Best of 2022 - Film, Funk & Fernsehen, Kino aber auch...

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Moderator: jogiwan

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ugo-piazza
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Re: Best of 2022 - Film, Funk & Fernsehen, Kino aber auch...

Beitrag von ugo-piazza »

buxtebrawler hat geschrieben: Sa 31. Dez 2022, 16:34
Ein eher hartes Brot sind die Fummelfilme der Siebziger, aber da muss ich weiter im Rahmen meines Ugologie-Studiums durch: Ein Auftrag ist ein Auftrag. ;)
"Du weißt ja: Wenn ich für einen Auftrag bezahlt werde, führe ich ihn auch aus!" (Sentenza in "Zwei glorreiche Halunken")

Bloß: Wer hat dir den Auftrag erteilt, und wer bezahlt dich dafür?

Falls dich keiner bezahlt, und du dir selbst den Auftrag erteilt hast, dann kannst du auch sagen, dat langt nu!

Nordisch by nature.
Maulwurf hat geschrieben: Ugo, Du bist 'ne Wucht.
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Reinifilm
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Re: Best of 2022 - Film, Funk & Fernsehen, Kino aber auch...

Beitrag von Reinifilm »

Ach - in die weltweiten Kino-Top-Ten hat es dieses Jahr nur ein Film geschafft, der wirklich ein Erstling (also kein Sequel, Prequel o.ä.) ist:

https://www.spiegel.de/kultur/kino/avat ... f1a335ab78
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http://www.reinifilm.blogspot.com / https://bfilmbasterds.de/
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Arkadin
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Re: Best of 2022 - Film, Funk & Fernsehen, Kino aber auch...

Beitrag von Arkadin »

So viel wie in diesem Jahr habe ich in Bezug auf mein liebstes Hobby Film noch nie gemacht. Die nackten Zahlen: 7 Artikel für das „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“, 2 Artikel und die Hauptverantwortung als Chefredakteur für beide Ausgaben des „70 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ in diesem Jahr, und noch einmal zwei Artikel für „35-Millimeter-Sonderausgaben“. Und einen Podcast für die 35 Millimeter habe ich auch noch geschafft. Vier Booklets für die „Western All’Arrabbiata“-Reihe von Koch Film/Plaion (von denen zwei noch nicht veröffentlicht sind) (mit)geschrieben, sechs Audiokommentare für Ostalgica (mit Lars und Clemens, davon zwei noch nicht veröffentlicht) eingesprochen, vier Videofeatures für Ostalgica (drei noch nicht veröffentlicht) produziert, an einer großen 2-teilige Diskussionsrunde mit Andreas von Ostalgica, Lars und Clemens für den Offenen Kanal Magdeburg (und wahrscheinlich irgendwann auch als Extras auf einer Ostalgica-Veröffentlichung) teilgenommen, drei Beiträge in einer Buchveröffentlichung (gestern endlich hier angekommen) abgeliefert. 11 x Mit-Gastgeber bei Weird Xperience gewesen, Einführungen zusammen mit Stefan beim Deliria-Italiano-Forentreffen in Nürnberg und beim HyperHorrorHappening im City 46 gehalten. Dazu noch zwei große Veranstaltungen der neuen Reihe „Film & Konzert“ im Karo in Bremen-Walle mitverantwortet.

Reisen zum wunderbaren Mondo-Bizarr-Weekender in Düsseldorf, der unter strengen Hygienebedingungen endlich wieder stattfinden konnte. Gleiches gilt für das „Monster machen mobil“ in Hamburg, wo ich einen Traum verwirklichen und „Der weiße Hai“ von 35mm auf der großen Leinwand bewundern durfte. Nach Oldenburg zum Internationalen Filmfest, welches wieder stimmungsmäßig an Vor-Pandemie-Zeiten anschloss und schließlich wie jedes Jahr das große Highlight: Das 14. Deliria-Italiano-Forentreffen, welches zum zweiten Mal im schönen Nürnberg stattfand. Theoretisch hätte das alles auch noch mehr sein können, aber da ich mir neben Film (und dem regulären Broterwerb, der dieses Jahr auch viele anspruchsvolle Herausforderungen mit sich brachte) mit dem Erlernen eines Musikinstruments (lebenslanger Traum), sowie der Mitgliedschaft in einem Kneipenverein, bei dem ich für das Organisieren der Veranstaltungen mitverantwortlich bin, zwei weitere Hobbies gesucht habe, blieb nicht so viel Zeit dafür. Schließlich habe ich auch eine Familie und die fordert völlig zu Recht auch, dass der Papa mal für sie da ist. Ich gebe zu, ohne die Pandemie und die daraus entstehende Möglichkeit fast ausschließlich im HomeOffice zu arbeiten, hätte ich das alles nicht geschafft.

Was wirklich gelitten hat in diesem Jahr war mein Blog. Irgendwo muss man Zeit einsparen und da hat es zunächst die Rubrik „Das Bloggen der Anderen“ getroffen und dann das intensive Schreiben dort. Ich hatte einfach zu viel anderes um die Ohren (siehe oben) und auf den Blog zu verzichten fiel angesichts der vielen Termine und Deadlines, die ich anderweitig hatte, am Leichtesten.

Was noch gelitten hat und dringend besser werden muss: Durch die vielen Verpflichtungen fiel es schwer, mal was „nur für sich“ zu machen oder vor allem sich öfter „einfach so“ mal mit Freunden zu treffen. Da muss man immer abwägen. Wenn man schon häufig unterwegs ist, sollte man die Zeit dazwischen auch wirklich für die Familie reservieren. Aber das habe ich schon sehr vermisst. Einfach mal nur so ohne bestimmten Grund zusammensitzen und quatschen. So schön es ist, sich in seinen Hobbies ausleben zu können, es frisst eben auch viel Zeit, die sorgsam verteilt werden will. Mal schauen, wie ich das in 2023 besser hinbekomme.

Geguckt habe ich überraschend viel: 245 Spielfilme oder Dokumentationen in Spielfilmlänge sind es geworden. Das ist noch einmal deutlich mehr als die 224 Filme letztes Jahr, die auch schon ein Rekord waren. Allerdings sind da fast keine aktuellen Produktionen dabei, da ich es auch in diesem Jahr kaum ins Kino geschafft habe. Was ich extrem traurig finde. Aber wie oben bereits ausführlich geschildert: Die Zeit, die Zeit.

Hier also die obligatorischen Top10. Wobei ich es bei den aktuellen Filmen mangels gesehener Masse bei den Top5 bleiben lasse.

Top 5 aktuelle Filme

1. Blond (Andrew Dominik, 2022)
2. The Fire Within: A Requiem for Katia and Maurice Krafft (Werner Herzog, 2022)
3. Alma Viva (Cristèle Alves Meira, 2022)*
4. Linoleum (Colin West, 2022)*
5. Lightyear (Angus MacLane, 2022)

* im Kino gesehen

Top 10 ältere Filme (nur Erstsichtungen)

1. The Painted Bird (Václav Marhoul, 2019)
2. Les frères Sisters (Jacques Audiard, 2018)
3. La traque (Serge Leroy, 1975)
4. Krakatit (Otakar Vávra, 1948)
5. ‚Hukkunud Alpinisti‘ hotell (Grigori Kromanov, 1979)
6. Ôkami to buta to ningen (Kinji Fukasaku, 1964)
7. The Lost City of Z (James Gray, 2016)
8. Denk ich an Deutschland – Das Wispern im Berg der Dinge (Michael Althen/Dominik Graf, 1999)
9. Zatôichi monogatari (Kenji Misumi, 1962)
10. Dementia (John Parker/Bruno VeSota, 1955)

Musik:

Ich war leider auf nicht so vielen Konzerten dieses Jahr. Immerhin vier habe ich aber mitveranstaltet: Lucy & Fabio, Below Zero, The Owned Up!, New Days Delay (und tatsächlich auch einen eigenen Auftritt mit meinem Instrument gehabt, das war aufregend). Die waren natürlich alle super (;)), darum führe ich die hier mal nicht mit auf.

Ansonsten:

Herbie Hancock auf der Seebühne Bremen
Michael Wollny Trio in der Glocke Bremen
Acht Eimer Hühnerherzen im Lagerhaus Bremen

Auf der Breminale und dem Überseefestival war ich auch für jeweils einen Tag und habe da VIEL Gutes gesehen. Sogar zweimal „Team Scheisse“. Meine Entdeckung des Jahres. Zusammen mit „Cholerika“. Allerdings: Auch auf der Breminale das erste Mal Beklemmungen auf einem Konzert gehabt, da es wahnsinnig voll war, alle ohne Maske im Zelt, wo der Schweiß schon von der Decke tropfte und alles am Durchdrehen inklusive Flaschen und volle Becher durch die Gegend werfen. Als ich merkte, dass es so voll war, dass ich nicht mal eben raus konnte, sondern regelrecht zwischen den Menschen einklemmt war wurde mir doch etwas unangenehm zumute. Kann auch das Alter sein.

Sehr viel Musik wieder gekauft. Viel Vinyl, noch mehr CDs. Viel Jazz dabei. Aus dem Kopf meine liebsten Anschaffungen 2022:

Das musikalische Dutzend in alphabetischer Reihenfolge, Veröffentlichungsdatum egal

24/7 Diva Heaven – Stress
Die Buben Im Pelz – Katzenfestung
Jerzy Mazzoll - Być
Laturb – All Work and No Play
Lonker See – Time Out
Makaya McCraven - Deciphering The Message
Michael Wollny Trio - Ghosts
Niechęć – Unsubscribe
Spröde Lippen - 100
Team Scheisse – Ich habe Dir Blumen von der Tanke mitgebracht (jetzt wird geküsst)
The Flash! - Siła
Wang Wen - 100​,​000 Whys

Zwei betrübliche Meldungen: Zwei meiner liebsten Bands haben sich aufgelöst: Lonker See, die ich unbedingt mal live erleben wollte, die aber nie hier in die Nähe kamen und die Cool Jerks, die ich sehr oft und immer wieder gerne gesehen und gehört habe. Schade. Ich hoffe auf Reunions irgendwann.
Früher war mehr Lametta
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Maulwurf
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Re: Best of 2022 - Film, Funk & Fernsehen, Kino aber auch...

Beitrag von Maulwurf »

Das herausragende Ereignis 2022 war definitiv die Operation meiner rechten Schulter im April. Heute kann ich den Arm bereits etwas über Schulterhöhe heben, was eine enorme Erleichterung im Alltag ist. Das ganze geht mittlerweile so gut, dass ich mich nächstes Jahr vielleicht sogar trauen werde, einen einfachen Klettersteig zu wagen ...
Alles andere war da mehr oder weniger Beiwerk. Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach, die Gehaltserhöhung, dass ich endlich wieder richtige Bergtouren machen konnte, dass ich mich im verflixten 7. Jahr in meine Frau neu verliebt habe, dass es mir rundum gut geht ...

Bedingt durch die vielen Krankschreibungen bin ich dieses Jahr auf die klägliche Zahl von 198 Filmen gekommen - Und da sind auch einige Kurzfilme dabei. Ohne die Krankschreibungen wären es nochmal weniger geworden, aber auf der anderen Seite hatte ich mir auch vorgenommen weniger zu schauen. Hat ja wohl anscheinend ganz gut geklappt ...

Das Jahr begann mit OUT OF SIGHT und endete mit MÖRDER AHOI! Dazwischen lag erstaunlich viel guter Stoff und erstaunlich wenig Ausschuss. Trotzdem kein einziger 10/10-Film dabei war, nicht einmal bei den Zweit- oder Drittsichtungen, bin ich eigentlich zufrieden mit der Ausbeute:

Die fabelhafte Welt der Amélie (Jean-Pierre Jeunet, 2001)
Die Marx Brothers im Krieg (Leo McCarey, 1933)
King Kong und die weiße Frau (Merian C. Cooper & Ernest B. Schoedsack, 1933)*
Die fetten Jahre sind vorbei (Hans Weingartner, 2004)
Inside Man (Spike Lee, 2006)

Der Bodensatz? Bitte sehr, alles zwei von zehn Vorspultasten:

Leichen muss man feiern, wie sie fallen (Sergio Corbucci, 1979)*
Wonder Woman 1984 (Patty Jenkins, 2020)*
Lost Girls & Love Hotels (William Olsson, 2020)*
Gushing Prayer (Masao Adachi, 1971)*

Spannend, dass ich das erste Mal seitdem ich ein Filmtagebuch führe, einen Film nicht bewerten konnte. Und das dann auch gleich zweimal:

Strange circus (Sion Sono, 2005) hat mich erschlagen, aber bewerten konnte ich das Teil einfach gar nicht
Baal (Volker Schlöndorff, 1970) entzieht sich dem normalen Begriff des Kinos und damit auch einer wie auch immer gearteten Bewertungsmöglichkeit. BAAL ist einfach anders. Komplett anders ...

Mein Hang geht zunehmend zu alten Filmen (und ich meine alt), und im Regal landen immer mehr Sachen aus den 20er bis 40er-Jahren. Dafür lese ich mittlerweile in der OFDB praktisch keine Besprechungen mehr zu Filmen nach 1990. Was dann auch dazu führt, dass ich dieses Jahr nicht einmal im Kino war :shock: 20 Km entfernt gibt es alle 6 Wochen einen Stummfilm im Kino, und da sind oft richtig gute und seltene Sachen dabei. Immer mit Live-Musik, und das ist die Crux: Da spielt eine Gruppe Jazz, und das deckt sich überhaupt nicht mit meiner Vorstellung von Filmmusik. Filmmusik sollte nach meiner Vorstellung repetitiv sein und nicht alle 10 Sekunden etwas Neues entwickeln, was sich dann partout so gar nicht mit den gezeigten Bildern deckt. Also kein Kino ...

Highlights bei den Büchern:
Tom Rob Smith: Kind 44 (Der Film ist der Hammer, das Buch legt nochmal einen drauf)
Karin Slaughter: Cop Town (Besprechung irgendwo hier im Forum)
Und die ersten zwei Sjöwall/Wahlöö-Romane habe ich gelesen, da werden auf jeden Fall die anderen auch recht zeitnah kommen.

New Model Army und Hagalaz' Runedance haben mein Jahr musikalisch wesentlich bereichert, von Andrea Haugen hat mich dann das Soloalbum unter dem Namen Aghast Manor fast noch mehr beeindruckt. Ich finde allmählich wieder Freude an Musik, und konnte, dem Forum sei Dank, sogar aktuelle Sachen entdecken (Laturb).

Mal sehen was 2023 bringt. Vielleicht traue ich mich endlich, bei 35MM wegen einer Gastschreiberei anzufragen, was bisher immer an mangelndem Mut scheiterte ... :???:
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buxtebrawler
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Re: Best of 2022 - Film, Funk & Fernsehen, Kino aber auch...

Beitrag von buxtebrawler »

ugo-piazza hat geschrieben: Sa 31. Dez 2022, 17:23 "Du weißt ja: Wenn ich für einen Auftrag bezahlt werde, führe ich ihn auch aus!" (Sentenza in "Zwei glorreiche Halunken")

Bloß: Wer hat dir den Auftrag erteilt, und wer bezahlt dich dafür?
Das weiß ich leider selbst nicht mehr so genau und ich fürchte: niemand :(
ugo-piazza hat geschrieben: Sa 31. Dez 2022, 17:23 Falls dich keiner bezahlt, und du dir selbst den Auftrag erteilt hast, dann kannst du auch sagen, dat langt nu!
Ich bleibe am Ball und freue mich auf die Perlen, die immer mal wieder dazwischen sind...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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