Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

A Classic Horror Story

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01.png (109.4 KiB) 178 mal betrachtet
Über eine Travel-App bekommt die junge Studentin die Gelegenheit günstig nach Kalabrien zu reisen, wo sie ihre Mutter treffen möchte. Im riesigen Wohnmobil von Fabrizio herrscht mit den vier anderen MItreisenden zuerst auch noch durchaus gute Stimmung, die sich jedoch rasch ändert, als mitten in der Nacht auf einmal ein Tierkadaver auf der Straße liegt und das Wohnmobil gegen einen Baum fährt. Als die Truppe wieder zu Bewusstsein kommt, ist diese jedoch nicht mehr in der Nähe der Straße, sondern mitten auf einem Feld mit einem seltsamen Haus, dass von einem Wald umgeben ist. Rasch stellt man fest, dass hier etwas so gar nicht mit richtigen Dingen zugeht und es dauert auch nicht lange, bis es bei dem fast schon klassischen Horrorszenario das erste Opfer gibt.

Um es kurz zu machen: was für ein Mist. „A Classic Horror Story“ ist eine Mischung aus allerlei Versatzstücken bekannter Motive, wobei man sich vor allem bei „Midsommar“ bedient hat. Natürlich kann man als Horrorfan noch viele andere Verweise auf große Klassiker finden, jedoch kommt das hier alles mehr schlecht als recht zusammen. Der Auftakt geht ja eigentlich noch und optisch sieht das auch alles sehr gut aus, aber die Geschichte wird von Minute zu Minute doofer und alles gipfelt in einem Finale, dass fast schon ärgerlich ausgefallen ist. Dazu kommen auch noch seltsame Befindlichkeiten, die man wohl nur in Italien versteht und auf den Rest der Welt eher etwas befremdlich wirken. Die Motive wirken sattsam bekannt und werden hier auch eher ziemlich dürftig neu zusammen gerührt. Wer jetzt anhand des Titels meinen würde, dass die ganze Sache halbwegs ironisch oder zumindest etwas augenzwinkernd abgehandelt wird, liegt ebenfalls falsch. Das Handlungs-Süppchen ist mehr als dünn, die Zutaten passen nicht zusammen und das Endergebnis eine Mischung aus unglaubwürdigen Momenten mit mittlerweile obligatorischem Twist, das gegen Ende die Geduld des mündigen Zuschauers doch ziemlich überstrapaziert. „A Classic Horror Story“ ist weder klassisch, noch ein starkes Lebenszeichen des italienischen Films, sondern eines der vielen Beispiele absoluter Ideenlosigkeit, die nicht mehr zusammenbringt, als sich bei den Ideen anderer zu bedienen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Angst

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01 (2).jpg (8.81 KiB) 165 mal betrachtet
Als der wegen wiederholten Straftaten verurteilte Herwig Seitz aus dem Gefängnis entlassen wird, beginnt für dessen Frau Claudia und dessen Tochter Tanja ein erneutes Martyrium. Er schlägt blind vor Eifersucht seine Frau und vergreift sich an Tanja, mit der er auch ein King gezeugt hat. Auch Tanjas Versuche sich von ihrer Familie abzukapseln werden brutal unterbunten. Als Tanja jedoch eines Tages den Mut fasst zur Polizei zu gehen, wird sie von ihrem Vater offen bedroht. Trotzdem sagt sie aus und Herwig muss neuerlich in Haft. Obwohl Tanja mit Andy einen verständnisvollen Mann findet, bleibt die Angst als ständiger Begleiter und als er Tag kommt, an dem der gewaltbereite Schläger entlassen werden soll, muss eine Entscheidung getroffen werden…

Starker Tobak, den uns hier Regisseur Bernd Schadewald mit dem 1994 entstandenen TV-Film „Angst“ präsentiert. Hier geht es um familiäre Gewalt, sexuellen Missbrauch und Inzest und um die Ohnmacht der Betroffenen, um die sich schulterzuckend keiner so wirklich kümmern mag und auch Behörden und Umfeld lieber die Augen verschließen. Basierend auf einer wahren Begebenheit ist der Film auch sehr bedrückend ausgefallen und zeigt wie sehr häusliche Gewalt auf die Opfer wirkt und verhindert, ein normales Leben zu führen, wenn immer die Angst im Nacken sitzt, dass der Schläger jeden Moment vor der Türe stehen könnte. Dazu gibt es toxische Männlichkeit, die von Christian Redl in seiner undankbaren Rolle perfekt ausgefüllt wird. Ihm glaubt man sofort, dass er Frauen, Kinder und Nebenbuhler verprügelt und dass Rachegelüste in ihm brodeln, obwohl er nach außen hin den Geläuterten spielt. Obwohl der Streifen auf allzu drastische Momente verzichtet, verfehlt er aber seine Wirkung nicht und man kann sich eigentlich gar nicht vorstellen, dass so ein betroffen machendes Werk im regulären Fernsehen gelaufen ist. Vielleicht ist das auch der Grund, warum der interessante Streifen nicht bekannter ist. „Angst“ ist jedenfalls ziemlich heftig, lässt den Zuschauer zornig zurück und zeigt eindrucksvoll, wie sehr zur Zeit der Entstehung beim Thema Opferschutz noch Nachholbedarf bestand.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fear Street: 1994

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01.png (202.74 KiB) 157 mal betrachtet
In der amerikanischen Kleinstadt Shadyside kommt es im Verlauf der Geschichte immer wieder zu seltsamen Amokläufen, in denen ruhige Bürger auf einmal zu Mördern werden. Nach einer weiteren Mordserie wird die Schülerin Deena durch ihre Ex-Freundin in die Ereignisse hineingezogen, die mit einer hingerichteten Hexe vor hunderten Jahren ihren schrecklichen Ursprung nahmen. Auf einmal ist das Böse in der Stadt neuerlich präsent und versucht Deenas Ex-Freundin Sam zu ermorden. Durch ihren Bruder erfährt Deena jedoch mehr über den Fluch, der über der Stadt hängt und ist fix entschlossen, das Böse nicht so einfach gewinnen zu lassen.

Die aufwändige Verfilmung einer Jugendbuch-Reihe, als das nächste große Ding von Netflix, dass wohl aber nicht so groß durchstarten wird. Der Auftakt der dreiteiligen Reihe über einen Hexenfluch in einer amerikanischen Kleinstadt ist ein auf ein jugendliches Zielpublikum zugeschnittener Slasher-Verschnitt, dass im Fahrwasser von „Stranger Things“ auch wieder die Notalgie-Schiene bedient. Hier sind es die Neunziger mit Musik von den Pixies, Prodigy und anderen Bands, die zu Beginn fast schon aufdringlich den Zuschauer an den Handlungszeitraum erinnern sollen. Die Geschichte selbst geht dann eher handelsüblicher Horror-Slasher-Manier mit einer Gruppe von Jugendlichen, die gleich von mehreren Mördern verfolgt wird. Teils wird es dann zwar etwas ruppiger, aber insgesamt ist das für den erfahrenen Genre-Schauer und Slasher-Fan nichts wirklich Neues und irgendwie wirkt das alles sattsam bekannt und kommt dennoch nicht so wirklich in Fahrt. Der Look ist schön, die Darsteller okay und dennoch wollte sich bei mir keine große Freude einstellen. Die nächsten beiden Teile springen ja in der Zeit zurück, was ich ja noch irgendwie spannend finde, aber für den Auftakt war das erst einmal ziemlich mittelmäßig und weniger aufregend.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fear Street: 1978

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01.png (208.88 KiB) 147 mal betrachtet
Im Jahr 1978 arbeitet die junge Cindy als Leiterin in dem Camp Nightwing, in dem Jugendlichen der beiden rivalisierenden Städte Shadyside und Sunnyville hoffnungsfroh ihre Sommerferien verbringen. Während Cindy versucht die Ordnung aufrecht zu erhalten, sind ihre Kollegen eher mit Sex, Drogen und Alkohol beschäftigt und kümmern sich eher weniger um die Kinder. Als Krankenschwester unvermittelt ihren Freund attackiert und behauptet, dass er aufgrund eines uralten Hexenfluchs einen Amoklauf starten wird, glaubt Cindy zunächst an einen schlechten Scherz, doch wenig später scheint sich Tommy tatsächlich zu verändern und seltsame Verhaltensweisen zu entwickeln, während Cindy verzweifelt versucht die Prophezeiung zu verhindern…

Die dreiteilige Reihe „Fear Street“ nach den gleichnamigen Romanen versucht ja etwas krampfhaft dem Slasher-Genre neue Impulse zu verleihen und nach dem Auftakt im Jahr 1994 springt man in einer Art Rückblende zurück ins Jahr 1978, wo man sich nun das Thema Camp-Slasher vornimmt. Statt Crystal Lake gibt es hier das Camp Nightwing, statt eines missglückten Streichs jedoch den uralten Fluch einer Hexe, der einen biederen Camp-Leiter zum Axt-schwingenden Mörder werden lässt. Ansonsten gibt es aber nicht viel Neues und auch der zweite Teil wirkt zwar technisch durchaus gut, hat aber inhaltlich doch so einige Schwächen. Mit 110 Minuten ist der Streifen einfach zu lange und auch der Hexenfluch als übernatürliches Motiv, ist auch einfach etwas doof. Das was man dem Zuschauer hier vorsetzt ist eine bunte Mischung aus bekannten Figuren, Klischees und vorhersehbaren Entwicklungen, die nie sonderlich originell sind, sondern eher auf einen Personenkreis zugeschnitten ist, die nicht bereits fast das gesamte Genre abgegrast haben. Irgendwie wirkt das auf mich weder stimmig, noch irgendwie fesselnd, sondern immer wie ein weiterer Retro-Slasher, der dem Ganzen aber kein neues Imput hinzufügen kann. Dass die ganze Sause aus hartem Slasher und Teenie-Problemchen und Hui-Bui-Grusel auch noch mit voller Ernsthaftigkeit durchgezogen wird, macht die Sache auch nicht wirklich sympathischer. Heute geht es dann als Abschluss (!) wohl zurück ins Jahr 1666...
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fear Street - Teil 3: 1666

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01.png (207.03 KiB) 137 mal betrachtet
Bei dem Versuch im Jahr 1994 durch die Vereinigung von Leichnam und Hand den Hexenfluch von Sarah Fiers über Shadyside zu brechen, gelangt die junge Schülerin zurück im Jahr 1666, wo in dem kleinen Siedlungsort Union alles seinen Ursprung nahm. Dort lebt Sarah Fiers mit ihrem Vater und Bruder als Landwirte und muss hilflos mitansehen, wie alles rundherum zerbricht. Die Ernte wird schlecht, Tiere sterben und Leute verhalten sich auf einmal sehr seltsam, sodass sich die bigotten Siedler einig sind, dass in dem kleinen Ort der Teufel im Spiel ist. Durch Verleumdungen sind die Schuldigen auch rasch gefunden, doch wer oder was steckt wirklich hinter der diabolischen Macht, die im Jahr 1666 nach den einfachen Siedlern greift.

Ein nächstes „Stranger Thing“ wird die „Fear Street“-Reihe wohl nicht werden, dafür ist die Geschichte um einen ominösen Hexenfluch dann doch zu wenig gehaltvoll, sondern eine Verwertung von bekannten Horror-Motiven auf der Höhe der Zeit, bei der man aber trotz diversen Cast, vielen Anknüpfungspunkten und noch mehr Retro-Feeling immer etwas zu sehr auf Nummer sicher geht. Am Ende zählt die Geschichte und die ist hier einfach nur mittelprächtig, selbst wenn diese im dritten Teil doch recht harmonisch zu Ende gebracht wird. Zwei Drittel des Streifens spielen im Jahr 1666 und erinnert an „The VVitch“ ehe es dann wieder zurück zum Start bzw. das Jahr 1994 geht. Die Ereignisse im Jahr 1666 bieten dann auch nur wieder das Übliche aus der Folklore-Horror-Richtung und auch wenn das alles gut gemacht ist, so wirkt es doch auch immer etwas zu bekannt. Die Geschichte ist mit den drei Teilen zwar - welch Wunder - mehr oder minder abgeschlossen, aber bietet genug Möglichkeiten in allen Richtungen anzuknüpfen. Bücher zum Verfilmen gibt es anscheinend noch genug und wenn man die Stimmen im Netz so liest, so kommen die Ereignisse um Sarah Fiers beim jungen Publikum wohl auch nicht so schlecht an. Für erfahrene und geeichte Genre-Fans gibt es hingegen nicht viel Neues zu entdecken und insgesamt empfand ich die Reihe maximal als mittelprächtig und wenig originell. Kann man gucken, aber auch wenn Netflix sehr viel Geld in Werbung investiert ist der künstlich erzeugte Hype um "Fear Street" aber eher weniger gerechtfertigt.

PS: die zwei Songs von den Pixies am Ende haben mich aber auch versöhnlich gestimmt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Benny Loves You

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01.jpg (20.27 KiB) 128 mal betrachtet
Jack ist 35, Spielentwickler, lebt noch zuhause im Kinderzimmer seiner Eltern und auch sonst als Nerd eher in seiner Kindheit steckengeblieben. Als an seinem Geburtstag beide Eltern durch unglückliche Zufälle versterben ist Jack auf einmal auf sich allein gestellt und hoffnungslos überfordert. Als sein Leben auch den Bach runtergeht geschehen jedoch zwei folgenschwere Dinge. Er lernt seine neue Kollegin Dawn kennen, die Gefallen an den introvertierten Mann findet und sein Teddy Benny kehrt als mordender Psychopath zurück, der mit Messer und Kettensäge alles aus dem Weg räumt, was Jack und dem gemeinsamen Glück mit seinem Kindheitsgefährten im Wege stehen könnte.

Ein Stoffteddy als Killer ist ja schon mal eine ziemlich lustige Idee und auch die ersten Stimmen zu „Benny loves You“ waren ja sehr vielversprechend. Leider hat der Film aber außer seiner Grundidee und ein paar zweifelsfrei spaßigen Momenten nicht viel zu bieten und bleibt in allen anderen Dingen sehr weit hinter den Möglichkeiten zurück. Die Figur des Jack ist leider nicht sonderlich sympathisch und auch die restlichen Figuren überzeichnet und nervig. Benny ist natürlich fluffig designt und meuchelt sich auch effektiv durch die Gegend, aber auch das nutzt sich im Handlungsverlauf zunehmend ab, wenn niemand dem kleinen Killerteddy etwas entgegenzusetzen hat. Außer netten FX, von denen das Meiste auch aus dem Rechner kommt, hat „Benny Loves You“ leider nicht viel zu bieten und auch der Humor hat meinen Geschmack so überhaupt nicht getroffen. Die erste halbe Stunde ist fast eine mühsame Angelegenheit und auch dann kommt der Low-Budget-Streifen nie richtig in die Gänge. Am Ende geht dann alles auch noch in Richtung Effektspektakel und alles andere tritt noch mehr in den Hintergrund. Eine gute Idee mit einem sehr schwachen Handlungsgerüst, ein bissl Schmodder und einem Humor, der mich nicht angesprochen hat, machen einen Film, den man leider auch gut und gerne auslassen kann.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Unholy Women

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01.jpg (56.38 KiB) 120 mal betrachtet
Drei Geschichten mit Frauenfiguren als zentrales Element: In „Klappern“ hört die junge Kanako eines Abends ein seltsames Geräusch und gerät in einen Alptraum, in dem ihr eine rot-gekleidete Frau mit Fratze nach dem Leben trachtet. In „Kagane – Stahl“ wird ein introvertierter Mechaniker von seinem Boss dazu überredet mit dessen Schwester auszugehen. Doch das Date läuft anders als geplant, da der Oberkörper der Frau in einem Leinensack steckt und was sich darunter verbirgt, zieht Sekoguchi in einer Mischung aus Abscheu, Neugier und Faszination magisch an. In der dritten Episode namens „Das Erbe“ zieht eine alleinerziehende Mutter zurück zu ihrer Mutter, wo sie sich aufgrund eines uralten Fluchs bald seltsam verhält und ihr eigenes Kind in Gefahr bringt.

Nicht allzu viel Neues aus J-Horrorhausen bei dem Episoden-Grusler „Unholy Women“ in dem drei Regisseur drei höchst unterschiedliche Geschichten präsentieren. Dabei geht es um Frauen, die nicht ihrer in Japan zugeordneten Rolle als braves Heimchen am Herd für den erfolgreichen Ehemann entsprechen. Episode eins und drei waten in den etwas ausgetreten Pfaden von Filmen wie „The Grudge“, oder auch klassischem Grusel aus Japan, der hier System-erhaltend variiert und präsentiert wird. Nicht wirklich aufregend, aber durchaus unterhaltsam und mit allem, was man sich aus der Richtung erwarten kann. Völlig aus der Reihe fällt jedoch der Beitrag von Takuji Suzuki, der sich wie eine Bodyhorror-Mischung aus Tsukomoto, Cronenberg und Lynch präsentiert. Die Geschichte um den jungen Mechaniker und sein seltsames Date ist ja irgendwie völlig schräg und bleibt dem Zuschauer so wohl auch am Längsten im Gedächtnis. Der Episoden-Horror ist insgesamt okay, aber mittlerweile ist man mit bleichen Kindern und Rachegeistern einfach schon etwas durch. „Hagane – Stahl“ ist aber so herrlich neben der Spur, dass man „Unholy Women“ die beiden nicht ganz so starken Episoden gerne verzeiht.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Lux Æterna

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01.png (131.93 KiB) 107 mal betrachtet
Spannender Film von Gaspar Noe über das Filmemachen, der auch als Zitatekino gesehen werden kann, in dem wohl jeder Zuschauer unterschiedliche Einflüsse erkennen kann. Ich fühlte mich einerseits an Fassbinders „Warnung vor einer heiligen Nutte“, andererseits an Lars von Trier und die Dogma95-Filme erinnert. Die exzentrische Schauspielerin Beatrice Dalle gibt ihr Regie-Debüt mit ihrem Schauspielstar Charlotte Gainsbourg, während im Verlauf der Dreharbeiten zur wichtigsten Szene des Films alles immer mehr den Bach runtergeht und im Chaos versinkt. Dabei geht es wohl auch um die Frage, wie man Darsteller zu Höchstleistungen und maximalen Glaubwürdigkeit pusht und wenn am Ende der Zuschauer mit einem Stroboskop-Feuer aus Farben und Tönen bombardiert wird, ist dieser körperlich und geistig mindestens genauso mitgenommen, wie die Hauptdarstellerin. Filmemacher, Komparsen und Crew vor und hinter der Kamera und ihre persönlichen Befindlichkeiten als hochexplosives Minenfeld, dass jeden Moment hoch gehen und die Produktion an ihre Kippe bringt. Dazu kommen noch Themen wie Verbrechen an der Menschlichkeit, Patriachat und Religion und ergeben einen höchst interessanten Film, wie er optisch fordernd und extravagant wohl nur von Noe kommen kann. Mit 50 Minuten leider etwas kurz, aber dieses körperlich intensive Stück Kino deswegen entgehen lassen - keinesfalls!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Säge des Todes

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jogiwan hat geschrieben:
Do 10. Jul 2014, 07:30
jogiwan hat geschrieben:Unterhaltsam-schmieriges Slasher-Kuriosum aus deutsch-spanischer Co-Produktion mit Olivia Pascal, Christoph Moosbrugger und Otto Retzer und gar grausamen Morden in einer Sprachschule im Küstenort Alicante. Jess Franco bastelt aus der Geschichte über gierige Menschen ja einen kurzweiligen Streifen, der auch mit etwas herben Effekten nicht geizt, was dazu geführt hat, der der Streifen trotz Promo in der Bravo kurzerhand auf Video beschlagnahmt wurde. "Die Säge des Todes" bietet aber neben lustigen Dialogen und schmissigen Disco-Soundtrack auch so absolut furchtbare 80er-Klamotten, dass ich mich ohnehin wie üblich nur schwer auf die spärliche Handlung konzentrieren konnte. Ich mag den Streifen einfach und der macht trotz kleinerer Defizite ziemlichen Spass und bietet alles, was man sich von einem Film mit deutscher Beteiligung eben gerade nicht erwarten würde.
Gestern dann nochmals geguckt und mit jeder Sichtung wächst mir "Die Säge des Todes" irgendwie mehr ans Herz. Die seltsame Geschichte, das bizarre Figurenkabinett, die brutalen Morde, die furchtbaren Klamotten, das sommerliche Urlaubsambiente und furchtbare auf jugendlich getrimmte Dialoge inklusive längst vergangener Modewörter machen Jess Francos Streifen schon fast zu einer surrealen Erfahrung, die mehr an einen Alptraum, als einen herkömmlichen Slasher erinnern. Wer geneigt ist, in diese sonderbare Welt aus Habgier, Laster und Sommerfrische abzutauchen bekommt hier ja wirklich einen Hirnverdreher der Güteklasse 1 präsentiert, bei dem man auch nie so genau weiß, ob man selbst oder die Macher einfach völlig kirre geworden sind. Auf so vielen Ebenen ein fragwürdiges Vergnügen und ein richtiges Kuriosum, dass man eigentlich auch nicht hoch genug schätzen kann.
Ich kann das ja immer noch so unterschreiben. Ein seltsamer Film mit seltsamen Ereignissen und Olivia Pascal in einem blutigen Alptraum, der kein Ende zu nehmen scheint. Statt Atmosphäre und Spannung herrschen Absurdität und Willkür. Besonders schön die breit ausgewaltzte Szene, in der die kleine Katze beim verbarrikatierten Bungalow die Türe öffnet um um einen Spannungsmoment zu bereiten, der uns wohl sonst kein zweiter Regisseur zugetraut hätte. Die titelgebende Säge, die mehr als furchtbaren Klamotten, Otto Retzer als Doofie und auch das Ende, immer wieder herrlich absurd. Ja, ich mag den.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Forest

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01.jpg (69.07 KiB) 76 mal betrachtet
„The Forest“ eilt ja hier kein guter Ruf voraus und irgendwie war es einfach wieder mal Zeit für eine erneute Sichtung um die nicht vorhandenen Erinnerungen an den Wald- und Wiesenslasher mit übernatürlicher Komponente aufzufrischen. Mit Ruhm hat sich hier wirklich niemand bekleckert und die Geschichte über befreundete Pärchen, die beim Campen auf einen verrückten Kannibalen und Geistererscheinungen treffen, ist wirklich sehr mühsam konstruiert und will auch so gar nicht funktionieren. Die Figuren bleiben blass, die Ereignisse spannungsarm und die Sache mit den Geistererscheinungen in den Wäldern wirkt völlig deplatziert. Dazu kommt eine missglückte Musikuntermalung, eine erklärende Rückblende die fast schon parodistisch ausgefallen ist und diese Liste der eher nicht so geglückten Sachen ließe sich hier auch beliebig fortführen. Der Titel-gebende Wald wird als Handlungsraum kaum genutzt und Spannung oder dergleichen kommt auch gar nie so wirklich auf. Der verrückte Killer wirkt im Gegensatz zu manch andere Figur des Films viel zu sympathisch und irgendwie kann man ihm auch nicht allzu böse sein. Mit knapp 80 Minuten ist der Streifen aber recht kurz ausgefallen und dem Slasherfan kann man ja ohnehin alles vorsetzen. Als Kuriosum geht „The Forest“ allemal und Hirnzellen werden ebenfalls kaum gefordert, was an manchen Abenden des Lebens ja auch durchaus seine Daseinsberechtigung hat.
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