Jack Said - Lee Basannavar & Michael Tchoubouroff (2009)

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Maulwurf
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Jack Said - Lee Basannavar & Michael Tchoubouroff (2009)

Beitrag von Maulwurf »

Jack Said
Jack said
Grobritannien 2009
Regie: Lee Basannavar & Michael Tchoubouroff
Danny Dyer, David O'Hara, Simon Phillips, Ashlie Walker, Terry Stone, Rita Ramnani, Julian Lee, Rebecca Keatley, Christopher Fosh, Steven Lawson, Emiel Jansen, Daniel Roberts


Jack Said.jpg
Jack Said.jpg (83.17 KiB) 181 mal betrachtet
OFDB
Teil 2 der Jack-Trilogie: Nach den Ereignissen in Paris, die im ersten Teil JACK SAYS geschildert wurden, hat Jack nun Nathalie gefangen genommen. Sie sitzt auf einem Stuhl in der Mitte einer Lagerhalle, gefesselt und geknebelt, und Jack erzählt ihr (und damit natürlich auch uns), warum sie dort sitzt. Jack wird als Undercover-Cop in den Film eingeführt, der die Gang des Guv’ners infiltrieren soll, und sich mittlerweile mit einem von dessen Leuten, Nathan angefreundet hat. Die Tochter des Guv’ners, Nathalie, hasst Nathan, wobei Nathalie alles und jeden hasst. Nathalie ist der wandelnde Tod, denn sie will die Führung von übernehmen. Sie will Boss werden, und jeder Tote auf ihrem Weg ist für sei ein Grund zur Freude. Nathan hat Nathalie aber etwas gestohlen, und darum macht Nathalie Jagd auf ihn, und Nathan muss untertauchen. Er gibt seine geliebte Schwester Erin zur Obhut an Jack, und Jack und Erin verlieben sich ganz furchtbar ineinander. Nathalie rekrutiert derweil Jack für ihre Geschäfte, und auch die Liebelei mit Erin bleibt ihr nicht verborgen – Ein Ansatzpunkt, den harten und unnahbaren Jack in die Knie zu zwingen, denn Männer werden weicher als Wachs, wenn es um das Leben ihrer Geliebten geht. Als Nathan aus dem Exil zurückkommt macht Nathalie Nägel mit Köpfen: Nathan muss sterben, Jack muss sterben, Erin muss sterben. Jetzt will sie sich im Bleihagel zur Königin krönen!

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Eine Rückblende also zu den Ereignissen vor dem ersten Teil, und all die losen Fäden des ersten Teils werden schlüssig aufgerollt und erklärt. Warum der Guv’ner tot ist, und warum er von seiner eigenen Tochter erschossen wurde. Warum Jack der Sündenbock ist, und sogar das Foto in Jacks Jackentasche, das im ersten Teil der Auslöser für den Trip nach Paris war, hat eine sinnvolle Rolle. Vorkenntnisse des ersten Teils sind sicher hilfreich, ohne diese Kenntnisse rumpelt es doch manchmal erheblich. Aber mit dem Wissen um den ersten Teil ist JACK SAID ein bitterböser und brutaler Gangsterfilm geworden, der sich mit wenigen Worten charakterisieren lässt: Hochgradig psychopathischer Abschaum sorgt dafür, dass anderer, nicht ganz so psychopathischer, Abschaum blutend am Boden liegt. Die Stimmung in JACK SAID ist so brutal und eisig wie ich es selten selbst in britischen Gangsterfilmen gesehen habe. Die Romanze zwischen Jack und Erin wirkt fast wie eine Parodie auf das Leben, das Jack gezwungen ist zu führen, und in dem das Abtrennen von Fingern mit einer Machete fast noch als Gnadenakt erscheint, weil ja die arme Sau ohne Hand noch weiterleben darf.

JACK SAID zeigt eine tiefschwarze Welt mit nur ganz wenigen Farbspritzern, und die sind eh meistens Blutrot. Und so, wie am Ende von JACK SAYS klar wurde, dass Jack nicht nur ein kleiner Gangster ist sondern tatsächlich ein verdeckter Ermittler, so wird auch am Ende von JACK SAID ein Cliffhanger zum dritten Teil UNION JACK gesponnen (der ursprünglich JACK FALLS hätte heißen sollen), und die Fäden von Nathalie und dem Guv’ner sind erheblich weitergesponnen als man es ursprünglich gedacht hätte. Die Erzählung ist zwar oft etwas umständlich, und es kommt auch trotz des hohen Actionanteils zu gelegentlichen Hängern, aber dafür wurden die Fehler des ersten Teils nicht mehr wiederholt: Die Figuren sind klarer skizziert, die Optik ist nicht mehr so furchtbar künstlich und schaut nicht mehr wie ein billiges Video aus, sondern bietet im Gegenteil einige ganz starke Momente, und allein Ashlie Walker als Nathalie rockt den Film in jeder Beziehung. Al Pacinos Scarface in weiblich, mit Riesentitten und einem ebenso gigantischen Appetit auf Macht und Blut. Spannend: Ashlie Walker ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch ein Personal Coach. Hm, sich nach dem Genuss dieses Films von Nathalie coachen lassen? Wie mache ich Karriere über den abgetrennten Schädel meines Chefs hinweg? Ich weiß nicht …

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Letzten Endes hat zwar JACK SAID immer noch seine Schwächen, ist aber um einiges stärker als der Vorgänger, und macht vor allem auch Lust auf den Abschluss der Trilogie. Wer gewillt ist, sich durch den ersten Teil durchzubeißen, wird hier auf jeden Fall mit einer bitteren und blutigen Moritat belohnt. Fortsetzung folgt …

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6/10

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