Sweet Charity - Bob Fosse (1969)

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ugo-piazza
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Sweet Charity - Bob Fosse (1969)

Beitrag von ugo-piazza »

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USA 1969

D: Shirley MacLaine, John McMartin, Ricardo Montalban, Sammy Davis Jr., Barbara Bouchet

Das Amüsiermädchen Charity, das für Geld mit Männern tanzt, hat auch nach acht Jahren in diesem Job ihren Glauben an die Güte der Menschen und die ewige reine Liebe nicht verloren. Sie gerät deshalb stets an Männer, die sie ausnutzen, und wird von ihren Freundinnen als naiv und unbelehrbar angesehen. Sie macht zufällig die Bekanntschaft eines italienischen Filmstars, den sie mit ihrer unverdorbenen Art inspiriert und dazu animiert, sich mit seiner Freundin, von der er sich trennen will, zu versöhnen. Ihre Freundinnen glauben ihr allerdings nicht, dass sie mit dem Star zwar die Nacht, nicht aber das Bett geteilt hat.

Charity sucht einen beruflichen Ausweg und lernt den Versicherungsvertreter Oscar kennen, der sich in sie verliebt. Charity verschweigt ihm zunächst allerdings ihren wahren Beruf, doch auch nachdem er ihn erfährt, möchte er seine Freundin heiraten. Triumphierend kündigt sie in der Kneipe und verabschiedet sich von ihrem alten Leben. (Wikipedia, gekürzt)




Diesen Song kannte ich natürlich, hatte aber keine Ahnung, dass er aus einem Broadway-Musical von Bob Fosse stammte, dass er dann selbst auch verfilmte.

Auch nach 8 Jahren als Animiertänzerin in einem eher zwielichtigen Club in New York hat sich Charity Hope Valentine eine Naivität bewahrt, die nicht nur an Selbstbetrug grenzt. So redet sie sich ein, dass ihr Verlobter Charlie zu ihr zurückkommen wird, obwohl er sie gerade um ihre gesamten Ersparnisse von 427 $ beraubt und dabei auch noch im Central Park von einer Brücke in den Bach gestoßen hat. Dabei hat sie sich doch sogar seinen Namen auf ihren Oberarm tätowieren lassen...

Zufällig lernt sie den von ihr vereehrten italienischen Filmstar Vittorio kennen, der von den Eifersuchtsattacken seiner Freundin Ursula (Barbara Bouchet!) die Nase voll hat. Charity und Vittorio verbringen einen schönen Abend miteinander, der sie zunächst in einen angesagten Club führt, was die dort anwesenden Damen in Verwirrung stürzt, weil keine von ihnen Charity kennt ("Wer ist sie?"). Heute wäre aus Charity innerhalb ein weltbekanntes Influenza-It-Girl geworden...

So aber führt der Weg in Vittorios luxuriöses Heim, wo die Nacht dann aber einen anderen Verlauf nimmt, als der Zuschauer wohl vermuten würde. Charity fragt nach einem Autogramm, bekommt noch ein paar Souvenirs draufzu und es entwickelt sich ein Gespräch, das beide dazu bringt, manche Dinge anders zu sehen.

Charity bemüht sich bei einer Vermittlungsagentur um einen anderen Job, aber mit schlechter Schulbildung und ohne berufliche Qualifikationen sieht das so schlecht aus, dass der Vermittler glaubt, man wolle ihn verarschen. Dann bleibt sie auch noch mit dem klaustrophobischen Versicherungsaktuar Oskar im Fahrstuhl stecken. Der erweist sich trotz mancher Macken als netter Kerl, der allerdings glaubt, Charity würde in einer Bank arbeiten. Als sie ihren Kolleginnen im Club erzählt, Oskar die ganze Wahrheit über ihr Leben preiszugeben, halten die anderen nun für völlig meschugge. Doch Oskar hält zu ihr und so sollen bald die Hochzeitsglocken läuten. Aber dann kommt es doch ganz anders. Aber der Dude packt das Charity wird schon einen Weg finden, irgendwie...

Mit zweieinhalb Stunden ist die große Shirley MacLaine-Show doch etwas zu lang ausgefallen. Der Auftritt von Sammy Davis Jr. als Anführer einer neuen Underground-Religion, die vor allem ihm selbst Dollars bescheren soll, so toll er auch ist, trägt zur Handlung nun mal gar nichts bei, und auch bei manch anderer Szene hätte man etwas kürzen können. Anyway, Charity hat ihr Herz auf dem rechten Fleck in einer Umgebung, in der für Cash alles käuflich zu sein scheint. Und Shirley MacLaine schafft es, den Film zu tragen. Die Gesangs- und Tanzszenen haben mich wirklich beeindruckt. Lohnenswert.


PS: Vielleicht sollte sich das DRK mal ein Beispiel an dem Video nehmen, dann klappts auch mit den Blutspenden. Ein paar aufreizende Damen (oder Herren) und

"Hey, big spender,
spend a little blood for me"

:D

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