig unoriginell berieseln lassen möchte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Avalon - Spiel um dein Leben

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01.jpg (35.84 KiB) 92 mal betrachtet
In einer unwirtlichen Zukunft ist die Einzelgängerin Ash der Star in einem virtuellen Computerspiel namens Avalon. Dort geht es darum alleine oder im Team militärische Missionen zu erfüllen und seinen Gegenspielern immer einen Schritt voraus zu sein. Doch der Preis des illegalen Spiels ist hoch, da man mit Verlust des Lebens in höheren Levels auch Gefahr begeht, den Verstand zu. Als einem ehemaligen Weggefährten von Ash das passiert, beschließt sie entgegen den Ratschlägen ihres Umfelds ihre angesammelten Punkte zu opfern um das höchste Level zu erreichen von dem es heißt, dass es noch nie jemand erfolgreich meistern konnte. Ash lässt sich jedoch nicht beirren und beginnt die Herausforderung anzunehmen, während sie sich immer mehr in einem Netz aus virtuellen Realitäten zu verlieren scheint.

Einen sehr seltsam erscheinenden Film hat Mamori Oshii hier mit „Avalon“ geschaffen. Offensichtlich eine Game-Verfilmung, die sich aber von den anderen Werken aus der Richtung deutlich abhebt und den Zuschauer auch nicht mit dem üblichen Action-Gewitter konfrontiert. Viel mehr herrschen hier über weite Strecken ruhigere Töne und eine sehr seltsame und unwirkliche Stimmung, die durch den starken Einsatz von Farbfiltern von verstärkt wird. Dabei wartet „Avalon“ auch mit einer kleineren Überraschung und einem ungewöhnlichen Ende auf, dass ein jugendliches Gaming-Publikum wohl auch so gar nicht ansprechen wird. Das erklärt auch die eher verhaltenen Stimmen von enttäuschten Zuschauern, die sich von Mamori wohl ein zweites „Ghost in the Shell“ erwartet haben. Der Streifen präsentiert dem Zuschauer eine fragmentarische Handlung, bei der man nie so richtig weiß, was jetzt reale Welt und virtuelles Spiel ist und im Verlauf vermischen sich unterschiedliche Realitäten, die auch die Gaming-Sucht, Identitätssuche und Realitätsverlust portraitieren. Die Entstehungsgeschichte des in Polen mit polnischen Darstellern gedrehte Film-Adaption des mir unbekannten Computerspiels wäre wohl ebenfalls interessant, doch darüber schweigt sich die deutsche DVD leider aus. So bleibt ein durchaus interessanter, wenn auch etwas sperrig erscheinendes Werk, dass sich auch eher an ein erwachseneres Publikum richtet und statt Krach und Kawumm eher mit kritischen Untertönen zur Gaming-Kultur punktet.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Pentragram

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01.png (190.76 KiB) 79 mal betrachtet
Nach einem Überfall auf einen örtlichen Diner kommt eine Gruppe von Möchtegern-Gangstern mit kaputten Kühler in der Nähe eines alten Hauses zum Erliegen. Als daraufhin die Gruppe das Haus durchsucht, stößt die drogensüchtige Holly in einem Raum auf den Engländer Oliver, der sich gerade inmitten eines Pentagramms bzw. eines teuflischen Rituals befindet. Ein paar abstruse Zufälle später befinden sich alle Leute der Gruppe inmitten des Pentragramms und erfahren, dass sie dieses nicht mehr verlassen können, solange einem unbekannten Dämon nicht ein Blutopfer gebracht haben. Soweit so doof dauert es auch nicht lange, bis die Lage eskaliert und Spannungen innerhalb der Gruppe für weitere Dramatik sorgen…

Neues von der Netflix-Resterampe in Form eines völlig doofen Low-Budget-Horrors über eine Gruppe von Leuten, die in einem abgelegenen Haus ein teuflisches Ritual stören und daraufhin in einem am Boden aufgemalten Pentagramm gefangen sind. Die Ausgangslage ist ja schon ziemlich dämlich und unglaubwürdig, aber im weiteren Verlauf sollen dann noch völlig banale Sachen als spannend verkauft werden, sodass man nur noch den Kopf schütteln kann. Die Figuren sind doof, die Handlung kommt nicht in die Gänge und ständig passiert irgendein Blödsinn, den man den Machern auch nicht mit viel Wohlwollen abkaufen möchte. Netflix tut sich ja mit solchen Werken wirklich keinen Gefallen und Filme wie „Pentagramm“ sind nicht nur völlig entbehrlich, sondern würden mich als Neukunden des Streaming-Dienstes auch eher vergraulen. Neben den Serien würde etwas Qualitätskontrolle bei den Filmen ja ab und an nicht schaden. „Pentagramm“ ist nicht nur völlig unterdurchschnittlich, sondern versucht den Zuschauer auch noch in allen Belangen zu verarschen. Regisseur Steve Lawson kommt jedenfalls gleich mal auf die schwarze Liste an Regisseuren, von denen man nichts mehr sehen möchte. Avoid!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Soul Reaper

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01.png (185.32 KiB) 64 mal betrachtet
Der britische Lebemann Charly der für seine makabren Streiche bekannt ist, ladet neun seiner amerikanischen Freunde zu einer Junggesellenabschiedsparty in eine abgelegene Hütte ein. Schon die Ankunft ist mit etwas Feindseligkeit der örtlichen Bevölkerung begleitet, obwohl sich die Besucher davon die Laune nicht verderben lassen. Auch nicht von der Tatsache, dass es sich bei der Hütte um eine absolute Bruchbude handelt und der Gastgeber auf sich warten lässt. Stattdessen gibt es seltsame Symbole und einen etwas zu besorgten Eigentümer, der ebenfalls herum zu schnüffeln scheint. Als Charly sich endlich blicken lässt, wird die Stimmung zwar etwas besser, aber als die Gäste einer nach dem anderen verschwinden, bricht Panik aus, die im weiteren Verlauf des blutigen Abends auch berechtigt erscheint.

Neues von der Netflix Resterampe in Form eines britischen Indie-Films, der mehr schlecht als recht dutzendfach durchgenudelte Okkult- und Backwood-Horror-Elemente mit einer kleinen Prise „Tanz der Teufel“ zusammenbringt. Die Geschichte fängt zwar irgendwie vielversprechend an, aber flaut bis zum strunzdoofen Ende immer weiter ab und nervt zudem mit unnötiger Nebenhandlung, die am Ende verpufft und eigentlich sympathischen Figuren, die sich stets völlig unlogisch verhalten und alle Warnsignale wohlwollend völlig ignorieren. Regisseur Bob Pipe vermixt bekannte Elemente zu einem Wischiwaschi-Brei, der nie so wirklich stimmig ist und vor allem zu Beginn werden mit Jump-Scares und allerlei Streichen, bei denen nicht wirklich was Nennenswertes passiert, die Geduld des Zuschauers auch arg überstrapaziert. Die banale Story über okkulte Götter kommt nie so wirklich in Fahrt und wirkt auch arg bemüht. Beim Finale sind dann wohl ohnehin Geld und Ideen ausgegangen und statt einem stimmig aufgebauten Ende gibt es Peinlichkeiten am laufenden Band, bei dem man sich wieder mal fragen muss, wer dem Regisseur das alles eigentlich abkaufen soll. Netflix offenbar auf der Suche nach billigen Indie-Horror für Leutchen wie mich, die sich dann so einen Mist auch noch bis zum Ende anschauen. Schon der zweite Totalausfall beim neuen Horrorpaket und ein Film, der in allen Belangen entbehrlich ist.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Schwarm der Schrecken

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Die alleinerziehende Virginie hat finanzielle Probleme und der Plan mit selbstgezüchteten Heuschrecken als Nahrungsalternative groß durchzustarten erweist sich ebenfalls als nicht sonderlich lukrativ. Auch ihre beiden heranwachsenden Kinder sind von der eher ungewöhnlichen Zucht ihrer Mutter wenig begeistert und es fällt der resoluten Virginie zunehmend schwer ihre Schulden zu überdecken. Als die Heuschrecken eines Tages durch ein zufälliges Unglück mit Blut in Berührung kommen, geschieht jedoch das Unglaubliche. Die Heuschrecken vermehren sich massiv und Virginie beginnt entgegen jeglicher Vernunft ein gefährliches Spiel, dass nicht nur körperliche Konsequenzen fordert, sondern auch bald weitere Opfer fordert…

Französischer Netflix-Streifen der zwar in Richtung Tierhorror geht, jedoch insgesamt eher in Richtung Familiendrama mit leichtem Öko-Touch tendiert. Wer sich blutige Heuschreckenangriffe erwartet, ist bei dem ruhig erzählten Streifen eher an der falschen Adresse. Vielmehr geht es um die Probleme einer alleinerziehenden Mutter und ihren Kindern, die durch die seltsame Erkenntnis verbessert wird, dass sich Heuschrecken durch Blut schlagartig besser vermehren. Zuerst wird von Virginie noch versucht, das Geheimnis zu bewahren, doch auf Dauer geht das natürlich nicht gut und auch der Heuschreckenschwarm ist etwas, was sich auf Dauer nur schwer kontrollieren lässt. Daraus hat man jedenfalls einen durchaus spannenden Film gebastelt, der Splatter auch gar nicht nötig hat, um dem Zuschauer den Schauer des Unwohlseins über den Rücken zu jagen. Da reicht schon das Sounddesign oder die ein oder andere Großaufnahme von Heuschrecken. Zwar hätte man das Tempo schon etwas anziehen können und das Ende ist auch etwas arg offen gehalten, aber ansonsten gibt es bei dem französischen Streifen nicht viel zu meckern. Die Figuren sind gut gezeichnet, die Ereignisse nachvollziehbar und auch sonst ist alles im grünen Bereich.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Hostel

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01.jpg (64.33 KiB) 18 mal betrachtet
Eli Roths erzieherische Ode an die amerikanische Ignoranz gegenüber europäischer Kultur und gesellschaftlichen Normen in Form eines Backpacker-Alptraum. Die Aussicht auf heiße Bräute, Alkohol und Drogen lockt die beiden neugierigen Amerikanischer in den Osten, wo das Leben noch weniger Wert ist als ein Stamperl Becherovka und sich Sadisten nach Herzenslust austoben dürfen. Auch wenn die Story anfänglich noch passabel beginnt, so ist sie doch spätestens im Finale ziemlich doof und auch sonst strotzt „Hostel“ nur so von gängigen Vorurteilen und Stereotypen, bei denen auch keine ironische Brechung gewünscht ist. Gerade das macht den Streifen aber auch so unterhaltsam, weil er damit meines Erachtens auch so herrlich europäische Vorurteile gegenüber Ami-Touristen bedient. Dazu kommt noch die fiese Gore-Keule die ebenfalls stets „over-the-top“ erscheint und seinerzeit ja einen herben Trend im Mainstream-Kino begründet hat. Viel mehr sollte man in die mehr schlecht als recht erdachte Geschichte meines Erachtens auch nicht hineininterpretieren und von einem semi-talentierten Regisseur wie Eli Roth schon gar keine Aufarbeitung der osteuropäischen Geschichte erwarten. Mit etwas Augenzwinkern betrachtet ist „Hostel“ popkulturell durchaus ein interessanter Streifen, der auf durchaus funktionale Weise mit Urängsten und Vorbehalten gegenüber fremden Kulturen spielt und dabei auch völlig übers Ziel hinausschießt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Hostel II

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01.jpg (13.32 KiB) 14 mal betrachtet
Eli Roths „Hostel“ hat ja im Jahr 2005 Horrorfilmfans gespalten, eine Torture-Porn-Welle eingeläutet und auch kommerziell ziemlich abgeräumt, sodass ein Nachfolger ja auch nur eine Frage der Zeit war. Der ist auch 2007 gekommen und erzählt die Geschichte über unbedarfte Rucksack-Touristen im bösen Osten auf abermals sehr überzeichnete Weise. Das Szenario aus dem ersten Teil wird hergenommen und die Geschichte aus der Sicht der Opfer und Täter erzählt, sowie auch noch etwas hinter die ähm… Kulissen des menschenverachtenden Folter-Business geschaut. Alles immer mit einem Augenzwinkern und stets so übertrieben, dass man das Ganze ja ohnehin nicht wirklich ernstnehmen kann. Statt den Osten als Freakshow darzustellen, gibt es etwas Folklore und am Ende wartet auch noch ein haarsträubendes Finale, dass dann jegliche Glaubwürdigkeit völlig kippen lässt. Edwige Fenech und Luc Merenda schauen auch vorbei und Ruggero Deodato hat auch ein Cameo, dass besser so auch nicht passen könnte und dem Italo-Fan ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Ja, man merkt schon, dass ich den Streifen durchaus mag und auch besser als seinen Vorgänger halte. Eine schwarzhumorige Horrorkomödie, die auch nicht so verbissen wie der Vorgänger daherkommt und dankenswerterweise auch auf Knallchargen und allzu breit ausgewalzte Vorurteile verzichtet.
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