Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy (1972)

Moderator: jogiwan

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buxtebrawler
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Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy (1972)

Beitrag von buxtebrawler »

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Originaltitel: Nothing But The Night

Herstellungsland: Großbritannien / 1972

Regie: Peter Sasdy

Darsteller: Christopher Lee, Peter Cushing, Diana Dors, Georgia Brown, Keith Barron, Gwyneth Strong, Fulton Mackay, John Robinson, Morris Perry, Michael Gambon, Duncan Lamont, Shelagh Fraser u. A.
Als diverse Mitglieder des Vorstands der Van-Traylen-Stiftung für Waisenkinder scheinbar durch Unfälle sterben, werden die Behörden unter der Leitung des Col.Bingham (Christopher Lee) hellhörig. Nach einem Busunglück hat eines der Waisenkinder im Krankenhaus schlimme Alpträume, die nicht erklärbar sind. Der Arzt Haynes und der Pathologe Ashley (Peter Cushing) wollen den Fall klären, doch Haynes stirbt auf mysteriöse Weise, anscheinend durch die Hand der wahren Mutter des Mädchens, einer verurteilten Mörderin. Doch die Journalistin Foster bohrt weiter und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, daß den Stiftungsmitgliedern die Unsterblichkeit bringen soll...
Quelle: www.ofdb.de
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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buxtebrawler
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Re: Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy

Beitrag von buxtebrawler »

Von Peter Sasdy 1972 inszenierter Horrorstreifen mit den altbekannten Genrestars Christopher Lee und Peter Cushing. Sasdy hatte sich bereits mit einigen Filmen für „Hammer“ verdient gemacht, wobei seine Arbeiten zwar keinesfalls schlecht ausfielen, aber auch nicht unbedingt zu den Höhepunkten der „Hammer“-Produktionen zählen. „Das Dunkel der Nacht“ beginnt vielversprechend mit einem absolut sehenswerten Prolog, der Lust auf mehr macht. Was folgt, ist allerdings ein recht dialoglastiger, über weite Strecken eher zahmer, an einen Mystery-Thriller erinnernder Streifen, der zumindest Peter Cushing auch nicht sonderlich fordert. Der Zuschauer soll auf eine falsche Fährte gelockt werden, durchschaut die Chose aber relativ schnell. Hier sticht Diana Dorse mehr hervor als die beiden Herren, indem sie eine rabiate, vorbestrafte Prostituierte mimt, deren übertriebenes Spiel sich allerdings an der Grenze zum Komischen befindet. Der Spannungsbogen bleibt aber schon noch soweit aufrecht erhalten, dass man der Auflösung entgegenfiebert, die dann auch wirklich überrascht und in einem starken, mir ein wenig „The Wicker Man“ vergegenwärtigenden Finale mündet, in dem auch Christopher Lees Talent zumindest mehr als im etwas unspektakulären Mittelteil aufblitzt. Erwähnenswert sind an dieser Stelle auch die Leistungen der Kinderdarsteller, die ihre Sache gut machen. Parallelen zur Realität, in der als Gutmütigkeit getarnte, aber letztendlich dem eigenen Vorteil gereichende Wohltätigkeitsaktivitäten dekadent reicher Personen ebenfalls vorkommen, lassen sich durchaus ziehen, sofern man etwas über den reinen Unterhaltungswert Hinausgehendes in die Geschichte hineininterpretieren möchte. In Anbetracht des Umstands, dass „Das Dunkel der Nacht“ hierzulande weitestgehend unbekannt zu sein scheint und die puristische DVD von M.I.B. sehr günstig zu bekommen ist, möchte ich Fans klassischen britischen Grusels trotz der Schwächen eine Empfehlung aussprechen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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dr. freudstein
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Re: Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy

Beitrag von dr. freudstein »

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Völlig falsche Filmangaben auf den Covern, nämlich die des Films THE UNCANNY / 1977. :roll:
Der eigentliche Film ist aber wieder ein sehr solider Brit-Horror, wobei ich die Auflösung aber als doch etwas sehr überzogen finde.Die beiden Stars des Film, PETER CUSHING und CHRISTOPHER LEE haben hier mit Sicherheit nicht ihr größten Rollen, in denen sie ihr wahres Können beweisen können, aber charmant sind die beiden Knuffelchen ja immer. Bei der Vielzahl an Filmen, die sie gemacht haben, kann man sicherlich auch keine konstanten Höhepunkte vermelden, wurden sie doch aufgrund ihrer Popularität so oft es nur ging gebucht.
Trotzdem ein sehr angenehmes Filmchen, für Fans sehr brauchbar, dem allgemeinen Publikum kann man sicherlich keine Empfehlung aussprechen, da zu wenig visuell geboten wird.
Ich gebe ein gut (+ weitere Sympathiepunkte im Gedächtnis)

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buxtebrawler
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Re: Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy

Beitrag von buxtebrawler »

dr. freudstein hat geschrieben:Völlig falsche Filmangaben auf den Covern, nämlich die des Films THE UNCANNY / 1977. :roll:
:?: :?

Krass... da hab ich 'ne andere Fassung, bei der alles korrekt zu sein scheint.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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DrDjangoMD
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Re: Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy

Beitrag von DrDjangoMD »

Handlung:
Treuhänder eines Waisenhauses werden auf mysteriöse Art ermordet, eines der Waisenkinder wird von grauenvollen Visionen über Feuer geplagt und die leibliche Mutter des Mädchens tut alles daran ihr Kind, welches ihr auf Grund ihrer verbrecherischen Vergangenheit weggenommen wurde, wiederzubekommen. Können Christopher Lee und Peter Cushing Ordnung in dieses rätselhafte Chaos bringen?

Kritik:
Wie Bux schon geschrieben hat beginnt der Film prompt mit einigen Krachern. Gleich vier spektakuläre Todesfälle werden geboten um den Zuseher neugierig zu machen, gefolgt von einer Szene mit Christopher Lee und Peter Cushing in ein und dem selben Raum…Wow, das könnte grandios werden!
Dann kommt Gerede und noch mehr Gerede. Unsere beiden Lieblinge verziehen sich ein wenig aus dem Rampenlicht und stattdessen bekommen wir als scheinbare Protagonisten Mr. Arztmann (gespielt von Nicht-Christopher-Lee Nr. 1) und Mrs. Reporterfrau (gespielt von Nicht-Christopher-Lee Nr. 2), zwei Figuren die uns mehr oder weniger egal sind und deren Konversationen wir daher nur mit mäßigem Interesse verfolgen können.
Die Lage bessert sich ein wenig, als Mr. Arztmann ermordet wird und Lee und Cushing wieder mehrere Szenen bekommen. Trotz ihrer Präsents haben die beiden tollen Typen aber immer noch wenig zu tun und beschäftigen sich vorrangig mit dem halten von Dialogen. Der Plot wird zunehmend verwirrender. Die toten Treuhänder und die Mutter des Mädchens sind zwei komplett verschiedene Handlungsstränge, die gleich wichtig gehandhabt werden, von denen wir aber nicht erwarten, dass sie irgendetwas miteinander zu tun haben und dies ist äußerst störend. Der Film wird fast schon schwer anzusehen, da wir so viele Informationen durch all die Dialoge bekommen, so viele verschiedene Nebenhandlungen und Filler Szenen, die alle keine Verbindung zueinander zu haben scheinen.
Als kurz vor Schluss ein Mensch, der bei lebendigem Leibe verbrennt, und Christopher Lee in der selben Szene zu sehen waren, war ich schon fast bereit den Film vollkommen aufzugeben und stattdessen „The Wicker Man“ einzulegen, an dessen Genialität mich diese Szene erinnerte (und wenn ich Bux' Kritik so betrachte war ich da auch nicht der einzige, der diese Paralellen zog :D ), doch Gott sei dank habe ich noch eine Minute gewartet, denn die letzte Viertelstunde des Filmes ist ungemein befriedigend.
Alle Handlungselemente, die ich als so unpassend und fehl am Platz empfunden hatte passen plötzlich zusammen, all die Fragen von denen ich gefürchtet habe, sie würden bis zuletzt ungeklärt bleiben, hatten plötzlich eine Antwort. Keine logische oder gute Antwort wohlgemerkt aber immerhin eine Antwort.
Christopher tauscht die emotionslose Miene, mit der er den ganzen Film lang herumgelaufen ist, endlich durch ein anständiges Overacting für das wir ihn kennen und lieben aus und es kommt zu einem spannenden Finale. All das, was gegen Ende geschieht ist zwar dumm unsinnig und völlig ohne Logik, aber das erwartete ich mir von so einem Film. Wenn ich mir einen Horrorfilm mit Christopher Lee und Peter Cushing kaufe erwarte ich mir kein Meisterwerk vom Status eines „Casablanca“; ich erwarte mir, dass Peter und Christopher übertriebenes unterhaltsames Zeugs machen und eben dies geschieht in den letzten paar Minuten. :mrgreen: (Wobei es fast schon ein wenig zu viel des Guten ist, einen Film der zu 80% aus Gerede besteht mit einem Ende zu versehen, das in mir unliebsame Erinnerungen an „Beware! Children at play“ weckt :( )
Fazit: Solange man wegen der verwirrenden Handlungen (Mehrzahl gebrauche ich absichtlich) nicht verzweifelt und sich bewusst ist, dass all die Stränge irgendwann in einem gemeinsamen Knoten führen, ist der Film durchaus zu genießen. 6/10

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DrDjangoMD
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Re: Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy

Beitrag von DrDjangoMD »

buxtebrawler hat geschrieben:
dr. freudstein hat geschrieben:Völlig falsche Filmangaben auf den Covern, nämlich die des Films THE UNCANNY / 1977. :roll:
:?: :?

Krass... da hab ich 'ne andere Fassung, bei der alles korrekt zu sein scheint.
Das Label hat, was ziemlich komisch ist, zwei idente Fassungen mit identem Coverbild herausgebracht. Der Unterschied ist, dass sie auf dem einen mit dem Namen Peter Cushings werben und die Filmangaben durcheinanderbringen und auf dem anderen, welches ich hier habe, mit den Namen Christopher Lees werben und die Filmangaben korrekt haben :doof:

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Adalmar
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Re: Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy

Beitrag von Adalmar »

buxtebrawler hat geschrieben:Sasdy hatte sich bereits mit einigen Filmen für „Hammer“ verdient gemacht, wobei seine Arbeiten zwar keinesfalls schlecht ausfielen, aber auch nicht unbedingt zu den Höhepunkten der „Hammer“-Produktionen zählen.
"Hands of the Ripper" gehört für mich definitiv zu den Höhepunkten der Hammer-Produktionen, und "Countess Dracula" ist auch nicht schlecht (Ingrid Pitt badet in Blut, herrlich)!
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buxtebrawler
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Re: Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy

Beitrag von buxtebrawler »

Adalmar hat geschrieben:"Hands of the Ripper" gehört für mich definitiv zu den Höhepunkten der Hammer-Produktionen, und "Countess Dracula" ist auch nicht schlecht (Ingrid Pitt badet in Blut, herrlich)!
Wie gesagt, schlecht find ich die alle nicht. Zu beiden von dir genannten Filmen haben wir übrigens auch Themen an Board:

http://deliria-italiano.org/phpbb/engla ... -t854.html
http://deliria-italiano.org/phpbb/engla ... -t858.html

@Doc2: Sehr schöne Kritik, die sich über weite Strecken mit meinen Erfahrungen deckt :)
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sergio petroni
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Re: Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy

Beitrag von sergio petroni »

Hier zum Vergleich das Cover meiner DVD von Best Entertainment:
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Die Bilder passen zum Film, ansonsten wird mit Christopher Lee und dessen Filmen geworben.
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“

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Re: Das Dunkel der Nacht - Peter Sasdy (1972)

Beitrag von buxtebrawler »

Ist mutmaßlich am 08.05.2020 bei Pidax noch einmal auf DVD erschienen:

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