Stars of Exploitation #74 - Tomás Milián

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jogiwan
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Stars of Exploitation #74 - Tomás Milián

Beitrag von jogiwan »

wiki hat geschrieben: Tomás Quintín Rodríguez Milián (* 3. März 1933 in Havanna; † 22. März 2017 in Miami, Florida)[1] war ein kubanisch-italienisch-US-amerikanischer Schauspieler.

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Filmografie:

1959: Wir von der Straße (La notte brava) – Regie: Mauro Bolognini
1960: Bel Antonio (Il bell’Antonio)
1960: Gefährliche Nächte (I delfini)
1961: Boccaccio 70 (Boccaccio ’70), Episode: Il lavoro
1961: Tag für Tag Verzweiflung (Giorno per giorno disperamente)
1961: Bevor das Licht verlöscht (L’imprevisto)
1963: Schlüssel zum siebten Himmel (L’attico)
1963: Verrückte Seefahrt (Mare matto)
1964: Die Gleichgültigen (Gli indifferenti)
1965: Michelangelo – Inferno und Ekstase (The Agony and the Ecstasy)
1966: Ohne Dollar keinen Sarg (El precio de un hombre)
1966: Der Gehetzte der Sierra Madre (La resa dei conti)
1967: Töte, Django (Se sei vivo spara)
1967: Von Angesicht zu Angesicht (Faccia a faccia)
1968: Die Banditen von Mailand (Banditi a Milano)
1968: Django – Unbarmherzig wie die Sonne (Sentenza di morte)
1968: Lauf um dein Leben (Corri uomo corri)
1968: Tepepa (Tepepa)
1968: Ein feines Pärchen (Ruba al prossimo tuo)
1969: Die Nackte und der Kardinal (Beatrice Cenci)
1969: Warum läufst du immer nackt herum? (Dove vai tutta nuda?)
1970: I cannibali
1970: Zwei Companeros (Laßt uns töten, Companeros) (¡Vamos a matar, compañeros!)
1971: The Last Movie
1971: Der Todesengel (La vittima designata)
1972: Providenza! – Mausefalle für zwei schräge Vögel (La vita a volte è molto dura, vero Provvidenza?)
1972: Quäle nie ein Kind zum Scherz (Non si sevizia un paperino)
1972: Die rote Sonne der Rache (La banda J.S.: cronaca criminale del Far West)
1973: Ci risiamo, vero Provvidenza?
1973: Im Dutzend zur Hölle (Il consigliori)
1974: Die gnadenlose Jagd (Squadra volante)
1974: Der Berserker (Milano odia: la polizia non può sparare)
1975: Verdammt zu leben – verdammt zu sterben (I quattro dell’apocalisse)
1975: Stetson – Drei Halunken erster Klasse (Il bianco, il giallo, il nero)
1975: Flash Solo (Il giustiziere sfida la città)
1975: Zum Freiwild erklärt (Folle à tuer)
1975: Der lautlose Killer (La polizia accusa: il servizio segreto uccide)
1976: Die Viper (Roma a mano armata)
1976: Bewaffnet und gefährlich (Liberi armati pericolosi)
1976: Das Schlitzohr und der Bulle (Il trucido e lo sbirro)
1976: Die Bullen auf den heißen Feuerstühlen (Squadra antiscippo)
1976: Die verrückten Reichen (Folies bourgeoises)
1977: Die Gangster-Akademie (La banda del trucido)
1977: Die Gewalt bin ich (Il cinico, l’infame, il violento)
1977: Messalina – Kaiserin und Hure (Messalina, Messalina)
1977: Der Superbulle schlägt wieder zu (Squadra antitruffa)
1977: Der Superbulle räumt die Wüste auf (Il figlio dello sceicco)
1978: Die Kröte (La banda del gobbo)
1978: Der Superbulle jagt den Paten (Squadra antimafia)
1979: La Luna (La Luna)
1979: Der Superbulle jagt den Ripper (Assassinio sul Tevere)
1979: Ein Superbulle gegen Amerika (Squadra antigangsters)
1980: Der Kuckuck (Il lupo e l’agnello)
1980: Elfmeter für den Superbullen (Delitto a Porta Romana)
1981: Zwei tote Hosen sahnen ab (Uno contro l’altro, praticamente amici)
1981: Ein Schlitzohr außer Rand und Band (Delitto al ristorante cinese)
1982: Das Schlitzohr vom Highway 101 (Delitto sull’autostrada)
1982: Identifikation einer Frau (Identificazione di una donna)
1982: Monsignor
1983: Bud, der Ganovenschreck (Cane e gatto)
1983: Don Camillo und das Schlitzohr (Il diavolo e l’acquasanta)
1984: Formel eins und heiße Mädchen (Delitto in Formula Uno)
1985: Ein Superesel auf dem Ku’Damm (Delitto al Blue Gay)
1987: Distant Lights – Unheimliche Begegnung mit dem Jenseits (Luci lontane)
1989: Hexenkessel Miami (Cat Chaser)
1989: Spiel mit dem Tod (Gioco al massacro)
1990: Revenge – Eine gefährliche Affäre (Revenge)
1990: Havanna (Havana)
1991: JFK – Tatort Dallas (JFK)
1994: Machen wir’s wie Cowboys (The Cowboy Way)
1997: Fools Rush In – Herz über Kopf (Fools Rush In)
1997: Amistad
2000: The Yards – Im Hinterhof der Macht
2000: Traffic – Macht des Kartells (Traffic)
2002: Washington Heights
2005: The Lost City
2006: Das Fest des Ziegenbocks (La fiesta del chivo)
2014: Fugly!

Quelle: wikipedia
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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McBrewer
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Re: Stars of Exploitation #74 - Tomás Milián

Beitrag von McBrewer »

Ein Ausnahme Darsteller des italienischen & natürlich auch internationalen Kinos und daher ein CINEMA Portrait würdig
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(Cinema Februar 1981)
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buxtebrawler
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Re: Stars of Exploitation #74 - Tomás Milián

Beitrag von buxtebrawler »

Einer der Besten! :knutsch:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)
Diese Filme sind züchisch krank!
Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record)

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Maulwurf
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Re: Stars of Exploitation #74 - Tomás Milián

Beitrag von Maulwurf »

Policewoman Decoy - Staffel 01, Episode 32: Fiesta at midnight

Tomas Milian als Juan Ortega
Erstausstrahlung 19.05.1958

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Der junge Mann steht am späten Abend vor einem Tanzlokal. Er ist unsicher, und der Sprecher klärt uns auf, dass der junge Puertoricaner Juan Ortega erst vor kurzem in New York angekommen ist. Und wie es der Stil der Zeit war, wird uns im Übrigen auch gleich mitgeteilt, dass Juan, wenn er die Treppen zum Tanzboden beschreitet, möglicherweise die Stiege gleich bis zum elektrischen Stuhl nehmen wird.

1955 kam Tomas Milian aus Kuba nach Miami, und es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass er damals in der großen bunten und lauten Stadt genauso unsicher war, wie es Juan Ortega in Milians erster Fernsehrolle 1958 ist. Schüchtern, geblendet von den Reklamen und angezogen von der bullernden Musik, steht Juan vor einer schönen jungen Frau und versucht, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Auf dem Tanzboden hatte er es bereits bei einer anderen versucht, die aber schon vergeben war. Diese Frau am Fuß der Treppe aber, Maria, was für ein wunderschöner Name ist doch Maria, und die hat es ihm angetan, und er würde sie so gerne wiedersehen. Aber sie heiratet morgen, und der enttäuschte Juan verlässt das Lokal, nur um von einem flüchtenden Kriminellen über den Haufen gerannt und anschließend verhaftet zu werden. Anhand seines Dialektes kann er als Täter identifiziert werden - Vermutlich hat sich Milian mit seinem hispanischem Akzent, den er ein Leben lang nicht abgelegt hat, selber gesprochen. Eine Welt bricht für ihn zusammen, und auch hier ist spürbar, dass er seine eigenen Lebenserfahrungen in die Rolle einfließen lässt. Der Selbstmordversuch in den schweren Jahren in New York, als er als Künstler versuchte ein Engagement zu bekommen und doch immer wieder nur abgewiesen wurde, das Wissen, das er ein Fremder in einem Land ist, das ihn nur bedingt willkommen heißt - All diese Erfahrungen Milians sind in Juan zu spüren. Seine Einsamkeit hinter Gittern, seine Enttäuschung über die Aufnahme in dem großen und reichen Land, das er sich so anders, gastfreundlicher, vorgestellt hatte, diese Gefühle kann der junge Schauspieler in seiner ersten Rolle nach außen transportieren und erlebbar machen wie ein Profi, der dies schon seit Jahren macht.

Immer wieder gibt es Verhöre und Gegenüberstellungen, und immer wieder wird er enttäuscht. Die junge Frau vom Tanzboden leugnet ihn zu kennen, und seine Frustration, mehr noch seine Angst, nehmen überhand. In einem beängstigenden Moment verliert er die Kontrolle über sich und lässt sich gehen. Er schreit, rüttelt an den Gitterstäben und erleidet einen Nervenzusammenbruch. Hier zeigt sich auch bereits ein erstes Mal, dass noch mehr in dem schüchternen jungen Mann steckt, dass er eine Gefühlswelt hat, die ihn manchmal zu überwältigen droht. Vor allem die Angst, in den ersten Jahren in Amerika sicher ein ständiger Begleiter Milians, bricht sich Bahn und lässt ein schreiendes Wrack zurück. Die Bandbreite der Gefühle, die der Schauspieler in seiner ersten Rolle an den Tag legt, ohne dabei aber in Übertreibungen zu verfallen, ist erstaunlich, und es ist auch kein Wunder, dass noch im selben Jahr Jean Cocteau und Giancarlo Menotti auf ihn aufmerksam wurden und ihn mitnahmen nach Italien, wo seine eigentliche Karriere begann.

Aber noch ist er nur ein junger und zurückhaltender Mann, der sehr gut aussieht und versucht, sich in einer ihm fremden Welt zurechtzufinden. Weniger als in späteren Jahren spielt Milian den jungen Mann gar nicht, sondern zeigt wahrscheinlich eher viel von sich selbst. Sein Gefühl der Verlorenheit in Amerika, die Unsicherheit über den ausgewählten Beruf, und immer wieder die Angst. Ein bemerkenswertes Portrait eines Menschen, der seinen Weg noch nicht gefunden hat. Im Film wie in der Wirklichkeit ...

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Maulwurf
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Re: Stars of Exploitation #74 - Tomás Milián

Beitrag von Maulwurf »

König David
Tomas Milian als König Akiss in KING DAVID

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1984 trat Tomas Milian in EIN SUPERESEL AUF DEM KU'DAMM zum letzten Mal als Nico Giraldi in Erscheinung. Nach vielen Jahren des uneingeschränkten Erfolgs versuchte er nun, sich neu zu orientieren. Er reiste viel, veröffentlichte ein Fotobuch, und er probierte in Amerika als Schauspieler Fuß zu fassen. Doch dort war er ein Niemand, und seine erste Filmrolle nach dem Superbullen wurde ein ungefähr fünfminütiger Auftritt in einer Dialogszene mit Richard Gere in Bruce Beresfords KÖNIG DAVID. Gere, der damals als kommender Superstar gehandelt wurde, allerdings von vielen in diesem Film als Fehlbesetzung gesehen wird, wirkt in weiten Teilen des Films durchaus ansprechend, und es macht auch Spaß, seiner oft jungenhaften Art zuzuschauen. In dieser Szene mit Tomas Milian allerdings ist der deutliche Unterschied zwischen dem Jungstar, der zu dieser Zeit allerdings auch bereits 10 Jahre im Geschäft war, und dem alten Hasen deutlich sichtbar.

Von Steve McQueen habe ich mal gelesen, dass er in seiner ersten richtig großen Rolle, nämlich in DIE GLORREICHEN SIEBEN, hinter dem großen Yul Brunner stand, und ständig irgendetwas machte, um die Aufmerksamkeit der Kamera, und damit auch des Zuschauers auf sich zu ziehen. Eine Grimasse, eine Bewegung, irgendwas, Hauptsache Brunner nicht die Show überlassen. Tomas Milian macht das hier ganz ähnlich - Unaufhörlich bewegt er sich, ständig passiert etwas. Er isst eine Frucht, er verzieht sein Gesicht, er gestikuliert, und Richard Gere wird in der Wahrnehmung des Zuschauers immer kleiner und unauffälliger. Akiss lächelt höhnisch, Akiss lächelt freundlich, Akiss schaut skeptisch, Akiss zweifelt, und Milian legt sein ganzes Gewicht und seine ganze Erfahrung in diese paar Minuten. Einzig der Schnitt kann der Wahrnehmung des Zuschauers, dass Milian eindeutig der präsentere der beiden Schauspieler ist, noch etwas entgegensetzen, weswegen die Kamera scheinbar ziellos herummäandert. Der Ton aber läuft weiter, und Akiss treibt David während des Dialogs immer mehr in die Enge.

Eigentlich erbittet der flüchtende David von Akiss, dem König der Philister, Unterstützung und einen Platz zum Bleiben. Akiss allerdings ist nicht der selbstlose und gottesfürchtige Herrscher für den David ihn gehalten hat. Etwas schockiert von der Ausstellung von Reichtum und Macht einerseits, und der zynischen Profanisierung der Religion andererseits, steht David fast starr auf einem Platz, während Akiss um ihn herumläuft, und süffisant und politikerfahren versucht, David zu einer Aussage zu bewegen, die ihm, Akiss, einen Vorteil bieten kann. Milian legt den König als alten Politprofi an, der kühl kalkulierend sein Gegenüber auseinandernimmt, auf der Suche nach einem schwachen Punkt an dem er einhaken und sich selbst diesen Vorteil verschaffen kann. Akiss fragt offensiv danach, was für ihn bei dem Geschäft drin sei, und er versucht durch punktgenaue Fragen, David zu einer klaren Stellungnahme zu bewegen. Der weiß sich nicht mehr anders zu helfen als mit Stereotypen zu antworten, mit Zitaten aus den alten Schriften, die Akiss im harten Tagesgeschäft des Regierens schon längst als überholt erkannt hat. Seine Einschätzung von David ist die eines unbeholfenen Newcomers, der zwar kürzlich erst den stärksten Krieger des eigenen Heeres, Goliath, geschlagen hat, als zukünftiger möglicher König aber weich und formbar scheint, und damit als potentieller Verbündeter ganz weit oben steht. Und auch wenn David außer Plattitüden und ein paar wehrhaften Männern nichts bieten kann, willigt Akiss in das Geschäft schließlich ein - Mal sehen, ob ich mir das Königreich dieses Grünschnabels nicht unter den Nagel reißen kann, so ist seine ganz eindeutige Miene. Eine Schulstunde, gleichzeitig in angewandter Schauspielkunst und in Politik, so scheint es, und der Sieger nach Punkten ist ganz klar Tomas Milian, der trotz dieses winzig kleinen Auftritts dem Film einen zusätzlichen Farbtupfen gegeben hat.

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